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Veröffentlicht am 27.09.2018

Jede Socke braucht ihre Kumpelsocke

Ab morgen für immer
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„Warum haben wir so lange gebraucht?“ Hat sie das wirklich gerade gefragt? Ich werde dir erklären, warum es so lange gedauert hat. Das Verhältnis von unvernünftigen zu vernünftigen Gedanken in ihrem Kopf ...

„Warum haben wir so lange gebraucht?“ Hat sie das wirklich gerade gefragt? Ich werde dir erklären, warum es so lange gedauert hat. Das Verhältnis von unvernünftigen zu vernünftigen Gedanken in ihrem Kopf ist ungefähr zwanzig zu eins. Das ist ihr erster Fehler (und es gab weitere).“

Eve und Ben lernen sich an der Universität kennen, jedoch ist Eve zu der Zeit in einer Beziehung mit einem anderen. Jahre später treffen sie sich wieder. Es scheint ein klassischer Fall von Mann trifft Frau und verliebt sich zu sein, jedoch ist ihre Verbindung beschattet von der Vergangenheit. Können sie gemeinsam glücklich werden?

Wenn du dich schon gefragt haben solltest, warum ich der Rezension so einen skurrilen Titel gegeben habe, das liegt an der Hauptperson Eve. Sie ist manchmal recht wunderlich. In machen Situationen ist sie Gegenständen näher als ihren Mitmenschen und denkt über ihre Gefühle nach. Was passiert beispielsweise, wenn eine Socke in der Waschmaschine verloren geht? In diesem Fall ist die Socke einsam und braucht einen neue Kumpelsocke. Man muss somit einen neuen Partner für sie finden. So Überlegungen kommen mehrfach vor, sodass das Buch häufiger skurril ist. Ich weiß noch nicht, wie ich das für mich zu bewerten habe. Es war in jedem Fall einmal etwas Besonderes.

Die beiden Hauptpersonen sind wie Tag und Nacht, so unterschiedlich wie es nur geht. Zunächst haben sie kein Interesse aneinander, was auch daran liegen kann, dass Eve zu diesem Zeitpunkt nur Augen für jemand anderen hatte. Dieser erste Abschnitt ist ziemlich düster, da hier auch Themen wie Drogen, Alkohol und Jähzorn angeschnitten werden. Ehrlich gesagt war ich nicht auf diese düstere Atmosphäre eingestellt.

Zum Ende hin ist das Buch für mich deutlich schöner geworden. Ich muss nicht immer „Heile-Welt-Bücher“ lesen, aber mit dem Cover und dem Klappentext hatte ich ein positives, fröhliches Buch erwartet. Hier habe ich mir eine Liebesbeziehung vorgestellt, die nicht immer nur überschattet ist. In dem letzten Abschnitt kamen dann auch mal glückliche, alltägliche Szenen. Das hat für mich einiges gerettet.

Mit vollster Überzeugung kann ich sagen, dass dies eine Liebesgeschichte der anderen Art ist. Die Hauptperson ist etwas skurril und es werden einige ernste Aspekte thematisiert. Es ist eine Geschichte, die auch zum Nachdenken anregen kann, bei der ich mir jedoch mehr Emotionen gewünscht hätte. Das Buch hinterlässt mich mit gemischten Gefühlen und ich weiß nicht, ob ich es weiterempfehlen soll oder nicht.

Veröffentlicht am 25.09.2018

Ein Sturm der Gefühle

Mitten im Sturm
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„Ich habe einen Menschen getötet. Fünfhunderteinundfünfzig Tage lang versuche ist bereits, das Ausmaß dieser Tatsache zu erfassen und doch begreife ich es immer noch nicht. Es ist nicht so, dass mir nicht ...

„Ich habe einen Menschen getötet. Fünfhunderteinundfünfzig Tage lang versuche ist bereits, das Ausmaß dieser Tatsache zu erfassen und doch begreife ich es immer noch nicht. Es ist nicht so, dass mir nicht bewusst wäre, was passiert ist, oder dass ich es je vergessen könnte. Ich werde oft genug daran erinnert.“

So beginnt „Mitten im Sturm“ von Jessica Winter. Es ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Wer jedoch schon die Reihe über Julia und Jeremy gelesen hat, kann sich darüber freuen, dass die beiden hier wiedersehen. Für mich waren allen Personen und die Handlung neu, dennoch habe ich sehr gut in die Geschichte hineingefunden.

Grace, die Hauptperson, geht es zu Beginn des Buches überhaupt nicht gut. Nachdem sie in Notwehr einen Menschen umgebracht hat, wird sie gestalkt und als Mörderin beschuldigt. Im Baumarkt lernt sie in dieser Zeit Eric kennen. Er ist Militärpolizist und merkt, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Eigentlich möchte Grace auch nichts mit ihm zu tun haben, da sie nur schlechte Erfahrungen mit Polizisten gemacht hat. Dennoch freunden sie sich an. Kann Grace ihre Vorurteile überwinden und lernen Eric zu vertrauen?

Bewundernswert finde ich Grace. Sie lebt zurückgezogen, studiert und arbeitet. Das könnte sie zu einem sozialen Einzelgänger machen, jedoch ist sie nicht introvertiert oder zurückgezogen. Sie hat trotzdem Freunde, Humor und Lebensfreude. Das macht sie in meinen Augen zu einem außerordentlich starken Menschen. Stilistisch gut fand ich auch, dass der Leser zunächst nicht erfährt, was eigentlich in der Vergangenheit passiert ist. So wird Spannung aufgebaut.

Eric ist ein genauso vielschichtiger, interessanter Charakter. Auch seine Vergangenheit war nicht immer rosig und als Militärpolizist hat er einiges erlebt. Vielleicht hat er dadurch umso mehr Verständnis für Grace. Es ist so schön mitzuerleben, wie die beiden sich kennenlernen.

Mit hat die Geschichte sehr viel Spaß gemacht. Sie hat alles, was ein guter Roman benötigt. Es gibt viele Gefühle, einen tollen Sprachstil und eine angenehme Atmosphäre. Ich mochte es von der ersten bis hin zur letzten Seite. Hier hätte ich gerne noch ein paar Seiten mehr gehabt.

Veröffentlicht am 20.09.2018

Geniale Rockstar-Romanze!

CAKE - Die Liebe von Casey und Jake
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„Er besaß eine Reife, die weit über seine Jahre hinausging… eine Reife, die man nur durch Leben und Lernen erlangen konnte. Und ich hatte nicht den geringsten Zweifel, dass Jake mehr als genug erlebt hatte. ...

„Er besaß eine Reife, die weit über seine Jahre hinausging… eine Reife, die man nur durch Leben und Lernen erlangen konnte. Und ich hatte nicht den geringsten Zweifel, dass Jake mehr als genug erlebt hatte. Allem Anschein nach war er schnell erwachsen geworden und hatte in sehr jungen Jahren ziemlich harte Lehren fürs Leben erteilt bekommen.“

Nachdem Jake als Kind entführt wurde, lebt er mit einem Trauma. Das einzige, was ihm dabei hilft ist seine Musik und seine Karriere als weltberühmter Rockstar. Er lebt in einer ganz anderen Welt als die Studentin Casey. Sie ist vollkommen unmusikalisch, fröhlich und aufgeschlossen. Auf der Hochzeit von Caseys Freundin begegnen sie sich. Nach einem peinlichen Moment lernen sie sich besser kennen. Ist Casey diejenige, die Jakes Dämonen vertreiben kann?

Viele Liebesromane handeln von der Liebe auf den ersten Blick. Es gibt einen reichen, berühmten Mann und eine unscheinbare Frau. Sie sehen sich und können plötzlich nur noch an einander denken. Solche Geschichten sind zwar auch spannend, aber ich frage mich immer, was die beiden aneinander finden. In diesem Buch ist es anders. Es gibt nicht nur einen Blick, sondern es ist von Anfang an nachvollziehbar, was die beiden aneinander finden. Das hat mich so gefreut.

Danach geht die Geschichte auch authentisch weiter. Die beiden lernen sich langsam kennen und der Leser wird auf jedem Schritt mitgenommen. Casey ist vielleicht etwas schnell dabei Entscheidungen zu treffen, aber dies ist eben eine ihrer Charaktereigenschaften. Ich selber bin kein Rockstar und weiß nicht, wie im Detail das Leben von einem aussieht. Aber in meinen Augen war hier die Darstellung ebenfalls sehr realistisch. Die ganzen Auftritte und Tourneen werden als Arbeit mit wenig Freizeit vorgestellt. Es gibt hier keine Beschönigungen.

Ebenso ehrlich wird mit der Darstellung von Jakes Trauma umgegangen. Lange wird nicht klar, was eigentlich in seiner Vergangenheit geschehen ist, sodass hier schön Spannung aufgebaut wurde. Es gibt hierdurch auch die ein oder andere sehr emotionale Szene, die mich berührt hat. Neben den traurigen Gefühlen gibt es jedoch auch häufig glückliche, lustige Momente. Caseys fröhliche, schlagfertige Art bringt den Leser das ein oder andere Mal zum Lachen.

Bei all den positiven Aspekten bei diesem Buch gibt es eine Sache, die einen fahlen Beigeschmack bei mir hinterlassen hat. In der Geschichte ist es so, als ob die Handlung mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h vorbeigeht. Es gibt keinen Stillstand oder Langweile und es ist immer abwechslungsreich. Das Tempo war angenehm, aber in den letzten Kapiteln wird plötzlich auf 200 km/h beschleunigt. Das ging mir eindeutig zu schnell. Wahrscheinlich hätte ein weiteres Kapitel mit einer Szene gereicht, dass ich mit der rasanten Handlung nicht überfordert gewesen wäre. Aber so konnte ich quasi mit dem Ende nicht mehr mithalten.

Insgesamt ist dies eine geniale Rockstar-Romanze. Ich habe mich mit Casey zusammen in Jake verliebt und in das Rockstarleben hineingeschnuppert. Wer Rockstars mag, sollte „Cake“ unbedingt lesen.

Veröffentlicht am 19.09.2018

Ein bewegender und ruhiger Jugendroman

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
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„Und die ganze Zeit über schlägt dein Herz. Es tut, was es tun muss, es vollbringt einen Schlag nach dem anderen, bis sein Auftrag erledigt ist und es innehält. Das mag bereits in ein paar Minuten der ...

„Und die ganze Zeit über schlägt dein Herz. Es tut, was es tun muss, es vollbringt einen Schlag nach dem anderen, bis sein Auftrag erledigt ist und es innehält. Das mag bereits in ein paar Minuten der Fall sein, und du weißt es noch nicht einmal. Denn manche Herzen schlagen nur ungefähr 412 Millionen Mal.“

Wie der Titel des Buches sagt gibt es manche Dinge, die einfach passieren. Es ist manchmal nicht erklärbar, warum etwas Schlimmes geschieht oder warum jemand stirbt. Vielleicht gibt es hierfür einen Grund, vielleicht ganz viele oder vielleicht aber auch gar keinen Grund. Als erwachsener Mensch ist dies schon schwer genug, jedoch als 12-jähriges Mädchen ist dies vollkommen unverständlich.

Nachdem Suzys Freundin Franny beim Schwimmen im Meer umkommt, kann sie einfach nicht glauben, dass dies ein Unfall war. Franny war immer eine gute Schwimmerin. Für Suzy, die in der Schule eher ein Außenseiter ist, bricht eine Welt zusammen. Sie begibt sich auf die Suche nach einem Grund für Frannys Tod. War dies ein Quallenstich? Oder muss sie die Wahrheit einsehen, dass manche Dinge einfach passieren?

Es ist eine ziemlich ruhige Geschichte, deren Handlung man wahrscheinlich auf wenigen Seiten zusammenfassen könnte. Das besondere ist jedoch der Schreibstil und die Liebe zu vielen Details. Suzy ist nicht eine typische 12-Jährige. Sie denkt über die Schläge des Herzens oder wie sich Quallen fortpflanzen nach. Da waren sogar einige Fakten dabei, die ich noch gar nicht kannte beziehungsweise über die ich noch nie nachgedacht habe.

Mich hat Suzys Sicht auf die Welt und ihre Geschichte sehr berührt. Es ist nicht nur der Tod ihrer Freundin, sondern auch die Probleme in der Schule. Wenn man so komplizierte Gedankengänge hat und sich nicht für Oberflächlichkeiten interessiert, dann gehört man in der Schule nicht zu den beliebten Kindern. Eine weitere Thematik ist somit der Schulwahnsinn. Wenn man nicht beliebt ist, dann kann die Schulzeit die Hölle sein und dann ist es nicht immer leicht damit fertig zu werden.

Dies ist eine ruhige, außergewöhnliche Geschichte, die absolut lesenswert ist. Von mir gibt es für dieses Buch eine definitive Empfehlung.

Veröffentlicht am 18.09.2018

Ein guter Abschluss und der beste Teil der Reihe

Save Us
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„Ich möchte mehr als heimliche Küsse und geflüsterte Versprechen, die ohnehin nicht eingehalten werden können, aber Kesh kann mir das im Moment nicht geben. Das hat mir dieser Abend einmal mehr bewusst ...

„Ich möchte mehr als heimliche Küsse und geflüsterte Versprechen, die ohnehin nicht eingehalten werden können, aber Kesh kann mir das im Moment nicht geben. Das hat mir dieser Abend einmal mehr bewusst gemacht. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber sie tut jedes Mal ein bisschen mehr weh.“

Von der „Save Me“-Reihe war ich bis dato nicht so begeistert, wie von der „Again“-Reihe. Den ersten Teil fand ich ganz gut, aber den zweiten fand ich im Vergleich schon deutlich schwächer. Man könnte sich somit fragen, warum ich überhaupt den letzten Teil gelesen habe. Dies wäre eine berechtigte Frage und die Antwort wäre schlicht und einfach Neugierde. Das Ende des vorherigen Bandes war so fies, dass ich einfach weiterlesen musste.

Die Beziehung zwischen James und Ruby scheint schon wieder vor einem Ende zu stehen. Ruby wird eine Affäre mit ihrem Lehrer unterstellt und die Fotos scheinen von James zu kommen. Lydia ist zudem von Graham mit Zwillingen schwanger und Alistair ist unglücklich, weil Kesh sich nicht outen möchte.

Es gibt so viele lose Enden, dass ich sehr gespannt war, wie sich das ganze Drama klären wird. Hier möchte ich nicht zu viel verraten. Sehr positiv finde ich bei dem Abschluss, dass es dieses Mal nicht ganz so viel Drama gibt. In das ein oder andere Thema kommt Normalität hinein, sodass die Grundstimmung zum Teil deutlich ruhiger ist.

Ein weiterer positiver Aspekt sind die Nebencharaktere. Die Geschichte wird nun aus Alistairs, Grahams, Lydias, Rubys, James, Wrens und Embers Sicht erzählt. Es kommen somit noch ein paar Sichten hinzu. Ich mochte es, dass die Nebenrollen immer mehr Raum einnehmen und wir hier auch erfahren, wie es weitergeht.

Darüber hinaus mochte ich, dass James endlich einmal eine Weiterentwicklung durchläuft. Bis dato habe ich ihn als reichen, teilweise verzogenen Jungen wahrgenommen. Er ist zwar in Ruby verliebt, aber ansonsten scheint er sich nicht sonderlich um andere oder seine Zukunft zu kümmern. Für mich war er ein Charakter, der sich im Stillstand befindet und der relativ flach ist. Nun habe ich endlich einmal einen andere Seiten an ihm gesehen. Darauf habe ich lange gewartet und umso mehr habe ich mich dann gefreut, dass es hier endlich eine Weiterentwicklung gibt.

Insgesamt hat mich der Abschluss der Reihe an der ein oder anderen Stelle positiv überrascht. In meinen Augen ist es der stärkste Teil und damit ein gut gelungener Abschluss. Ich bin sehr gespannt, welche Geschichte die Autorin als nächstes schreibt.