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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2021

Nicht mein liebstes Werk des Autors, dennoch spannend und mitten im Nerv der Zeit

Game Changer – Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Bisher konnte mich noch jedes Buch des Autoren Neal Shusterman begeistern, fesseln und durchaus zum Nachdenken anregen. Somit habe ich sein neustes Werk "Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, ...

Bisher konnte mich noch jedes Buch des Autoren Neal Shusterman begeistern, fesseln und durchaus zum Nachdenken anregen. Somit habe ich sein neustes Werk "Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen" natürlich voller Vorfreude erwartet. Auch hier schafft es der Autor seine Idee, in einem faszinierenden Gedankenspiel umzusetzen. Zwar erschafft er dieses mal keine völlig neue (dystopische) Welt, allerdings gelingt es ihm viele aktuelle Themen (z.B. Rassismus, Sexismus, Ungerechtigkeit) auf fantastische Weise aufzugreifen und in eine packende Geschichte mit zu nehmen. Denn wer von uns hat sich nicht schon einmal gefragt, was wäre wenn dies oder jenes anders gelaufen wäre. In Game Changer spielt Shusterman genau mit dieser spannenden Frage, indem er einen Jugendlichen zum Mittelpunkt des Universums macht und ihm die Möglichkeit gibt Gegebenheiten zu verändern. Durch viele überraschende Wendungen wird die Handlung wirklich nie langweilig. Der Schreibstil ist einfach gehalten, dadurch leicht zu lesen und passt sich durch Jugendsprache seinem Genre an. Trotzdem fühlte ich mich auch als erwachsene Leserin in der Geschichte wohl und kann sie deshalb allen Sci-Fi-Fans empfehlen. Einen Stern ziehe ich allerdings ab, da das Buch inhaltlich nicht ganz so stark wie die Vorgängerwerke war und stellenweise noch etwas mehr in die Tiefe hätte gehen können.

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Veröffentlicht am 23.10.2021

Kurzgeschichten aus einer anderen Zeit

Die tristen Tage von Coney Island
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Von 1871 bis 1900 lebte der Schriftsteller und Kriegsberichtserstatter Stephen Crane. In „Die tristen Tage von Coney Island“ wurde nun eine erlesene Auswahl unterschiedlichster Werke Cranes versammelt. ...

Von 1871 bis 1900 lebte der Schriftsteller und Kriegsberichtserstatter Stephen Crane. In „Die tristen Tage von Coney Island“ wurde nun eine erlesene Auswahl unterschiedlichster Werke Cranes versammelt. Um die Geschichten in diesem Buch richtig einordnen zu können, ist es allerdings wichtig zu wissen, wann diese geschrieben wurden, denn Manches wirkt in der heutigen Zeit durchaus befremdlich. Als Besonderheit wurden sogar einige Kurzgeschichten erstmalig ins Deutsche übersetzt. Die einzelnen Erzählungen sind tatsächlich in Stil und Thema sehr unterschiedlich und haben mich deswegen auch nicht alle gleich stark angesprochen. Einigen wirkten wie reine Kriegsberichte und nicht wie Kurzgeschichten, mit diesen konnte ich sehr wenig anfangen. Auch Cranes beißender Zynismus und sein Hang zu Übertreibungen, muss man mögen um die Geschichte schätzen zu können. Dennoch gab es für mich auch Highlights, weswegen mein Urteil gemischt ausfällt. Für Fans von Stephen Crane ist diese Sammlung sicherlich ein absolutes Muss. Wer sich noch nie mit diesem bedeutenden amerikanischen Schriftsteller befasst hat, lernt hier auf jeden Fall einiges über ihn, sowie das damalige Zeitgeschehen. Im Nachwort gibt es nämlich jede Menge Infos rund um sein Schaffen. Mein Fazit: Für die stellenweise herausfordernde Lektüre, mit einigen Highlights, vergebe ich 3 ½ Sterne.

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Veröffentlicht am 21.10.2021

Großartiger historischer Krimi, fesselnd und gut recherchiert

Der weiße Panther (Lemke-von Stain-Serie 2)
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„Der weiße Panther“ ist der zweite Teil, einer einzigartigen Krimireihe. Bereits mit seinem ersten Band konnte mich Autor Leonard Bell absolut begeistern, wobei der zweite Band nun nochmal eine Schippe ...

„Der weiße Panther“ ist der zweite Teil, einer einzigartigen Krimireihe. Bereits mit seinem ersten Band konnte mich Autor Leonard Bell absolut begeistern, wobei der zweite Band nun nochmal eine Schippe drauf legt. Um die Handlung gut verfolgen zu können, empfiehlt es sich zunächst „Der Petticoat-Mörder: Fred Lemkes erster Fall“ zu lesen, den aktuellen Fall kann man aber prinzipiell auch ohne Vorkenntnisse verfolgen. Und dieser ist nicht nur richtig spannend, sondern auch so knifflig, dass das Ende überraschend und nur schwer zu erahnen war. Ein Krimi, genau nach meinem Geschmack! Das eigentliche Highlight der Reihe sind für mich allerdings die historischen Bezüge. Umfassend und total spannend ist Zeitgeschichtliches in die Geschichte eingearbeitet, ohne das es mir zu viel wurde oder zu sehr von den Ermittlungen abgelenkt hätte. So gab es zum Beispiel interessante Einblicke in das alltägliche Leben im geteilten Berlin (noch ohne Mauer). Die Ermittler sind wirklich vielschichtige Charaktere und bringen alle auch eine eigene Geschichte mit, was mir gut gefiel. Der Schreibstil passt sich mit seinen Begrifflichkeiten an die damalige Zeit an, liest sich aber dennoch leicht und flüssig. Schon jetzt kann ich den dritten Band kaum erwarten, da ich unbedingt wissen möchte, wie es privat bei Fred Lemke und Ellen von Stain weitergeht. Natürlich gibt es von mir, für dieses interessante und kurzweilige Krimivergnügen, volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.10.2021

Temporeicher und undurchschaubarer Regionalkrimi

Tod im Hohen Venn
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„Tod im Hohen Venn“ ist bereits der zweite Band rund um den belgischen Ermittler Piet Donker. Dieser kann aber ohne Probleme auch ohne das Vorwissen aus Band 1 gelesen werden. Erneut hat Autor Stephan ...

„Tod im Hohen Venn“ ist bereits der zweite Band rund um den belgischen Ermittler Piet Donker. Dieser kann aber ohne Probleme auch ohne das Vorwissen aus Band 1 gelesen werden. Erneut hat Autor Stephan Haas eine anspruchsvolle und vielschichtige Handlung, voller authentischer Charaktere entworfen, welche bis zum Schluss spannend und undurchschaubar für mich blieb. Die Erzählung ist dabei äußerst dicht, ständig passiert etwas Neues und durch die zahlreichen Wendungen, wurde ich mehrmals überrascht. So macht es uns der Autor richtig schön schwer, das Ende vorherzusehen. Auch diesmal ist die Geschichte recht düster und lässt wieder in menschliche Abgründe schauen. Allzu blutig geht es zum Glück aber nicht zu. Regionale Bezüge zu Belgien sind vorhanden, nehmen aber nicht überhand. Im Vordergrund steht der äußerst verzwickten Fall, welcher Piet Donker durchaus an seine Grenzen bringt. Er und sein Team ermitteln drei Tage fast ununterbrochen und reizen dabei nicht nur ihre körperliche Leistungsfähigkeit aus. Manche Szene wirkte deshalb für meinen Geschmack etwas übertrieben bzw. konstruiert, dafür gibt es einen Stern Abzug. Dennoch ist „Tod im Hohen Venn“ ein unterhaltsames und kurzweiliges Leseerlebnis und eignet sich für alle Fans von kniffligen Kriminalromanen.

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Veröffentlicht am 14.10.2021

Differenzierte und interessante Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus

Wer wird denn da gleich schwarzsehen
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Sehr sympathisch und mit viel Humor beschreibt der Autor Marius Jung in seinem Buch „Wer wird denn da gleich schwarz sehen“ persönliche rassistische Erfahrungen und beschäftigt sich darüber hinaus mit ...

Sehr sympathisch und mit viel Humor beschreibt der Autor Marius Jung in seinem Buch „Wer wird denn da gleich schwarz sehen“ persönliche rassistische Erfahrungen und beschäftigt sich darüber hinaus mit der Frage was jede:r Einzelne von uns im Alltag dagegen tun kann. Denn eins ist klar, das Thema geht uns alle etwas an. Neben einem geschichtlichen Überblick über die Entstehung von Rassismus, beleuchtet der Autor in seinen Kapiteln unterschiedlichste aktuelle Themenfelder. Dabei liest sich das Buch angenehm und leicht, da alle Themenbereiche alltagsnah sind. Außerdem verzichtet Marius Jung auf einen erhobenen Zeigefinger, sondern wirbt vielmehr für ein respektvolles Miteinander und einen Austausch auf Augenhöhe. Das Buch ist auch deshalb so vielfältig, da der Autor auch andere Betroffene zu Wort kommen lässt. Viele geschilderte Situationen haben mich dabei sowohl erschreckt als auch berührt und so noch mehr sensibilisiert. Mir hat das Buch aber durchaus auch Hoffnung gemacht, das sich trotz mancher gesellschaftlicher Entwicklung, doch schon Einiges verändert hat und sich auch noch in Zukunft weiterhin zum Positiven hin verändern wird. Auch über sprachliche Unsicherheiten kann die Lektüre hinweghelfen, wobei es ehrlicherweise noch keine perfekte Lösung für Vieles gibt. Dennoch ist es ein wichtiger erster Schritt, sich bewusst mit dem Thema Rassismus in Deutschland auseinander zu setzen. Dafür bietet „Wer wird denn da gleich schwarz sehen“ eine ausgezeichnete Grundlage, weswegen ich das Buch gerne weiterempfehlen mag.

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