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Veröffentlicht am 26.06.2026

Persönliche Freiheit contra Tradition

John of John
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Als John Calum MacLeod wieder nach Hause auf die schottischen Hebriden-Inseln zurückkehrt, holt ihn die Vergangenheit ein. Die strengen Traditionen der Bevölkerung verbunden mit ihrem Glauben stehen in ...

Als John Calum MacLeod wieder nach Hause auf die schottischen Hebriden-Inseln zurückkehrt, holt ihn die Vergangenheit ein. Die strengen Traditionen der Bevölkerung verbunden mit ihrem Glauben stehen in krassen Wiederspruch zu seinem freien Leben am College in Manchester, wo er Modedesign studiert hat. Nun ist er wieder John der Sohn von John, seinem Vater, der seinen Lebensinhalt in der Schafzucht und der Weberei traditioneller Muster und Stoffe sieht. Da gibt es auch noch die Großmutter mit Herz und gleichzeitig in Strenge ihrer Herkunft verpflichtet.
Douglas Stuart zeichnet in seinem Roman ‘John of John‘ das Bild einer Gesellschaft der 1990er Jahre, die geprägt ist, jede Art der Abweichung von der als Normalität des Lebens betrachteten Realität zu verachten, auszugrenzen. Es darf nicht existieren, was nicht der Regel des Zusammenlebens entspricht. Selbst in der Familie werden die Gefühle im tiefsten Inneren verborgen. So stellt sich Frage: Wer kennt eigentlich wen mit seinen Vorlieben und Lebensträumen?
Ein Roman, der lebendig geschrieben ist und in seinem Konfliktreichtum sehr stark menschliche Gefühle reflektiert.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Selbstreflexion

ZIMMER 706
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Kate ist siebenunddreißig Jahre alt, glücklich verheiratet mit Vic, ein Mann, der ihr Liebe und Geborgenheit gibt. Sie ist Mutter von zwei Kindern im Teenageralter. Beruflich als auch privat ist sie im ...

Kate ist siebenunddreißig Jahre alt, glücklich verheiratet mit Vic, ein Mann, der ihr Liebe und Geborgenheit gibt. Sie ist Mutter von zwei Kindern im Teenageralter. Beruflich als auch privat ist sie im Leben angekommen, fühlt sich glücklich. Dennoch fehlt ihr etwas, eine Art Ausgleich zum fordernden Alltag, der aus unendlichen To-Do-Listen besteht. Sie möchte Stunden der Freiheit und Ungezwungenheit spüren, ohne den Drang zu haben, ihre Familie zu verlieren. Kate trifft den wesentlich älteren James, der ihr scheinbar all dir sexuellen Fantasie zu erfüllen vermag. Während eines ihrer heimlichen Treffen, wird das Hotel von Terroristen besetzt, die gegenüber der englischen Regierung Forderungen mit Gewalt durchzusetzen versuchen. Eingesperrt mit ihrem Verhältnis lässt Kate ihr Leben Revue passieren und verstrickt sich dabei in ambivalente Gedanken und Gefühle.
Ellie Levenson schreibt mit ‘Zimmer 706‘ einen Roman, der Fragen stellt, die das moderne Leben mit seinen Möglichkeiten bietet. Sie zeigt ihre Protagonistin Kate selbstreflektierend mit schmerzlichen, egoistischen, trauernden, liebevollen und fürsorglichen Wesenszügen in einer äußerst bedrohlichen Situation. Letztendlich bleiben Auswirkungen dieser Zwangslage einschließlich ihrer ursächlichen Entstehung offen. Eine unterhaltende Geschichte mit erklärenden Rückblenden, die die Fantasie des Lesenden letztendlich fordert.

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Verschiedene Blickwinkel

Geschwister
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Moa Herngren vermag es in ‘Geschwister‘ ein lebensnahes Bild einer Familie zu zeichnen, die nach dem Tod des Vaters sich wieder bei der Mutter zusammenfindet. Ulrika, Andrea und Rasmus tauchen ein in die ...

Moa Herngren vermag es in ‘Geschwister‘ ein lebensnahes Bild einer Familie zu zeichnen, die nach dem Tod des Vaters sich wieder bei der Mutter zusammenfindet. Ulrika, Andrea und Rasmus tauchen ein in die Zeit ihrer Kindheit, beschäftigen sich intensiv mit ihren Erinnerungen, die aus ihren sehr sich unterscheidenden Blickwinkeln alte Wunden aufbrechen. Man nimmt deutlich den Riss in der Beziehung der Geschwister untereinander wahr und befürchtet eine dramatische Eskalation.
Mit viel Feingefühl nähert sich die Autorin durch eine intensive Auseinandersetzung der Wahrnehmungen ihrer Protagonisten einem Gesamtbild, welches sich natürlich stets im Wandel befindet mit jeder neu hinkommenden Information. Das macht die Geschichte einerseits spannend und interessant, andererseits wird man beim Lesen aufgefordert, die eigenen Emotionen zu überdenken und anzupassen.
Ein klarer und leicht verständlicher Schreibstil treibt den Lesefluss zügig voran, sodass die umfangreiche Seitenanzahl des Romans schnell dahinschmelzen.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Lebenstraum

Das Rad der Welt
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Hendrik Lambertus zeichnet in seinem historischen Roman ‘Das Rad der Welt‘ das Bild einer faszinierenden jungen Frau, die sich durch ihren unbändigen Wissensdrang, die Welt um sich herum und noch viel ...

Hendrik Lambertus zeichnet in seinem historischen Roman ‘Das Rad der Welt‘ das Bild einer faszinierenden jungen Frau, die sich durch ihren unbändigen Wissensdrang, die Welt um sich herum und noch viel weiter zu erkunden, in arge Schwierigkeiten bringt. Als Tochter des Landesherrn von Lüneburg, dem Herzog Otto, ist ihr vorbestimmt, den machthungrigen Interessen ihres Vaters zu dienen, sich als wohlerzogenes, züchtiges Burgfräulein zu präsentieren und sich darüber hinaus dem ausgewählten Bräutigam zu unterwerfen. Doch das entspricht so gar nicht Agnes` Naturell. Nachdem sie den lustigen und lebensklugen Wandergesellen Liudger kennengelernt hat, beschließt sie mit ihm ferne Landstriche zu erkunden und diese als Weltkarte, heute noch bekannt als Ebstorfer Weltkarte, festzuhalten, im Sinne einer menschenverbindenden friedlichen Botschaft und lehrendes Anschauungswerk für all jene des Lesens Unkundige, die es zu jener Zeit um 1300 in der Überzahl gab.
Doch ihr Plan scheitert und Agnes wird in ein Kloster abgeschoben, enterbt und ohne Titel. Ungebrochen bleibt ihr Wissensdrang und mit ihrer forschenden Art auf Menschen zuzugehen, kommt sie Stück für Stück ihrem Lebenstraum näher, wenn auch anderes als ursprünglich gedacht.
Der Autor vermag es um ein historisches Ereignis herum eine fein ausgearbeitete Geschichte zu weben, die den Leser in das tiefste Mittelalter eintauchen lässt. Er bewegt sich zwischen Fiktion und historisch belegten Tatsachen mit hohem Sachverstand als auch erzählerischem Geschick, was eine fesselnde Wirkung hervorruft und trotz des gewaltigen Umfangs des Romans eine kurzweilige, stets interessante Unterhaltung bietet.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Berührende Familiengeschichte

Die vergessene Tochter
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‘Die vergessene Tochter‘ von Soraya Lane ist der siebente Teil, der geplant achtteiligen Saga um ‘Die verlorenen Töchter‘. Wiederum erleben wir eine mitreisende Geschichte, die sich über zwei Zeitstränge ...

‘Die vergessene Tochter‘ von Soraya Lane ist der siebente Teil, der geplant achtteiligen Saga um ‘Die verlorenen Töchter‘. Wiederum erleben wir eine mitreisende Geschichte, die sich über zwei Zeitstränge entwickelt und ein Familiengeheimnis aus längst vergangenen Zeiten lüftet. Natürlich löst erneut der Inhalt eines kleinen Kästchens, welches den weiten Weg von London aus Hope`s House nach Oslo zu Amalie findet. Charlotte, ihre Urenkelin, ist die Botin und weckt damit ungeahnt äußerst berührende Erinnerungen bei ihrer betagten Urgroßmutter, die beginnt ihre Lebensgeschichte zu erzählen, eine Geschichte, die zu Herzen geht, die unglaubliche Begebenheiten offenbart, die von großer Liebe als auch Zuneigung geprägt ist.
Charlotte selbst kehrt nach vielen Jahren, die sie in London als erfolgreiche Küchenchefin in renommierten Restaurants verbracht hatte, zurück in ihre Heimatstadt Oslo, um einem verlockenden Arbeitsangebot zu folgen. Hier lernt sie den gefeierten Architekten Harrison kennen, der trotz einer gewissen Anziehung zwischen beiden, immer wieder reserviert reagiert.
Es ist ohne weiteres möglich in den Roman einzusteigen, ohne die vorangegangenen Teile gelesen zu haben. Schicksalhaft und romantisch präsentiert ein fesselnder Schreibstil mit lebensnah dargestellten Charakteren einen packenden Liebesroman, der die Herzen dieses Genres höherschlagen lässt und gleichzeitig eine große Vorfreude auf den in Kürze folgenden die Saga abschließenden Roman schafft.

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