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Veröffentlicht am 17.12.2025

Ein wunderschöner Manga, der wichtige Themen anspricht

Mein Nachbar Yokai 03
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„Wie überwindet man die Einsamkeit?“

Es ist Winter geworden in Fuchigamori, dem Dörfchen in den Bergen, in das ich immer wieder so gerne zurückkehre und meine Freunde begrüße, Yokai und Menschen gleichermaßen. ...

„Wie überwindet man die Einsamkeit?“

Es ist Winter geworden in Fuchigamori, dem Dörfchen in den Bergen, in das ich immer wieder so gerne zurückkehre und meine Freunde begrüße, Yokai und Menschen gleichermaßen. Dieser Winter hält einiges bereit! Bushios neuer Freund kämpft mit seinen tragischen Erinnerungen, während Jiro, der Krähen-Tengu, versucht schmerzhafte Erinnerungen einfach zu unterdrücken. Rein und Mu-Chan hadern mit ihren Gefühlen.

Der Manga ist einfach etwas fürs Herz. Die kleine Gemeinschaft hält, wenn es darauf ankommt, so fest zusammen, dass kein Haar mehr zwischen sie passt. Eingebettet in eine wunderbare Landschaft wachsen die einzelnen Schicksale zu einer Geschichte zusammen, die mir das Herz ein bisschen wärmer werden lässt. Die Gespräche zwischen den den einzelnen Charakteren werden liebevoll und bedacht dargestellt - und trotz aller Niedlichkeit werden Themen behandelt wie Einsamkeit oder Tod - vor allem Bushios Figur wird dazu genutzt, die unterschiedliche Lebensspanne von Menschen und Yokai darzustellen und die Erkenntnis, das einem immer nur eine bestimmte Zeit auf Erden gegeben ist, auszukleiden.

Die Mythologie, die dieser gesamten Reihe zu Grunde liegt, genieße ich einfach nur sehr. So lernen wir verschiedene Arten von Dämonen kennen, verschiedene Rituale und Gebräuche - so ganz nebenbei. Im Fokus steht das Zusammenleben von Mensch und Yokai, die Stärke, die sie trotz der Andersartigkeit einander geben. Und diese Botschaft ist es, die der Reihe einen besonderen Platz in meinem Herzen beschert.

Die Panels und den Zeichenstil finde ich einfach nur unglaublich liebevoll und detailliert - ich bin froh, dass mir noch ein Band bleibt, den ich genießen kann und ein Zusatzband, bevor ich mich von den Figuren verabschieden muss.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Kreative Fantasy mit Ghibli-Vibes

Wächter des Wyrdwood
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„Wir betrachten die Bäume als friedlich, aber das sind sie nicht. Es sind Krieger, die sehr bedächtig gegeneinander kämpfen.“

Bemerkung: godsofthewyrdwood ist in zwei Teil aufgeteilt - Wächter des Wyrdwood ...

„Wir betrachten die Bäume als friedlich, aber das sind sie nicht. Es sind Krieger, die sehr bedächtig gegeneinander kämpfen.“

Bemerkung:

godsofthewyrdwood ist in zwei Teil aufgeteilt - Wächter des Wyrdwood und Götter des Wyrdwood. Ich würde empfehlen, beide Teile als ein Buch zu betrachten.

Cahan Du-Nahere ist kein einfacher Bauer, obwohl er sich bemüht als ein solcher zu leben. Er ist clanlos und ein Cotta-Rai. Doch seine Cotta will er nicht einsetzen. Zudem ist er ein Waldläufer und wagt sich tiefer in Saumwald, Harnwood und Wyrdwood vor als jeder andere. Es wird schnell klar, dass ihn mehr als ein Geheimnis umgibt. Wir begleiten ihn in einem großen Teil des Buches und lernen durch ihn langsam die Cotta, die Rai, die verschiedenen Clans, die Wälder und die Bewohner, die Tiere und Pflanzen kennen. Verwirrend? Ja, das ist es - insbesondere zu Beginn musste ich einfach die Fragezeichen über meinem Kopf vehement zur Seite schieben und mich einfach an Cahans Fersen heften, der mit seiner fantastischen Fellnase unwillig Abenteuer erlebt und Wurzlinge rettet.

Wer sich fallen lässt, wird mit den eigentlichen Stars des Buches belohnt. Den Wäldern in all ihrer Pracht, mit all ihrer Gefahr, mit all ihrer Pflanzenvielfalt und den Wesen, die mehr oder minder gefährlich auf Beute lauern. Mit den Wäldern hat RJ Barker sich selbst übertroffen. Wo ich mit seinen Knochenschiffen relativ wenig anfangen konnte, hatte mich das Setting nach wenigen Seiten. Er malte mit Wortpinseln Bilder zwischen Urwald und fantastischer Landschaft, voller Lichter, riesiger Baumwurzeln und den ungewöhnlichsten Geschöpfen in meinen Kopf, und Cahen bewegte sich mit einer Sicherheit durch das Dickicht, die ich mir bald zu Eigen machte. Er verwendet in der ersten Hälfte des Buches (Wächter des Wyrdwood) viele Seiten darauf, dem Leser den Wald näher zu bringen. Irgendwie ist in meinem Kopf ein düsteres Ghiblisetting entstanden, was ich sehr begrüßt habe.

Es gibt die Wälder, es gibt die Dörfer und Höfe, in denen Cahan und die anderen Bürger wohnen, und dann gibt es noch die Turmstädte, in denen die nächste PoV angesiedelt ist. Die der hohen Leoric, einer Herrscherin, die unbedingt ihr Kind (ein Trion, ein Angehöriger des Dritten Geschlechts) zur nächsten Cotta-Rai machen will. Dafür muss Venn töten, wogegen Venn sich strikt weigert. Die Hohe Leoric kommt mit einem starken Konflikt zwischen dem Schutz ihres Kindes und dem Machtbestreben daher, was sie für mich zu einem spannenden Charakter macht, aber nicht unbedingt zu meinem Liebling. Venn fand ich dagegen richtig toll, insbesondere in der Interaktion mit Cahan.

Was ist denn nun eine Cotta? Letztendlich eine Art parasitäre Magie, der Leben, mag es noch so klein sein, geopfert werden muss, um die Magie zu nähren. Das muss man Barker lassen - da hat er wirklich außergewöhnliches erschaffen. Insbesondere da die Magie selbst als Wesenheit in kurzen Kapiteln „Tief im Wald“ oftmals zwischen den eigentlichen Kapiteln zu Wort kommt. Barker baut insbesondere in den Zwischenspielen eine wahnsinnig starke Atmosphäre auf, die beklemmend wirkt und zumindest mich sehr neugierig gemacht haben.

Im ersten Teil des Buches (Wächter des Wyrdwood) baut Barker lange an der Welt. Es ist nicht unspannend, doch der eigentliche Fokus, der auch im Klappentext des Buches angekündigt wird und der uns mit in den Wyrdwood selbst nimmt, kommt erst ganz am Ende des Buches zu tragen. Das kann anstrengend sein, ich fand’s richtig cool. Im zweiten Teil, Götter des WyrdWood kam der

foundfamily Charakter so richtig schön zum Tragen und die Figuren sind aneinander gewachsen.

Fazit: Ein toller Auftakt mit einer Figurenkonstellation, die mich mitgerissen hat und mit der ich mitfühlen konnte in einer innovativen Welt, die meinem Gehirn düstere Ghibli-Vibes beschert hat. Band zwei und drei werden wohl nicht übersetzt werden. Ich selbst habe den zweiten Teil vom ersten Band auf Englisch gelesen und bin eigentlich gut zurecht gekommen.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Atmosphärisch topp, Figurenbindung kaum vorhanden

Der Bote aus Staub und Asche – Dunkle Talente
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„So war das mit Monstern: Den echten sah man es nicht an.“

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Auf ein Wiedersehen mit all diesen fantastischen Charakteren und diese düstere Atmosphäre, verwoben ...

„So war das mit Monstern: Den echten sah man es nicht an.“

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Auf ein Wiedersehen mit all diesen fantastischen Charakteren und diese düstere Atmosphäre, verwoben mit der dunkelknospenden Fantasie von J. M. Miro.

Wir schreiben das Jahr 1883 - eine Zeit voller dunkler Magie und spektakulärer Wunder. Nach den grausigen Ereignissen, die im letzten Band geschehen sind, begegnen wir den jungen Talenten ganz verstreut wieder. Sie alle Sinnen auf Rache und jeder hat seine spezielle Aufgabe erhalten. Außerdem müssen sie ihre Trauer und Schuldgefühle bewältigen, neben der dunklen Bedrohung, die sich über ihren Köpfen zusammenbraut.

Die Atmosphäre ist bestechend und düster, ganz so wie wir es aus dem ersten Band gewohnt sind und wie ich es geliebt habe. Dunkle enge Straßen, Knochenfinger, Knochenvögel und Geister, knarrende Holzstufen und ein bedrohliches Ambiente. Perfekter Handlungsboden für die Dunklen Talente, auf die ich mich so gefreut habe.

Doch was machen Charlie, Komaku und all die anderen? Die sind in ganz Europa verstreut und versuchen verzweifelt, einen Weg zu finden um Marlowe zurück zu holen, hinter das Gheimnis des Staubs zu kommen und düstere Geheimnisse zu entschlüsseln.

Das hat mich nur leider so viel weniger in seinen Bann gezogen, als ich eigentlich gehofft hatte. Ich bin eine Lesende, die sich sehr an Charaktere bindet. Miro hat im ersten Band einige meiner liebsten Charaktere aus dem Spiel genommen (nicht alle!) und ein Trümmerfeld hinterlassen, auf dessen Räumung ich sehr gespannt war. Der Autor hat jedoch dafür einen Weg gewählt, der für mich sehr umständlich war. Er hat neue Bösewichte, von denen ihm ersten Teil noch nicht ein Wort bzw. wenig Worte gefallen sind (Die Exilanten, die Äbtissin o.ä.) eingeführt, die er vollkommen neu aufbauen musste um gingen Leben einzuhauchen und sie grau genug erscheinen zu lassen, das sie in seine Welt passen. Da war zum Beispiel Jeta, eine Knochenhexe, die eine große Rolle im Buch spielt und die samt ihrer Fähigkeiten und ihrer Vergangenheit sowie ihrer Bindungen erst mal etabliert werden musste. Ich, die sich immer sehr an die Figuren klammert, wollte aber lieber mehr über Charlie oder Komaku erfahren, über ihre Interaktion und ihre Abenteuer.

Die beiden waren aber anfangs an unterschiedlichen Enden von Europa und suchten getrennt nach Spuren, reisten umher. Ich hatte beständig das Gefühl, dass Miro versuchte, sie in die richtige Position zu bringen - und das hat mich halb wahnsinnig gemacht.

Keine Frage, es gab genug Aktion, Blut, gebrochene Knochen und Leichen - aber sie haben mich wenig berührt. Und das war mein ganz persönliches Problem in diesem 2. Band, das mich immer wieder aus dem Lesefluss herauskatapultiert hat.

Die düstere Atmosphäre hat mich über die Hälfte des Buches getragen, aber schon auf den hunderten von Seiten, musste ich mich anspornen um nach dem Buch zu greifen. Es konnte mich einfach nicht fesseln oder mich berühren. Zu losgelöst waren die einzelnen Plotstränge voneinander. Ich mag mich nicht durch ein Buch arbeiten, dass Seite um Seite seinen düsteren Zauber verliert. Deshalb habe ich mich entschlossen, es abzubrechen.

Die Atmosphäre und der Stil waren herausragend, die Struktur des Buches hat mich ernüchtert zurückgelassen und die Charakterbindung war praktisch nicht vorhanden. Ich vergebe knappe 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Herausragendes Porträt vom Japan der Nachkriegszeit

RAINBOW 01
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„Auf Wahrscheinlichkeiten und gute Chancen bauen nur verwöhnte Glückspilze. Wir als Abschaum der Gesellschaft müssen noch auf die kleinste Chance unser Leben setzen, sonst sind wir verloren. Deswegen ist ...

„Auf Wahrscheinlichkeiten und gute Chancen bauen nur verwöhnte Glückspilze. Wir als Abschaum der Gesellschaft müssen noch auf die kleinste Chance unser Leben setzen, sonst sind wir verloren. Deswegen ist unser letzter Rettungsanker unser Mut.“

Der Regenbogen hat sieben Farben - Sieben Jugendliche sind für unterschiedliche Delikte in einer Jugendstrafanstalt inhaftiert. Es ist 1955, Japan hat den 2. Weltkrieg verloren und es herrscht Armut vor allem unter den Schwächsten der Gesellschaft. In der Jugendstrafanstalt sollte das Recht für Ordnung sorgen. Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus: Sadistische Wärter, perverse Ärzte und gewalttätige Mithäftlinge splittern die Seele der Jugendlichen und verwandeln den Aufenthalt in die Hölle selbst. Doch es gibt auch Licht in all der Dunkelheit.

Der Autor ist Jahrgang 37 und hat den erbärmlichen Zustand Japans und dessen Bevölkerung in der Nackriegszeit hautnah miterlebt. Er thematisiert im Manga seine persönlichen Erfahrungen.

„Rainbow“ erzählt eine Geschichte über Gräultaten und Sadismus, darüber wie die Mächtigen ihre Macht missbrauchen um Schutzbefohlene zu misshandeln und zu drangsalieren - teilweise nach dem Motto „Ich gebe die Tritte, die ich von oben erhalte nach unten weiter“. Insbesondere die ersten Szenen, in denen die Jugendlichen in der Strafanstalt ankommen, gibt dem Lesenden einen grausigen Vorgeschmack auf die Brutalität des Manga. Bei der Leibesvisitation musste ich tief durchatmen. Aber auch die Ausgrenzung aus der Gesellschaft wird gleich zu Beginn sehr deutlich - durch die Sprache und Story von George Abe und durch die realistischen Zeichnungen von Masumi Kakizaki.

Der Manga ist voller Gewalt - psychischer wie physischer. Doch eines hat mich bei der Lektüre wirklich beeindruckt. Der Zusammenhalt der Jugendlichen, die unabdingbare Brüderlichkeit. Ihr Lachen im Angesicht der Dunkelheit. Mut und Freundschaft - das ist es, was das Licht in „Rainbow“ strahlen lässt und letztendlich auch die Umrisse der Figuren voneinander abhebt. In diesem ersten Band ist die Backstory von einigen aufgerollt worden, manchmal eng verknüpft mit den Kriegsgeschehnissen und ihre Einzelschicksale haben mich bewegt.

Der Artstyle ist wirklich herausragend - ich wurde so in die Geschichte herein gezogen, als würde ein Film vor meinem Auge ablaufen. Aber wirklich großartig fand ich die ganzseitigen Formate, auf denen die sieben Jugendlichen gemeinsam zu sehen waren. Diese Zeichnungen sind das Herz von „Rainbow“- denn genau darum geht es: Um den festen Zusammenhalt im Angesicht des Schreckens.

Der Auftakt ist ein Meisterwerk, das uns das Schicksal der Bevölkerung Japans in der Nachkriegszeit mit einer Mischung aus thematischer Dunkelheit und Hoffnung näher bringt.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Actionfeuerwerk

MOBILE SUIT GUNDAM THE ORIGIN 02
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„Wirst du am Leben bleiben im Angesicht des Krieges?“

Der interstellare Konflikt zwischen dem Herzogtum Zeon und der Föderation geht mit unverminderter Härte weiter. Das Trojanische Pferd, das Raumschiff ...

„Wirst du am Leben bleiben im Angesicht des Krieges?“

Der interstellare Konflikt zwischen dem Herzogtum Zeon und der Föderation geht mit unverminderter Härte weiter. Das Trojanische Pferd, das Raumschiff mit den Gundams an Bord nimmt Kurs auf die Erde. Doch Char Aznable ist der Föderation dicht auf den Fersen und scheut keine Mittel.

Auch der zweite Doppelband der Gundam Origin Reihe wartet mit einem trollen Schutzumschlag, dem großen Format und der Wertingen Qualität auf. Ein besonderer Augenschmaus sind die zahlreichen Farbseiten über den Manga verteilt. Der Inhalt knüpft nahtlos an den ersten Band an - mit einer delikaten Mischung aus Aktion, Charakterentwicklung, Verrat und Strategie.

Mich hat insbesondere der Wechsel zwischen actiongeladenen Schlachten einerseits und dem Fokus auf Amuro, dem Gundampiloten, andererseits gefesselt. Die Actionszenen waren so detailliert ausgestaltet, dass es praktisch wie ein Actionfilm anmutete, teilweise habe ich es genossen, teilweise musste ich auch zwischen all den Explosionen und herumfliegenden Stahlschrott ganz schön puzzeln, welche Seite jetzt in die Luft geflogen ist.

Amuro hat mich besonders begeistert. Er ist kriegsmüde, überspielt das mit Ignoranz gegenüber seinen Freunden und stumpft so immer mehr ab. Seinen Plot habe ich mit dem größten Interesse verfolgt - und die Szenen mit seiner Mutter empfand ich als die Stärksten im gesamten Band.

Wie schon im ersten Teil bekommen wir hier nicht nur Einblick in die Geschehnisse bei der Föderation, sondern werfen auch einen Blick auf die Gegner.

Trotzdem - der Manga konnte mich nicht genauso fesseln wie der erste Band. 4 Sterne für die actiongeladenen Schlachten und die wohl dosierten Charakterentwicklung.

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