Profilbild von Lisaliest

Lisaliest

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Lisaliest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lisaliest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Anna fängt nochmal neu an

Mirabellentage
0

Ich habe bereits "Mühlensommer" der Autorin gelesen und erinnere mich nur noch daran, dass ich es gerne gelesen habe, in bleibender Erinnerung ist es mir leider nicht geblieben. Ich hoffte, dass es vielleicht ...

Ich habe bereits "Mühlensommer" der Autorin gelesen und erinnere mich nur noch daran, dass ich es gerne gelesen habe, in bleibender Erinnerung ist es mir leider nicht geblieben. Ich hoffte, dass es vielleicht bei diesem Buch anders käme. Es beginnt ja ganz interessant: Anna war viele Jahre lang die Haushälterin von Pfarrer Josef und hatte ein vertrautes Verhältnis zu ihm. Jetzt ist Josef ganz plötzlich gestorben, und für Anna wird sich einiges ändern.
Ich mag Bücher über Neuanfänge, und Anna war mir sympathisch. Es hat mich interessiert zu lesen, wie es für sie weiterging. Auch die Rückblicke in die Vergangenheit an ihr Leben in dem Dorf las ich gerne.
Womit ich weniger anfangen konnte, war der Humor: Zum Beispiel, dass der neue Pfarrer nur Plattdeutsch spricht und keiner ihn versteht, sowas finde ich nicht besonders originell. Und dass er dann so tut, als würde er Latein reden, er aber nur ein italienisches Kochrezept rezitiert, sowas ist doch albern. Viele dieser angeblich lustigen Begebenheiten waren einfach nicht mein Humor und haben mich nur genervt, weshalb ich dem Buch nicht volle fünf Punkte gebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2026

Frauenschicksale

Das Tränenhaus. Roman
0

Anfang des 20. Jahrhunderts: Cornelie ist schwanger und hat keinerlei Rückhalt von Familie oder Partner. Im Gegenteil: Sie muss ihre Schwangerschaft sogar geheim halten, denn ein nichteheliches Kind ist ...

Anfang des 20. Jahrhunderts: Cornelie ist schwanger und hat keinerlei Rückhalt von Familie oder Partner. Im Gegenteil: Sie muss ihre Schwangerschaft sogar geheim halten, denn ein nichteheliches Kind ist eine Schande. So geht sie in ein Geburtshaus auf dem Land, das von allen Bewohnerinnen "das Tränenhaus" genannt wird. Dort bestimmt die boshafte Wirtin und Hebamme über die Frauen. Cornelie ist privilegiert, weil sie gebildet und nicht ganz arm ist, aber trotzdem hat sie zu kämpfen. Und zusammenzuhalten und gemeinsam zu kämpfen, das lohnt sich.
Ich fand es sehr erschreckend, welches Schicksal ungewollt schwanger gewordene Frauen hatten. Zum Glück ist es inzwischen einfacher, wenn auch noch immer kein Kinderspiel, wie ich aus eigener Erfahrung als alleinerziehende Mutter weiß.
Ich fand das Buch spannend und habe mit Cornelie und ihren Leidensgenossinnen mitgelitten.
Auf den ersten Seiten hatte ich etwas Probleme mit der altmodischen, ein bisschen schwülstigen Sprache. Daran habe ich mich aber schnell gewöhnt.
Tipp: Das Nachwort wirklich erst nach dem Roman lesen, denn es enthält Spoiler.
Ich finde es gut, Klassiker neu aufzulegen. Die Umstände haben sich wohl geändert, aber die Gefühle der Menschen sind die gleichen geblieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Vielversprechender Titel

Unser Haus mit Rutsche
0

Ich fand den Titel des Buches witzig und vielversprechend. Welches Kind wünscht sich nicht ein Haus mit Rutsche? Genau das verspricht Laylas Papa der Familie: irgendwann ein Haus mit Rutsche direkt in ...

Ich fand den Titel des Buches witzig und vielversprechend. Welches Kind wünscht sich nicht ein Haus mit Rutsche? Genau das verspricht Laylas Papa der Familie: irgendwann ein Haus mit Rutsche direkt in den Tigris. Aber man ahnt es schon, dass es wohl nicht dazu kommt. In Laylas Kindheit wohnt die Familie in Saarbrücken. Der Vater ist aus dem Irak. Er ist neben der Icherzählerin Layla die Hauptperson in dem Buch. Er ist viele Jahre lang derjenige, der Lebenslust und Hoffnung in die Familie bringt. Die Mutter dagegen, die aus einer vornehmen französischen Familie stammt, ist kühl und kontrolliert. Layla erzählt von ihrem Heranwachsen in dieser ziemlich chaotischen Familie. Dazwischen kommen Kapitel, in denen sie von ihrem gegenwärtigen Leben als Erwachsene erzählt und überlegt, wie es wohl dazu kam, dass sie in einer deprimierenden Situation feststeckt.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Der Schreibstil ist locker und witzig. Besonders gefielen mir die Erinnerungen Laylas an ihre frühe Kindheit mit den phantasievollen Spielen ihres Vaters und an die angespannten Familienbesuche bei der französischen Grossmutter. Gar nicht mochte ich es, wenn sie über ihre Suizidgedanken schreibt.
Ich fragte mich immer wieder, wieviel vom tatsächlichen Leben der Schauspielerin und Schriftstellerin Safia Al Bagdadi in dem Roman steckt.
Eine "Lehre" oder "Moral" konnte ich jetzt nicht aus dem Buch ziehen, höchstens, dass ich ein bisschen erfahren habe, wie es sein kann, in oder zwischen verschiedenen Kulturen zu leben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2026

Ein neuer Superheld

Action Dude 1: Zoff im Freizeitpark
0

Für "Action Dude", einen neunjährigen Jungen, ist fast alles aufregend, sogar das Einkaufen für die Mama. Na ja, fast alles: die Babysachen aussortieren, das wäre dann doch zu langweilig. Da bekommt Action ...

Für "Action Dude", einen neunjährigen Jungen, ist fast alles aufregend, sogar das Einkaufen für die Mama. Na ja, fast alles: die Babysachen aussortieren, das wäre dann doch zu langweilig. Da bekommt Action Dude den Auftrag, im Freizeitpark die wildgewordenen Roboter wieder auf Spur zu bringen...
Diese Story ist bis zum Ende spannend. Manches ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Zudem ist das Buch auch total witzig. Schon allein der Charakter Action Dude in seiner Widersprüchlichkeit: Er sieht ja nicht gerade wie ein Superheld aus, traut sich aber allerhand (wobei er sich gerne überschätzt) und hat dann wieder Angst in vergleichsweise harmlosen Situationen. Er ist, im Gegensatz zu anderen Superhelden, ein Held mit Herz und auch Schwächen. Man muss ihn einfach mögen. Und viele Kids können sich wahrscheinlich mit ihm identifizieren. Da ist einerseits der Wunsch nach Abenteuern und danach, die eigenen Kräfte unter Beweis zu stellen und eine wichtige Aufgabe zu meistern. Andererseits gibt es auch Ängste, vor Unbekanntem und vielleicht sogar vor Spinnen.
Unser Zehnjähriger liest nicht besonders gern. Aber diesen Comic hat er in einem Rutsch durchgelesen. Und mir hat das Buch auch sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2026

Harter Job

Liefern
0

In dem Buch wird vom Leben von Menschen, die im Lieferdienst arbeiten, erzählt. Nicht nur in Deutschland, in diesem Fall Berlin, sondern auch in Neu Delhi, Tel Aviv, Istanbul, Buenos Aires. Die Bedingungen ...

In dem Buch wird vom Leben von Menschen, die im Lieferdienst arbeiten, erzählt. Nicht nur in Deutschland, in diesem Fall Berlin, sondern auch in Neu Delhi, Tel Aviv, Istanbul, Buenos Aires. Die Bedingungen sind überall ähnliche: Man muss in diesem gefährlichen Job schnell und flexibel sein und bekommt wenig Geld dafür. Wir lesen nicht nur über die Arbeit der "Rider", sondern auch über ihr privates Leben, ihre Vergangenheit und ihre Träume für die Zukunft. Kaum jemand hat sich diesen Beruf freiwillig ausgesucht, und die meisten haben eine andere Ausbildung und hatten andere Karrierepläne. Alle im Buch stehen in irgendeiner engeren Verbindung oder einer Verbindung über mehrere Ecken zueinander. Die letzten Kapitel gehen über ein Mädchen in Kenia, das versucht, einen Job in einer der großen Plantagen zu erhalten, welche Schnittblumen für die ganze Welt anbauen.
Alle diese Geschichten sind spannend erzählt und ergreifend. Dem Leser wird bewusst gemacht, dass hinter jedem gesichts- und namenlosen Lieferanten ein Mensch steckt mit seiner ganz eigenen Geschichte, mit einer Familie und Vorstellungen für die Zukunft. Die Geschichten enden alle abrupt, ich hätte manche der Schicksale noch gerne weiterverfolgt. Andererseits waren es mir zu viele Personen und deren Hintergründe. Irgendwann wurde es anstrengend, den Überblick zu behalten und nachzuvollziehen, wer denn nun wo und wie mit wem in Verbindung stand.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere