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Veröffentlicht am 04.12.2024

Herzerwärmend, (pädagogisch) wichtig und so wertvoll

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft
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Das ist wirklich ein ganz wunderbares Hörbuch!
Das Buch deckt so viele wichtige Punkte im Leben eines Kindes und eines Erwachsenen ab.

Elli und Jaro sind allerbeste Freunde.
Sie schmieden den Plan, ihre ...

Das ist wirklich ein ganz wunderbares Hörbuch!
Das Buch deckt so viele wichtige Punkte im Leben eines Kindes und eines Erwachsenen ab.

Elli und Jaro sind allerbeste Freunde.
Sie schmieden den Plan, ihre Ängste zu überwinden. Jaro hat Angst vor Hunden und Ellis Angst ist es, im See oder Meer zu schwimmen.
Elli ist sofort dabei, Pläne zu schmieden, wie Jaro seine Angst überwinden kann, während sie ihr eigenes Thema so gut wie möglich unter den Tisch fallen lässt.

Dann zieht Tami ins Haus und plötzlich kriselt es an allen Ecken.
Elli wird eifersüchtig und tut daraufhin etwas wirklich sehr gemeines.

1. Wer kennt sie nicht, die Ängste, den Bammel?!
Ob Kind oder Erwachsener, wie oft laufen wir vor unseren Ängsten weg. Nehmen Umwege in Kauf, gehen in die Vermeidung, verzichten auf Erlebnisse, nur um nicht mit der Angst konfrontiert zu werden.
Doch dann beherrscht die Angst uns.
Alle, die ihre Ängste schon mal überwunden haben, wissen, wie toll es sich anfühlt!
Und wie wichtig diese Botschaft ist, sich nicht von seiner Angst beherrschen und beeinflussen zu lassen.

2. Sobald eine neue Person in eine Gruppe kommt (und auch zwei Leute sind eine Gruppe), verändert sich die Dynamik. Wenn man sich auf diese neue Dynamik/Situation einlässt, kann dabei was ganz Tolles entstehen.
Doch erstmal kann Ablehnung da sein, Eifersucht. Wir Menschen halten gerne an Altem fest.
Wie kann man diese Gefühle überwinden?

3. Und diese Gefühle! ;) Wut, Angst, Panik, noch mehr Wut, Eifersucht, Isolation ..... sie sind in Ordnung. Für eine Weile. Aber dann muss man auch diese überwinden, wenn man nicht komplett untergehen will.
Man muss zu seinen Fehlern stehen. Auch wenn sie richtig fies waren.

All das und noch mehr, wird in dieser wunderbaren Geschichte thematisiert.
Und natürlich werden auch Lösungswege aufgezeigt.

Ein total wertvolles Buch! Lest es, hört es, verschenkt es!

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Veröffentlicht am 06.11.2024

Zu wenig sachlich

Unversehrt. Frauen und Schmerz
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Es fällt mir schwer, das Buch zu bewerten.
Das Thema ist wichtig. Ebenso ist es wichtig, dass es bekannter wird. Dass bei Frauen ankommt, dass sie nicht rum spinnen, wenn sie Schmerzen haben. Ich begegne ...

Es fällt mir schwer, das Buch zu bewerten.
Das Thema ist wichtig. Ebenso ist es wichtig, dass es bekannter wird. Dass bei Frauen ankommt, dass sie nicht rum spinnen, wenn sie Schmerzen haben. Ich begegne immer wieder Frauen, die ihre Schmerzen, ihren Körper nicht ernst nehmen, aus den unterschiedlichsten Gründen.

Nur leider komme ich mit dem Schreibstil der Autorin überhaupt nicht klar. Das Buch ist mir nicht sachlich genug und dazu auf eine Art emotional, die mich eher frustet und wütend macht, als das sie Power gibt. Ich habe in den letzten Monaten viele Bücher von jungen Frauen über Frauen gelesen und davon waren auch einige sehr emotional. Aber auf eine Art und Weise, die Kraft gegeben hat, gegen die Ungerechtigkeiten vor zu gehen. Hier fühle ich mich in den Schmerz reingezogen, ohne dass es produktiv aufgelöst wird.

So schreibt sie am Ende eine, in meinen Augen, völlig absurde Liste, was Frauen dagegen unternehmen könnten. Ein „nur bedingt scherzhaft gemeinter Leitfaden“, angeblich basierend auf dem aktuellen Forschungsstand.
Z.B. soll frau ihrem behandelten Arzt im Vorfeld einen Brief schreiben. Nicht zu viel Make up auflegen, aber auf keinen Fall ohne Make up gehen. Vor dem Arztbesuch direkte Sonneneinstrahlung meiden, weil eine gesunde Bräune eben gesund wirkt. Man soll auf keinen Fall von psychischen Problemen erzählen, unter keinen Umständen weinen und das „Beste“ zum Schluss: Einen Mann mit zum Arzt nehmen, dann würde frau ernster genommen werden.

Also ich kann es kaum glauben, dass die Autorin das ernst meint. Und was soll die Aussage bedeuten, sie meint es „nur bedingt scherzhaft“?
Ich kann nur sagen, so einen Weg will ich für mich nicht gehen und glaube auch nicht daran, dass man die Situation so verändert.

Was ich ebenfalls schwierig fand, dass der Text kaum gegliedert ist. Es gibt neun Kapitel und darin reiht sich eins ans andere. Ich fand das total anstrengend und auch teilweise etwas wirr.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Großartiger Schreibstil, bedrückende Geschichte

Der fürsorgliche Mr. Cave
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Terence Cave war dabei, als seine Frau bei einem Überfall ums Leben kam. Und nun hält er seinen sterbenden Sohn im Arm, der sich mit einer Mutprobe bei seinen Kumpels beweisen wollte. Terence hasst diese ...



Terence Cave war dabei, als seine Frau bei einem Überfall ums Leben kam. Und nun hält er seinen sterbenden Sohn im Arm, der sich mit einer Mutprobe bei seinen Kumpels beweisen wollte. Terence hasst diese Jungs und es bleibt ihm jetzt nur noch, seine Tochter vor diesen Jugendlichen und überhaupt der ganzen Welt zu beschützen.

Kostet es, was es wolle!


Meine Meinung:


Ich finde es wirklich schwer, dieses Buch zu bewerten.

Wie der Klappentext schon andeutet, ist es eine bedrückende Geschichte. Doch es geht nicht um irgendeinen Psychopathen, wie manche Rezension behauptet.

Es geht um einen Mann, dessen Seele zersprungen ist. Der nicht mehr Herr seiner Sinne ist.


Der Schreibstil ist großartig. Besser, als manch andere seiner Bücher. Es liest sich, wie ein Brief. Mr. Cave beschreibt seiner Tochter rückblickend, was er empfunden und getan hat. So kommt etwas Distanz in die Geschichte.


Doch was mir fehlte, war Spannung. Ein Wechsel aus Höhen und Tiefen. Es reiht sich ein Drama an das andere. Und es sind wirklich Dramen und man weiß nicht, wer einem mehr leidtun sollte. Die Tochter oder der Vater selbst.


Die Tochter hat eine starke Persönlichkeit, aber da das Buch aus der Sicht des Vaters geschrieben wurde, kam sie natürlich nicht richtig zu Wort.


Ich hätte mir eine andere Auflösung der Geschichte gewünscht. Nicht, weil mir das Ende nicht gefallen hätte, sondern weil es nicht verwunderlich ist, dass viele Leser*innen nicht verstanden haben, was mit dem Vater passiert ist. Und dadurch hat Haig der Sache keinen Gefallen getan.


Wenn er über das aufklären wollte, was mit Mr Cave passiert ist, fehlt definitiv eine Auflösung. Wollte er nur einen Thriller schreiben, fehlt mehr Spannung.


Trotz aller Kritik fand ich das Buch nicht schlecht. Ich konnte es nicht an einem Stück durchlesen, weil es so beklemmend ist. Aber der Schreibstil ist so gut, dass es wiederum fesselt.


Fazit: Leserinnen und Leser, die psychisch nicht stabil sind, rate ich zur Vorsicht bei dem Buch. Es ist kein Kuschelroman und wie der Klappentext schon andeutet, nicht mit der “Mitternachtsbibliothek” zu vergleichen. Es ist einer seiner bedrückendsten Romane, das sollte einem bewusst sein.


Doch sein Schreibstil ist hier wirklich gut gelungen und das Buch zeigt auf, was passieren kann, wenn die Seele zerspringt.


Ich würde dem Buch eigentlich gerne eine 4+ geben. 3,5 Sterne finde ich zu schlecht und 4 Sterne eigentlich zu gut.

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Veröffentlicht am 07.07.2021

Trostbuch

The Comfort Book – Gedanken, die mir Hoffnung machen
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Dieses Buch umfasst kurze Texte, Zitate und Listen, die Matt Haig aufgeschrieben hat, um sich selbst zu trösten. Der Autor, der selbst an Depressionen leidet, hat für sich und nun auch für den Leser ein ...

Dieses Buch umfasst kurze Texte, Zitate und Listen, die Matt Haig aufgeschrieben hat, um sich selbst zu trösten. Der Autor, der selbst an Depressionen leidet, hat für sich und nun auch für den Leser ein Buch geschrieben, mit „Gedanken, die Hoffnung machen“.

Die Texte umfassen oft wirklich nur wenige Sätze und es sind auch immer wieder Zitate von berühmten Philosophen dabei oder Sprichwörter.

Meinung:

Ich glaube, wenn es einem nicht gut geht, kann das Buch einem wirklich Trost geben. Alleine das Cover macht schon gute Laune.
Man kann das Buch irgendwo aufschlagen, muss es nicht von vorne lesen und gerade wenn es einem schlecht geht, sind diese kurzen Texte prima geeignet, da einem gerade in solchen Momenten oft die Konzentration fehlt.

Einiges hat mich auch sehr berührt.

„Wir sind immer mehr als der Schmerz, den wir spüren. Immer. Schmerz ist nicht allumfassend. Wenn du sagst: „Ich habe Schmerzen“, dann ist da der Schmerz, und dann ist da das Ich, und das Ich ist immer größer als der Schmerz. Denn das Ich ist auch ohne den Schmerz da, während der Schmerz nur als Produkt des Ichs da ist. Und dieses Ich wird überleben und wieder etwas anderes empfinden.“

Ich mag Listen und habe mich so über Haigs Listen sehr erfreut. Das sind zum Beispiel Songs, die ihn trösten. Bücher, die ihm geholfen haben, Dinge, die nicht glücklich machen oder Filme, mit hohem Trostfaktor.

Was ich bei diesem Buch vermisse, ist der Hinweis, dass sich Menschen, die in einer schweren Krise befinden, professionelle Hilfe holen sollen. Wenn jemand psychisch krank ist, kann es absolut kontraindiziert sein, zu sagen, man soll alle „unterdrückten Gefühle, alle schmerzhaften Erinnerungen, alle bedrückenden Geheimnisse“ fließen lassen. Je nach Erkrankung können Menschen daran zusammen brechen. Haig hatte selbst schon Nervenzusammenbrüche, stand selbst schon vor einem Suizid und ich gehe davon aus, dass er selbst Therapie gemacht hat. Daher finde ich diesen fehlenden Hinweis etwas enttäuschend.
Auch diese Tipps „sei einfach du selbst“. Es ist nicht einfach und wenn er mit dem Buch wirklich Menschen helfen will, die in einer schweren Lebenskrise stecken oder wie er selbst psychisch krank sind, dann hätte ich einige Worte zu dem Prozess und zur professioneller Hilfe erwartet.

Vielleicht ist mein Anspruch hier zu hoch. Aber meine Erwartung an Haig ist hoch. Er ist in meinen Augen ein großartiger Autor und ich habe sein Buch „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ schon oft an Menschen mit Depressionen weiterempfohlen.

Zitat:
„Dein Weg bist du. Dein Wert besteht darin, dass du da bist. [….]
Du wurdest mit diesem Wert geboren, genau wie jedes andere Baby auch, und dieser Wert verschwindet nicht einfach, wenn du älter wirst.“

Dieses Buch hat das Potenzial, für den Leser und die Leserin zu einem echten Trostbuch in dunklen Zeiten zu werden. Es kann zum Begleiter werden, um sich mit dem auseinander zu setzen, was man über sich selber denkt.
Auf jeden Fall berührt es das Herz.

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Veröffentlicht am 07.07.2021

Inmitten der Gewalt Poesie

Der Junge, der das Universum verschlang
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Eli ist 12 Jahre und lebt in einem sozialen Brennpunkt in Australien.
Sein Bruder August ist ein Jahr älter und redet seit 7 Jahren nicht mehr. Nach einem traumatischen Ereignis hat er aufgehört zu sprechen. ...

Eli ist 12 Jahre und lebt in einem sozialen Brennpunkt in Australien.
Sein Bruder August ist ein Jahr älter und redet seit 7 Jahren nicht mehr. Nach einem traumatischen Ereignis hat er aufgehört zu sprechen. Seine Mutter und sein Stiefvater, die früher Drogenabhängig waren, verticken nun Heroin.
Und dann ist da noch Slim. Ein verurteilter Mörder, der über 30 Jahre im Gefängnis saß und nun der Babysitter von Eli und August ist.

Eli wächst in einem Umfeld von Gewalt und Drogen auf und fragt sich doch, wie man ein guter Mensch werden kann.

Meine Meinung:

Was für eine Geschichte! Das was Eli erlebt, ist wirklich heftig. So heftig, dass man denken mag, der Autor Trent Dalton hat völlig übertrieben. Aber man weiß, das ist die Realität von manchen Menschen. Und das schmerzt. Es hat mich so geschmerzt, dass ich an manchen Abenden nicht einschlafen konnte, weil es mich so aufgewühlt hat.

Doch die Geschichte ist keineswegs ein typischer Drogen-Roman. In all dem Schweren leuchtet Elis Lebendigkeit und seine Fragen hell auf. Er ist keiner von diesen harten Typen. Er hat sein Herz am rechten Fleck und das verleiht ihm etwas Unschuldiges.

„Und was interessiert dich an diesen Leuten?“
„Mich interessiert, was sie an den Punkt gebracht hat, an dem sie sind. Mich interessiert der Moment, in dem sie beschlossen haben, böse zu sein statt gut.“


Eli und August haben eine enge Beziehung. Sein Bruder durchschaut die Geschäfte der Eltern weit besser, doch er bemüht sich, Eli zu beschützen. Eine Freundschaft und Geschwisterliebe, die einem ans Herz geht.

Inmitten der Gewalt Poesie

Ich bin beeindruckt und berührt von der Sprache Daltons. Sie hat für mich in mancher Hinsicht etwas Poetisches. Diese Gegensätze, auf der einen Seite die Gewalt und Brutalität und auf der anderen Seite der eindringliche und poetische Schreibstil: es löst ein Bizzeln im Gehirn aus, was das Buch in meinen Augen absolut bemerkenswert macht.

„Der Fehler, den diese ganzen alten englischen Schriftsteller und Kitschfilme machen, meint Slim, ist, uns einzureden, dass wahre Liebe leicht wäre, dass sie auf Sterne, Planeten oder Sonnenumläufe wartet. Wartet, bis das Schicksal zuschlägt. Und dass es wahre Liebe für jeden gibt, dass sie irgendwo schlummert, nur darauf wartet, geweckt zu werden, und jäh hervorbricht, wenn sich unser Lebensfaden mit dem eines anderen verheddert und die Blicke zweier Liebender sich treffen. Bumm. Nach allem, was ich weiß, ist wahre Liebe verdammt hart. In wahren Liebesgeschichten steckt immer auch ein bisschen Tod. Und Schüttelfrost mitten in der Nacht und Kackflecken auf dem Bettlaken. Wahre Liebe stirbt, wenn sie aufs Schicksal warten muss. Wahre Liebe verlangt von den Liebenden, alles zu vergessen, was sein könnte, und sich mit dem zu begnügen, was ist.“

Fazit:

Der Roman ist keine leichte Kost.
Doch jede Seite lohnt sich.

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