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Veröffentlicht am 16.03.2022

Sylt, so richtig intern

Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn
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Von Strandräubern und Walfängern stammt die Mehrheit der Sylter ab: Aber was sind Strandräuber? Gehört Strandgut nicht immer dem/der Finder:in?
Sylt, die völlig verkaufte Insel, wo mittlerweile selbst ...

Von Strandräubern und Walfängern stammt die Mehrheit der Sylter ab: Aber was sind Strandräuber? Gehört Strandgut nicht immer dem/der Finder:in?
Sylt, die völlig verkaufte Insel, wo mittlerweile selbst die Einheimischen abhauen, weil sie sich nicht mehr die Insel leisten können (Ich war nur einmal im Winter da und das fand ich gut, ne steife Brise um die Ohren und wenig Touristen).

Die Autorin stammt aus Sylt, das heißt, sie hat durchaus Ahnung von was sie schreibt. Und wer sich mit Sylt schon mal beschäftigt hat, weiß, dass die Insel im Ausverkauf liegt. Die Reichen und Schönen… die Neureichen und diejenigen, die glauben sie sind schön… haben sich das schöne Inselchen unter den Nagel gerissen. Sylt gilt heute als Synonym für den brutalen Ausverkauf, so wie ein paar andere Flecken in Deutschland….Schaurig!

Der Spaten! So lange man den Spaten in Deich steckt... Da steckt so viel Weisheit in dem Büchlein, was sich leicht übertragen lässt auf andere Regionen / Lebensumstände. Doch die Szene, wo beim schlimmsten Sturm, die die Autorin erlebte, der Hund 'Öko alias Ilko' lebendig begraben wird, weil 'etwas Lebendiges eingraben gegen den Sturm'... und dann dreht der Wind... unglaublich.

Die Autorin Susanne Matthiesen erzählt unterhaltsam, aber auch nachdenklich, von ihrer Kindheit, ihrer Familie und ihrer Beziehung zur Heimatinsel Sylt:
Mittels Kindheitserinnerungen, vielen Anekdoten und Historischem, Sprüchen und Aberglauben und Verhalten von Erwachsenen (wo es mich echt umhaut). Der 70er-Flair (es gab noch Pelzmäntel) wird wieder wach.

Das erste Syltbuch von Matthiesen: „Ozelot und Friesennerz" wurde von einer Leserschaft begeistert angenommen.

"Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen" ist ein Buch mit ernsten und kritischen Teilen, aber auch so etwas von liebe- und humorvoll, in nostalgischer Erinnerung schwelgend, doch eine sehr gute Auseinandersetzung mit der Insel und einer vergangenen Zeit, die nicht wiederkehrt.

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Veröffentlicht am 16.03.2022

Die Allianz der Außenseiter in einer Welt voller Magie

Die vier verborgenen Reiche 1: Caspar und die Träne des Phönix
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Phönix aus dem Ei (nicht aus der Asche) erschuf eine mystische Welt (insofern bleibt es beim Bild des magischen Vogels), die jedoch wichtig für den Planeten Erde ist. In diese taucht jetzt Caspar ein. ...

Phönix aus dem Ei (nicht aus der Asche) erschuf eine mystische Welt (insofern bleibt es beim Bild des magischen Vogels), die jedoch wichtig für den Planeten Erde ist. In diese taucht jetzt Caspar ein. Und trifft das Mädchen mit den Sternen auf den Wangen.

Caspar, der mit seinen Eltern in Little Whollop, England, in einem Internat lebt, in dem auch verzogene Sprößlinge reicher Familien logieren, wird von den reichen Bullies drangsaliert und fühlt sich daher als Außenseiter. Denn seine Familie ist arm und arbeitet hart für ihren Lebensunterhalt. Nun dringt eine der Bullies sogar in den Wohnturm seiner Familie ein, Caspar versteckt sich in einer zu reparierenden Standuhr... und findet sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wieder: Und nun beginnt das Abenteuer. Caspar, eher ein Stubenhocker, wird eingeführt in Wolkenstern, wo es gilt ein Wagnis nach dem anderen zu bestehen. Während es Bösartige gibt, die ihm nicht gut gesinnt sind, finden sich aber zunehmend jene, die in ihm einen wichtigen Helden sehen. Wilda Undank (der Wildfang - Nomen est Omen) ist genauso wie Caspar eher eine Außenseiterin, doch nun schmieden die beiden eine Allianz, zwar mit Stolpersteinen, und bestehen gemeinsam Abenteuer. Nicht zuletzt spielt der kleine Drache Aldo eine wichtige Rolle.

Eine Welt voller Überraschungen, wo Wildas Wissen, Caspars plötzlich erkannte Willenskraft und Aldos Intelligenz zusammen wichtig sind - gemeinsam sind wir stark. Großartig, um das genau zum Ausdruck zu bringen... sehr magisch beschrieben. Lässt Kinderherzen jubeln, vor allem wenn sie vorher noch zitterten...
Von Nachtlingen, Knastvögel, Schlingpflanzen alias Schlammschlingerer, Nieselhexen (die alles einpökeln wollen), einem verführerischen Silberfluss, Wolkenriesen und vielem mehr - eine Welt voller Fantasie!

Das Titelbild ist superschön, diese blau-grüne Farbe (Nacht und Abenteuer im Dunklen) mit den blitzenden hellen Tupfen (die Ballonisten), ein Caspar im Boot, der gar nicht so verzagt aussieht und Aldo vor ihm, Wilda als strahlender Kontrapunkt hinter den beiden

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Veröffentlicht am 13.03.2022

Übermorgen ist nicht weit entfernt

Hoffnung
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„Vielleicht gibt es schönere Zeiten, aber diese ist die unsere“ Jean Paul Sartre, vorgesetzt dem Prolog. Genau das ist es – es ist ein Buch, was zum Nachdenken über die Essays inspiriert, über das Gegenwärtige ...

„Vielleicht gibt es schönere Zeiten, aber diese ist die unsere“ Jean Paul Sartre, vorgesetzt dem Prolog. Genau das ist es – es ist ein Buch, was zum Nachdenken über die Essays inspiriert, über das Gegenwärtige und das Übermorgen...könnte es so vielleicht sein?

Diese Rezension baue ich anders auf als üblich – viel persönlicher: Das Buch ist eine Sammlung von Essays einer jungen Autorin aus Österreich.

Ich habe zu einigen Stichworten von ihr eine andere Meinung, weil ich weltweit unterwegs war, arbeitsmäßig, und Dinge erlebt habe, die man nicht so einfach in Schwarzweiß Schablonen pressen kann.

Jeder Band der essayistischen Reihe Übermorgen besitzt eine eigene Farbe (von kräftig bis zart), das Buch von Frau Ismail ist in pink gekleidet. Dieser schlichte Einband (Farbe) und ein stilisiertes Motiv – eine Brücke, passend zu Hoffnung. In einer Begleitbroschüre schreibt der Verlag: Bitte gib mir nur ein Wort. Und auf Seite zwei – Was machen sie übermorgen?

Das Büchlein ist so praktisch wie eine Tafel RitterSport Schokolade und passt gut in die Handtasche (da ja überwiegend Frauen Leserinnen sind…), mit knapp 100 Seiten auch nicht schwergewichtig, leicht genug für Zugreisende, schwer genug für die nachdenklichen Minuten.

Hoffnung, Reihe Übermorgen (weitere Themen der Reihe sind ‚Angst‘, ‚Heimat‘, ‚Pathos‘, ‚Offenheit‘, ‚Wir‘, ‚Dummheit‘, ‚Sorge‘; wo jeweils ein:e Autor:in sich mit dem Begriff philosophisch und mit Fakten auseinandersetzt)

Sehr interessant ist die fleißige Recherchearbeit der Autorin zum Thema Hoffnung (Wortfindung, historisch, politisch etc.)

Am Schluss fordert die Autorin auf zum gemeinsamen Hoffen und zum Handeln. Das wünsche ich mir auch. Schön wäre wirklich das Prinzip Hoffnung, dass eines Tages alle Religionen einander respektieren und dass das Morden im Namen irgendeiner Religion aufhört.

Autorin: Nermin Ismail, Verlag Kremayr & Scheriau (mir war bislang die Autorin kein Begriff, sie ist in Wien geboren und hat anfänglich für österreichische Medien gearbeitet, heute für den Südwestrundfunk, Stuttgart; bislang zwei weitere Buchveröffentlichungen, 2016 erhielt sie den ‚niederösterreichischen Journalistenpreis‘)


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Veröffentlicht am 13.03.2022

Action Thriller Thailand, China, Ostafrika

Weißes Gold - Im Sog der Gier
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Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. (Laotse)

In dem temporeichen Thriller ‚Weißes Gold‘ geht es um illegalen Handel mit Elfenbein, um das Abschlachten ...

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. (Laotse)

In dem temporeichen Thriller ‚Weißes Gold‘ geht es um illegalen Handel mit Elfenbein, um das Abschlachten von geschützten Elefanten, und noch schlimmer das Vergiften ihres Fleisches, damit daran Aas fressende Tiere verenden, um nicht den Rangers die Fährte zu den Wilderern zu weisen. Gleichzeitig geht es um Mädchenhandel und den Missbrauch von Minderjährigen, um die totale Willensbrechung von Straßenjungs und Züchtung von willenlosen Verbrechern. Der Roman spielt überwiegend in Thailand, aber auch in China und in Ostafrika.

Ein Meeeresbiologe namens Alex und sein Freund Jaidee, ein thailändischer Polizist, legen sich mit der chinesischen Mafia an, die mit Elfenbein und Mädchen handelt. Beide Männer sind gut trainierte Kampfsportler, was ihnen im Laufe der Geschichte hilft, um ihr Leben zu retten. Jaidees Familie wird in Sicherheit gebracht. Chakri, ein Kollege von Jaidee, wird brutal ermordet, mit Kobrabissen. Ein Chinese namens Long foltert brutal.

Das ist schwer auszuhalten. Auch die Beschreibungen über die Morde an Elefanten, die Vergiftung der Tierkörper, so dass auch andere Wildtiere sterben. Das ist ebenfalls so brutal. Alex ist anscheinend gut aussehend, aber ein Beziehungsneurotiker, doch zumindest ein fairer Chef und ein loyaler Freund. Er ist umgeben von wirklich guten Freud:innen. Walter, Monica, Kim (die in ihn verliebt ist)… Walter ist der Vater von Kim und ein hervorragender Hacker.

Die thailändische Polizei kommt in dem Roman nicht sehr gut weg, aber den Ruf einer korrupten Behörde hat die Thai – Polizei auch im wahren Leben inne. Und der Mädchenhandel in Thailand ist eines der dreckigsten Geschäfte der Welt, dass Polizei und Behörden mit involviert sind, ist ein offenes Geheimnis. Demokratie ist nicht gerade eine Stärke Thailands. Schade, denn es gibt dort wunderbare Menschen und durch die Prostitution und den Mädchenhandel bekommt das Land einen schalen Beigeschmack (selbst gesehen, wie Kinder angeboten werden).

San Long, der als ein unbedeutender Straßenjunge, in die Hände eines gerissenen alten Lustmolchs fällt. San, der schnell lernt und weiß wie er an Geld und Achtung kommt. Er lernt sogar, z.B. über die chinesischen Philosophien, aber nach wie vor missbraucht er Mädchen. Frauen haben keinen Stellenwert.

Es ist gut geschrieben, aber brutal, keine hohe Literatur, doch führt in das chinesisch-thailändische Leben ein, es stößt ab und fasziniert gleichzeitig. Doch es ist auch so widerwärtig beschrieben, dass man hart gesottet sein muss, um die brutalsten Stellen zu überstehen. Schön sind auf jeden Fall die Beschreibungen von Thailand, gespickt mit viel Thai Kultur, sowie auch die Beschreibungen von Ostafrika.
Wenn man aufmerksam liest, dann bekommt man ziemlich schnell mit, wer der Verräter in den eigenen Reihen ist. Sehr offensichtlich...

Wie bereits erwähnt, temporeich – der Roman springt von einem brutalen Ereignis zum anderen, besteht nur aus Höhenpunkten. Manche dieser Ereignisse kommen einem unglaubwürdig vor, dass es wirklich in dieser Art und Weise sich abspielen kann. Es ist ein Roman! Doch bei den kriminellen Aktivitäten kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass die leider realistisch sind.

Das Buch hält einem am Lesen, so spannend ist der Ablauf, doch ich habe mehr als einmal das Gesicht geekelt verzogen angesichts der beschriebenen Szenen. Wie es wohl der Autorin beim Schreiben erging?

Empfehlenswert für die hart Gesottenen
eBooks von beTHRILLED

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Veröffentlicht am 02.03.2022

Die Mumps, Wilbur & Charlie

Die gigantischen Dinge des Lebens
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Die Mumps (Mum und Mup, seine beiden Mütter), der 14-jährige Wilbur und die Austauschülerin Charlie: Wilbur, der eigentlich am Liebsten unsichtbar ist weil er so schüchtern ist, aber jetzt nach Toronto ...

Die Mumps (Mum und Mup, seine beiden Mütter), der 14-jährige Wilbur und die Austauschülerin Charlie: Wilbur, der eigentlich am Liebsten unsichtbar ist weil er so schüchtern ist, aber jetzt nach Toronto ziehen muss, um das wahre Leben kennenzulernen.
Nachbar Sal, 85-jährig, ist Wilburs bester Freund. In der Schule trifft er Alex (homosexuell), eine zarte Freundschaft beginnt, doch nach kurzer Zeit ist dann Alex mit Fabrizio zusammen. Doch dann kommt die Austauschschülerin Charlie aus Paris (bei zuerst alle denken, sie ist ein Junge).

Ein Coming-of-Age Buch, das es in sich hat - die unterschiedlichen Charaktere sind gut gelungen: Es ist amüsant und es greift einem ans Herz.

Kinder können so grausam sein, und dann werden das grausame Erwachsene. Daher, Urachhaus, weiter so! Es gibt eben unterschiedliche Konstellationen im Leben. Nicht jeder heiratet. Nicht jeder lebt in einer konventionellen Beziehung. Das Beziehungsleben ist so bunt wie das Leben. Söhne wie Wilbur müssen damit zurecht kommen und es wäre leichter, wenn ihnen das Umfeld das einfach zugesteht.

Der Verlag Urachhaus, Freies Geistesleben, sagt, dass Menschen zwischen 12 - und 17 das Buch mögen. Ich meine aber, dass 17,5 jährige das bestimmt auch gerne lesen, und 19 3/4 jährige ebenfalls, und bestimmt auch 33jährige - sprich, es ist ein Buch ab zwölf Jahren bis unendlich... zu einem wichtigen Thema.

Das Umschlagsbild ist sehr, sehr auffallend und super gemacht - das Dino - Skelett mit der roten Mütze.

Jugendroman "Die gigantischen Dinge des Lebens" von Susin Nielsen

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