Ich hab mehr erwartet
The Deathless OneDas Lady Jessamine am Tag ihrer Hochzeit sowohl stirbt, als auch von einem Gott – dem Todlosen – wieder belebt wird, hätte sie nicht erwartet. Schließlich sind die Götter alle tot. Doch Jessamine schwört ...
Das Lady Jessamine am Tag ihrer Hochzeit sowohl stirbt, als auch von einem Gott – dem Todlosen – wieder belebt wird, hätte sie nicht erwartet. Schließlich sind die Götter alle tot. Doch Jessamine schwört Rache, lässt sich auf den Deal ein und findet sich sogleich in der Welt der Lebenden wieder. Die Zeit daraufhin ist erstmal trostlos und ziemlich geprägt von Not, Sorge und der Verwirrung ihres Zustandes, bis sie auf die Hexe trifft, die den Todlosen verehrt und die Handlung nimmt ihren Lauf.
Puuuh. Wie soll ich euch erklären, wie Emma Hamm für mich schreibt. Die Autorin erzählt aus der Erzählersicht jeweils aus den Sichten der Protagonisten und allein das hält den Leser davon ab richtig einzutauchen. Man bleibt immer außen vor. Ihre Schreibweise ist zwar poetisch angehaucht mit tollen Beschreibungen, die einen so richtig in dieses trostlose, grausame, dunkle Setting reißen. Aber leider war es das für mich dann auch schon. Ich fühlte mich immer etwas zu weit neben den Charakteren. Man kann ihre Emotionen nicht nachvollziehen, vor allem die Anziehungskraft, die sich aus dem Nichts entwickelt, hat mich absolut kalt gelassen.
Was ich auch super schade fand, war der Verlauf der Handlung. Es ging so schleppend voran, das zwischendurch leider pure Langeweile aufkam, die Szenen wurden in die Länge gezogen, boten aber wenig inhaltlichen Mehrwert und wurden dann eben mit poetischen, düsteren Erinnerungen aufgefüllt. Jegliche Spannung, die vor allem in gefährlichen Szenen hätte aufkommen können, wurde durch diese Trägheit kaputt gedacht/geredet.
Und leider blieben die wenigen Charaktere so blass, dass ich sie zwar interessant fand und irgendwie sogar ganz sympathisch, mir jedoch einfach mehr Tiefe gewünscht hätte um dieser Story mehr Freude entgegen bringen zu können. Der Todlose und sein kleiner Albtraum haben ihre positiven Eigenschaften. Er ist durchweg aufopferungsvoll und sogar tief drinnen liebevoll und sie ist intelligent, mutig und willenstark, und trotzdem erreicht mich ihre Geschichte nicht.
Das Ende, vor allem der Stand, an dem wir uns am Ende der Handlung befinden, hat mich etwas enttäuscht, da ich gefühlt fast nicht voran gekommen bin und das war einfach ernüchternd.
Das einzig positive, was mich lange dran blieben ließ und dann zum querhören bewogen hat, sind die Sprecher Viola Müller und Lennart Wolff. Diese zwei Stimmen, ihre besonderen Timbre und auch diese passende Art zu lesen waren einfach perfekt. Ich habe ihnen gern zugehört und es hat mir das Hörbuch etwas versüsst, sodass ich bis zum Ende noch gehört habe. Ich würde wieder ein Hörbuch mit den beiden hören.