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Veröffentlicht am 09.08.2023

Snehild und das Runenamulett

Snehild - Die Seherin von Midgard
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Der Name allein: Snehild. Natürlich deutet das auf etwas Nordisches hin und alle, die nordische Sagen lieben, sind fasziniert. Ein 'muss' für Leserinnen, die das Nordische lieben.

Bereits mit dem Prolog ...

Der Name allein: Snehild. Natürlich deutet das auf etwas Nordisches hin und alle, die nordische Sagen lieben, sind fasziniert. Ein 'muss' für Leserinnen, die das Nordische lieben.

Bereits mit dem Prolog beginnt das Geheimnisvolle - der Überfall auf das Dorf, die werdende Mutter, die davonläuft, und die Geburt in der Schneehütte. Die Riesin, die Nornen, die dabei Paten stehen...
Himlinge (ein Wickingerdorf) - Snehild wächst hier auf, nachdem ihre Mutter Asdis
flüchten musste. Der Alltag ist geprägt von Bosheit, Intrigen, Eifersucht, Gewalt, doch auch von liebevoller Freundschaft. Durch die Mutter und ihrem Wissen der Magie steht Snehild letztendlich auch den Göttern nahe. Sie sammeln heilige Pflanzen und heilen.
Doch - wer ist Freund, wer ist Feind?

Im Alter von 12 Jahren muss Snehild fliehen, weil die Hohenpriesterin Ragnfrid sie den Göttern opfern will. Nun beginnt der intensive Teil der germanischen Mythologie (Reise durch die neun Welten). Völva (die neue Snehild) kehrt in das Dorf ihrer Jugend zurück - als Seherin.

Das offene Ende weist auf den nächsten Band der Reihe hin...
Das Umschlagsbild - wild, nordisch. Fantasievoll. Toll geschrieben, zieht von Beginn an in die Geschichte hinein. Spannend und liest sich rasant: Ein Ereignis folgt dem anderen... Der Klappentext hat mich natürlich gleich als Fan von 'Game of Thrones' und der 'Edda' eingekauft.
Hilfreich wäre jedoch ein Glossar mit den wichtigsten nordischen Begriffen und eine Übersicht über die Helden und Heldinnen der nordischen Sagen.

Autorin Anne-Marie Vedsø Olesen, Verlag Saga Edmont Fantasy, 450 Seiten (und mit 14 Euro recht günstig für den Umfang)

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Nora, die Enkelin des Rais

Mattanza
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"Ich bin hierfür geschaffen, und das Meer ist in mir, ist Tyrann und Komplize"
Thunfischfang um die kleine Insel Katria und die lokalen Traditionen: Der Rais ist die wichtigste Persönlichkeit auf der Insel. ...

"Ich bin hierfür geschaffen, und das Meer ist in mir, ist Tyrann und Komplize"
Thunfischfang um die kleine Insel Katria und die lokalen Traditionen: Der Rais ist die wichtigste Persönlichkeit auf der Insel. Im Jahr 1960: Der Ort harrt aufgeregt der Geburt eines Nachfolgers. Doch eine Tochter wird geboren, die dritte statt dem ersehnten Sohn. Der Rais entscheidet - die Nachfolgerin von ihm ist nun Nora, die Neugeborene, und sie wächst bei ihm auf, sie wird von ihm in ihre Pflichten eingewiesen. Die 'Mattanza', die Thunfischjagd, wird an Nora übertragen, zum ersten Mal an eine Frau.

Ihr Leben ist vom Rais vorbestimmt, keine Abweichungen möglich. Beindruckend beschreibt die Autorin, die von Nora zu meisternden Schwierigkeiten. Dieses aufregend gute Buch zeigt die Veränderungen der Insel Katria zwischen 1960 und 2012. Historisch geprägt ist das Leben der Insulaner vom Thunfischfang. Wandelt es sich während der Jahre jedoch, eine erste Welle von Touristen kommt an, was das traditionelle Leben auf der Insel verändert. Zunehmend werden viele Traditionen nicht mehr respektiert. Ökonomie ist wichtiger, Traditionen altmodisch.

Ozeanische Umweltverschmutzung, industrieller Fischfang, Migranten auf dem Weg nach Europa - diese bislang festgefügte Gemeinschaft mit sturen Strukturen bricht auseinander. Das Buch ist Zeugnis einer untergegangenen Welt. Bei manchen Beschreibungen zum Fischfang möchte man am Liebsten aufhören Fisch zu essen, so ist es eben!

Bei dem Titelgebenden Wort 'Mattanza' (italienisch für 'Abschlachten') handelt es sich um Fischfang traditioneller Art an den Küsten von Sizilien und Sardinien. Heutzutage ist die 'Mattanza' nur noch eine touristische Gaudi. Die internationale Hochseefischerei fängt bereits vorher die Thunfischschwärme ab.
Das Titelbild ziert die Fotografie einer ausgesprochen schönen italienischen Frau, die selbstbewusst, aber auch skeptisch, in die Kamera schaut. Eine unglaubliche starke Sprache, durchsetzt mit Begriffen aus der Tradition!

Dieses Buch war meine erste Wahl für ein Wunschbuch, weil mich allein die ersten paar Seiten des Romans bereits eingefangen haben: 'Mattanza', 192 Seiten, Verlag mare, geschrieben von der Autorin Germana Fabiano, in Palermo geboren (wohnhaft nun auf Sizilien und Tübingen, Dozentin für Menschenrechte Universität Tübingen)
Der Verlag mare in Hamburg ist spezialisiert auf Meere, Wasser und alles was damit zu tun... ein ausgesprochen kleiner und feiner Verlag



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Veröffentlicht am 09.08.2023

Russische Seele

Das Pferd im Brunnen
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‚Komm, Kleine, Süße, Zuckersüße...‘
Tanja mit ihrer Urenkelin, sie haben alle jung Kinder bekommen. Sie geht mit der Kleinen zu Nachbarinnen und das Kind tapst denen auf dem Rücken herum, gegen deren Schmerzen… ...

‚Komm, Kleine, Süße, Zuckersüße...‘
Tanja mit ihrer Urenkelin, sie haben alle jung Kinder bekommen. Sie geht mit der Kleinen zu Nachbarinnen und das Kind tapst denen auf dem Rücken herum, gegen deren Schmerzen… Wie praktisch. Alles war praktisch organisiert in der UdSSR, dem Land des Mangels. Man pflanzte selbst an. Man half sich wie es ging. Man hielt Hühner und züchtete die auch selbst. Ob wirklich ein Pferd in den Brunnen gefallen war, ist nicht sicher. Genauso wenig ob es wirklich ein Brunnen ist, was da mit viel Holz verrammelt liegt...
Die Erzählung berichtet von der heimlichen Taufe, von der Todestruhe der Urgroßmutter (in der ihr Todeshemd, die Schuhe und ein Kissen ruhen, wo sie alle Haare von ihr sammelte…in dem sie dann später Nina tatsächlich beerdigte...)

Ossip Mandelstam sagte, in Russland werde die Dichtung geachtet, weil die Literaten erschossen werden. So kann Valery Tscheplanowa froh sein, dass sie im Westen lebt. Und so kann sie von der schwermütigen russischen Seele erzählen… und eine jede, die auch Spuren dieser Seele in sich trägt, kann nachforschen, wie viel davon noch in ihr steckt…

Tanja, Nina, Lena (daneben noch so ein wenig Micha, Walja, Jura, Slawa der Einbeinige, die Kranken, die Nachbarinnen...). In kurzen Kapitel entrollt sich ein brutales Leben, geprägt von Kargheit, Schlangenstehen, Weggehen, Verlassen, Radieschensalat und diesem angeblichen Pferd in einem eventuellen Brunnen.
Man hilft sich gegenseitig, man hilft sich selbst. Das Leben ist kein Rosengarten, das Leben lässt nur die Starken überleben und Nina will stark sein. Ihr Kirschmündchen zieht sie an wie die Motten das Licht, doch dann wirft sie Nina wieder aus dem Haus. Sie ist brutal, aber sie überlebt...

Die russische Seele...(von der ich auch ein wenig in mir trage).

Das vor Freude, Farbe und Lebensgier strahlende Titelbild hat mich angezogen. Orange grün. Und auf den Titel war ich neugierig. Zum Glück nur 192 Seiten, sonst wäre ich depressiv geworden.

Die Autorin ist Schauspielerin, heißt es auf dem Klappentext. Die Sprache ist prosaisch, teilweise wie Gedichte.

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Tür - Schlossgespenster

Zippel macht Zirkus
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Was für eine tolle Idee - Geschichten um zwei klitzekleine Türschlossgespenster. Schlossgespenster existieren ja so viele, aber Türschlossgespenster?

Frau Wilhelm, ganz oben unterm Dach, hat Quokel bei ...

Was für eine tolle Idee - Geschichten um zwei klitzekleine Türschlossgespenster. Schlossgespenster existieren ja so viele, aber Türschlossgespenster?

Frau Wilhelm, ganz oben unterm Dach, hat Quokel bei sich in Türschlössern wohnen. Und da ist noch Zippel. Paul von unten, der beide Schlossspenster gut kennt, verhindert mit Oma Wilhelm, dass sie entdeckt werden. Bei Frau Wilhelm steht so ein alter Schrank mit nur Schlössern drin. Wie praktisch für Schlossgespenster. Der quicklebendige Morgengeist Zippel flitzte durch die Regenrinne, hat alle Teelöffel geklaut und erst die Dusche von Paul bringt ihm von seinem Morgenlärm weg.
Allein der Einstieg ist so mitreißend. Doch dann folgen die Abenteuer mit dem Zirkus in Italien. Die Türschlossgespenster besuchen mit Paul und seiner Nachbarin den Zirkus Giacometti. Der Zirkus muss vor dem Zauberer Burlesconi gerettet werden.

Die Illustrationen von Axel Scheffler ergänzen die Geschichte von Alex Rühle einfach auf eine tolle Art. Dazu ein kunterbuntes Titelbild, was die Fantasie anregt. Und dann natürlich ‚Awachsanaquatsch‘ und ‚Abajetztmachendlich‘ und ‚Kanne ohni‘ und ‚Kanne mit‘. Auch die italienischen und österreichischen Wortfetzen passen zu der gesamten Geschichte. Doch am Besten setzt man sich mit dem Kind zusammen und erklärt dann diese ihm eher unbekannte Worte. Daraus lassen sich dann wieder eigene Wortspiele bilden… auch Fantasieanregend! Einfach ein herzallerliebstes Kinderbuch (und schon, wie es heißt, das dritte seiner Art).

"Zippel macht Zirkus", Alex Rühle / Autor, Axel Scheffler / Illustrator
dtv Verlag, 15 Kapitel, 136 Seiten

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Veröffentlicht am 01.08.2023

'Schokolade ist Liebe, aber ohne Liebe ist Schokolade nichts'

Salz und Schokolade (Die Halloren-Saga 2)
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Liebe und Schokolade, zwei der schönsten Dinge im Leben. Eine Saga um die älteste Schokoladenfabrik in Deutschland samt einzelnen Mitgliedern der Familie, real existierenden und fiktiven. Dazu das historische ...

Liebe und Schokolade, zwei der schönsten Dinge im Leben. Eine Saga um die älteste Schokoladenfabrik in Deutschland samt einzelnen Mitgliedern der Familie, real existierenden und fiktiven. Dazu das historische Ambiente um Halle an der Saale (mir völlig unbekannt, aber solche Romane machen Lust auf die Örtlichkeiten!).

In dem Roman, der im Heimatort der Hallorer Kugeln spielt, ein Ostkultprodukt, wird Realität und Fiktion geschickt miteinander verbunden.
Es geht – natürlich – um Schokolade, Herstellung, Rezepte, Verfeinerungen, um die Salzsieder, die Halloren und ihre Brüderschaft, um Unternehmungen, um Wünsche der Nachkommen, um Liebe und um Unmögliches. Ein Sittenbild der Zeit Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts. Und nicht zuletzt macht der Roman Lust auf Pralinen und Schokolade aus Halle...
Im Prolog liegen zwei Brüder, Julius und Friedrich, 1915 im Schlachtfeld an der Westfront, Erster Weltkrieg. Beide rechnen mit dem Schlimmsten, doch wenn es vorbei ist, was machen wir dann besser, was machen wir mit unserem Leben?
Das Buch beginnt mit dem Jahr 1905 und spielt in Halle an der Saale. Julius, der Chocolatier ist und großartige Pralinenkreationen erschafft, charmant, gutaussehend, doch gefangen im Netzwerk seiner Familie – es geht nur um die Schokoladenfabrik. Schokolade oder Liebe...

Der andere Teil der Schokoladenunternehmer, die Familie David, möchte die Töchter entsprechend gut verheiraten. Diese haben sich aber anderweitig bereits orientiert und kämpfen um ihren Willen. Wie wird es weiter gehen? Bekommen sie das, was sie wollen? Väter und Mütter wollen Töchter und Söhne gewinnbringend vermählen, entsprechend ihrem gesellschaftlichem Status. Doch Töchter und auch die Söhne der Familien haben andere Pläne. Dann kommt der Krieg und alles, aber auch wirklich alles ändert sich.
Doch der Einstieg in den Roman beginnt gleich mit dem entsetzlichen Klassenempfinden der Vorkriegszeit. Das Personal wird durch die Gegend gehetzt. Ein Klassengesellschaft mit einem ziemlichen Standesdenken.

Sehr gut lesbarer Text. Ich lernte sehr viel zur Schokoladenproduktion. Das regt den Appetit auf Pralinen und Schokolade enorm an.
Das nostalgisch gestaltete Umschlagsbild führt natürlich gleich in die richtige Richtung, die Zeit um den Beginn des 20. Jahrhunderts. Lediglich die junge Dame im historischen Kleid lässt darauf hinweisen, dass es in erster Linie um die Töchter, oder eine, Cici, geht. Das stimmt so nicht. Insofern ist das Titelbild etwas irreführend.

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