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Veröffentlicht am 09.11.2021

Ein wundervolles Setting, aber die Handlung konnte leider nicht überzeugen

Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz
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Nachdem das Cover so wunderschön aussah und das Buch auch in den sozialen Medien so gelobt wurde, wollte ich es unbedingt selbst lesen beziehungsweise hören. Leider war es, wie so häufig der Fall, dass ...

Nachdem das Cover so wunderschön aussah und das Buch auch in den sozialen Medien so gelobt wurde, wollte ich es unbedingt selbst lesen beziehungsweise hören. Leider war es, wie so häufig der Fall, dass in meinen Augen der Hype nicht gerechtfertigt war. Die Grundidee und vor allem auch das Setting sind zwar sehr gut, aber die Umsetzung und der Handlungsverlauf waren eher flach.

Der Leser darf bei diesem Buch in eine Art Romeo-und-Julia-Geschichte eintauchen. Kailey wächst als Elfenkriegerin auf und lernt, dass alle Drachen böse sind. Sie wird ausgebildet, um im Dienst der Feenkönigin Aufträge zu erledigen. Ihre erste Mission führt sie in die Menschenwelt, an da Trinity College, wo sie den Drachenprinz Aiden besser kennenlernen soll. Durch sein Vertrauen sollen die Elfen einen Vorteil im Krieg der Elfen gegen die Drachen erhalten. Aiden hat einen ähnlichen Auftrag als er sein Studium am Trinity College beginnt.

Ich war selbst schon in Dublin und habe das Trinity College besucht. Gerade der Long Room, der große Lesesaal hat mich da begeistert. Ein bisschen habe ich mich an diesen Urlaub zurückerinnert gefühlt, als ich dieses Hörbuch gehört habe. Der Handlungsort wird sehr gut beschrieben und die Atmosphäre ist wirklich schön. Das Leben an der Universität konnte ich mir wirklich gut vorstellen. Leider wurden im Vergleich dazu die Elfenwelt und die Drachenhöhlen nur sehr rudimentär beschrieben.

Bei der Charakterdarstellung fand ich schade, dass Kailey ziemlich perfekt dargestellt wurde. Dass Elfen besonders gut hören können, attraktiv und sportlich sind, kann ich mir noch gut vorstellen. Da sie auf diese Mission geschickt wurde, war auch glaubhaft, dass sie eine besondere Kriegerin ist, aber dass sie auch noch darüber hinaus Fähigkeiten hat, die nur wenige Elfen haben und dass sie super schauspielern kann, das war mir dann doch zu viel. Ich hätte gerne bei ihr auch ein paar Makel gesehen. Es hätte ja schon gereicht, wenn sie nicht singen könnte oder eine schlechte Köchin wäre. In dem Buch ist Kailey auch leider nicht die einzige, nahezu perfekte Figur.

Die größte Enttäuschung war allerdings für mich, dass die Handlung echt vorhersehbar ist. Natürlich wusste ich nicht von der ersten Seite an, was in dem gesamten Buch passieren würde, aber die Wendungen haben sich schon lange vorher abgezeichnet und in Summe war die Handlung sehr einfach. Gerade bei Fantasy-Romanen erwarte ich mehr Spannung und Überraschungen. Gerade wenn es Magie gibt, ist ja quasi alles möglich. Hier wurde leider in Summe wenig aus dem Konflikt gemacht.

Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von der Sprecherin Vanida Karun. Für mich war dies das erste Hörbuch von ihr, aber ich mochte ihre Stimme. Sie ist sehr angenehm und ruhig. Es ist stimmig, dass sie ihre Stimme nicht übertrieben verstellt. Das stört mich bei anderen Sprechern, wenn sie die Emotionen der Charaktere zu sehr hervorheben. Dann wirken einzelne Dialoge meist übertrieben. In diesem Fall hat zwar jede Figur eine etwas andere Stimmlage, aber in Summe bleibt sich die Sprecherin mit ihrer ruhigen Art treu.

Für mich war „Flame & Arrow - Drachenprinz“ eine Enttäuschung. Das wunderschöne Cover und das Setting in Dublin haben mehr versprochen als gehalten werden konnte. Für mich endet hier wohl der Kampf an Kaileys Seite.

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Veröffentlicht am 09.11.2021

Wundervolle Atmosphäre in Schweden und England, aber weniger weihnachtlich als gedacht

Zimtsternträume
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Zu den jährlichen Weihnachtsromanen gehören für mich auch immer die neuen Romane von Sue Moorcroft. „Winterzauberküsse“ und „Wunderkerzenzauber“ haben mich einfach verzaubert und in eine schöne, weihnachtliche ...

Zu den jährlichen Weihnachtsromanen gehören für mich auch immer die neuen Romane von Sue Moorcroft. „Winterzauberküsse“ und „Wunderkerzenzauber“ haben mich einfach verzaubert und in eine schöne, weihnachtliche Stimmung gebracht. Da stand es außer Frage, dass ich auch dieses Jahr gerne ihren neuen Roman lesen wollte. Dieses Jahr entführt die Autorin den Leser zum Teil nach Stockholm und auch in ein kleines Dorf in England. Es wird somit kalt, etwas regnerisch, aber vor allem auch sehr gemütlich.

Bei einem Weihnachtsroman erwarte ich eigentlich eine romantische, vielleicht auch etwas kitschige Liebesgeschichte. Die Geschichte sollte zur Weihnachtszeit spielen und einem in eine gemütliche, weihnachtliche Stimmung versetzen. Es sollte das perfekte Buch sein, mit dem man sich gerne mit einer heißen Tasse Kakao auf die Couch setzt. „Zimtsternträume“ vermittelt in jedem Fall eine gemütliche Atmosphäre und passt in die kalte Jahreszeit. Allerdings vermittelt der Roman weniger eine feierliche Stimmung. Das Buch wirkte deutlich düsterer als gedacht. Der Grund dafür sind die vielen Probleme der Hauptpersonen.

Wer sich auf einen lockerleichten Roman einstellt, der ist bei diesem Buch fehl am Platz. Es werden hier Essstörungen, Abhängigkeiten und Existenzängste thematisiert, sodass die Handlung deutlich tiefgründiger war als gedacht. Ich musste mich erst etwas daran gewöhnen, dass es doch nicht so rosarot war. Letztendlich mochte ich es, dass dieser Liebesroman so bodenständig und tiefgründig war. Dabei hat mir am besten gefallen, dass er sich nicht auf Stereotype beruft. Das fand ich sehr erfrischend und hat mich teilweise auch noch einmal über meine eigenen Vorurteile nachdenken lassen.

Besonders gut hat mir die Darstellung von Stockholm und den ganzen schwedischen Bräuchen gefallen. Ein paar davon kannte ich bereits wie das Lucia Fest, allerdings habe ich so auch noch etwas über die schwedische Kultur gelernt. Die Kombination beider Kulturen – der englischen und der schwedischen – war sehr gut. Auch wenn ich mich zunächst an die weniger weihnachtliche Geschichte gewöhnen musste, hat sie mir schlussendlich sehr gut gefallen. Ich mochte Hannah als Hauptperson sehr gerne.

Für Leser, die gerne einen kitschigen Weihnachtsroman lesen möchten, ist dieser Roman leider nichts. Wer jedoch gerne einen schönen, tiefgründigen Liebesroman in einem winterlichen Setting lesen möchte, der ist hier genau an der richtigen Adresse.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Eine echt schöne Geschichte, aber auch nicht außergewöhnlich

Keeping Dreams
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Ein halbes Jahr ist es her, dass ich „Keeping Secrets“ gelesen habe und obwohl ich einige Young Adult Bücher in der Zwischenzeit gelesen habe, konnte ich mich noch echt gut an die Geschichte und vor allem ...

Ein halbes Jahr ist es her, dass ich „Keeping Secrets“ gelesen habe und obwohl ich einige Young Adult Bücher in der Zwischenzeit gelesen habe, konnte ich mich noch echt gut an die Geschichte und vor allem auch an den Freundeskreis erinnern. Für mich ist das immer ein gutes Zeichen, weil es bedeutet, dass der Roman in irgendeiner Form außergewöhnlich war. Auch wenn mir die Fortsetzung echt gut gefallen hat und ich mich gefreut habe, die ganzen Charaktere wiederzusehen, war die Handlung ansonsten nicht sonderlich einzigartig.

Die weibliche Hauptperson ist hier Lily, die eigentlich den Traum hatte, mit ihrer Zwillingsschwester Rose an der Julliard Balletttanz zu studieren. Leider beendet ein Unfall ihren Traum und stattdessen fängt sie ein Studium an der Universität in Faerfax an. Der Start des Studiums wird ihr allerdings erschwert durch ihren neuen Mitbewohner Julian. Er ist ein Frauenheld und verkörpert damit alles, was Lily an Männern hasst. Noch schlimmer wird dies, als die beiden an einem Projekt zusammen arbeiten müssen.

Wenn man so möchte, dann ist dies eigentlich eine sehr klassische Enemies-to-Lover Geschichte, allerdings muss ich ihr zu gute halten, dass die Entwicklung der Emotionen sehr plausibel und nachvollziehbar ist. Es ist nicht so, dass hier der Umschwung super plötzlich kommt. Die Gefühlswelt mochte ich schon – bis auf die Tatsache, dass die Charaktere echt häufig zickig und schlecht gelaunt sind. Ausnahmsweise ist dies vor allem einmal bei der männlichen Hauptperson der Fall. Ansonsten waren jedoch die aufkommenden romantischen Gefühle sehr schön beschrieben.

Die Atmosphäre in dem Buch ist sehr angenehm und der Freundeskreis trägt mit Sicherheit auch seinen Teil dazu bei, dass es immer wieder etwas zum Lächeln gibt. So habe ich das Buch auch echt gerne gelesen und hatte es schnell beendet. Allerdings gab es jetzt auch keine großen Geheimnisse oder überraschende Wendungen. Es war ein super nettes Buch und vor allem angenehm zu lesen, aber ich bin mir nicht sicher, dass ich mich noch sonderlich gut in einem halben Jahr an die Handlung erinnern kann. Dafür gab es in dem Roman einfach zu wenige außergewöhnliche Elemente.

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Veröffentlicht am 04.11.2021

Wenn die Geschichte wie Nieselregen vor sich hin tröpfelt

Regenglanz
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Tattoos üben auf mich einen großen Reiz aus, auch wenn ich selbst noch kein eigenes Tattoo habe. Ich finde immer wieder faszinierend, wie viele Bedeutungen sich hinter einem Tattoo verstecken können und ...

Tattoos üben auf mich einen großen Reiz aus, auch wenn ich selbst noch kein eigenes Tattoo habe. Ich finde immer wieder faszinierend, wie viele Bedeutungen sich hinter einem Tattoo verstecken können und dass sie auch einfach nur ein Körperschmuck sein können. Natürlich sollte man sich dennoch gut überlegen, mit welchen Motiven man den eigenen Körper verzieren sollte. Das hätte sich auch Simon überlegen müssen, bevor er sich ein peinliches Einhorn-Tattoo mit dem Namen seiner Exfreundin stechen lässt. Auf der Suche nach einem Cover-Up trifft er auf die Tätowiererin Alissa. Zunächst möchte sich Simon nicht von ihr tätowieren lassen, weil ihm das Tattoo zu peinlich ist. Diese Abwehrhaltung nimmt Alissa persönlich und möchte ihn somit umso mehr tätowieren. Bei den Sitzungen lernen sie sich besser kennen und bald knistern die Funken zwischen den beiden.

Zunächst einmal hat die Geschichte recht lange gebraucht bis sie in Gänge kommt und es werden sehr viele alltägliche Dinge erzählt. Viele kleine Details sorgen dafür, dass der Spannungsbogen zunächst überhaupt nicht greifbar ist. Für mich kam hinzu, dass ich mich wirklich an die Sprache gewöhnen musste. Ich verstehe vollkommen, dass sich Sprache immer wieder verändert, aber die Umgangssprache war mir hier zu viel. Ich habe zwar alle Ausdrücke verstanden, aber für mich gehören Bemerkungen wie Follow-for-Follow oder Ghosten nicht unbedingt in eine normale Unterhaltung. Ich kenne keinen der so spricht, somit möchte ich solche Dialoge auch eigentlich nicht in einem Roman lesen.

Dazu kamen die Sprecher des Hörbuchs. Alissa wird von Dagmar Bittner und Simon wird von Elmar Börger gesprochen. Die Sprecherin passt ihre Stimme sehr stark den einzelnen Emotionen der Charaktere an, sodass es sich häufig überschwänglich und überdreht angehört hat. Das fand ich ebenfalls etwas übertrieben. Eine etwas ruhigere Stimme hätte mir da mehr zugesagt. Der Sprecher war hier deutlich entspannter und hat mehr Ruhe in das Hörbuch gebracht, aber auch seine Sprecherstimme fand ich nicht außergewöhnlich. Da habe ich in Summe schon einmal bessere Sprecher gehört.

Letztendlich war mir die Handlung in Summe zu klischeehaft und hat mir zu viel Drama beinhaltet. Stress mit der Exfreundin, in der Familie und in der Beziehung haben sich quasi überschlagen. Jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, dass es nun etwas ruhiger wird, kam noch mehr Drama dazu. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass Menschen wirklich so agieren. Eine Geschichte, die so schön hätte werden können, wirkte einfach nur künstlich. Mehr Bezug zur Realität hätte mir besser gefallen.

So war es in Ordnung zu hören, aber auch kein wirklicher Genuss. Für mich war das Hörbuch so trüb wie das Hamburger Wetter. Ich denke nicht, dass ich noch eine der anderen Bücher aus der Trilogie hören oder lesen werde.

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Veröffentlicht am 30.10.2021

Turbulente Familienweihnacht in den schottischen Highlands

Das Fest der Weihnachtsschwestern
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Wahrscheinlich gibt es keine andere Jahreszeit, die durch so viele Traditionen geprägt ist, wie die Weihnachtszeit. Für mich bedeutet dies Adventskalender basteln, Plätzchen backen und ganz viele kitschige ...

Wahrscheinlich gibt es keine andere Jahreszeit, die durch so viele Traditionen geprägt ist, wie die Weihnachtszeit. Für mich bedeutet dies Adventskalender basteln, Plätzchen backen und ganz viele kitschige Weihnachtsromane lesen. Da ist auch jedes Jahr ein Roman von Sarah Morgan dabei, weil sie es eigentlich immer perfekt schafft die weihnachtliche Atmosphäre in ihren Geschichten einzufangen.

Mit ihrem Weihnachtsroman erzählt die Autorin dieses Jahr nicht nur die Geschichte einer Frau, sondern eigentlich direkt drei bezaubernde Geschichten. Ähnlich war es bereits in „Eine Weihnachtshochzeit im Schnee“. Auch hier wurde die Handlung aus mehreren Sichten erzählt und so auch mehrere Hintergrundgeschichten eingebaut. In „Das Fest der Weihnachtsschwestern“ geht es nun um eine Mutter, Gayle, die es in ihrem Leben nicht immer leicht hatte. Bei dem Versuch ihren zwei Töchtern, Elle und Samantha, ein gutes Leben zu ermöglichen, hat sie sich zu sehr auf ihren Beruf konzentriert und somit viel zu wenig Zeit für ihre Töchter gehabt. Dieses Weihnachten möchte sie versuchen wieder eine Beziehung zu ihren Töchtern, die mittlerweile eigene Leben führen und teilweise sogar eigene Familie haben, aufbauen.

Im Vordergrund dieses Romans steht eindeutig die Beziehung der Mutter zu den Töchtern. Es gibt zwar auch eine kleine Liebesgeschichte, aber die ist dieses Mal nicht das primäre Ziel der Erzählung. Durch das Familiendrama rückt auch die weihnachtliche Stimmung ein kleines bisschen in den Hintergrund, wobei dies die Beschreibungen der Highlands schon fast wieder wett machen. Ich konnte mir gut einen nächtlichen Schneespaziergang mit ungetrübtem Blick auf die Sterne oder eine Fahrt mit dem Rentierschlitten vorstellen.

Besonders hat mir hier der Charakter von Gayle gefallen. Zunächst wird sie als richtiger Drache vorgestellt und ich konnte erst einmal nur das Verhalten ihrer Töchter verstehen. Aber nach und nach bekommt der Leser immer mehr Informationen zu Gayles Vergangenheit und lernt sie besser zu verstehen. Ich musste mich schlussendlich fragen, ob ich in ihrer Situation nicht auch so gehandelt hätte. Es macht noch einmal deutlich, dass der aller schwierigste Job der Welt, der Job eines Elternteils ist. Egal wie viele Gedanken man sich macht, man wird rückblickend wohl nicht mehr alle Entscheidungen gut finden und häufig an sich Zweifeln. Da finde ich es beruhigend, dass auch die Mütter in Büchern nicht immer perfekt sind und genauso viele Fehler machen.

Auch wenn bei diesem Weihnachtsroman der Fokus etwas mehr auf den familiären Beziehungen und etwas weniger auf der Vorweihnachtszeit lag, hat mich dieses Buch schon etwas in Weihnachtsstimmung gebracht. Ich mochte die Atmosphäre in den schottischen Highlands und vor allem auch die Charakterdarstellung.

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