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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2026

Vielversprechender Titel

Unser Haus mit Rutsche
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Ich fand den Titel des Buches witzig und vielversprechend. Welches Kind wünscht sich nicht ein Haus mit Rutsche? Genau das verspricht Laylas Papa der Familie: irgendwann ein Haus mit Rutsche direkt in ...

Ich fand den Titel des Buches witzig und vielversprechend. Welches Kind wünscht sich nicht ein Haus mit Rutsche? Genau das verspricht Laylas Papa der Familie: irgendwann ein Haus mit Rutsche direkt in den Tigris. Aber man ahnt es schon, dass es wohl nicht dazu kommt. In Laylas Kindheit wohnt die Familie in Saarbrücken. Der Vater ist aus dem Irak. Er ist neben der Icherzählerin Layla die Hauptperson in dem Buch. Er ist viele Jahre lang derjenige, der Lebenslust und Hoffnung in die Familie bringt. Die Mutter dagegen, die aus einer vornehmen französischen Familie stammt, ist kühl und kontrolliert. Layla erzählt von ihrem Heranwachsen in dieser ziemlich chaotischen Familie. Dazwischen kommen Kapitel, in denen sie von ihrem gegenwärtigen Leben als Erwachsene erzählt und überlegt, wie es wohl dazu kam, dass sie in einer deprimierenden Situation feststeckt.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Der Schreibstil ist locker und witzig. Besonders gefielen mir die Erinnerungen Laylas an ihre frühe Kindheit mit den phantasievollen Spielen ihres Vaters und an die angespannten Familienbesuche bei der französischen Grossmutter. Gar nicht mochte ich es, wenn sie über ihre Suizidgedanken schreibt.
Ich fragte mich immer wieder, wieviel vom tatsächlichen Leben der Schauspielerin und Schriftstellerin Safia Al Bagdadi in dem Roman steckt.
Eine "Lehre" oder "Moral" konnte ich jetzt nicht aus dem Buch ziehen, höchstens, dass ich ein bisschen erfahren habe, wie es sein kann, in oder zwischen verschiedenen Kulturen zu leben.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Ein neuer Superheld

Action Dude 1: Zoff im Freizeitpark
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Für "Action Dude", einen neunjährigen Jungen, ist fast alles aufregend, sogar das Einkaufen für die Mama. Na ja, fast alles: die Babysachen aussortieren, das wäre dann doch zu langweilig. Da bekommt Action ...

Für "Action Dude", einen neunjährigen Jungen, ist fast alles aufregend, sogar das Einkaufen für die Mama. Na ja, fast alles: die Babysachen aussortieren, das wäre dann doch zu langweilig. Da bekommt Action Dude den Auftrag, im Freizeitpark die wildgewordenen Roboter wieder auf Spur zu bringen...
Diese Story ist bis zum Ende spannend. Manches ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Zudem ist das Buch auch total witzig. Schon allein der Charakter Action Dude in seiner Widersprüchlichkeit: Er sieht ja nicht gerade wie ein Superheld aus, traut sich aber allerhand (wobei er sich gerne überschätzt) und hat dann wieder Angst in vergleichsweise harmlosen Situationen. Er ist, im Gegensatz zu anderen Superhelden, ein Held mit Herz und auch Schwächen. Man muss ihn einfach mögen. Und viele Kids können sich wahrscheinlich mit ihm identifizieren. Da ist einerseits der Wunsch nach Abenteuern und danach, die eigenen Kräfte unter Beweis zu stellen und eine wichtige Aufgabe zu meistern. Andererseits gibt es auch Ängste, vor Unbekanntem und vielleicht sogar vor Spinnen.
Unser Zehnjähriger liest nicht besonders gern. Aber diesen Comic hat er in einem Rutsch durchgelesen. Und mir hat das Buch auch sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Harter Job

Liefern
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In dem Buch wird vom Leben von Menschen, die im Lieferdienst arbeiten, erzählt. Nicht nur in Deutschland, in diesem Fall Berlin, sondern auch in Neu Delhi, Tel Aviv, Istanbul, Buenos Aires. Die Bedingungen ...

In dem Buch wird vom Leben von Menschen, die im Lieferdienst arbeiten, erzählt. Nicht nur in Deutschland, in diesem Fall Berlin, sondern auch in Neu Delhi, Tel Aviv, Istanbul, Buenos Aires. Die Bedingungen sind überall ähnliche: Man muss in diesem gefährlichen Job schnell und flexibel sein und bekommt wenig Geld dafür. Wir lesen nicht nur über die Arbeit der "Rider", sondern auch über ihr privates Leben, ihre Vergangenheit und ihre Träume für die Zukunft. Kaum jemand hat sich diesen Beruf freiwillig ausgesucht, und die meisten haben eine andere Ausbildung und hatten andere Karrierepläne. Alle im Buch stehen in irgendeiner engeren Verbindung oder einer Verbindung über mehrere Ecken zueinander. Die letzten Kapitel gehen über ein Mädchen in Kenia, das versucht, einen Job in einer der großen Plantagen zu erhalten, welche Schnittblumen für die ganze Welt anbauen.
Alle diese Geschichten sind spannend erzählt und ergreifend. Dem Leser wird bewusst gemacht, dass hinter jedem gesichts- und namenlosen Lieferanten ein Mensch steckt mit seiner ganz eigenen Geschichte, mit einer Familie und Vorstellungen für die Zukunft. Die Geschichten enden alle abrupt, ich hätte manche der Schicksale noch gerne weiterverfolgt. Andererseits waren es mir zu viele Personen und deren Hintergründe. Irgendwann wurde es anstrengend, den Überblick zu behalten und nachzuvollziehen, wer denn nun wo und wie mit wem in Verbindung stand.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Lustig und informativ

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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Zunächst hatte ich tatsächlich gedacht, es handelt sich bei dem Buch über einen ganz besonders albernen Krimi. Aber es ist ein Sachbuch. Es geht um Pflanzen und Tiere in unserem Garten und wer ihnen Schaden ...

Zunächst hatte ich tatsächlich gedacht, es handelt sich bei dem Buch über einen ganz besonders albernen Krimi. Aber es ist ein Sachbuch. Es geht um Pflanzen und Tiere in unserem Garten und wer ihnen Schaden zufügt. Diese Schäden gehen von Einbruch und Vandalismus über Raub und Diebstahl bis zu Mord und Totschlag. Hier wird professionell vorgegangen: Zuerst wird der Kriminalfall vorgestellt, der Tatort genau untersucht und Indizien werden gesammelt. Zeugenbefragungen werden durchgeführt. So kommt man jeweils auf einige Verdächtige, die nun genauer unter die Lupe genommen werden, bis Täter und dessen Motiv eindeutig feststehen. Am Schluss jeden Falles ist noch zu lesen, was man als Gärtner tun kann, damit nicht wieder etwas passiert, oder um die Schäden in Zukunft zumindest einzudämmen. Man kann bei jedem Fall mitraten. Und manchmal ist die Auflösung nicht, wie zuerst gedacht, ein ganz fies aussehendes Insekt sondern ein süsses Tierchen wie zum Beispiel die Blaumeise.
Ich finde das Buch großartig. Es ist lustig geschrieben und trotzdem sehr informativ. Weniger zum einmal schnell Durchlesen als zum immer wieder Nachschauen, wenn man etwas Seltsames im Garten entdeckt. Die Fotos sind auch toll.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Kinder, Kinder!

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Zwei befreundete Paare machen zusammen Urlaub an der Côte d'Azur. Die einen haben Kinder, die anderen nicht, die einen sind reich, die anderen nicht.
Man erwartet von Anfang an, dass das Ganze in einer ...

Zwei befreundete Paare machen zusammen Urlaub an der Côte d'Azur. Die einen haben Kinder, die anderen nicht, die einen sind reich, die anderen nicht.
Man erwartet von Anfang an, dass das Ganze in einer Katastrophe endet und hofft gleichzeitig, dass es doch nicht so ist. Der Schluss ist dann ganz überraschend, völlig anders als von mir erwartet. Ehrlich gesagt habe ich ihn nicht zu hundert Prozent verstanden.
Man lernt die vier Personen im Lauf des Buches sehr gut kennen, mit ihren jeweiligen Gedanken und Wünschen. Zwischendurch tritt auch noch die Putzfrau und Gärtnerin auf, die wiederum einen völlig anderen Lebenshintergrund als die beiden deutschen Paare hat.
Hauptthema des Buches ist der Kinderwunsch, und obwohl mich dieses Thema persönlich zur Zeit so gar nicht beschäftigt, hat mich das Buch total gepackt.
Ich habe den dünnen Roman mit seinen nur 219 Seiten fast in einem Rutsch durchgelesen, konnte gar nicht aufhören, weil mich die Personen, obwohl sie mir nicht unbedingt sympathisch waren, sehr angesprochen haben. Und sie werden mich sicher auch nach Ende der Lektüre noch eine Weile begleiten.

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