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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2022

Tolle Idee, aber nicht ganz überzeugend in der Umsetzung

Nicht aus der Welt
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Der Roman „Nicht aus der Welt“ von Anne Köhler greift ein Gefühl auf, welches wir denke ich alle kennen, nämlich den Wunsch einfach mal zu verwinden. Passenderweise gibt es in der Handlung, welche in Berlin ...

Der Roman „Nicht aus der Welt“ von Anne Köhler greift ein Gefühl auf, welches wir denke ich alle kennen, nämlich den Wunsch einfach mal zu verwinden. Passenderweise gibt es in der Handlung, welche in Berlin spielt, genau dafür ein Hotel, welches eine anonyme Auszeit bietet und so die Chance auf ein Durchatmen und Sich-finden schaffen soll. Die Idee dahinter finde ich zunächst ziemlich genial und auch die architektonischen Besonderheiten des Hotels sind äußerst faszinierend geschildert, so dass ich gerne in diese ruhige und besonnene Geschichte abgetaucht bin. Anders als der Klappentext verspricht, gibt es aber weit mehr als zwei Hauptprotagonist:innen. An sich spricht für mich auch nichts gegen viele Perspektiven, allerdings müssen diese für mich schon Sinn ergeben und vor allem genug Raum zur Entfaltung bekommen. Gerade am zweiten Punkt mangelte es meiner Meinung nach allerdings. Denn im Verlauf der Handlung kommen immer mehr Figuren hinzu, welche ihre Perspektive anfangen zu erzählen, am Ende ist dann aber gar nicht mehr genug Zeit um alles aufzulösen. Wer also mit offenen Enden nicht klarkommt, sollte besser die Finger von diesem Roman lassen. Auch für meinen Geschmack blieb doch zu Vieles offen, um die Geschichte im Gesamten rund und stimmig wirken zu lassen. So blieb ich mit einem leicht unbefriedigten Gefühl zurück, dass noch etwas zu fehlen scheint. Gerade zu Beginn geht die Handlung sehr gemächlich los und braucht fast bis zur Hälfte es Buchs bis sich Friederike und Hempel überhaupt erst mal begegnen. Plötzlich zieht dann das Tempo merklich an, die Ereignisse überschlagen sich und sind überhaupt nicht vorherzusehen. Und dann kommt auch schon das Ende, ohne viele der vorher aufgebauten Themen, nochmal aufzugreifen. Auch wenn ich mit der inhaltlichen Gewichtung so meine Schwierigkeiten hatte, bin ich doch begeistert vom Schreibstil, welcher sich wirklich durchgehend flüssig und angenehm las. Außerdem verbirgt sich durchaus so manche Weisheit in diesem Text. Für das Gesamtkonzept bzw. die Umsetzung kann ich dennoch nicht mehr als 3 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 13.12.2022

Stärkend, mitreißend und überaus lebensnah

Fang jetzt bloß nicht an zu lieben
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„Fang jetzt bloß nicht an zu lieben“ von Mhairi McFarlane ist ein wunderbar zeitgemäßer, tiefgründiger und dennoch amüsanter Roman. Es handelt sich zwar nicht um eine reine Wohlfühlgeschichte, dennoch ...

„Fang jetzt bloß nicht an zu lieben“ von Mhairi McFarlane ist ein wunderbar zeitgemäßer, tiefgründiger und dennoch amüsanter Roman. Es handelt sich zwar nicht um eine reine Wohlfühlgeschichte, dennoch konnte mich die Vielfalt an Themen überzeugen. Es geht unter anderem um Freundschaft, Opfer/Täter-Darstellungen, Gaslighting und noch viel mehr. Witzige Dialoge, mutige Protagonistinnen und ein fesselnder Plot sorgten dann dafür, dass ich trotz der teils bedrückenden Themen gerne immer weiter las. Der Schreibstil ist zudem angenehm leicht gehalten, trotzdem wortgewandt und gefiel mir in seiner Gesamtheit ausgesprochen gut. Einziger Kritikpunkt an diesem tollen Roman ist für mich das Cover. Denn die Frau darauf, hat optisch überhaupt nichts mit unserer Hauptprotagonistin, zu tun. Die hat nämlich strohblonde Haare und trägt meistens eine Hornbrille. Wenn man schon eine Figur abdrucken muss, sollte sie meiner Meinung nach zumindest ein wenig an die tatsächlichen Charaktere erinnern. Ansonsten gibt es am Buch aber wirklich gar nichts zu meckern. Die Geschichte hat jede Menge Tiefgang, ist trotzdem unterhaltsam und wirklich abwechslungsreich. Die Seiten flogen nur so dahin und einige der Wendungen konnten mich wirklich überraschen. Deshalb vergebe ich auch gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.12.2022

Herrlich leichte Liebesgeschichte für Teenies und Junggebliebene

Sternstunden mit dir
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Mit dem Roman „Sternstunden mit dir“ der Autorin Evelyn Uebach habe ich mich nach Längerem wieder mal ins YA-Genre gewagt und wurde zum Glück überhaupt nicht enttäuscht. Diese wunderbar süße Geschichte ...

Mit dem Roman „Sternstunden mit dir“ der Autorin Evelyn Uebach habe ich mich nach Längerem wieder mal ins YA-Genre gewagt und wurde zum Glück überhaupt nicht enttäuscht. Diese wunderbar süße Geschichte über die erste Verliebtheit, kann man nämlich gut auch als Erwachsene lesen. Natürlich bringen die Protagonist:innen noch nicht so viel Lebenserfahrung und Reife mit, aber ich persönlich habe mich durch Kiamaras Gedankenträumereien und ihre so greifbare Verliebtheit in meine Jugendjahre zurückversetzt gefühlt. Noch dazu ist es total schön das die Geschichte zur Adventszeit in Deutschland spielt und durch zahlreiche Details für eine wunderbare vorweihnachtliche Stimmung sorgt. Sehr liebevoll überlegt und absolut stimmig wirken die zahlreichen passenden Aktionen, welche uns Leser:innen sofort in adventliche Stimmung versetzen. Die Handlung ist dabei wirklich zuckersüß, beinhaltet allerdings dennoch auch ernsthaftere Aspekte, im Gesamten ist die Stimmung aber ansprechend beschwingt. Auch der Schreibstil und die angenehm kurzen Kapitel sorgten für einen schönen Lesefluss. Sprachlich orientiert sich der Roman eher an einer jüngeren Zielgruppe, mit jugendsprachlichen Ausdrücken wird aber zum Glück gespart. Und so konnte mich die Geschichte wirklich durchgehend fesseln und zum Ende hin sogar überraschen. Deshalb bekommt dies hinreißend leichte Liebesgeschichte von mir volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Mein Fazit: Hält genau was es verspricht! Romantische, aber nicht zu übertrieben kitschige Geschichte, einfach perfekt für die Winterzeit.

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Veröffentlicht am 08.12.2022

Langatmige aber tiefgründige Geschichte, welche mich nicht voll abholen konnte

Die dunklen Sommer
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Im Roman „Die dunklen Sommer“ von Miranda Beverly-Whittemore hatte ich mir eine spannungsvolle Lektüre erhofft. Vollkommen mitreißen konnte mich die Geschichte im Gesamten letztendlich aber leider nicht. ...

Im Roman „Die dunklen Sommer“ von Miranda Beverly-Whittemore hatte ich mir eine spannungsvolle Lektüre erhofft. Vollkommen mitreißen konnte mich die Geschichte im Gesamten letztendlich aber leider nicht. Prinzipiell ist die Handlung durchaus interessant und auch die Erzählweise, mit sich kapitelweise abwechselnden zeitlichen Perspektiven, gefiel mir gut. Der Schreibstil liest sich meist angenehm, wobei man die Eigenart der Erzählerin, alle um sich herum vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, lateinisch zu benennen, schon mögen muss. Trotzdem ergaben sich für mich immer wieder Längen. Für meinen Geschmack wird die Handlung nämlich zu sehr ausgedehnt und übermäßig langatmig erzählt. Vor allem da sich die großen Enthüllungen des Endes, für mich schon länger abzeichneten. Eine straffere Darstellung hätte der Geschichte auf jeden Fall gut getan, wobei ich auch dann nicht sagen könnte, ob so mehr Spannung aufgekommen wäre. Alles in allem hatte ich mir einfach etwas mehr erwartet. Wer schon andere Romane über sektenähnliche Gemeinschaften und deren Dynamik gelesen hat, wird hier erzählerisch wenig Neues finden. Die Autorin bleibt bei klassischen Themen wie Schuld, Manipulation und Abhängigkeit und erzählt eine realistisch wirkende, wie auch traurige Geschichte. Die Grundstimmung des Romans ist dabei stets gedrückt, auch in den eigentlich fröhlicheren Passagen, umweht die Handlung ein wehmütiger Hauch. Und so fällt mir die Bewertung des Buches wirklich nicht leicht. Einerseits punktete es mit Authentizität und ausgereiften Charakteren, andererseits verliert sich die Geschichte immer wieder in Belanglosigkeiten und konnte mich auch sonst nicht großartig überraschen. Deshalb bleibe ich bei meiner Bewertung in der guten Mitte und vergebe 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.12.2022

Amüsante Geistergeschichte, welche doch auch ernste Momente beinhaltet

Ghost No Girl!
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„Ghost No Girl!“ von Joe Vitani ist der erste Teil einer Dilogie, welcher trotz des anfänglichen Todes der Hauptprotagonistin für mich eine erstaunlich amüsante Lektüre darbot. Der Autorin ist in ihrem ...

„Ghost No Girl!“ von Joe Vitani ist der erste Teil einer Dilogie, welcher trotz des anfänglichen Todes der Hauptprotagonistin für mich eine erstaunlich amüsante Lektüre darbot. Der Autorin ist in ihrem Werk wirklich ein gesundes Gleichgewicht aus Ernsthaftigkeit und Humor gelungen und gerade durch diese Mischung wird die Geschichte zu etwas Besonderem. Der Tonfall des Schreibstil ist meist wunderbar locker-leicht, wobei es aber auch emotionale Momente gab. Gerade die Beerdigung zu Beginn und auch Allies sonstiger Umgang mit ihrer Familie waren wirklich sehr rührend geschildert. Inhaltlich gefiel mir die Geschichte soweit gut. Die „magischen“ Elemente der Geisterwelt werden nach und nach erklärt, hätten aber gerne noch etwas ausführlicher beschrieben sein dürfen. Für ein ausführliches Worldbuilding lässt allerdings auch schon die geringe Seitenanzahl keinen Raum. Und so stehen im Mittelpunkt der Geschichte vielmehr die Charakterentwicklung und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei bewegt sich die Handlung im Rahmen typischer YA-Themen, wobei sie mich stellenweise auch etwas überraschen konnte. Alles in allem war „Ghost No Girl!“ eine kurzweilige und angenehm leichte Lektüre. Einzig mit einem Charakter wurde ich gar nicht warm, was vor allem an seiner überheblichen Art lag. Deshalb empfand ich auch Allies vertrauliches Verhalten ihm gegenüber als nicht stimmig. Zum Glück gab es aber noch genügend andere Figuren, welche ich leichter ins Herz schließen konnte. Im Gesamten vergebe ich solide 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die mal wieder Lust auf eine humorvolle Geistergeschichte haben!

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