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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2025

Gemischte Gefühle

Der Große Gary
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„Der Große Gary“ von Rob Perry ist wieder mal ein Buch bei welchem mir die Bewertung schwer fällt. Die Geschichte ist durchweg einfach nur schräg und zwar auf eine nicht nur gefällige Weise. Oft wirken ...

„Der Große Gary“ von Rob Perry ist wieder mal ein Buch bei welchem mir die Bewertung schwer fällt. Die Geschichte ist durchweg einfach nur schräg und zwar auf eine nicht nur gefällige Weise. Oft wirken etwas verschrobene Charaktere auf mich total sympathisch, dass war hier nicht unbedingt der Fall. Aber die Handlung liest sich unterhaltsam und entwickelt sich absolut überraschend und nicht vorhersehbar. Oft geht etwas schief, aber irgendwie geht es dann doch weiter. Und Protagonist Benjamin macht durch die extreme Situation in wenigen Tagen eine große Wandlung durch. Auch dieser Aspekt gefiel mir. Der Schreibstil liest sich außerdem flüssig und erzeugt sprachlich eine besondere Atmosphäre. Nur das Ende gefiel mir wiederum weniger gut. Alles in allem war „Der Große Gary“ für mich also ein durchmischtes Leseerlebnis. Wer auf etwas verrückte Geschichten steht und Hunde mag, dem wird der Roman bestimmt gefallen. Jede:n holt das Buch aber wahrscheinlich nicht ab.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Aufmachung weckt falsche Erwartungen

Hildegards Schatzkiste
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Cover und Klappentext des Büchleins „Hildegards Schatzkiste Kräuterwissen, Rezepte und Heilsames für die Seele“ ließen mich eigentlich auf einen anderen Fokus hoffen. Kräuterwissen und Rezepte nehmen insgesamt ...

Cover und Klappentext des Büchleins „Hildegards Schatzkiste Kräuterwissen, Rezepte und Heilsames für die Seele“ ließen mich eigentlich auf einen anderen Fokus hoffen. Kräuterwissen und Rezepte nehmen insgesamt nur einen kleinen Raum im Buch ein und ob die abgedruckten Zitate als heilsam empfunden werden ist sicherlich Geschmackssache. Wie ihr merkt bin ich etwas enttäuscht, hauptsächlich weil ich mit einer ganz anderen Erwartung gestartet bin. Im Buch selbst erfährt man zunächst einmal ausführlich von Hildegards Leben und Wirken, was ich noch durchaus interessant fand. Als Ordensfrau und spätere Äbtissin steht der Glaube dabei natürlich stark im Mittelpunkt. Als Person bewundere ich Hildegard von Bingen auf jeden Fall. Dennoch muss man viele ihrer Aussagen in der damaligen Zeit verorten. Gerade deshalb finde ich es fragwürdig dieses Buch mit Sprüchen wie "Ein wunderbarer Wissensschatz, auch für die Menschen von Heute" zu bewerben. Auch wenn einiges für die damalige Zeit erstaunlich weitsichtig ist, schüttelt man bei vielem anderen einfach nur mit dem Kopf. Wer auf der Suche nach Rezepten und Kräuterwissen ist, findet sicherlich nützlichere Bücher. Als Einblick in das Leben einer bewundernswerten Frau leistet das Buch aber einen guten Dienst.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Der Sog der Neuen Rechten

Heimat
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„Heimat“ von Hannah Lühmann lässt mich am Ende etwas enttäuscht zurück. Dabei hat der Roman inhaltlich durchaus starke Momente. Denn das stetige Abgleiten in rechte Denkmuster und die Faszination für das ...

„Heimat“ von Hannah Lühmann lässt mich am Ende etwas enttäuscht zurück. Dabei hat der Roman inhaltlich durchaus starke Momente. Denn das stetige Abgleiten in rechte Denkmuster und die Faszination für das traditionelle Familienbild der Trade Wifes hat mir gut gefallen. Allerdings hätte ich zumindest am Anfang mal etwas kritisches Hinterfragen und ein klares Statement von Protagonistin Jana erwartet. Obwohl diese intellektuell vieles durchschauen müsste, ergibt sie sich fast schon Willenlos ihren neuen Freundinnen. Trotz der geringen Seitenzahl eröffnet die Autorin zudem viele Nebenschauplätze, hier eine Trennung, dort angedeutete häusliche Gewalt. Insgesamt hätte etwas mehr Fokus der Geschichte glaube ich gut getan. Mit dem Ende konnte ich dann wiederum wirklich gar nichts anfangen, es ist mir viel zu offen und auch ziemlich merkwürdig. Eine Stärke des Buchs ist für mich aber die aufgezeigte Vielschichtigkeit bzw. wie sich im Alltag rechte Ideologien mit Verschwörungserzählungen mischen. Diese begegnen uns Leser:innen im Buch leider unreflektiert, es gibt nicht eine Figur welche sich diesen wirklich aktiv und kritisch entgegen stellt. Wer als Lesender selbst mit der Szene interagiert wird fürchte ich nicht unbedingt abgeschreckt, auch wenn ich persönlich vieles richtig gruselig fand. Aber auch der starke Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe werden eben stark herausgestellt. Der Schreibstil liest sich einnehmend und trägt rasch durch die Geschichte. Alles in allem hat „Heimat“ interessante Ansätze, so ganz geht das Konzept für mich aber nicht auf. Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, bleibe aufgrund meiner genannten Kritikpunkte aber letztlich bei 3 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Richtig gut! – Ein Mordopfer als Ermittlerin

Not Quite Dead Yet
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In „Not Quite Dead Yet“ lässt Holly Jackson ihre Protagonistin Jet ihren eigenen Mord aufklären und erzählt damit in einem Thriller so sehr aus der Opferperspektive wie noch nie zuvor. Erstaunlicherweise ...

In „Not Quite Dead Yet“ lässt Holly Jackson ihre Protagonistin Jet ihren eigenen Mord aufklären und erzählt damit in einem Thriller so sehr aus der Opferperspektive wie noch nie zuvor. Erstaunlicherweise ist die Geschichte zudem erstaunlich realitätsnah und auch dadurch richtig spannend. Die Stimmung ist durchaus besonders, denn Jet reagiert auf ihren bevorstehenden Tod nicht unbedingt wie erwartet. Mit viel schwarzem Humor, etwas aggressiv und nicht gerade behutsam geht sie ihre Ermittlungen an und stößt damit so ziemlich jeder Person in ihrem Umfeld vor den Kopf. Zum Glück ist Billy, ihr bester Freund aus der Kindheit, an ihrer Seite und sorgt so auch für emotionalere Szenen, welche einem Jet doch sympathisch machen. Durch den eng gesetzten Zeitrahmen von höchstens 7 Tagen ist das Tempo von Beginn an hoch und auch der Schreibstil ist absolut fesselnd. Die letztendliche Auflösung habe ich nicht kommen sehen und wurde am Ende dadurch nochmal richtig überrascht. Auch deshalb war „Not Quite Dead Yet“ für mich ein Thriller der Extraklasse. Lediglich ein kleiner Kritikpunkt zog sich für mich durchs Buch, was dem Lesevergnügen insgesamt aber keinen großen Abbruch tat. Für mich wirkt Jet einfach nicht wie eine 27-Jährige. Ihre Ausdrucksweise und auch ihr Verhalten lassen sie eher 10 Jahre jünger erscheinen. Vielleicht merkt man Autorin Holly Jackson hier einfach ihr gewohntes „Jugendbuch-Gerne“ an. Wer bereits andere Bücher von ihr mochte, wird auch in diesem neuen Werk gute Unterhaltung finden. Insgesamt vergebe ich wirklich gerne 4 ½ Sterne, welche ich auf 5 aufrunde.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Erebos ist zurück - Schon wieder?!

Erebos 3
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Zunächst dachte ich ja, "Wirklich noch ein Band? Funktioniert das?", aber ja, auch in "Erebos 3" schafft es Ursula Poznanski erneut mich voll und ganz in die Welt von Erebos zu ziehen. Ein wenig leid tut ...

Zunächst dachte ich ja, "Wirklich noch ein Band? Funktioniert das?", aber ja, auch in "Erebos 3" schafft es Ursula Poznanski erneut mich voll und ganz in die Welt von Erebos zu ziehen. Ein wenig leid tut Nick einem ja schon, auch deshalb weil diesmal noch mehr auf dem Spiel steht als jemals zuvor. In gewohnter Manier spielt sich Erebos nämlich nicht nur auf den PC-Bildschirmen, sondern auch im realen Leben ab. Die Spannung ist von Beginn an hoch und es macht durchaus Spaß zusammen mit Nick zu versuchen herauszufinden was diesmal die Hintergründe und Ziele des Spiels sind. Die Autorin macht es einem nicht leicht dahinter zu kommen und trotz der eigentlich vertrauten Welt und einiger bekannten Charaktere, gibt es zahlreiche überraschende Wendungen. Die Handlung überzeugt zudem mit viel Action, kniffligen Rätseln und der gewohnt angenehmen Schreibstil sorgt für einen tollen Leseflow. Obwohl die eigentliche Handlung in sich geschlossen ist, hilft es denke ich die vorherigen Bände gelesen zu haben. So kann man manches Detail doch besser einordnen. Insgesamt ist "Erebos 3" für Fans ein absolutes Must-Read. Auch diesmal beweist Ursula Poznanski, dass man mit Erebos jederzeit rechnen muss. Und was soll ich sagen: Es funktioniert erneut!

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