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Veröffentlicht am 09.04.2022

….ein kleines, feines Buch

Heiteres aus dem Gemeindeleben ernstgenommen
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Gemeindliches und Weltliches mit spitzer Feder und knappen Worten auf den Punkt gebracht. Mal mit Augenzwinkern und Humor, mal eher nachdenklich… Tobias Petzoldt versteht es mit Worten umzugehen. Seine ...

Gemeindliches und Weltliches mit spitzer Feder und knappen Worten auf den Punkt gebracht. Mal mit Augenzwinkern und Humor, mal eher nachdenklich… Tobias Petzoldt versteht es mit Worten umzugehen. Seine Texte sind mitten aus dem (Gemeinde-)leben, seine Beobachtungen treffend.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert:
• Abkündigungen aus der gestalteten Gemeindemitte
• Vermeldungen von dieser Welt
• Botschaften aus Überzeugung

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Besonders im 1. Teil hatte ich oft die eigene Gemeinde vor Augen und musste häufig schmunzeln und auch herzhaft lachen. Denn zwischen Gemeindefest und Kirchenvorstand, Ehrenamt und Hauptamtlich, Jugendgottesdienst und Abkündigungen kam mir doch sehr vieles bekannt vor.
Der 2. Teil hat mich etwas überrascht, denn ich hatte vom Titel des Buches her keine „weltlichen Themen“ erwartet. Aber auch hier gab es viele Texte, die mir gut gefielen und mancher Text, der erschreckend aktuell ist, denn man kennt sie doch: die Situationen „neulich im Bio-Laden“ , die „besorgten Bürger“, die „Wahlversprecher“ oder die

„Grenzerfahrung

Es gibt Grenzen.
Wir schieben Frust, wir schieben ab,
wir schieben hin und her: Die Menschen,
die über Grenzen gebracht werden,
übers Wasser oder um die Ecke….“ s.S. 80

Der 3. Teil lässt mich nachdenklich zurück. Es sind zumeist kurze Texte über Bibel und über Glaubensinhalte… über Advent, Neujahr, Passion und Ostern… über Wüstenzeiten, Lobpreis, Friedensspurensuche… Diese Texte kann man nicht einfach mal schnell lesen, es lohnt sich sie wirken zu lassen, darüber nach zu denken…

„Heiteres aus dem Gemeindeleben ernst genommen“ ist ein kleines, feines Buch mit Texten, die mich zum schmunzeln bringen, aber auch nachdenklich machen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde es sicher immer wieder in die Hand nehmen. Gern empfehle ich das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Eine interessante Geschichte, die im 2. Weltkrieg spielt

Ein Haus in Brooklyn
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In dem Haus in Brooklyn leben Esther und Peter, die ihre Mutter durch einen Unfall verloren haben. Dass kurz darauf der Vater Eddie Shaffer beschließt sich freiwillig für den Einsatz im 2. Weltkrieg zu ...

In dem Haus in Brooklyn leben Esther und Peter, die ihre Mutter durch einen Unfall verloren haben. Dass kurz darauf der Vater Eddie Shaffer beschließt sich freiwillig für den Einsatz im 2. Weltkrieg zu melden, ist für die beiden Kinder ein großer Schock. Penny Goodrich, eine junge Frau aus der Nachbarschaft der Großmutter, erklärt sich bereit für die Kinder zu sorgen. Seit vielen Jahren heimlich in Eddie verliebt hofft sie, dass dadurch der Mann auf sie aufmerksam wird und ihre Liebe erwidert.
Im Haus lebt auch der Jude Jakob Mendel, der um seine Frau trauert und sich sehr große Sorgen um Sohn und Schwiegertochter macht, die in Ungarn leben und nicht vor den Nazis fliehen können. Von seiner Gemeinde hat er sich zurückgezogen. Als gegenüber die Synagoge brennt, verändert sich viel. Jakob und die anderen Hausbewohner rücken zusammen und lernen viel voneinander und über Gott.

Der Roman „Ein Haus in Brooklyn“ erzählt eine spannende und berührende Geschichte. Alle Bewohner dieses Hauses leben in einer Ausnahmesituation. Der plötzliche Unfalltod von Jakobs Frau Miriam und von Rachel Shaffer bringt das Leben aller durcheinander. Dass Eddie es nicht mehr ertragen kann in der Wohnung zu sein, in der er glücklich war, kann ich nachvollziehen. Ich verstehe aber nicht wie er seine Kinder in fremder Obhut lassen kann. Die Kinder reagieren dann auch sehr stark: Esther mit Ablehnung gegenüber Penny, Peter indem er nicht mehr spricht. Zum Glück öffnet Jakob die Wohnungs- und irgendwann auch seine Herzenstür für die Kinder. Gegenseitig geben sie sich Halt und finden in den jüdischen Traditionen und Festen (zurück) zu Gott. Auch Penny entwickelt sich weiter und findet ihren Weg.
Ich habe schon mehrere Romane von Lynn Austin gelesen und sie haben mir gut gefallen. Mit diesem Buch hatte ich allerdings anfangs einige Probleme. Die Zeit, in der die Geschichte spielt, ist spannend und auch der Buchaufbau gefiel mir. Aber ich wurde lange Zeit mit den Protagonisten nicht „warm“, konnte ihre Handlungen oft nicht nachvollziehen. Für die Kindern empfand ich hauptsächlich Mitleid, mochte sie aber gern. Auch Jakob mochte ich sehr schnell. Penny‘s Art und ihr krampfhaftes Festhalten an der Verliebtheit in Eddie konnte ich gar nicht verstehen. Das änderte sich erst sehr spät. Gut gefiel mir der geschichtliche Hintergrund und auch die jüdischen Traditionen. Gelungen fand ich auch die Einschübe zur Judenverfolgung in Ungarn, die über die Briefe von Jakobs Sohn eingefügt waren.

„Ein Haus in Brooklyn“ ist ein interessantes, spannendes und vielschichtiges Buch mit geschichtlichem Hintergrund, dass ich gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 02.04.2022

Ein Buch über die Stärken introvertierter Menschen

Stilles Strahlen
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Unsere Welt ist laut und häufig werden nur die Menschen gesehen, die es verstehen sich fröhlich in großen Gruppen zu bewegen, offen auf andere zugehen, deutlich ihre Meinung vertreten… Introversion dagegen ...

Unsere Welt ist laut und häufig werden nur die Menschen gesehen, die es verstehen sich fröhlich in großen Gruppen zu bewegen, offen auf andere zugehen, deutlich ihre Meinung vertreten… Introversion dagegen wird oft als Schüchternheit wahrgenommen und stille Menschen einfach übersehen. Marie Briese kennt diese Situationen aus ihrem Leben und macht sich stark für „stille Menschen“.

Mir gefällt das Buch sehr gut. Der Titel „Stilles Strahlen – weil echter Mut nicht laut sein muss“ spricht mich an, denn ich wünsche mir, dass viele Menschen dieses „stille Strahlen“ (bei mir) wahrnehmen. Die Autorin wendet sich an junge Frauen und nimmt sie mit auf eine Reise, die sie selbst erlebt hat und auf Wege, auf denen auch sie unterwegs war und ist. Offen und ehrlich erzählt Marie Briese aus ihrem Leben, teilt Erfahrungen und Erkenntnisse, spricht über Wege und Umwege hin zur Annahme ihrer „stillen Art“ und dem Mut die Komfortzone zu verlassen und mutig neue Wege zu gehen.
Im Buch findet man neben den Erfahrungsberichten der Autorin auch biblische Geschichten, psychologische Erkenntnisse, Listen zur Selbstreflexion, kleine Interviews… So ist es eine gute Mischung zum Thema, regt zum Nachdenken an und macht Mut sich zu zeigen wie man ist. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und oft hatte ich das Gefühl neben Marie zu sitzen und ihr zuzuhören.

„Stilles Strahlen“ hat mir sehr gut gefallen und ich empfehle das Buch gern weiter.

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Auf dem Weg in den Westen….

Wohin der Wind uns trägt
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South Carolina, 1847: Es ist eine schwere Zeit für die Geschwister Steinmann, denn nach mehreren Schicksalsschlägen scheint die Zukunft unsicher. Joanna überredet ihren älteren Bruder sie und die vier ...

South Carolina, 1847: Es ist eine schwere Zeit für die Geschwister Steinmann, denn nach mehreren Schicksalsschlägen scheint die Zukunft unsicher. Joanna überredet ihren älteren Bruder sie und die vier jüngeren Schwestern mit auf den Treck in den Westen zu nehmen. Nur Denise, die Älteste entschließt sich einen älteren Mann zu heiraten und zu bleiben. Auf der langen und beschwerlichen Reise müssen die Geschwister und ihre Weggefährten so manche schwierige Situation überstehen.
Derweil versucht Joannas Freundin Linda sich um Denise zu kümmern. Dabei kommt sie einer Intrige auf die Spur, die auch den Steinmanns gefährlich werden könnte…

„Wohin der Wind uns trägt“ ist die Neuauflage eines 2012 erschienenen Romans von Elisabeth Büchle. Mit seinen knapp 600 Seiten ist es ein dickes Buch, aber dennoch war viel zu schnell das Ende gekommen. Elisabeth Büchle versteht es ausgezeichnet mich mit ihren spannenden und tiefgründigen Romanen zu fesseln. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, bleiben sich selbst und ihren Grundsätzen treu, entwickeln sich aber auch weiter. Die Steinmanngeschwister sind sehr unterschiedlich: Stewart, der verantwortungsbewusste Älteste, Joanna mit ihrer fröhlichen Art und ihre Freude am Diskutieren, Beckie mit ihrem tiefen Glauben… In Laurie Thompson findet Joanna eine gute Freundin, in Alec, Lauries Schwager, ein Gegenüber mit dem sie sich immer wieder hitzige Wortgefechte liefert. Diese Streitgespräche haben mich oft zum schmunzeln gebracht. Aber auch die Protagonisten, die in South Carolina agieren… allem voran Linda… haben mir gut gefallen.
Die Geschichte hat mich von der 1. Seite an gefesselt. Die Beschreibungen von Land und Leuten sich detailliert und malen Bilder vor mein inneren Auge. Die Spannung ist oft greifbar und steigert sich bis zum Ende durch manche unerwartete Wendung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Wer einen spannenden, unterhaltsamen, tiefgründigen Roman sucht, bei dem christliche Werte und Romantik eine Rolle spielen, dem kann ich „Wohin der Wind uns trägt“ nur empfehlen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.03.2022

Neubeginn auf einer Hallig

Die Halligprinzessin
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Als Ella an ihrem Geburtstag einen dicken Brief von einem Anwalt bekommt, ahnt sie, dass sich etwas ändern wird. Geschockt von der Nachricht, dass ihre Großtante verstorben ist und ihr das Haus auf der ...

Als Ella an ihrem Geburtstag einen dicken Brief von einem Anwalt bekommt, ahnt sie, dass sich etwas ändern wird. Geschockt von der Nachricht, dass ihre Großtante verstorben ist und ihr das Haus auf der Hallig vererbt hat, reist sie von Berlin an die Nordsee. Auf der Warft taucht Ella in eine andere Welt ein…. eine Warft, ringsum Meer oder Watt und auch gleich am ersten Wochenenden „Land unter“… Während sie die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Charlotte liest und in die alte Geschichte einer jungen Frau eintaucht, muss auch Ella Entscheidungen treffen und überlegen was ihr wichtig ist im Leben…

Nach einem Nordseeurlaub im letzten Sommer hat mich der Klappentext und das schöne Cover sofort angesprochen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die beiden Geschichten von Charlotte und Ella sind fesselnd erzählt und haben mich schnell in ihren Bann gezogen. Es sind zwei starke Frauen, die ihren Weg, Heimat und auch Liebe suchen. Besonders Charlottes Tagebuchaufzeichnungen haben mich berührt. Sie beschreiben wie es die junge Berlinerin aus guten Hause auf die Hallig verschlägt und wie sie dort den 2. Weltkrieg übersteht und Heimat und Liebe findet. Ella geht es in Berlin eigentlich gut. Doch in der Abgeschiedenheit und Stille auf der Hallig beginnt sie ihr Leben zu überdenken und mutig neu zu ordnen. Beide Frauenfiguren haben mir gut gefallen, ich haben mit ihnen gehofft und geweint und konnte ihre Entscheidungen zu nachvollziehen.

Mir hat „Die Halligprinzessin“ sehr gut gefallen, mir schöne und fesselnde Lesestunden geschenkt. Ich empfehle das Buch sehr gern weiter und vergebe 5 Sterne.

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