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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2025

Zu langatmig, wird erst im letzten Viertel spannend

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Ich war wirklich sehr gespannt auf "What the River Knows" von Isabell Ibañez, denn die Grundidee der Geschichte klang mit den Bezügen zum Alten Ägypten, einer uralten Magie und einer potenziellen Liebesgeschichte ...

Ich war wirklich sehr gespannt auf "What the River Knows" von Isabell Ibañez, denn die Grundidee der Geschichte klang mit den Bezügen zum Alten Ägypten, einer uralten Magie und einer potenziellen Liebesgeschichte vielversprechend.
Inez Olivera reist nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern nach Ägypten, das Land, in dem diese gearbeitet haben, um mehr über die mysteriösen Todesumstände herauszufinden. Dabei trifft sie auf einige Hindernisse und auf Whit, der zwar gut aussieht, aber beim ersten Zusammentreffen nicht besonders sympathisch ist.
Der Einstieg in die Geschichte ist durchaus gelungen. Man lernt Inez noch in ihrer Heimat Argentinien kennen und merkt gleich, dass sie ihrer Zeit etwas voraus ist und als Frau viel unabhängiger sein möchte, als es in dieser Epoche üblich war. Sie setzt sich über die Pläne ihrer verbliebenen Familie für sie hinweg und ist clever genug, alleine nach Ägypten zu kommen.
Von da an hat sich die Geschichte für mich allerdings sehr gezogen. Dabei passieren zwar durchaus interessante Dinge, allerdings werden diese so ausführlich und langatmig beschrieben, dass ich kurz davor war, das Buch abzubrechen. Die Liebesgeschichte, die sich später entwickelt, war für mich eher anstrengend als schön.
Lediglich die historischen Bezüge zur britischen Herrschaft über Ägypten und den kulturellen Diebstahl fand ich sehr interessant. Sie scheinen zumindest an wahre Begebenheiten wie die Beschießung Alexandrias durch die Briten 1882 angelehnt zu sein und haben den historischen Kontext der Geschichte gut verdeutlicht.
Dafür hat mich der Fantasy-Anteil mit der uralten ägyptischen Magie, die bestimmten alten Gegenständen innewohnt, nicht wirklich überzeugt. Viel zu oft spielt die Magie in der Geschichte gar keine Rolle und wenn, dann blieb sie für mich viel ungreifbar und irgendwie unmagisch.
Zum Glück war das Hörbuch von Leonie Landa wirklich gut gesprochen, sonst hätte ich bei dieser Geschichte wohl nicht bis zum Ende durchgehalten. Erst im letzten Viertel nimmt die Geschichte endlich an Fahrt auf und es wird tatsächlich etwas rasanter und spannender. Wer also einen langen Atem hat, wird hier dann doch noch belohnt.
Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob ich den abschließenden Teil der Dilogie noch verfolgen werde.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Ein Fuchsabenteuer der besonderen Art

Foxfighter - Angriff des Schattens (Band 1)
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Ich habe schon einige fantastische Bücher von Akram El-Bahay gelesen. "Foxfighter - Der Angriff des Schattens" ist ganz anders als die Bücher zuvor und doch liest es sich wieder wunderbar und hat ganz ...

Ich habe schon einige fantastische Bücher von Akram El-Bahay gelesen. "Foxfighter - Der Angriff des Schattens" ist ganz anders als die Bücher zuvor und doch liest es sich wieder wunderbar und hat ganz besondere magische Elemente.
Finn ist ein junger Fuchs, der bei einer Menschenfamilie aufgewachsen ist. Als er in den Wald ausgewildert wird, ist Finn plötzlich auf sich allein gestellt und hilflos. Aber eine Begegnung der besonderen Art ändert alles für ihn. Als eine junge Füchsin von einem gefährlichen Schattenwesen verfolgt wird, greift Finn mutig ein und rettet ihr so das Leben. Zum Dank führt sie ihn zu ihrer Familie. Dort entdeckt Finn, was es bedeutet, ein Fuchs zu sein. Aber die Gefahr, die vom Schattenwesen ausgeht, ist noch nicht gebannt und Finn erkennt, dass er eine ganz besondere Fähigkeit hat.
So entwickelt sich eine spannende, magische Tiergeschichte, die mich von der ersten Seite an fasziniert hat. Beim Lesen hat man tatsächlich das Gefühl, im Kopf eines Fuchses zu stecken und mit Finn zusammen die Fuchssinne zu entdecken. Die Streifzüge durch den Wald und später an anderen Orten geben einen guten Eindruck, was es bedeutet, ein Fuchs zu sein.
Dabei sind Finn sowie die anderen Füchse und Tiere als Figuren ausgesprochen gut ausgearbeitet und ein kleiner Igel namens Stachel hat es von jetzt auf gleich geschafft, mein Herz zu erobern. Man merkt auch, dass es unter Füchsen unterschiedliche Charaktere gibt und jeder Fuchs auf seine Weise einzigartig ist.
Die Geschichte vermittelt so eindrücklich, wie wichtig Freundschaft, Familie und Zusammenhalt sind, aber auch, wie schwierig es ist, mit Ausgrenzung umzugehen. Dabei ist mir ein Zitat besonders gut in Erinnerung geblieben: „Du bist nicht anders, nur du selbst“ (S. 89)
Die Gefahr, die vom Schattenwesen ausgeht und die im Laufe der Geschichte immer größer wird, schafft einen guten Spannungsbogen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Manche Entwicklungen waren für mich (als Erwachsene) etwas absehbar. Dennoch hat mir der Verlauf der Geschichte sehr gut gefallen und das Ende macht große Lust zu erfahren, wie es mit Finn, der Fuchsfamilie und dem Schattenwesen weitergeht.
Für alle ab etwa 10 Jahren, die Geschichten aus der Tiersicht mögen oder schon immer gerne einmal, wie ein Fuchs durch den Wald streifen wollten, ist "Foxfighter“ eine schöne, magische Tiergeschichte mit tollen Charakteren.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Packender, dystopischer Jugendroman

Lichterloh - Stadt unter Ruß
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Es ist eine düsterer, dystopischer Ort, an den mich Sarah M. Kempen mit "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" entführt hat. Rußstadt ist genau das - eine Stadt voller Ruß. Kohle wird hier in jeder kleinen ...

Es ist eine düsterer, dystopischer Ort, an den mich Sarah M. Kempen mit "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" entführt hat. Rußstadt ist genau das - eine Stadt voller Ruß. Kohle wird hier in jeder kleinen und großen Maschine verbrannt - für Licht, zum Heizen, aber auch zum Waschen und Kochen. So ist die Luft vor allem in den unteren Armenvierteln konstant schlecht.
In dieser Stadt lebt Cleo mit ihrer Schwester Gwynnie etwas abseits von allen. Doch Cleo ist viel in den ärmeren Stadtteilen unterwegs, arbeitet in einer Fabrik und repariert im Geheimen kaputte Maschinen, denn das dürfen in Rußstadt nur Schornsteinfeger. Nachdem Cleo auch noch verbotener Weise einen Brand bekämpft, bekommt sie ganz überraschend die Chance, sich als Schornsteinfegerin zu beweisen. Doch das ist alles andere als leicht, denn die Rivalitäten sind groß und Cleo ist nur ein Mädchen aus dem Volk.
Ich muss gestehen, ich hätte nicht gedacht, dass mir eine Geschichte über eine Schornsteinfegerin so gut gefallen würde. Vor allem das Gesellschaftssystem ist sehr spannend und birgt einiges an Konfliktpotenzial: mächtige Industrielle, die mit geplanter Obsoleszenz und anderen Schachzügen die ärmere Bevölkerung ausbeuten und die Umwelt verschmutzen, eine Schornsteinfegergilde, die ebenso ihre Machtposition ausnutzt und das einfache Volk, das unter der Luftverschmutzung leidet und den Mächtigen ausgeliefert ist.
Cleo, als einzige Schornsteinfegerin aus dem Volk, nimmt da eine ganz besondere Stellung ein und es ist spannend ihre Entwicklung zu verfolgen. Als Hauptfigur hat sie mir ausgesprochen gut gefallen, denn sie ist stark, hat zugleich auch Schwächen, ist hilfsbereit und möchte gegen alle Ungerechtigkeiten ankämpfen.
Ich war durchgehend gefesselt von Cleos Geschichte und konnte beim Lesen fast schon selbst den Ruß in der Luft spüren. Die Ungerechtigkeiten, die Cleo und die normale Bevölkerung erleben müssen, sind teilweise sehr boshaft und düster, sodass hier die Altersempfehlung ab 14 Jahren absolut passend ist.
Die dystopischen Elemente des Buches haben mir sehr gut gefallen und ich bin schon jetzt gespannt, wie Cleos Kampf gegen das ungerechte Gesellschaftssystem weitergehen wird und welche Veränderungen sie bewirken kann. Lediglich die technischen Details der Geschichte sind nicht ganz ausgereift, worüber ich jedoch hinwegsehen konnte, da mich die Story selbst einfach so gepackt hat. Deshalb empfehle ich "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" allen, die gerne dystopische Jugendromane lesen, in denen es um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten geht.

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Lustig-spannendes Tierabenteuer - auch toll als Vorlesebuch

Die Tier-Feuerwehr (Band 1) - Ein Waschbär greift ein
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Ich bin immer auf der Suche nach Erstlesebüchern für meinen 7-jährigen Sohn und habe mich sehr gefreut, ein neues Buch von Vanessa Walder zu entdecken, da wir von ihren Büchern bisher immer begeistert ...

Ich bin immer auf der Suche nach Erstlesebüchern für meinen 7-jährigen Sohn und habe mich sehr gefreut, ein neues Buch von Vanessa Walder zu entdecken, da wir von ihren Büchern bisher immer begeistert waren.
Auch "Die Tier-Feuerwehr. Ein Waschbär greift ein" liest sich ganz klasse und das (Vor-)Lesen macht großen Spaß. Es ist eine humorvolle, aber auch spannende Geschichte über den Waschbären Eddie, der in einer Feuerwehrwache gelebt hat, nun aber in einen Wald ausgewildert wurde. Ausgerechnet dort bricht ein Feuer aus und gefährdet alle Tiere.
Zum Glück ist Eddie so ein schlaues Kerlchen und weiß viel über die Arbeit der Feuerwehr. Jedes Tier bringt sich auf seine Weise ein - der Hirsch schiebt mit dem Geweih altes Laub weg, der Biber öffnet seinen Staudamm. Auch der Teamgeist der Truppe ist einfach wunderbar. Dabei handeln die Tiere vergleichsweise realistisch und noch tierisch, was uns gut gefallen hat.
Die Altersempfehlung zum Selberlesen ab 7 Jahren passt gut. Der Text ist in großer, leicht zu lesender Schrift und genau richtig für Kinder, die schon ein bisschen lesen können. Die Geschichte selbst ist aber auch für jüngere Kinder sehr schön. Durch die lustigen, bunten Bilder und kurzen Kapitel ist das Buch zum Vorlesen schon ab ca. 5 Jahren ganz wunderbar geeignet.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Outback statt Odenwald - spannende Klassenfahrt mit interessanten Charakteren

Time Travellers - Nächster Sprung - Australien!
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Von jetzt auf gleich im australischen Outback zu landen, klingt nach einem fantastischen Abenteuer. Für die 6G, die ihre Klassenfahrt eigentlich in den Odenwald führen sollte, wird das in "Time Travellers ...

Von jetzt auf gleich im australischen Outback zu landen, klingt nach einem fantastischen Abenteuer. Für die 6G, die ihre Klassenfahrt eigentlich in den Odenwald führen sollte, wird das in "Time Travellers - Nächster Sprung - Australien!" von Stephanie Gessner Wirklichkeit.
Wie die ganze Klasse in Australien landet, sollte man am besten selbst lesen. Es scheint eine ganz besondere Form der Magie zu sein, die es der Klasse ermöglicht, durch Raum und Zeit zu reisen. Doch warum landen sie ausgerechnet in Australien und was hat die Referendarin Mayumi damit zu tun?
Die Geschichte besticht durch die Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren: 25 Kinder, die alle unterschiedliche Hintergründe haben. Manche haben Probleme zu Hause, andere schätzen sich selbst ganz anders ein, als die Mitschülerinnen und Mitschüler sie wahrnehmen und wieder andere wirken auf den ersten Blick vielleicht total selbstbewusst, aber auch sie haben Unsicherheiten. Es kommt zu realistischen Streitereien, aber auch neuen Freundschaften unter den Kindern. Sogar über den Lehrer Joshua Rosenkranz und die Busfahrerin Hilde Krachleder erfährt man erstaunlich viel Persönliches. So macht es großen Spaß, die Klasse auf ihrem abenteuerlichen Roadtrip zu begleiten und zu erleben, wie sie an den Aufgaben wachsen und sich persönlich weiterentwickeln.
Die Reise durch Australien ist wirklich schön beschrieben. Sie startet im australischen Outback in der Nähe des Uluru und führt weiter nach Alice Springs und zu anderen mehr oder weniger bekannten Sehenswürdigkeiten. Dabei sind es alles Orte oder auch Wanderwege, die es wirklich gibt. Wer also Lust hat, kann sich zu allen Stationen noch mehr Informationen und Fotos suchen.
Lediglich die Art der Magie und die Details zu den Raum-Zeit-Reisen sind noch etwas rätselhaft geblieben. Es fehlen einige Erklärungen, wie das alles möglich sein kann. Allerdings ist dies der erste Band einer neuen Reihe. So werden hoffentlich in den kommenden Bänden noch mehr Geheimnisse gelüftet und vielleicht auch noch mehr interessante Orte entdeckt. Alle ab ca. 10 Jahren, die Lust auf einen Roadtrip durch Australien mit vielen verschiedenen interessanten Charakteren haben, sind hier genau richtig.

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