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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2026

Verwirrend und unglaubhaft

Böser, böser Wolf
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"Böser, böser Wolf" von Alexandra Benedict ist ein Thriller, in dem es um Thriller und ihre Autorinnen geht. Morde geschehen, nachdem sie geschrieben wurden und der Zusammenhang ist schnell sichtbar.
Auch ...

"Böser, böser Wolf" von Alexandra Benedict ist ein Thriller, in dem es um Thriller und ihre Autorinnen geht. Morde geschehen, nachdem sie geschrieben wurden und der Zusammenhang ist schnell sichtbar.
Auch Katie erwacht so eingesperrt und wird zum schreiben gezwungen. Sie versucht verzweifelt in ihren Geschichten Hinweise zur Ergreifung des Täters, also des Wolfes zu geben und an ihrer eigenen Befreiung zu arbeiten.
Detective Inspector Lyla Rondell ermittelt und stellt Zusammenhänge zu bekannten Märchen her und zu einem Geschehen aus ihrer eigenen Vergangenheit.
Ich mochte die Märchenadaptionen sehr, ich mochte die finstere, morbide Atmosphäre, der Spannungsaufbau geschah sehr schnell und schon von Beginn an.
Allerdings fehlte mir hier eine Bindung an die Protagonistinnen, ihre Handlungen und Gedanken blieben mir sehr oft fremd und nicht nachvollziehbar. Gerade zum Ende hin fand ich viele Geschehnisse sehr an den Haaren herbei gezogen und unglaubwürdig. Auch der Täter ist unverständlich und zu leicht zu beeinflussen.
Das Buch hatte einen starken Anfang, eine noch lesenswerte Mitte und ein sehr schwaches Endspiel.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Spannender Twist-Thriller mit kleinen Schwächen

The Exes
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"The Exes" von Leodora Darlington ist ein Thriller, der Konzentration erfordert. Der Aufbau mit verschiedenen Zeitebenen (Gegenwart und Vergangenheit) sowie wechselnden Perspektiven ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. ...

"The Exes" von Leodora Darlington ist ein Thriller, der Konzentration erfordert. Der Aufbau mit verschiedenen Zeitebenen (Gegenwart und Vergangenheit) sowie wechselnden Perspektiven ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Sobald man sich jedoch eingedacht hat, entwickelt das Buch einen echten Sog.
Die Geschichte rund um Nathalies Suche nach dem perfekten Partner lebt von ihren unvorhersehbaren Wendungen. Für meinen Geschmack waren es am Ende jedoch etwas zu viele Plot-Twists: Das Ganze wurde zwar spannend, aber leider auch zunehmend unglaubwürdig. Auch die Protagonistin blieb bis zum Schluss schwer greifbar – was vermutlich beabsichtigt war, mir den Zugang aber erschwert hat.
Ein handwerklich gut geschriebener Thriller mit einer tollen Grundidee, bei dem ein bisschen weniger "Spektakel" der Glaubwürdigkeit gutgetan hätte.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Zwischen Goldgräberstimmung und Agenten-Absurditäten

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Kristof Magnussons „Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist ein Roman, der die perfekte Balance hält: Er nimmt sich selbst nicht immer ernst, verliert dabei aber nie seine Relevanz. Wir landen direkt in ...

Kristof Magnussons „Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist ein Roman, der die perfekte Balance hält: Er nimmt sich selbst nicht immer ernst, verliert dabei aber nie seine Relevanz. Wir landen direkt in den frühen 90ern – der Kalte Krieg ist vorbei, die Grenzen sind offen und in den Geheimdiensten herrscht eine bizarre Goldgräberstimmung.
Im Zentrum steht Germeshausen, ein Doppelagent alter Schule, der seinen Stern sinken sieht und es noch einmal wissen will. Sein Kompagnon für das „große Ding“: Der junge Poet und Charmeur Jakob Dreiser, der eigentlich noch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist. Das ungleiche Duo bricht nach Kasachstan auf, um mit Hubschraubern zu dealen – ein Vorhaben, das erwartungsgemäß im herrlichen Chaos endet.
Magnusson verknüpft historische Fakten und reale Schauplätze mit einer irrwitzigen Story. Dank des schwarzen Humors und der bildhaften Sprache hatte ich beim Lesen oft ein Grinsen im Gesicht. Eine leichte, aber kluge Zeitreise, die mich glänzend unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Epischer Auftakt mit Sogwirkung

Flut aus schwarzem Stahl
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Nach der Rabenklingen-Saga und dem Stählernen Bund waren meine Erwartungen an Anthony Ryans neues Werk extrem hoch – und was soll ich sagen? Er hat geliefert! In „Flut aus schwarzem Stahl“ entwirft Ryan ...

Nach der Rabenklingen-Saga und dem Stählernen Bund waren meine Erwartungen an Anthony Ryans neues Werk extrem hoch – und was soll ich sagen? Er hat geliefert! In „Flut aus schwarzem Stahl“ entwirft Ryan eine Welt, die genau nach meinem Geschmack ist: düster, gewaltig und voller politischer Intrigen.
Besonders fasziniert hat mich das Worldbuilding. Man ist viel auf See unterwegs, und Ryan schafft es meisterhaft, die Wucht der Stürme und die Weite des Meeres spürbar zu machen. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt; die Charaktere sind dabei angenehm vielschichtig – von verschlagen bis grundehrlich, aber garantiert nie langweilig.
Man trifft auf bekannte Namen aus dem Stählernen Bund. Es ist kein Vorwissen nötig, aber wer die volle Ladung Insider-Wissen will, sollte die andere Reihe vielleicht zuerst lesen.
Zugegeben, ich brauchte ein paar Seiten, um in der komplexen Welt anzukommen, aber dann hat mich die Story nicht mehr losgelassen. Jetzt heißt es leider: Warten auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Zwischen Wahn und Wirklichkeit

Mein zärtlicher Schatten
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"Mein zärtlicher Schatten" von Johanna van Veen ist eine Fantasy-Geschichte, die in mehreren Ebenen erzählt wird.
Roos wird von ihrer Mutter nicht gut behandelt, sie wird eingesperrt, muss hungern, hat ...

"Mein zärtlicher Schatten" von Johanna van Veen ist eine Fantasy-Geschichte, die in mehreren Ebenen erzählt wird.
Roos wird von ihrer Mutter nicht gut behandelt, sie wird eingesperrt, muss hungern, hat oft Angst und verdient das Geld der Familie als Medium bei Seancen.
Der Unterschied ist, Roos hat wirklich einen Geist an ihrer Seite, Ruth, ihre beste Freundin, die sie auch innig liebt.
Agnes Knoop, Witwe und wohlhabend, kauft sie nach einer Sitzung frei und nimmt Roos mit zu sich auf ihr Anwesen.
Was dort geschehen ist, wird nach und nach aus Roos Erinnerungen erzählt und in mehreren Patientenbefragungen durch einen Psychiater in Vorbereitung auf eine Gerichtsverhandlung.
So erfährt man sehr langsam, was geschehen ist. Die Stimmung ist düster, teils morbide, Spannung unterschwellig vorhanden, aber viel graue und unheimliche Atmosphäre.
Oftmals bleibt man im unklaren, was wirklich passiert und was der Einbildung der Protagonistinnen entspringt, aber gerade das macht hier den Reiz aus.
Das Buch war für mich kein Highlight, hat mich aber gut unterhalten und gerade die Geister sehe ich noch eine ganze Weile vor Augen.

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