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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2025

Nachbarschaft und der Kampf um ein Zuhause

Ms Darling und ihre Nachbarn
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Insgesamt hat mir „Ms Darling und ihre Nachbarn“ der Autorin Freya Sampson doch gut gefallen. Hin und wieder fehlte für meinen Geschmack zwar etwas Spannung und manche Kapitel zogen sich etwas, die Geschichte ...

Insgesamt hat mir „Ms Darling und ihre Nachbarn“ der Autorin Freya Sampson doch gut gefallen. Hin und wieder fehlte für meinen Geschmack zwar etwas Spannung und manche Kapitel zogen sich etwas, die Geschichte ist an sich aber doch interessant geschrieben. Großer Pluspunkt ist für mich die überraschende Handlung, denn mit einigen Wendungen und gerade auch dem Ende hätte ich so niemals gerechnet. Oft sind solche Romane ja etwas vorhersehbar, dies war hier aber keineswegs der Fall. Und auch die Charaktere sprechen finde ich sehr für das Buch. Es ist schon so manche verschrobene Figur dabei, aber niemand wirkte überzeichnet, sondern tatsächlich authentisch und einzigartig. Thematisch holt die Geschichte denke ich viele Menschen ab, denn die Drohung das eigene Zuhause zu verlieren, wiegt doch schwer. Ein kleiner Kritikpunkt war für mich hin und wieder die Kommunikation zwischen den Figuren, einige Dialoge wirken doch übermäßig dramatisch und auch sonst lassen sich die Charaktere häufiger von ihren Gefühlen, als ihrem Verstand leiden. Wie im richtigen Leben aber auch kann man damit leben. Alles in allem war „Ms Darling und ihre Nachbarn“ unterhaltsam, abwechslungsreich und auch voller "Wohlfühlmomente". Für die genannten Kritikpunkte ziehe ich einen Stern ab und so lande ich letztlich bei immer noch guten 4 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Über den Hunger nach Geschichten

Klaus, die Büchermaus
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In letzter Zeit sind uns einige Bilderbücher begegnet und im Vergleich mit diesen ist „Klaus, die Büchermaus“ unser großer Favorit. Die Geschichte ist wirklich total süß und vermittelt eine tolle Botschaft. ...

In letzter Zeit sind uns einige Bilderbücher begegnet und im Vergleich mit diesen ist „Klaus, die Büchermaus“ unser großer Favorit. Die Geschichte ist wirklich total süß und vermittelt eine tolle Botschaft. Aber auch die restliche Gestaltung ist super gemacht. Das Format ist größer als üblich, aber trotzdem noch handlich. Durch die dicken Seiten und die hochwertige Bindung stimmen alle Rahmenbedingungen. Die Illustrationen sind nicht quietschbunt, aber immer noch angenehm farbenfroh. Sie ergänzen stimmig die Handlung, wobei sich witzige Details entdecken lassen. Dennoch sind die Seiten nicht überladen. Sprachlich ist die Geschichte für Kinder ab 3 Jahren leicht verständlich und lässt sich auch mühelos vorlesen. Das Konzept von „Klaus, die Büchermaus“ erinnert mich an eine Mischung aus "Die kleine Raupe Nimmersatt" und "Frederick" (zwei Bücher die ich sehr mag), ist aber trotzdem einzigartig und wunderbar kreativ. Insgesamt stimmt bei diesem wunderbaren Bilderbuch einfach alles. Natürlich vergeben wir 5 Sterne und eine große Leseempfehlung. Hoffentlich weckt das Buch noch bei vielen Kindern (und Erwachsenen) die Lust auf Geschichten.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Drei Generationen ringen um die Mutter-Tochter-Beziehung

Die Summe unserer Teile
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„Die Summe unserer Teile“ von Paola Lopez war für mich ein Roman welcher sich absolut mühelos, fesselnd und dabei trotzdem tiefgründig las. Die Geschichte dreht sich um das Leben drei starker, unabhängiger, ...

„Die Summe unserer Teile“ von Paola Lopez war für mich ein Roman welcher sich absolut mühelos, fesselnd und dabei trotzdem tiefgründig las. Die Geschichte dreht sich um das Leben drei starker, unabhängiger, aber doch auch verletzlicher Frauen. Nicht immer ist das Verhalten der Protagonistinen sympathisch, aber sie sind finde ich alle drei authentisch, was mir wichtiger ist. Über unterschiedliche Lebensabschnitte hinweg bekommen wir jeweils kurze Einblicke wobei die Perspektive mehrmals wechselt und so bleibt die Geschichte insgesamt fragmentarisch. Eigentlich logisch, denn für drei vollständige Biografien müsste das Buch deutlich dicker sein. Das ein oder andere Kapitel mehr, wäre allerdings trotzdem toll gewesen. Klarer Mittelpunkt der Geschehnisse sind die jeweiligen Mutter-Tochter-Beziehungen, aber auch prägende Lebensereignisse der Frauen werden thematisiert. Insgesamt gefiel mir die Umsetzung der Autorin ausgesprochen gut. Thematisch scheut sie nicht vor schwierigen Themen zurück und in diesem Fall hat mich die Handlung immer wieder emotional aufgewühlt. Manche Szenen machen wütend, fassungslos und regen doch zum Nachdenken an. All das spricht finde ich für den Roman. Auch sprachlich konnte mich das Werk begeistern. Der Schreibstil las sich angenehm flüssig und war doch gehoben und voller Finesse, was viel zum Lesevergnügen bei trug. Da mir das Buch bis auf wenige Kleinigkeiten sehr gut gefiel, vergebe ich gerne volle 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Weitschweifige Geschichte, mit wenig Spannung, aber viel Lokalkolorit

Verdeckte Spuren
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Zunächst einmal will ich deutlich sagen, dass ich es auch verstehen kann, wenn andere Leser dieses Buch mögen. „Verdeckte Spuren“ von Jochen Brunow hat durchaus seine Stärken. Zunächst einmal ist der Lokalkolorit ...

Zunächst einmal will ich deutlich sagen, dass ich es auch verstehen kann, wenn andere Leser dieses Buch mögen. „Verdeckte Spuren“ von Jochen Brunow hat durchaus seine Stärken. Zunächst einmal ist der Lokalkolorit von Sardinien, wie auch von Berlin wunderbar herausgearbeitet. Mitunter liest sich die Geschichte finde ich so detailliert wie ein Reiseführer und macht Lust auf die jeweilige Gegend. Auch der Schreibstil ist etwas besonderes und wer ausschweifende, detailreiche und bildhafte Erzählungen mag, wird dieses Buch lieben. Mich persönlich konnte der Stil leider nicht abholen, ich fand ihn wirklich anstrengend zu lesen und auch wenn ich mich nach etlichen Seiten an diesen gewöhnt hatte, begeistert war ich bis zum Ende nicht davon. Letztlich bleibt aufgrund der vielen Ausschweifungen nämlich jegliche Spannung auf der Strecke. Die Handlung verliert sich immer wieder in unwichtigen Nebensträngen, von Ermittlungen kann man nicht sprechen, nur durch Zufall und viel technische Hilfe wird alles aufgeklärt. Was mich zunehmend störte war außerdem die sehr "männliche Schreibe". Alle wichtigen Figuren sind zunächst Männer, die wenigen vorkommenden Frauen sind mehr oder weniger schmückendes Beiwerk und nur als (mögliche) Partnerinnen interessant. Außerdem sind die Beschreibungen der weiblichen Figuren finde ich beispielhaft für den "Male Gaze", sehr auf Äußerlichkeiten bedacht und wenn sie mal nicht normschön sind werden sie mit abwertenden Bezeichnungen wie etwa Matrone bedacht. Auch durch den Bechdel-Test fällt das Buch durch, was finde ich bezeichnend ist. Auf über 300 gibt es keine Interaktion zwischen zwei Frauen, welche sich nicht um Männer dreht. Versteht mich bitte nicht falsch. Normalerweise bewerte ich Krimis nicht nach feministischen Maßstäben. In diesem Fall zieht sich die patriarchale Denke aber dermaßen deutlich durchs Buch, dass es für mich auch die restliche Geschichte abwertet. Dazu kam dann noch der mühsame Schreibstil und ein etwas zu konstruierter Fall. Auch wenn es mir leid tut, mehr als 2 Sterne kann ich in diesem Fall nicht vergeben.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Grandioses Finale

Kerze & Krähe
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Mit seinem dritten und letzten Band „Kerze & Krähe Die Chronik des Siegelmagiers 3“ hat Autor Kevin Hearne wirklich einen würdigen Abschluss geschrieben. In der Geschichte geht es nun endlich um Al's Flüche, ...

Mit seinem dritten und letzten Band „Kerze & Krähe Die Chronik des Siegelmagiers 3“ hat Autor Kevin Hearne wirklich einen würdigen Abschluss geschrieben. In der Geschichte geht es nun endlich um Al's Flüche, wobei auch noch einige Aufträge als Siegelagent Abwechslung in die Handlung bringen, sowie alle anderen noch offenen Fragen beantworten werden. Großartig finde ich auch die so deutliche Weiterentwicklung bekannter Figuren. Die Erzählung ist zwar immer noch gewohnt schräg, aber übermäßiger Alkoholkonsum wird nun auch durchaus kritisch reflektiert und gefühlt war die Fluchdichte im Vergleich zu den Vorgängerbänden geringer. Dafür ist die Geschichte fokussierter, absolut fesselnd und am Ende einfach nur rund. Der Schreibstil, liegt mir aufgrund der gewählten Zeitform Präsens, eigentlich nicht so sehr. Aber auch mit einem etwas verringerten Lesetempo konnte mich die Handlung mitreißen. Für alle Fans der Reihe kann ich „Kerze & Krähe“ uneingeschränkt empfehlen. Natürlich sollte man aber beide Vorgänger kennen. Zu empfehlen ist die gesamte Trilogie Allen, die raue und schräge Fantasy für Erwachsene mögen. Jeder Band war für mich eine Steigerung und so vergebe ich diesmal natürlich 5 Sterne und eine große Leseempfehlung!

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