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Veröffentlicht am 08.05.2020

Konnte mich nicht wirklich begeistern

Die im Dunkeln sieht man nicht
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Broschiert: 444 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz (28. August 2019)
ISBN-13: 978-3651025875
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Konnte mich nicht wirklich begeistern

Inhalt:
Karl Wieners, ...

Broschiert: 444 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz (28. August 2019)
ISBN-13: 978-3651025875
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Konnte mich nicht wirklich begeistern

Inhalt:
Karl Wieners, der durch den Krieg in Berlin Frau und Kinder verloren hat, kehrt heim nach München. Hier soll er für einen Jugendfreund einen großen Fall von Raubkunst recherchieren. Zusammen mit seiner Nichte Magda geht er verschiedenen Spuren nach, was sie beide in immer größere Gefahren bringt.

Meine Meinung:
Die Atmosphäre kurz nach dem Krieg in München ist gut getroffen. Insofern konnte ich gut in die Geschichte eintauchen. Allerdings war mir die Anzahl der Akteure und ihre Verstrickungen zu viel, zu konstruiert, zu weit hergeholt. Auch das Verhältnis zwischen Karl und Magda konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Mir wäre es lieber gewesen, Andreas Götz hätte sich auf den Kriminalfall beschränkt und die suspekte Liebesgeschichte außen vor gelassen.

Leider war auch der Schreibstil nicht nach meinem Geschmack. Es passiert verhältnismäßig wenig für so viele Seiten. Dafür gibt es umso mehr Gedanken der verschiedenen Protagonisten, in denen sie Überlegungen anstellen, mit ihren Entscheidungen oder ihrem Leben hadern. Vieles davon bringt die Handlung nicht voran und ist verzichtbar. Erst auf den letzten hundert Seiten kommt Schwung in die Sache. Hier wird es endlich richtig spannend, wie ich es mir von Anfang an gewünscht hätte.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 07.05.2020

Ein Mut-mach-Buch

Jessicas Geist
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Gebundene Ausgabe: 221 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (26. August 2016)
ISBN-13: 978-3499217449
empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: Jessica's Ghost
Übersetzung: Christiane Steen
Preis: 14,99 ...

Gebundene Ausgabe: 221 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (26. August 2016)
ISBN-13: 978-3499217449
empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: Jessica's Ghost
Übersetzung: Christiane Steen
Preis: 14,99 €
auch als E-Book erhältlich

Ein Mut-mach-Buch

Inhalt:
Francis ist anders als die meisten anderen Jungen. Er interessiert sich für Mode und schneidert am liebsten selbst. Das bringt ihm seitens seiner Mitschüler regelmäßig Spott ein. Immer mehr zieht er sich in sich selbst zurück. Bis sich eines Tages ein Mädchen zu ihm auf die Bank setzt, das ebenso einsam ist wie Francis. Doch Jessica ist kein lebender Mensch, sondern ein Geist. Zusammen verbringen die beiden nun wunderbare Tage und es kommt noch besser: Sie finden noch mehr Freunde, die wie sie selbst Außenseiter sind.

Meine Meinung:
Andrew Norriss hat hier ein heißes Eisen angepackt. Mobbing ist leider an unseren Schulen alltäglich und viele Kinder leiden darunter. Hier wird wie nebenbei aufgezeigt, dass es nicht so sein muss, dass man Hilfe bekommen kann und dass es auch gut und richtig ist, anders zu sein als die anderen. Dies verpackt der Autor in eine unterhaltsame, humorvolle, aber auch ernsthafte und tiefgründige Geschichte.

Die Erzählweise ist einfach und lebendig. Viele Dialoge erwecken die Figuren zum Leben.

Das Buch ist für alle Jugendlichen geeignet. Denen, die selbst gemobbt werden, werden Auswege aus unerträglichen Situationen aufgezeigt. Die Mobber lesen hier, was sie mit ihrem üblen Verhalten anrichten können. Und alle anderen lernen, genau hinzuschauen und nicht wegzusehen, wenn sie Zeuge von Anfeindungen werden.

TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):

DIZIUS

★★★★★

Veröffentlicht am 06.05.2020

Ein kontrovers diskutiertes Thema gut in Szene gesetzt

Der Funke des Lebens
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Gebundene Ausgabe: 443 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (27. April 2020)
ISBN-13: 978-3570104002
Originaltitel: A Spark of Light
Übersetzung: Elfriede Peschel
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als ...

Gebundene Ausgabe: 443 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (27. April 2020)
ISBN-13: 978-3570104002
Originaltitel: A Spark of Light
Übersetzung: Elfriede Peschel
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein kontrovers diskutiertes Thema gut in Szene gesetzt

Inhalt:
Geiseldrama in einer Abtreibungsklinik in Jackson, Mississippi. Der Polizist Hugh McEnroy muss entsetzt feststellen, dass seine 15-jährige Tochter Wren und seine Schwester Bex sich zusammen mit anderen in der Gewalt eines bewaffneten Mannes befinden. Der Täter ist selbst Vater einer minderjährigen Tochter, die ihr Kind abgetrieben hat. Er sinnt auf Rache für sein ungeborenes Enkelkind …

Meine Meinung:
Abtreibung ja oder nein? Kaum eine Entscheidung fällt einer Frau in Not schwerer als diese. Und es gibt sicherlich ebenso viele Argumente dafür wie dagegen. Jodi Picoult gelingt es mal wieder sehr gut, beide Seiten zu Wort kommen und ihre Argumente darlegen zu lassen. Es ist ein Dilemma, das jeder für sich lösen muss. Auch das wird in diesem Roman klar. Was für die eine Frau die richtige Lösung ist, muss es nicht für die andere sein. Oder sogar: Was vor Jahren die richtige Lösung war, ist es heute vielleicht nicht.

Mir gefiel, wie die Autorin anhand mehrerer Protagonist*innen in ganz verschiedenen Lebenssituationen das Problem von allen Seiten rundum beleuchtet und analysiert. Dies geschieht sehr einfühlsam und bewegend. Bis zu einem gewissen Maß kann man sogar den Täter verstehen, auch wenn man seine Tat natürlich nicht gutheißen kann.

Picoults Schreibstil ist wie immer großartig. Sie trifft mit ihren Worten den Nagel auf den Kopf und vermag die Leserschaft zu fesseln. Die Charaktere sind tiefgründig ausgearbeitet und wirken sehr authentisch. Nach und nach werden ihre Geheimnisse freigelegt.

Was mir allerdings nicht behagte, war das „Aufzäumen von hinten“. Die Erzählung beginnt mit der Stunde zwischen 17 und 18 Uhr, um dann auf 16 Uhr zu springen und so weiter im Stundentakt rückwärts bis früh morgens. So passiert es oft, dass man Dinge, die dann zu einer früheren Stunde am Tag geschehen (also hinten im Buch), schon weiß, weil sie Auswirkungen auf die zeitlich späteren Ereignisse hatten und deshalb schon vorne im Buch erwähnt werden mussten. Diese Erzählweise scheint mir etwas unglücklich gewählt.

Trotzdem ist es insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und dabei Informationen bereithält, aber auch unterhaltsam zu lesen ist.

★★★★☆

Veröffentlicht am 04.05.2020

Eine Hommage an Charles Dickens

Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep
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Broschiert: 608 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (13. April 2020)
ISBN-13: 978-3453320680
Originaltitel: The Unlikely Escape of Uriah Heap
Übersetzung: Michael Pfingstl
Preis: 14,99 €
auch als E-Book erhältlich

Eine ...

Broschiert: 608 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (13. April 2020)
ISBN-13: 978-3453320680
Originaltitel: The Unlikely Escape of Uriah Heap
Übersetzung: Michael Pfingstl
Preis: 14,99 €
auch als E-Book erhältlich

Eine Hommage an Charles Dickens

Inhalt:
Schon sein Leben lang versucht der Anwalt Rob Sutherland seinen jüngeren Bruder Charley zu beschützen. Denn Charley ist ein Sonderling, ein hochbegabter Überflieger mit einer besonderen Fähigkeit: Er kann Figuren aus Büchern herauslesen und sie zum Leben erwecken, was natürlich niemand wissen darf, nicht einmal Robs Lebensgefährtin Lydia. Oft passiert das Herauslesen der literarischen Figuren versehentlich, wie nun im Falle des Uriah Heep, des Bösewichts aus Charles Dickens’ „David Copperfield“. Uriah Heep hat eine schlimme Botschaft: Es steht ein Umschwung bevor, eine neue Welt soll kommen. Nun heißt es für Charley und Rob, diese neue Welt zu verhindern und die alte zu retten …

Meine Meinung:
Als ich davon las, dass der Protagonist Figuren aus Büchern herauslesen kann, kam mir natürlich sofort „Tintenherz“ in den Sinn. „Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep“ ist nun aber zum Glück keine Neuauflage des Werks von Cornelia Funke. Die Handlung ist vollkommen anders, die Atmosphäre erwachsener. Schließlich sind die Protagonisten 30 bzw. 26 Jahre alt.

Der Schreibstil von H. G. Parry gefiel mir im Großen und Ganzen sehr gut. Er ist nicht anspruchslos, aber trotzdem leicht zu lesen. Zuweilen erzählt sie etwas zu detailliert und dadurch ein bisschen langatmig. Dabei sprüht der Roman vor Kreativität und literarischen Anspielungen. Vor allem die Werke und Figuren von Charles Dickens, aber auch von Arthur Conan Doyle, Jane Austen und Lewis Carroll haben es der Autorin angetan. Wer diese Werke kennt, wird hier viel Bekanntes wiederfinden und sich daran erfreuen können. Wer sie nicht kennt, muss sich aber auch keine Sorgen machen. Auch Rob kennt sich in der klassischen Literatur nicht aus, sodass für ihn die Rollen der einzelnen Charaktere immer kurz erklärt werden.

Die Autorin hat einige Wendungen eingebaut, die zwar nicht vollkommen überraschend sind, aber der Handlung doch eine gewisse Dramatik geben. Das gefiel mir sehr gut. Überwiegend wird in einem ruhigen Ton erzählt, aber trotzdem spannend. Vor allem in der zweiten Hälfte gibt es hin und wieder auch rasante Actionszenen, bei denen man mit den Charakteren mit bangen kann.

Nebenbei spielt auch das Geschwisterverhältnis zwischen den beiden ungleichen Brüdern eine große Rolle. Hier werden Gefühle angesprochen, die wohl jeder kennt, der selbst Geschwister hat.

Fazit:
Eine tolle unterhaltsame Geschichte mit vielen Details aus der klassischen Literatur. Sie nimmt langsam Fahrt auf, punktet dann aber mit viel Kreativität und wunderbaren Figuren, die man schnell in sein Herz schließen kann.

★★★★☆

Veröffentlicht am 01.05.2020

Eine Ansammlung schwer gestörter Persönlichkeiten, aber spannend erzählt

Das Keltenritual
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Taschenbuch: 254 Seiten
Verlag: Emons Verlag (24. Januar 2019)
ISBN-13: 978-3740804725
Preis: 10,90 €
auch als E-Book erhältlich

Eine Ansammlung schwer gestörter Persönlichkeiten, aber spannend erzählt

Inhalt:
Der ...

Taschenbuch: 254 Seiten
Verlag: Emons Verlag (24. Januar 2019)
ISBN-13: 978-3740804725
Preis: 10,90 €
auch als E-Book erhältlich

Eine Ansammlung schwer gestörter Persönlichkeiten, aber spannend erzählt

Inhalt:
Der Magdalenenberg in Villingen-Schwenningen gilt als keltische Kultstätte. Bei Ausgrabungen werden hier zwei Leichen entdeckt. Schnell führen die Ermittlungen in Richtung zweier Gruppierungen, die in die Fußstapfen der alten Kelten treten.

Meine Meinung:
Christof Weiglein erzählt recht spannend und flüssig. Dabei führt er die Leserschaft immer wieder auf falsche Spuren, sodass man die Ereignisse kaum vorhersehen oder die Lösung erraten kann. So weit also alles gut.

Was allerdings stark übertrieben ist, sind die Charaktere, die durchweg einen an der Waffel haben. Kommissar Mark Panther zieht es nach der Trennung von seiner Freundin wieder in die Heimat nach Villingen-Schwenningen zurück, wo er auf andere Gedanken kommen will, meist mit Hilfe von (zu viel) Alkohol. Auch seine Kollegin Marion Tesic läuft vor ihrer Vergangenheit davon. Sie kommt ursprünglich aus Berlin und fühlt sich immer wieder verfolgt. Doch nicht nur die Ermittler, auch die ganzen Verdächtigen und Täter sowie ihr Umfeld ticken nicht ganz sauber. Das ist in dieser Geballtheit einfach zu viel.

★★★★☆