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Veröffentlicht am 11.09.2020

Packend und warmherzig

Kalmann
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Dieser Roman hat etwas Besonderes.
Man ist sofort drinnen in Kalmanns Welt und freut sich auf die all die kommenden Seiten.
Kalmann geht auf Haifischjagd und ist der selbsternannte Sheriff von Raufahöfn.
Ein ...

Dieser Roman hat etwas Besonderes.
Man ist sofort drinnen in Kalmanns Welt und freut sich auf die all die kommenden Seiten.
Kalmann geht auf Haifischjagd und ist der selbsternannte Sheriff von Raufahöfn.
Ein waschechter Isländer mit einem amerikanischen Vater der im Dorf mit Cowboyhut und Revolver herumläuft.
Er macht sich seinen Reim auf alles, was im Dorf so vor sich geht und er erzählt uns seine Geschichte.

Eine recht spannungsgeladene Geschichte aus der Sicht eines nicht so klugen Menschen der an Forrest Gump
erinnert. Ein Antiheld, der so liebenswürdig ehrlich ist, das man sich fragt was ist eigentlich normal?
Wunderbar geschrieben und die Gedankengänge und Empfindungen von Kalmann sind teilweise so berührend gutgläubig.
Und er hat sein Motto: kein Grund zur Sorge, Sheriff von Raufarhöfn bekommt das schon hin.
Man empfindet Sympathie für diesen jungen Mann, der eigentlich nur anerkannt und geliebt werden will.
Nimmt Anteil daran wie Kalmann unbedingt helfen will und sich doch dabei sehr oft total verhaspelt.
Nur, wenn er Gammelhai zubereitet ist er ganz in seinem Element. Am Ende wächst er über sich hinaus und zeigt was in ihm steckt.


So ganz nebenbei bekommt man noch einen sehr schönen Blick auf Island. Über die Natur und die Lebensbedingungen.
Über die Menschen dort und wie es sich so Lebt.
Die teilweise skurrilen Personen und die humorvollen oft lebensklugen Passagen machen diesen Roman zu einem Leseerlebnis.
Es ist nicht nur ein packendes Buch, sondern auch ein sehr warmherziges.
Ein bisschen zum Nachdenken und manches Mal auch zum Lachen.

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Veröffentlicht am 26.08.2020

Ein Regio-Krimi mit viel Ostfriesischen Inselcharme.

Mordsreise
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Obwohl dieser Roman an den Vorgänger Spiekerooger Utkieker anschließt,
kann man ihn sehr gut unabhängig voneinander lesen.
Die private Ermittlerin Mia Magaloff hat auch dieses Mal wieder viel zu ermitteln.
Genau ...

Obwohl dieser Roman an den Vorgänger Spiekerooger Utkieker anschließt,
kann man ihn sehr gut unabhängig voneinander lesen.
Die private Ermittlerin Mia Magaloff hat auch dieses Mal wieder viel zu ermitteln.
Genau das tut sie auch mit großer Leidenschaft. Agatha Christie lässt grüßen.
Mia kann es einfach nicht lassen. Überall muss sie sich einmischen.
Sie hält alle auftrab, sogar die Polizei.
Auch dieses Mal geht es auf die Insel Spiekrooge
Auf der sehr anschaulich und bildhaft beschriebenen Insel begegnet Mia vielen schrulligen
und schrägen Typen. Es geht teilweise sehr humorvoll zu.
Es sind aufregende Tage und es macht großem Spaß mitzuraten.
Das ist aber nicht so einfach denn das Blatt wendet sich häufig.
Ein Fall zum Mitraten und mal eine Ermittlung aus einem etwas anderen Blickwinkel.
Ein Regio-Krimi mit viel Ostfriesischen Inselcharme.

Am Ende des Buches gibt es einen gelungenen Nachtrag.
Was wurde eigentlich aus .....
Dort werden die Charaktere noch mal extra beschrieben. Zum besseren kennenlernen.
Zumal es auch teilweise um reale Personen und Örtlichkeiten handelt.

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Veröffentlicht am 24.08.2020

Seine letzte Reise

Der letzte Satz
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Es könnte auch die letzte Fahrt heißen.
Gustav Mahler ein alter Mann, obwohl erst 50 Jahre alt und ein großer Komponist auf dem Meer.
Er wird bald sterben. Er ist allein. Nur der Himmel, das Meer und ...



Es könnte auch die letzte Fahrt heißen.
Gustav Mahler ein alter Mann, obwohl erst 50 Jahre alt und ein großer Komponist auf dem Meer.
Er wird bald sterben. Er ist allein. Nur der Himmel, das Meer und er.
Mahler lässt sein leben Revue passieren.
Sein Leben, seine Enttäuschungen, seine Erfolge,
die antisemitischen Beleidigungen und natürlich immer wieder seine große Liebe zu Alma.
Vor allem hadert Mahler mit seinem immer krankem Körper.
Auch ein unschuldiger Schiffsjunge bekommt seinen Auftritt als Zuhörer.
Von Alma beauftragt kümmert er sich rührend um das Wohl Mahlers.
Das alles wird in verschiedenen Rückblenden erzählt.
Die Beschreibungen und Erinnerungen Mahlers werden in wunderschönen schon fast poetischen Sätzen
wiedergegeben. Die Dialoge sind bewegend und die Landschaftsbeschreibungen sind sehr einprägsam.
Alles ist atmosphärisch dicht und das liegt vor allem an dem unglaublich schönen Schreibstil vom Autor.
In einer wunderschönen Sprache erzählt, mit wundervollen, sensiblen Charakteren.
Melancholisch, bewegend aber nie kitschig.

Der letzte Satz Mahlers ist allerdings kaum mehr als ein Seufzer. Mahler hört ihn nicht mehr.

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Veröffentlicht am 17.08.2020

Enttäuschend

Omama
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Schwarzhumorig und bitterböse ist dieser Roman mit der Großmutter als Hauptprotagonistin.
Schauplatz ist die österreichische Provinz, zeitlich bewegt sich die Geschichte von der
Nachkriegszeit bis hinauf ...

Schwarzhumorig und bitterböse ist dieser Roman mit der Großmutter als Hauptprotagonistin.
Schauplatz ist die österreichische Provinz, zeitlich bewegt sich die Geschichte von der
Nachkriegszeit bis hinauf in die jüngste Vergangenheit.
Die Autorin schreibt gleich am Anfang im Prolog das es den Leser*innen überlassen bleibt,
ob sie diese Biografie als Hommage oder als Rufmord erachten.
Der satirische Grundton und der stetige Wechsel zwischen dem Vorantreiben der Handlung und
diversen essayistischen Exkursen, in denen Lisa Eckhart über die Hassliebe zwischen Deutschen und Österreichern
nachdenkt verlangt dem Leser einiges ab. Es gibt keinen roten Faden. Eher ist es ein stetiger Wechsel,
ein hin und herspringen in der Geschichte.
Mit so unheimlich vielen Worten das man, wenn es denn einen roten Faden gäbe,
ihn eh verlieren würde.
Lisa Eckhart nennt es einen Bastard aus Essay, Roman und Sprachspielerei. Genauso kommt es einen auch vor.
Anstrengend und total überfrachtet.
Die Sprache enthält viele vulgäre Ausdrücke aus dem Fäkalbereich. Die Schreibweise ist deftig und direkt.
Sämtliche Charaktere werden sehr lebendig beschrieben. Das reicht aber nicht aus.
Ich mag Wortwitz, schwarzen Humor und auch eine aberwitzige Handlung.
Hier aber empfand ich ihn als zu boshaft und viel zu aggressiv.

Auf der Bühne ist es vielleicht ein Erlebnis, im Buch eher nicht.

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Veröffentlicht am 14.08.2020

Glaube, Liebe, Hoffnung

Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück
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Es war so schön, solange es anhielt.

Dieses wunderbare Buch beschreibt das außergewöhnliche Leben der Marguerite (Peggy) Guggenheim.

Erzählt wird in drei Abschnitten. Die Handlung spannt sich von 1937 ...

Es war so schön, solange es anhielt.

Dieses wunderbare Buch beschreibt das außergewöhnliche Leben der Marguerite (Peggy) Guggenheim.

Erzählt wird in drei Abschnitten. Die Handlung spannt sich von 1937 bis 1942.

Peggy hatte zwei großen Leidenschaften. Kunst und Männer. Das wird so wunderbar beschrieben. Wie Peggy allen Widerständen zum Trotz sich ihren Traum erfüllt.

Man spürt förmlich die Kraft, die Peggy ausstrahlt. Ihre Leidenschaft, ihren Willen sich gegen eine Männerwelt und sogar auch gegen die eigene Familie zu behaupten. Der unbedingte Wille zur Unabhängigkeit und der Auffassung, dass Kunst für jeden da war und nicht nur für einen kleinen abgeschlossenen Kunstzirkel.

Die Leidenschaft zur Kunst und die Anfänge ihrer Sammlerleidenschaft ist so mitreißend beschrieben. Ihre ganze Persönlichkeit wird greifbar. Mit ihrem Geld tut sie auch viel Gutes. Viele Freunde werden von ihr monatlich finanziell unterstützt. Auch in schlechten Zeiten denkt sie ganz zuletzt an sich. Durch ihre finanziellen Zuwendungen gelingt zahlreichen Künstlern die Flucht aus Europa.

Die Charaktere dieser Zeit werden brillant zum Leben erweckt. Das Lebensgefühl der 1930 Jahre kommt auch so wunderbar auf die Seiten. Die Ortsbeschreibungen lassen eine längst vergangene Zeit wieder auferstehen und laden in eine Reise in die Vergangenheit ein.

Ein sehr gut recherchiertes Buch über eine kämpferische und starke Frau die ihren Weg gegangen ist.

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