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Veröffentlicht am 14.03.2021

Unterhaltung mit Kitsch und Klischees

Romeo und Romy
0

Taschenbuch: 491 Seiten
Verlag: Insel (11. April 2016)
ISBN-13: 978-3458361411
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich
Unterhaltung mit Kitsch und Klischees

Inhalt:
Romy träumt von einer großen Karriere ...

Taschenbuch: 491 Seiten
Verlag: Insel (11. April 2016)
ISBN-13: 978-3458361411
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich
Unterhaltung mit Kitsch und Klischees

Inhalt:
Romy träumt von einer großen Karriere als Schauspielerin. Dabei vermasselt sie schon ihren Job als Souffleuse. Als sie von ihrer Großmutter deren alten Hof im sächsischen Großzerlizsch erbt, zieht sie wieder dorthin, wo sie aufgewachsen ist. Außer ihr leben dort praktisch nur Alte, die auf den Tod warten bzw. nicht darauf warten wollen, sondern ihn beschleunigt herbeirufen, um noch einen der letzten Grabplätze zu ergattern. Da kann Romy nicht tatenlos zusehen und hat eine Idee: Mit Hilfe der Alten soll aus der alten Scheune auf ihrem Hof ein elisabethanisches Theater entstehen.

Meine Meinung:
Ich fand die Idee zu dieser Story wirklich entzückend - die Umsetzung weniger. Der Roman ist ganz unterhaltsam geschrieben, es gibt einige Szenen, über die man schmunzeln kann. Es stecken aber auch einige logische Fehler darin und viel Kitsch und Klischees. Das ist einfach nicht mein Fall.

Auftauchende Schwierigkeiten in der Handlung lösen sich viel zu schnell und zu einfach - ziemlich unrealistisch. Und im Großen und Ganzen ist die Geschichte wirklich vorhersehbar. Nur wenige Wendungen konnten mich überraschen.

Während sich die Handlung zu Anfang zieht wie Kaugummi, überstürzt es Andreas Izquierdo auf den letzten Seiten. Es wird auch tatsächlich noch richtig spannend, aber das konnte es für mich auch nicht mehr herausreißen.

Ich fand zwar einige schöne Szenen in dem Buch, aber insgesamt konnte es mich nicht vom Hocker reißen. Da habe ich schon Besseres von diesem Autor gelesen.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 09.03.2021

Atmosphärischer Kriminalroman

Mordsand
5


Inhalt:
Frida Paulsen und Bjarne Haverkamp von der Kripo Itzehoe bekommen es mit einem Cold Case zu tun. Auf der Elbinsel Bargsand wurde ein jahrzehntealtes Skelett mit gefesselten Händen im Schlick eingegraben ...


Inhalt:
Frida Paulsen und Bjarne Haverkamp von der Kripo Itzehoe bekommen es mit einem Cold Case zu tun. Auf der Elbinsel Bargsand wurde ein jahrzehntealtes Skelett mit gefesselten Händen im Schlick eingegraben gefunden. Kurz darauf wird auf einer anderen Insel die Leiche eines Hamburger Bauunternehmers entdeckt, auf die gleiche Weise gefesselt wie das Skelett von Bargsand. Hängen die beiden Fälle zusammen oder gibt es hier einen Nachahmer?

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 4. Teil der Reihe um die Itzehoer Kommissare Bjarne Haverkamp und Frida Paulsen. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Daher kann man dieses Buch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Auch das Wichtigste zu den bereits bekannten Akteuren wird noch einmal wiederholt. Allerdings nimmt auch das Privatleben der Ermittler in dieser Reihe einen großen Raum ein. Da macht es natürlich mehr Spaß, wenn man dies von Anfang an verfolgt. Ich finde die beiden Protagonisten samt ihrem Familienanhang sehr sympathisch und freue mich immer, darüber zu lesen. Das gibt dem Ganzen die besondere Atmosphäre. Dazu kommen die gewohnten liebevollen Landschaftsbeschreibungen, die einen gedanklich direkt in die Elbmarsch versetzen.

Der Kriminalfall ist ganz schön verzwickt und wenig vorhersehbar. Durch bedrückende Einschübe, die etwa dreißig Jahre in der Vergangenheit im Jugendwerkhof Torgau in der DDR spielen, ergibt sich zwar bald eine Richtung, in die uns das Buch führt. Doch die letztendlichen Zusammenhänge hat Romy Fölck zunächst gut verschleiert.

Als Leser*in begleitet man die Ermittler bei den ziemlich authentisch erscheinenden, mühsamen Ermittlungen. Spannung ist durchgehend vorhanden, wenn auch nicht auf allerhöchstem Niveau, aber das muss bei einem KriminalROMAN ja auch nicht unbedingt sein. Einige extrem spannende Szenen gibt es aber durchaus auch.

Einige Kleinigkeiten kamen mir nicht sehr glaubwürdig vor. Diese schmälern das Leseerlebnis aber nur marginal. Im Großen und Ganzen liegt hier ein solide aufgebauter und ausgearbeiteter Krimi mit tiefgründigen Charakteren vor, der jetzt schon meine Vorfreude auf den nächsten Band angefacht hat.

Die Reihe:
1. Totenweg
2. Bluthaus
3. Sterbekammer
4. Mordsand

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 06.03.2021

Nora Linde in Nöten

Das Grab in den Schären
0

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (4. März 2021)
ISBN-13: 978-3462052176
Originaltitel: I hemlighet begravd
Übersetzung: Dagmar Lendt
Preis: 16,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Nora ...

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (4. März 2021)
ISBN-13: 978-3462052176
Originaltitel: I hemlighet begravd
Übersetzung: Dagmar Lendt
Preis: 16,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Nora Linde in Nöten

Inhalt:
Bei Bauarbeiten auf der bislang unbewohnten Schäreninsel Telegrafholmen werden Teile eines Skeletts gefunden, das hier vergraben war. Polizeikommissar Thomas Andreasson und sein Partner Aram ermitteln in den Fällen der seit Jahren vermissten siebzehnjährigen Astrid und der fünfunddreißigjährigen Siri. Wurde eine von ihnen auf Telegrafholmen verscharrt?

Die Staatsanwältin Nora Linde, Thomas’ beste Freundin, ist nach ihrem tragischen letzten Fall schon seit Monaten krankgeschrieben. Nachts plagen sie Albträume, tagsüber gibt sie sich dem Alkohol hin. Als sie erfährt, dass möglicherweise Astrids Skelett gefunden wurde, ermittelt sie auf eigene Faust, denn sie hatte das Mädchen gekannt. Doch damit ruft sie nicht nur bei Thomas Ärger hervor, sondern auch die Aufmerksamkeit des Täters auf sich …

Meine Meinung:
Dies ist der 10. Fall für Thomas Andreasson. Das Lesen macht bestimmt mehr Spaß, wenn man zumindest einige der Vorgängerbände kennt, um die Beziehung der verschiedenen Personen zueinander besser nachvollziehen zu können. Für den Kriminalfall ist es aber nicht notwendig.

Wie immer hat Viveca Sten einen spannenden Roman kreiert. Er wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dabei wird die Erzählung in der Gegenwart immer wieder durch Einschübe aus Astrids und aus Siris Sicht in der Vergangenheit unterbrochen. Scheibchenweise erfährt man so, was damals passiert ist. Und auch wenn man dadurch als Leser*in etwas mehr weiß als die Polizisten, wirkt der Fall keineswegs klarer. Die Story ist voller Wendungen und Überraschungen und fesselt dadurch ungemein.

Trotzdem war das Lesevergnügen für mich nicht ganz ungetrübt. Zum einen gefiel es mir nicht, dass Nora Linde dermaßen im Vordergrund steht und zweitens, dass hier ein psychisches Problem das andere jagt. Sowohl Nora als auch Thomas haben Probleme mit ihren Partnern, Nora steigert sich in ihre Ängste und Panikattacken. Auch fast sämtliche anderen Ehen oder Partnerschaften werden negativ beschrieben. Dies alles nimmt für meinen Geschmack zu viel Raum ein und ist recht deprimierend zu lesen. Daher wünsche ich mir, dass Nora sich endlich wieder erholt und im 11. Fall wieder psychisch fit ist.

Die Fälle von Thomas Andreasson:
1. Tödlicher Mittsommer
2. Tod im Schärengarten
3. Die Toten von Sandhamn
4 .Mörderische Schärennächte
5. Beim ersten Schärenlicht
6. Tod in stiller Nacht
7. Tödliche Nachbarschaft
8. Mörderisches Ufer
9. Flucht in die Schären
10. Das Grab in den Schären

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
GNUGITLAWEGREV

★★★★☆

Veröffentlicht am 04.03.2021

Einfach wunderbar!

Die souveräne Leserin
0

Gebundene Ausgabe: 120 Seiten
Verlag: Wagenbach (28. August 2008)
ISBN-13: 978-3803112545
Originaltitel: The Uncommon Reader
Übersetzung: Ingo Herzke
Preis: 16,00 €

Einfach wunderbar!

Inhalt:
Mehr zufällig ...

Gebundene Ausgabe: 120 Seiten
Verlag: Wagenbach (28. August 2008)
ISBN-13: 978-3803112545
Originaltitel: The Uncommon Reader
Übersetzung: Ingo Herzke
Preis: 16,00 €

Einfach wunderbar!

Inhalt:
Mehr zufällig landet die Queen im Bücherbus der örtlichen Bücherei und lernt dort Norman kennen, der in der königlichen Küche arbeitet. Um nicht unhöflich zu sein, leiht die Königin sich ein Buch aus: Der Beginn einer steilen Leserkarriere! Fortan unterhält sie sich mit Norman über Literatur, man sieht sie nur noch selten ohne Buch, sehr zum Missfallen ihrer Minister und Berater …

Meine Meinung:
Dies ist ein wunderbar warmherziges Büchlein über das Lesen und über die Queen, gespickt mit britischem Humor und allerlei Fakten aus der Literatur und (nicht ganz ernst zu nehmenden) Eindrücken aus dem Königshaus. Es ist herrlich amüsant zu lesen, und bestimmt findet sich jede Leserin und jeder Leser zumindest ein Stück weit darin wieder.

Ich habe es sehr genossen.

Fazit:
Eine wundervolle Liebeserklärung an die Literatur und an die Queen - man kann es einfach nicht anders sagen.

★★★★★

Veröffentlicht am 02.03.2021

Hoch spannend und klasse aufgebaut

Rattenkönig
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Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Tropen (20. Februar 2021)
ISBN-13: 978-3608504408
Originaltitel: Råttkungen
Übersetzung: Nike Karen Müller
Preis: 17,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Hoch ...

Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Tropen (20. Februar 2021)
ISBN-13: 978-3608504408
Originaltitel: Råttkungen
Übersetzung: Nike Karen Müller
Preis: 17,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Hoch spannend und klasse aufgebaut

Inhalt:
Die Ex-Freundin eines Gewalttäters wird ermordet. Er hatte ihr mit dem Tod gedroht. Doch ist er wirklich der Täter? Als eine weitere junge Frau ermordet wird, beginnt die Stockholmer Kommissarin Vanessa Frank, nach Verbindungen zu suchen.

Meine Meinung:
Mit „Rattenkönig“ ist Pascal Engman eine grandiose Fortsetzung der Reihe um die charismatische Stockholmer Ermittlerin Vanessa Frank gelungen. Dies ist von der ersten bis zur letzten Seite eine atemberaubende Story, die sich aus vielen verschiedenen Handlungssträngen zusammengesetzt. Diese greifen wie ein Schweizer Uhrwerk perfekt ineinander und ergeben eine runde Geschichte.

Relativ kurze Kapitel, oft mit Cliffhanger am Ende, erzeugen jede Menge Spannung. Perspektivwechsel sorgen für Abwechslung. Hier kommt garantiert keine Langeweile auf! Besonders gut gefiel mir, dass nicht nur aus Sicht der Ermittlerin erzählt wird, sondern auch eine junge Journalistin maßgeblich an der Aufklärung der Verbrechen beteiligt ist. Auch der sympathische ehemalige Elitesoldat Nicolas Paredes ist wieder mit von der Partie.

Trotz kurzer Einschübe aus der Sicht des Täters ist dieser für die Leser*innen lange Zeit nicht zu identifizieren. Genauso wenig natürlich für die Polizei. Und als es dann endlich „klick“ macht, ist es schon fast zu spät … Es kommt zu einem rasanten Showdown.

Mir hat schon der 1. Band, „Feuerland“ gut gefallen, aber mit „Rattenkönig“ legt Pascal Engman die Latte noch ein gutes Stück höher. Ich war restlos begeistert. Das Buch kann übrigens auch gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Die bisherigen Bände der Vanessa-Frank-Reihe:
1. Feuerland
2. Rattenkönig

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
GNUGITLAWEGREV DIZIUS

★★★★★