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Veröffentlicht am 15.04.2021

Eindringlich erzählt

Noah – Von einem, der überlebte
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Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (1. März 2021)
ISBN-13: 978-3328601678
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Eindringlich erzählt

Inhalt:
Als Jugendlicher half ...

Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (1. März 2021)
ISBN-13: 978-3328601678
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Eindringlich erzählt

Inhalt:
Als Jugendlicher half Noah Klieger, jüdische Kinder von Belgien in die Schweiz zu schmuggeln. ER ist 17 Jahre alt, als er 1942 von den Deutschen festgenommen und nach Auschwitz deportiert wird. Im Gegensatz zu vielen anderen hat er die Lagerzeit überlebt. Takis Würger hat Noahs Erinnerungen an diese Zeit und die danach aufgeschrieben.

Meine Meinung:
Was mir zunächst auffiel, war der recht nüchterne, einfache Schreibstil, der auf den ersten Seiten so gar nicht zu einer so aufwühlenden und berührenden Erzählung passen wollte. Doch bald schon musste ich erkennen, dass es gar nicht notwendig war, Gefühle groß zu thematisieren und Ereignisse auszuschmücken - die Fakten allein sprechen für sich und machen unheimlich betroffen. Während Noahs Gefangenschaft geht es einfach nur ums nackte Überleben, nicht um philosophische Gedanken oder Grübeleien. Die Zeit nach der Befreiung nimmt dagegen einen verhältnismäßig kleinen Raum ein, aber da es die Erinnerungen eines alten Mannes sind - Takis Würger hat sich 2017/18 mit Noah Klieger getroffen - muss man auch akzeptieren, dass die Gewichtung der einzelnen Episoden so ist, wie Noah das im Kopf hatte bzw wie es ihm wichtig war.

Ich empfand es als positiv, dass auch viele von Noahs Weggefährten im weiteren Verlauf Erwähnung finden, weil sie einfach auch zu Noahs Leben gehören.

Im Anhang findet sich ein Verzeichnis weiterführender Literatur sowie Nachwörter von Takis Würger, Alice Klieger (Noahs Nichte) sowie Sharon Kangisser Cohen.

★★★★★

Veröffentlicht am 15.04.2021

Spannend, aber mit kleinen Mankos

Teuflische Versprechen
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Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. August 2005)
ISBN-13: 978-3426628317
Preis: 10,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Spannend, aber mit kleinen Mankos

Inhalt:
Die zwanzigjährige ...

Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. August 2005)
ISBN-13: 978-3426628317
Preis: 10,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Spannend, aber mit kleinen Mankos

Inhalt:
Die zwanzigjährige Maria aus Moldawien wurde zur Prostitution gezwungen. Als ihr die Flucht gelingt, landet sie zufällig in der Praxis einer Psychologin. Diese möchte der jungen Frau helfen und kontaktiert ihre Freundin Rita, eine Rechtsanwältin. Kurze Zeit später ist Rita tot.

Für Julia Durant ist schnell klar, dass hier das organisierte Verbrechen seine Finger im Spiel hat. Dies ist gefährlich für alle Beteiligten und die Aussichten auf eine erfolgreiche Aufklärung gehen gegen null. Zu undurchsichtig ist der Sumpf aus Korruption und Gewalt. Doch wenn Durant sich einmal festgebissen hat, gibt es kein Zurück …

Meine Meinung:
Dies war mein erster Krimi von Andreas Franz. Im Großen und Ganzen hat er mir ganz gut gefallen. Auch wenn er mitten aus der Reihe um die Frankfurter Hauptkommissarin Julia Durant ist, lässt er sich problemlos ohne Vorkenntnisse lesen.

Er ist recht spannend. Nur ab und zu gibt es kleine Längen mit Wiederholungen und zu detaillierten Beschreibungen. Mehr hat mich etwas anderes gestört, nämlich dass die Protagonist*innen manchmal nicht glaubwürdig agieren. Man macht zuerst ein Riesenbohei um die Integrität der Kollegen, die man zu diesem Fall hinzuziehen soll. Später erzählt man sogar Verdächtigen und deren Angehörigen ohne Not, dass man einen V-Mann in die Organisation eingeschleust hat. Unprofessioneller geht’s kaum. Und das viele Geschwafel um Gott hätte Andreas Franz sich auch sparen können.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 13.04.2021

Sehr berührend und doch locker

Immer noch wach
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Gebundene Ausgabe: 268 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (16. Februar 2021)
ISBN-13: 978-3709981184
Preis: 22,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Sehr berührend und doch locker

Inhalt:
Alex ist ...

Gebundene Ausgabe: 268 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (16. Februar 2021)
ISBN-13: 978-3709981184
Preis: 22,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Sehr berührend und doch locker

Inhalt:
Alex ist gerade mal 30, als er die Diagnose Magenkrebs bekommt. Nachdem er seinem Vater schon beim qualvollen Sterben zusehen musste, lehnt er jede Therapie ab, will die ihm verbleibende Zeit so gut wie möglich mit seiner Freundin Lisa und seinem besten Freund Bene verbringen, noch einige Dinge erledigen, um dann allein im Hospiz zu sterben. Doch dort stellt sich heraus, dass er gar nicht so schnell sterben wird. Kann er wieder in sein altes Leben zurückgehen? Oder was soll er mit dem ihm neu geschenkten Leben anfangen?

Meine Meinung:
Über das Sterben und den Tod zu schreiben, ist sicher nicht einfach. Aber Fabian Neidhardt hat das in seinem Debütroman wirklich recht gut hinbekommen. Er geht sehr locker mit dem Thema um, trotzdem geht es unter die Haut. Er wird weder sentimental noch kitschig.

Mir gefiel die Figur des Alex sehr gut. Er ist sympathisch und handelt meist pragmatisch, sorgt sich um andere und ist es gewohnt zurückzustehen. Herrlich fand ich auch Kasper, einen grummeligen, älteren Gast im Hospiz, mit dem Alex sich anfreundet. Ihre ungezwungene Freundschaft belebt das Buch ungemein.

Mit Ernst und Witz erzählt Fabian Neidhardt von den wirklich wichtigen Dingen im Leben und schickt seine Leserschaft damit auf eine Achterbahn der Gefühle.

★★★★★

Veröffentlicht am 12.04.2021

Sehr melancholisch

Das Glück meiner Mutter
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Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Piper (15. März 2021)
ISBN-13: 978-3492057264
Preis: 22,00 €
auch als E-Book erhältlich

Sehr melancholisch

Inhalt:
Der Drehbuchautor Philipp Dorn, 49, steckt in ...

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Piper (15. März 2021)
ISBN-13: 978-3492057264
Preis: 22,00 €
auch als E-Book erhältlich

Sehr melancholisch

Inhalt:
Der Drehbuchautor Philipp Dorn, 49, steckt in der Krise. Seine Mutter ist vor einigen Jahren gestorben, seine Freundin hat ihn vor zwei Jahren verlassen. Mit seinem neuen Auto reist er in die Toskana, die er liebt und die er auch mit seiner Mutter schon besucht hat. Hier lässt er seinen Gedanken an Mutter und Ex-Freundin freien Lauf, bis er die Bekanntschaft einer Fremden macht, die nachts nackt im Swimmingpool seines Ferienhauses schwimmt …

Meine Meinung:
Ich mag den Schreibstil von Thommie Bayer im Allgemeinen sehr. Mit klaren Worten und prägnanten Sätzen erzählt er seine Geschichten recht schnörkellos und weckt im Leser die verschiedensten Gefühle. Bei „Das Glück meiner Mutter“ hat mich etwas gestört, dass er Alltägliches zu detailliert beschreibt, zum Beispiel den genauen Straßenverlauf auf seiner Reise oder was er genau einkauft. Das sind Nebensächlichkeiten, die für die Handlung kaum eine Rolle spielen. Das eigentlich Wichtige in dieser Geschichte wird demgegenüber auf wenigen Seiten erzählt.

Doch diese wenigen Seiten haben es in sich. Dachte ich zunächst noch, es plätschert so ein wenig vor sich hin, kam dann doch noch eine überraschende Wendung, die es in sich hatte. So lässt mich das Buch am Ende ein bisschen aufgewühlt, aber zufrieden zurück.

★★★★☆

Veröffentlicht am 10.04.2021

Zu vorhersehbar

Deichfürst
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Zu vorhersehbar

Inhalt:
Bei Bauarbeiten für das umstrittene Elbsperrwerk wird die Leiche eines alten Großbauern entdeckt, eingesperrt in eine Holzkiste. Stephan Möllenkamp, der gerade erst als Chef zur ...

Zu vorhersehbar

Inhalt:
Bei Bauarbeiten für das umstrittene Elbsperrwerk wird die Leiche eines alten Großbauern entdeckt, eingesperrt in eine Holzkiste. Stephan Möllenkamp, der gerade erst als Chef zur Kripo Leer gewechselt ist, hat nicht nur mit einer renitenten Journalistin und zerstrittenen Kolleg*innen zu kämpfen, sondern auch mit dem Rheiderländer Platt, das ihm so wenig geläufig ist wie mir.

Meine Meinung:
Ich mag Regionalkrimis sehr gerne. Sie sind oft etwas gemächlicher und legen dafür viel Wert auf Lokalkolorit. So auch hier. Heike van Hoorn beschreibt Menschenschlag und Landschaft sehr plastisch. Man kann sich alles gut vorstellen. Einige Dialoge in Plattdeutsch ergänzen die regional gefärbten Eindrücke. Leider wurde es versäumt, die ersten davon ins Hochdeutsche zu übersetzen, später wurde das in Fußnoten dann getan.

Die Figur des Stephan Möllenkamp, des Hauptermittlers, fand ich nicht ganz schlüssig. Er verhält sich in vielen Dingen zu naiv und unbedarft. Von einem Chef der Mordkommission erwarte ich da andere Qualitäten. Doch die Journalistin Gertrud Boekhoff und Möllenkamps Frau Meike haben da fast mehr drauf.

Nach etlichem Vorgeplänkel hätte es dann richtig spannend werden können. Doch da es bereits zuvor Rückblicke in die Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg gab, kann man die Verbindung zum Täter recht schnell herstellen. Einige spannende Szenen gibt es immerhin doch noch. Aber es hätte mehr sein können.

„Deichfürst“ ist der Auftaktband der Reihe um Kommissar Möllenkamp.

Die Reihe:
1. Deichfürst
2- Sturmfluch

★★★☆☆