Amália muss sich behaupten
Die Hoffnung, die uns trägt‘Die Hoffnung, die uns trägt‘, geschrieben von Kerstin Lange, ist der zweite und abschließende Teil eines Fortsetzungsomans, der völlig unabhängig von der vorangegangenen Geschichte gelesen werden kann. ...
‘Die Hoffnung, die uns trägt‘, geschrieben von Kerstin Lange, ist der zweite und abschließende Teil eines Fortsetzungsomans, der völlig unabhängig von der vorangegangenen Geschichte gelesen werden kann. Natürlich komplettiert sich ein fantastisches Gesamtbild, wenn auch der Vorgänger gelesen wurde oder noch wird. Der Roman ist fesselnd und berührend zugleich und bietet lebensnahe Einblicke in die dunkle Vergangenheit Portugals.
Angesiedelt in den beginnenden sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird der Leser bekannt gemacht mit Amália, einer jungen Frau, die mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen im Stadtteil Alfama von Lissabon aufwächst. Mit gerade einmal siebzehn Jahren stirbt ihr zehn Jahre jüngerer Bruder Pedro und das schwache Gefüge zwischen den Eltern und ihr zerbricht. Völlig allein auf sich gestellt, findet sie durch ihre nahbare, liebenswürdige Art Arbeit in einem Café, deren Inhaber ihr Kost und Logie gewähren. Doch das Glück eine glückliche Zukunft gefunden zu haben, währt nicht lange. Immer wieder muss sie neu beginnen, sich ihr Leben aufzubauen. Die politischen Verhältnisse des Salazar-Regimes bringen sie in der Sorge um ihren Freund Marcelo in arge Bedrängnis.
Die Autorin setzt sich mit Themen wie Armut, Verzweiflung aber auch mit dem Mut im Kampf für politische Veränderung menschenverachtenden Strukturen einzutreten, dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Liebe intensiv auseinander. Ihr schriftstellerisches Talent schafft authentische Settings und Charaktere, sorgt für unterhaltendes Lesevergnügen.