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Veröffentlicht am 01.08.2023

Zwei Leben (16.Jhdt. / 21. Jhdt)

Marschlande
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'Dies ist ein weiblicher Text, geschrieben im einundzwanzigsten Jahrhundert. Wie spät es ist. Wie viel sich verändert hat. Wie wenig.'
Ein Geist in der Kehle, Doireann Ni Ghriofa

Dieses voran gestellte ...

'Dies ist ein weiblicher Text, geschrieben im einundzwanzigsten Jahrhundert. Wie spät es ist. Wie viel sich verändert hat. Wie wenig.'
Ein Geist in der Kehle, Doireann Ni Ghriofa

Dieses voran gestellte Zitat drückt genau das aus, was auch meine Gedanken zu dem Roman Marschlande sind:

Zwei Stränge - die historischen Ereignisse um Abelke Bleken und um Britta 500 Jahre später.
Abelke, die Kämpferin, die so mies und hinterhältig bestohlen wurde. Und der letztendlich sogar das Leben gestohlen wurde. Ich danke den Frauen in der Hamburger Gegend, die an sie erinnern. (Obwohl ich Geschichte in HH studierte, hatte ich damals nie von ihr gehört).

Es macht mich sehr traurig, dass es damals so schlimm, so ekelhaft war. Es macht mich traurig, dass es heute noch immer so schlimm und ekelhaft ist wie Frauen behandelt werden. Frauen haben so viel Kraft, aber es sind immer noch zu wenig Frauen, die sich auflehnen. Wir sind 50 % der Bevölkerung eines jeden Landes!

Danke Jarka Kubsova für eine starke Erzählung. Der Titel passt exzellent - einfach nur ein regionales Wort; auch das Umschlagsbild - ein schlichtes Bild, was so viel sagt. So lange Autorinnen wie J. Kubsova schreiben, geht die Hoffnung auf Veränderung nicht verloren... Frau - Leben - Freiheit!

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Veröffentlicht am 01.08.2023

Fawn Creek Abenteuer

Irgendwo wartet das Leben
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Dieses langweilige, kleine Nest, auch schon mal 'Yawn Creek' genannt, weil so absolut nichts passiert. Und jeder jeden kennt. Dinge, die einem kleinen Kind passierten, hängen selbst in der siebten Klasse ...

Dieses langweilige, kleine Nest, auch schon mal 'Yawn Creek' genannt, weil so absolut nichts passiert. Und jeder jeden kennt. Dinge, die einem kleinen Kind passierten, hängen selbst in der siebten Klasse noch an. Die beiden Unternehmerfamilien Crawford und Kingsley - samt ihrem Nachwuchs - beherrschen den Ort. (Restaurant, Angelerladen). Wer nicht dazu gehört - wird zum Außenseiter abgestempelt, auch oder gerade von den Jugendlichen.
Greyson hat kein Interesse an den typisch männlichen Dingen, er würde gerne nähen und Kleider entwerfen. Für sein Idol Kate Middleton, die Prinzessin von Wales. Selbst sein eigener (dämlicher) Bruder nennt ihn seine kleine Schwester.

Doch dann kommt eines Tages diese so ganz andere Orchid Manson in die Schule geschneit: In einem weißen Kleid, wirren roten Haaren und einer Blume im Haar.
Greyson findet sie toll, vom ersten Moment an. Und er überzeugt auch seine Freundin Dorothy - die Schüchterne, der sofort der 'rote Schreck' über den Hals kriecht, wenn sie mit Unvorhersehbarem konfrontiert wird. Die Drei werden eine Gruppe in einer Klasse (und sogar Schule), wo es nur Gruppen gibt. Greyson und Didi (Dorothy) waren bislang die Außenseiter.
Die Aufmerksamkeit der Klasse richtet sich sofort auf die Neue... Neugierde plagt viele, eigentlich alle. Eifersucht andere... Vor allem die Bullies, diejenigen die gerne andere dominieren und einschüchtern.

Dieses Jugendbuch ist ein großartiges 'Gemälde' einer Kleinstadt in Louisiana. Mit ihren Sonnen- und vor allem den Schattenseiten. Wer anders ist hat in so einem Gefüge kaum Entwicklungsmöglichkeiten (gelobt seien die Städte, wo doch mehr Freiheit möglich ist...). Es ist aber auch wieder ein tolles Mutmacherbuch. 'Irgendwo wartet das Leben'. Die Entwicklung von Greyson und Didi ist wunderbar, sie trauen sich. Doch das Dreierteam muss schlimme Entwicklungen ertragen.

Während des Lesens habe ich mit den Außenseitern gelitten und mich gefreut über jeden Schritt, der sie zu mehr Aufmüpfigkeit führte. Einfach großartig, dass nun solche Bücher geschrieben werden. Laßt Euch nicht unterkriegen!
Die Sprache ist wunderschön und poetisch. Ein wirklicher Lesegenuss, auch für Ältere.




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Veröffentlicht am 28.07.2023

Eliza

Eine Lady hat die Wahl
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Etwas Leichteres für zwischendurch. Eine Romanze.
Die siebzehnjährige Eliza wird mit dem weitaus älteren Earl of Somerset (25 Jahre Differenz), dem neunten seiner Art, verheiratet, rein aus ökonomischen ...

Etwas Leichteres für zwischendurch. Eine Romanze.
Die siebzehnjährige Eliza wird mit dem weitaus älteren Earl of Somerset (25 Jahre Differenz), dem neunten seiner Art, verheiratet, rein aus ökonomischen Gründen. Und für den Earl ist das junge Ding auch nur eine Zierpuppe. Witwe geworden, nach zehn Jahre Ehe, überrascht sie die Testamentseröffnung. Sie ist die Haupterbin. Aber nicht, weil ihr Mann sie so sehr liebte, sondern anderen Verwandten eines auswischen wollte. Gleichzeitig wird sie mit ihrer Jugendliebe konfrontiert, denn er erhält den Titel des Lords. Doch auf jeden Fall, nun darf das Leben beginnen…

Die junge Frau wird selbstbewusster, ‚with a little help of good friends‘, genießt das Leben und entzieht sich den Konventionen…Doch im Testament steht, dass ihr der sagenhafte Reichtum nur zusteht bei einem tadelloser Lebensführung. Was sie aber letztendlich nicht davon abhält eine Dreiecksbeziehung auszuleben...

Unterhaltsam, zum Abschalten, keiner hohen intellektuellen Erwartung muss genügt werden… Ambiente der Regency Zeit. Gleichzeitig ist es wirklich gute Unterhaltung, mit einem Schuss Humor und Augenzwinkern und einen deutlichen Hinweis darauf, wie eingeengt das Leben von Frauen im 19. Jahrhundert war.
Das Umschlagsbild deutet natürlich zu gut die Richtung an. Der Titel ebenfalls. Und doch werden auch Themen angesprochen, die selbst heute noch wichtig sind, nicht nur in gewissen Ländern, auch bei uns in Mitteleuropa.

Die Hauptpersonen: Natürlich alle aus aristokratischen Kreisen, England in der Regency-Epoche - Eliza Eunice Courtenay (27, verwitwet), Right Honourable Countess of Somerset. Margret, die Gesellschaftsdame, verwandt mit Eliza und enge Vertraute. Die männlichen Teile – der Schriftsteller Lord Max Melville, charmant aber sehr eigen, und Lord Oliver Somerset, der Neffe, Titelerbe (von Julius Edward Courtenays) und erste Liebe von Eliza. Gut beschrieben wird eine zunehmend selbstbewusste Eliza. Sie lässt ihre bisherigen Einschränkungen hinter sich und geht neue Wege, sucht Freiheit und Unabhängigkeit.

Tolle Dialoge, humorig und charmant. Wie bereits erwähnt, eine leichte Lektüre... gemäß dem Anspruch, leichte Unterhaltung, gute vier Sterne.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

liebevolle Gute Nacht-Geschichten

Toto und der Mann im Mond
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Toto heißt Kind auf Swahili und so stehen Kinder im Mittelpunkt des schönen Bildbandes. Niedliche Zeichnungen auf den Seiten ergänzen die Gute - Nacht - Geschichten, die unterschiedliche Längen haben. ...

Toto heißt Kind auf Swahili und so stehen Kinder im Mittelpunkt des schönen Bildbandes. Niedliche Zeichnungen auf den Seiten ergänzen die Gute - Nacht - Geschichten, die unterschiedliche Längen haben.

Toto träumt also vom 'Mann auf dem Mond' (der Mond war schon immer fantasieanregend). Dank des Verzeichnisses am Anfang lernen wir den 'Mann im Mond' kennen, natürlich auch alle weiteren Mitwirkenden: Toto, Mimi, Frau Belatrix, Glühwürmchen Glow, Kuscheltier Luna, und natürlich Mama und Papa. Nicht zu vergessen auch - das allsehende Fernrohr.

Vorgesehen ist das tolle Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren und beinhaltet nette Texte für Kinder, zum Selberlesen oder Vorlesen lassen! Auf dem bunten Umschlagsbild sind die Helden und Heldinnen im Buch bereits dargestellt. Gutes Titelbild, schön gezeichnet mit einem großen Herz. Einfach liebevoll. Großes Kompliment an den Zeichner Matthias Derenbach.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Krimisatire

Ein mörderisches Paar - Das Versprechen
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Dr. Bernhard Sommerfeldt, alias Ernest Simmel (aha!), und Frauke, alias Winterberg: Seine Verlobte und ein gefälschtes Stammbuch, reden über eine Heirat...Ein Serienkiller und seine Braut, die gelegentliche ...

Dr. Bernhard Sommerfeldt, alias Ernest Simmel (aha!), und Frauke, alias Winterberg: Seine Verlobte und ein gefälschtes Stammbuch, reden über eine Heirat...Ein Serienkiller und seine Braut, die gelegentliche Miet – Ehefrau. Das alles spielt sich in Strandnähe ab, in einer wunderschönen Landschaft, wo sich nur diejenigen mit viel Geld einkaufen können...
Besagtes Killerpärchen führt eine recht ominöse Klinik. Und hat sich sogar dem Guten verschrieben: Böse Menschen (der nicht verurteilte Schulhof – Heroindealer) werden mal eben um die Ecke gebracht.

Es wird alles sehr humorig beschrieben – Möven im Angriff, Brötchen versteckt euch, und sogar eine konzertierte Aktion, die erste Möve holte Verstärkung für den Käse.
Ist das Satire oder ein Krimi? Für mich eindeutig Satire. Da hat ein Autor wohl diese überbordende Krimikultur sattgehabt und eine Satire geschrieben (Seriensatiriker) und es kommt gut an.

Umschlagsbild - wie in Krimis üblich - ein Landschaftsbild, ein Boot.

Regio – Krimis sind etwas Besonderes – man kennt die Region, findet viele Details wieder und hat wieder richtig Lust seine Umgebungskenntnisse aufzufrischen.
Dieses Mal in Ostfriesland… Finn-Leandro, dreizehn, aus Aurich, wurde in der Schule angefixt, jetzt ist er tot. Der Anfixer kommt jedoch davon. Aber nicht mit Dr. Sommerfeldt...

Der Autor war mir bislang unbekannt, noch nie etwas von ihm gelesen. War ganz nett, jetzt diesen Satirekrimi zu lesen, so für den Strand und so.

Im großen Ganzen unterhaltsam, mal was anderes, teilweise zu langatmig, zu wenig Aktion. Dann Situationen, absolut überzogen beschrieben, Geschmackssache (nicht unbedingt meine). Doch dieses Schwarzhumorige - das lasse ich mir gefallen, macht Schmunzeln. Tatsächlich ist diese Art von Krimis so unüblich, dass es nicht viele Möglichkeiten für das Buch gibt. Entweder man liest es und sagt sich aha… okay. Nimmt es mit in Urlaub und verschenkt es dort. Oder man nimmt es als Ablage für seinen Ostfriesentee. Nimmt es wieder mit nach Hause und verschenkt es an einen Bergsteiger, damit er auch etwas von der Ostsee hat...

Gut ist die Idee von dem Rachefeldzug, nicht abgeurteilte Heroinhändler abzumurksen. Geht natürlich nicht in der Realität. Aber schon ein brauchbarer Gedanke. Bei 8 Milliarden Menschen weltweit gäbe es wohl schon ein paar. Würde nicht auffallen! Aber die Welt wohl besser machen...


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