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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2024

Dramatische Schicksalsschläge

Mitternachtsschwimmer
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Roisin Maguire schenkt uns mit ihrem Roman 'Mitternachtsschwimmer' eine wunderschöne Geschichte, die von dramatischen Schicksalsschlägen berichtet, von bezaubernder Menschlichkeit, von Verlust und Gewinn, ...

Roisin Maguire schenkt uns mit ihrem Roman 'Mitternachtsschwimmer' eine wunderschöne Geschichte, die von dramatischen Schicksalsschlägen berichtet, von bezaubernder Menschlichkeit, von Verlust und Gewinn, von Verzweiflung und der Entdeckung wesentlicher Dinge im Leben, von Wegen heraus aus der Einsamkeit zurück in die Vorzüge einer lebendigen Gemeinschaft. Tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonisten machen das Buch zum Magneten der Leselust. Feinfühlig und gleichzeitig realitätsnah stellt die Autorin Charaktere in den Mittelpunkt, die verstörende Zeiten durchleben, sich ihrem Alltag stellen, mit Verhaltensweisen, die nicht immer der gesellschaftlichen Norm entsprechen und dennoch Akzeptanz finden.
Der Schreibstil der Autorin ist modern und besitzt Potenzial, das nach mehr davon verlangt. Das wunderschöne Cover lädt ein zum Verweilen, zum Entdecken und schließlich zum großen Lesevergnügen.
Es ist herausfordernd und spannend zugleich in die Gefühlswelten von Grace und Ewan einzutauchen, von der bezaubernden irischen Landschaft eines kleinen Küstendorfes zu lesen und die Kälte der irischen See in seiner warmherzigen Umarmung zu spüren.
Ich gebe meine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Suchen und Finden

Das größte Rätsel aller Zeiten
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Wer sich gern mit kleinen oder großen Rätseln beschäftigt, aktiv nach deren Lösungen sucht, das ganze eingebettet in einer unterhaltsamen, spannenden Geschichte als amüsanten Lesevergnügen erlebt, ist ...

Wer sich gern mit kleinen oder großen Rätseln beschäftigt, aktiv nach deren Lösungen sucht, das ganze eingebettet in einer unterhaltsamen, spannenden Geschichte als amüsanten Lesevergnügen erlebt, ist mit 'Das größte Rätsel aller Zeiten' von Samuel Burr am Ziel seine Wünsche angekommen. Schon das wunderschön gestaltet Cover im goldenen Glanz lädt ein zum Verweilen und näheren Betrachten. Gleich auf den ersten Seiten wird der Leser mit einer verschlüsselten Zeile begrüßt, die an die Zeiten der geheimnisvollen Maschine Enigma erinnert.
Unaufgeregt und doch voller spannender Elemente erzählt der Autor von einer verschworenen Gemeinschaft der Rätselmacher. Sie leben gemeinsam in einem alten englischen Herrenhaus, sind in ihrem Alter fortgeschritten und eines Tages liegt in einem Pappkarton ein Baby vor ihrer Haustür. Pippa, die Hausherrin, ist begeistert und widmet sich mit Inbrunst dem kleinen Findelkind. Als sie stirbt, hinterlässt sie dem nun fünfundzwanzigjährigen Clayton eine Aufgabe in Form einer Schnitzeljagd, die ihn zu seinen Wurzeln führen wird. Eine Herausforderung für den jungen Mann, die ihm Kenntnisse über seine Identität vermitteln soll und die Welt als solche entdecken lässt.
Ich habe mich sehr wohl gefühlt beim Lesen, hatte Spaß beim Mitraten und war freudig überrascht wie kurzweilig das Buch sich präsentierte. Eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Prägende Verletzungen

Ich komme nicht zurück
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Hanna oder Johanna, wie ihr Vorname laut Geburtenverzeichnis korrekt lautet, die Ich- Erzählerin des Romans, leidet. Sie leidet unter Einsamkeit, ja eigentlich auch darunter, dass die schönen und unbeschwerten ...

Hanna oder Johanna, wie ihr Vorname laut Geburtenverzeichnis korrekt lautet, die Ich- Erzählerin des Romans, leidet. Sie leidet unter Einsamkeit, ja eigentlich auch darunter, dass die schönen und unbeschwerten Zeiten der Kindheit, der Vergangenheit angehörten. Damals war die Welt noch in Ordnung. Der Reichtum an Liebe und Geborgenheit schien in übergroßem Maße vorhanden zu sein, abgesehen von kleinen Eifersüchteleien, die sich vielleicht dennoch verankerten im heranwachsenden Bewusstsein der Protagonistin. Materielle Defizite spielten so gar keine Rolle im Leben der drei Freunde aus Kindertagen, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen. Die innere Verbundenheit von Hanna, Cem und Zeyna konnte, das war ihre feste Überzeugung, nichts erschüttern und doch hatte das Schicksal Stolperfallen zurechtgelegt, die tiefe Verletzungen, Kerben in die Seelen schlagen sollten.
Ein aufwühlender, sehr sensibler Roman, gebaut aus präzise konstruierten Charakteren erwartet den Lesenden von 'Ich komme nicht zurück'. Die Autorin Rasha Kahyat weiß eine Geschichte zu erzählen, die so überall in Deutschland hätte passiert sein könnte, ob nun verstärkt durch die Isolation in Pandemiezeiten oder durch andere schicksalsbehaftete Lebenswege. Einsamkeit sucht nach Verbundenheit, Stärke und Halt. Die stilistischen Mittel sind in gekonnt schriftstellerischer Art eingesetzt, poetisch betont, um die Spannung als auch den unterhaltenden Wert brillant in Szene zu setzen zur Freude des Lesers.
Was soll ich sagen? Lesen, dieser Roman will gelesen werden.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Ein Roman der leisen Töne

Am Meer
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Elizabeth Strout ist eine brillante Erzählerin, was sie auch wieder in ihrem Roman 'Am Meer', dem vierten Teil der Lucy Barton Reihe unter Beweis stellt. Sie packt das Thema Corona-Pandemie, welches uns ...

Elizabeth Strout ist eine brillante Erzählerin, was sie auch wieder in ihrem Roman 'Am Meer', dem vierten Teil der Lucy Barton Reihe unter Beweis stellt. Sie packt das Thema Corona-Pandemie, welches uns alle auf eine unendliche Geduldsprobe gestellt hat, in eine Geschichte mit empathischen Protagonisten und pittoresken Landschaften. Doch auch kritische Töne wie das Dulden von Fremden in der heimatlichen Umgebung schlägt sie an und zeigt damit Grenzen der Toleranz auf. Ihre scharfe Beobachtungsgabe und ihr feines Gespür für die Handlungen der Menschen verleihen dem Buch eine ganz besondere Note, die den Lesegenuss zum Erblühen bringen.
Lucy ist Schriftstellerin, lebt in New York allein in ihrer Wohnung, nachdem sie von ihrem ersten Ehemann William geschieden wurde und ihr zweiter Ehemann verstorben ist. Zu William pflegt sie ein freundschaftliches, zu ihren beiden Töchtern ein entspannt mütterliches Verhältnis. Als die stark infektiöse Bedrohung des Corana-Virus auch die Millionenstadt New York droht in die Knie zu zwingen, packt William Lucy kurzerhand in sein Auto und bringt beide aus der unmittelbaren Gefahrenzone. Sie richten sich ein in einem leerstehenden wunderschönen Haus am Meer, im malerischen Crosby (Maine). Welche Wandlungen sie in der Abgeschiedenheit durchleben, wie sich ihre Gedankenwelt verändert, aber auch wie Sorge und Ängste sie plagen, erzählt dieses bezaubernde Buch in leisen Tönen.
Es braucht keine Vorerfahrung vorangegangener Romanteile, um in die Geschichte eintauchen zu können. Ich gebe sehr gern meine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Wo beginnt geistiger Diebstahl?

Yellowface
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June Hayward und Athena Liu kennen sich flüchtig aus Zeiten des gemeinsamen Collegebesuches. Während Athena der gefeierte Jungstar am Literaturhimmel ist, gefragt bei den Verlagen und in den Social-Media-Kanälen ...

June Hayward und Athena Liu kennen sich flüchtig aus Zeiten des gemeinsamen Collegebesuches. Während Athena der gefeierte Jungstar am Literaturhimmel ist, gefragt bei den Verlagen und in den Social-Media-Kanälen gehyped, floppt das Erstlingswerk von June komplett. Als Athena unter tragischen Umständen ums Leben kommt und June in den Besitz ihres unveröffentlichten Romans gelangt, beginnt für sie ein neues Leben, indem sie das Manuskript umarbeitet und es unter ihrem Künstlernamen veröffentlicht wird. Ein Traum wird wahr, doch zu welchem Preis?
Rebecca F. Kuang erzählt in ihrem Roman 'Yellowface' eine Geschichte, die schonungslos ehrlich hinter die Kulissen der Verlagsbranche blickt. Was zählt sind Verkaufszahlen, die gepusht werden mit allen Mittel, die die modernen Medien bieten. Menschliche Schwächen sind fehl am Platz, stete Präsenz am Markt ist gefragt, um nicht in Vergessenheit zu geraten.
Die Geschichte lebt vom erzählerischen Tempo, dem konfliktreichen Potenzial menschlicher Verhaltensweisen unter dem Einfluss der weltweit vernetzten Medien und nicht zuletzt auch durch die fabelhafte Darstellung der Charaktere, die sich durch einen scharfen Blick auf die uns umgebende Wirklichkeit auszeichnen.

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