Roman. »Aufwühlend, mitreißend und zutiefst menschlich – ich bewundere diesen Roman.« SARAH JESSICA PARKER
Frauke Meier (Übersetzer)
Als Kate morgens aus dem Haus geht, ahnt sie nicht, dass sie abends nicht zu ihren Kindern und ihrem Ehemann zurückkehren kann. Aus heiterem Himmel ist sie in einem Hotelzimmer gefangen. Sie ist dort wegen eines Dates, von dem niemand weiß - und niemand erfahren sollte. Ein Anschlag auf das Hotel stellt alles auf den Kopf. Sie kann das Gebäude nicht verlassen und weiß nicht, ob sie überleben wird. Sie muss ihrem Mann von ihrer Affäre erzählen. Und wieso sie dort ist, obwohl sie glücklich verheiratet ist und ihre Kinder über alles liebt. In ihrer existenziellen Lage gibt das Gespräch mit ihrem Mann ein berührendes Zeugnis einer großen Liebe - mit allen Höhen und Tiefen ...
Der Schreibstil hat mir sehr gefallen und die kurzen Kapitel tragen zu einem angenehmen und schnellen Lesefluss bei.
Die unterschiedlichen je in der Vergangenheit und Gegenwart spielenden Sichtweisen haben ...
Der Schreibstil hat mir sehr gefallen und die kurzen Kapitel tragen zu einem angenehmen und schnellen Lesefluss bei.
Die unterschiedlichen je in der Vergangenheit und Gegenwart spielenden Sichtweisen haben Abwechslung gebracht und die Spannung aufrechterhalten.
Trotz der extremen Situation, in der sich unsere Protagonistin befindet, wurde die Handlung realistisch und unterhaltsam von der Autorin porträtiert.
Für mich waren auch ein paar gute Denkanstöße dabei.
Ein Hotelzimmer als Schauplatz, ein verbotenes Treffen, draußen Chaos und drinnen… spürbare Stille. Was nach einem nervenaufreibenden Kammerspiel klingt, entwickelt sich eher zu einer ruhigen, stark auf ...
Ein Hotelzimmer als Schauplatz, ein verbotenes Treffen, draußen Chaos und drinnen… spürbare Stille. Was nach einem nervenaufreibenden Kammerspiel klingt, entwickelt sich eher zu einer ruhigen, stark auf Innenperspektive setzenden Erzählung.
Kate steckt fest – räumlich, emotional und erzählerisch. Statt äußerer Dramatik dominieren Bettlaken, Rückblenden und eine Affäre, die weniger als Skandal denn als leises, lange schwelendes Geheimnis inszeniert wird. Das ist konsequent, verlangte mir jedoch jegliche Geduld ab.
Die angekündigte Ausnahmesituation, die alles verändern soll, bleibt überraschend zurückgenommen. Angst und unmittelbare Gefahr stehen nicht im Vordergrund; vielmehr richtet sich der Fokus auf Kates Alltagsbewältigung im Ausnahmezustand. Während draußen angeblich die Welt ins Wanken gerät, klickt sie sich durch Online-Shops, organisiert To-do-Listen und führt Gespräche (sogar mit Verstorbenen). Das lässt sich als Versuch psychologischer Vertiefung lesen, wirkt stellenweise jedoch konstruiert und nimmt der Geschichte an Dringlichkeit und Authentizität.
Kapitel um Kapitel greift der Roman auf Rückblicke zurück: Wie alles begann, wer wen wann liebte, warum es so weit kommen musste. Diese Passagen gehören zu den stärkeren Momenten des Buches, weil sie Figuren und Motivationen greifbarer machen. Gleichzeitig zeigt sich hier aber auch, dass der gegenwärtige Handlungsstrang allein nicht genügend Spannung trägt. Die Richtung der Geschichte bleibt lange unklar, Wiederholungen und einige Unglaubwürdigkeiten bremsen den Lesefluss.
Wenn schließlich das Ende erreicht ist, stellt sich weniger ein emotionaler Nachhall als ein Gefühl der Abrundung ein. Die großen Themen – Liebe, Verantwortung, Krise – sind erkennbar angelegt, entfalten jedoch nicht die Wucht, die sie versprechen. Letztendlich ließ mich das Ganze ziemlich unbefriedigt zurück.
Fazit: Ein Roman mit durchaus ehrgeizigem Anspruch und interessanter Grundidee, der vor allem in seinen Rückblicken und im psychologischen Ansatz überzeugt. In der Umsetzung fehlt es jedoch an Spannung und erzählerischer Konsequenz. Statt eines intensiven Kammerspiels entsteht ein ruhiges, mitunter zu ausgedehntes Porträt innerer Zustände. Literarisch ambitioniert, aber nicht durchgehend packend.
Kate trifft sich regelmäßig mit ihrem Liebhaber in einem Hotel. So auch an diesem Tag. Doch auf einmal ist alles anders. Wegen einem Terroranschlag sind die Beiden in dem Zimmer gefangen.
In dieser ...
Kate trifft sich regelmäßig mit ihrem Liebhaber in einem Hotel. So auch an diesem Tag. Doch auf einmal ist alles anders. Wegen einem Terroranschlag sind die Beiden in dem Zimmer gefangen.
In dieser angespannten Situation fängt Kate an über ihr bisheriges Leben nachzudenken. Über ihre Ehe, ihre Kinder, ihre jahrelange Affäre. In Rückblenden erfahren wir mehr dazu.
Der Anschlag und ihr Liebhaber spielen nur eine nachrangig Rolle.
Insgesamt konnte die Geschichte mich nicht richtig fesseln. Die Szenen im Zimmer 706 waren eher langweilig, die Rückblicke waren interessanter, aber teilweise langatmig. Das Ende war abrupt und hat mich unbefriedigt zurück gelassen.