Ein Roman wie ein Morgenkaffee: warm, aber vorhersehbar
Mornings in Boston - The Stories We TellNachdem ich letzten Monat einige Tage in Boston verbracht hatte, habe ich mich darauf gefreut, in meinem Kopfkino dorthin zurückzukehren. Der Leser wird an das Set des Frühstücksfernsehens bei „Mornings ...
Nachdem ich letzten Monat einige Tage in Boston verbracht hatte, habe ich mich darauf gefreut, in meinem Kopfkino dorthin zurückzukehren. Der Leser wird an das Set des Frühstücksfernsehens bei „Mornings in Boston“ entführt. Dort tritt die Journalistin Penelope gerade ihre neue Stelle an und soll gemeinsam mit dem grummeligen Connor die Show moderieren. Schon vom ersten Moment an entsteht zwischen den beiden ein interessantes Spannungsfeld. Für Connor ist es alles andere als leicht, eine neue Kollegin vorgesetzt zu bekommen – zumal eine, die morgens früh ausgesprochen gut gelaunt ist.
Das Setting hat mir gut gefallen, und schnell wird klar, dass es nicht nur um die Show und die Reibereien zwischen den Kollegen geht, sondern auch um Themen wie Trauer und deren Bewältigung. Penelope bringt eine spannende Vorgeschichte mit, die der Handlung mehr Tiefgang verleiht. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass man aus diesem Hintergrund noch deutlich mehr hätte herausholen können. Die emotionale Komplexität wird nur angerissen, sodass etwas Potenzial ungenutzt bleibt.
Von der Stadt Boston bekommt der Leser nicht allzu viel mit. Ich hatte mich auf eine gedankliche Rückkehr dorthin gefreut, doch konkrete Orte werden kaum beschrieben. Ansonsten ist es eine wirklich schöne Geschichte – teilweise vorhersehbar, aber durchweg unterhaltsam. Wer ein neues Wohlfühlbuch für die morgendliche Tasse Kaffee sucht, ist hier genau richtig.