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Veröffentlicht am 07.03.2026

Gefährliche Nachkriegsjahre in Berlin

Im Schatten der Ruinen
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Einer äußerst entbehrungsreichen und noch immer ungeheuer gefährlichen Zeit des Nachkriegsjahres von 1948 müssen sich die Menschen in Berlin stellen. Die vier Besatzungsmächte haben die Stadt unter sich ...

Einer äußerst entbehrungsreichen und noch immer ungeheuer gefährlichen Zeit des Nachkriegsjahres von 1948 müssen sich die Menschen in Berlin stellen. Die vier Besatzungsmächte haben die Stadt unter sich aufgeteilt. Die Entnazifizierung läuft auf Hochtouren. Der Hunger ist allgegenwärtig, die Wohnungen größtenteils zerbombt. Die Schwarzmärkte haben Hochkonjunktur und sind in fester Hand von kriminellen Banden. Die ‘Brandenburger‘ spielen hier eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Captain Matthew Wallet degradiert und strafversetzt ist mit der Aufgabe betraut, für Ordnung und Sicherheit im amerikanischen Sektor zu sorgen und die bedrohlichen Schwarzmarkaktivitäten im Auge zu behalten. Doch er bekommt es mit einer weitaus größeren Herausforderung zu tun, einer straff organsierteren und skrupelloseren Vereinigung, die ihn arg in Bedrängnis bringt, es nicht nur auf sein Leben abgesehen hat. Lange bleibt unklar, wer die intriganten Fäden im Hintergrund zieht und welches Ziel damit verfolgt wird.
Peter Klisa legt mit ‘Im Schatten der Ruinen‘ einen fesselnden, turbulenten und aktionsgeladenen historischen Thriller vor, der in seiner unterhaltenden Art ganz nebenbei gut recherchierte historische Fakten in einer bis zum Schluss interessanten Fiktion verarbeitet. Das offensichtlich feindselige Verhältnis zwischen der östlichen und den westlichen Besatzungszonen bringt zusätzliches Konfliktpotenzial in die Geschichte, das zu eskalieren droht. Hervorragend ausgebaute menschliche Charaktere erzeugen ein intensives Spannungsfeld, welches das Geschehen vorantreibt und damit eine sogartige Wirkung erzeugt.
Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung der Verbrecherjagd, denn noch sind die Übertäter nicht gestellt.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Heilendes Vergessen

Ein weites Leben
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In ihrem großartigen Roman ‘Ein weites Leben‘ erzählt M.L. Stedman die Geschichte der Familie MacBrides, die seit Generationen auf ihrer Farm Meredith Downs im Westen Australiens erfolgreich die Schafzucht ...

In ihrem großartigen Roman ‘Ein weites Leben‘ erzählt M.L. Stedman die Geschichte der Familie MacBrides, die seit Generationen auf ihrer Farm Meredith Downs im Westen Australiens erfolgreich die Schafzucht betreibt. Es ist ein hartes, arbeitsreiches, einsames Leben, dass von der Liebe zu ihrem Land geprägt ist. Bei einem Autounfall kommen der Vater Phil und sein Sohn Warren ums Leben. Matthew, der jüngere Sohn, erleidet schwerste Verletzungen. Unter anderem verliert er sein Gedächtnis, was ihm besonders schwer belastet. Seine Mutter Lorna und seine Schwester Rose tun ihr Möglichstes, um Matthew wieder zurück in ein normal geführtes Leben zu holen. Sie leiden natürlich zutiefst unter dem Verlust der Familienmitglieder. Doch so schwer es auch fällt – das Leben muss weitergehen, die Farm bewirtschaftet werden. Pragmatische Gedanken sind der Schlüssel für ihr Überleben, trotz der seelischen Schmerzen. Doch ein weiterer Vorfall erschüttert das einst so harmonische Leben der MacBrides und immer wieder drängt sich die quälende Frage nach dem heilenden Vergessen nicht rückgängig zu machender Geschehnisse aus der Vergangenheit auf, die eine erdrückende Last in der Gegenwart darstellt. Ist das sich erinnern das Gegenteil des Vergessens und warum gibt es neben der Möglichkeit der Erinnerung nicht die Vergesserung im Wortschatz der Menschen?
Sehr fein und äußerst lebendig zeichnet die Autorin ihre Charaktere, die Tag für Tag mit ihrem quälenden Schmerz umgehen, zeigt wie schwer es ist, in persönlichen Krisensituationen Antworten zu finden auf zermürbende Fragen und welch ungeheuer große Verantwortung jeder in sich trägt, durch seine Worte und Taten den anderen unbelastet sein Leben zu gestalten.
Mich hat dieser Roman in seiner wunderschönen bildhaften Darstellung und seinem emotionalen Sprachgefühl überzeugt, in den Bann gezogen. Er ist ausdrucksstark und hat mich durch seine Lebendigkeit und erzählerische Dichte in eine Welt eintauchen lassen, die durch menschlichen Zusammenhalt scheinbar unüberwindbare Herausforderungen versucht bestmöglich zu meistern, in einem Teil unserer Erde, den ich bisher nicht bereist habe, der jedoch einen tiefen Eindruck von Land und Leuten bei mir hinterlassen hat.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Selbsterkenntnisse

Grüne Welle
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Esther Schüttpelz stellt sich in ihrem Roman ‘Grüne Welle‘ einer schriftstellerischen Herausforderung, dem Leser eine Geschichte zu präsentieren, die in einer ungewöhnlich distanzierten Schreibweise gehalten ...

Esther Schüttpelz stellt sich in ihrem Roman ‘Grüne Welle‘ einer schriftstellerischen Herausforderung, dem Leser eine Geschichte zu präsentieren, die in einer ungewöhnlich distanzierten Schreibweise gehalten ist. Es ist die Rede von einer namenlosen Frau, die sich auf dem Nachhauseweg vom allwöchentlichen gemeinsamen Kinobesuch mit ihrer Freundin befindet. Eine Umleitung zwingt sie dazu, einen Weg einzuschlagen, der sie zunächst weiter weg von ihrer Wohnung und ihrem Mann führt, der offensichtlich auf sie wartet. Im weiteren Verlauf bahnt sich schließlich eine Art von Flucht an, die sich nach und nach in den Gedanken und Gefühle deutlicher manifestiert. Dieser Monolog partieller Selbstanalyse der Fahrerin wirkt beunruhigend.
Die Anonymität der Personen, der Frau, des Mannes und der Freundin, zieht sich durch die gesamte Geschichte und so bleibt eine fortwährende Distanz bestehen, die allerdings gewollt erscheint. Die Komplexität der zu verarbeitenden Geschehnisse treibt die Entwicklung des Romans voran. Das offene Ende bietet Möglichkeiten, zwischen den Zeilen zu lesen und eigene weiterführende Überlegungen anzustellen.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Ein unvergesslicher Sommer

Sommer auf Perigo Island
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Der kanadische Schriftsteller Perry Chafe schafft es mit seinem Roman ‘Sommer auf Perigo Island‘ die Gefühle in Wallung zu bringen, Erinnerungen an die eigene Jugend zu wecken und damit eine riesige Leselust ...

Der kanadische Schriftsteller Perry Chafe schafft es mit seinem Roman ‘Sommer auf Perigo Island‘ die Gefühle in Wallung zu bringen, Erinnerungen an die eigene Jugend zu wecken und damit eine riesige Leselust zu entfachen, die bei mir den steten Wunsch nach mehr davon auslöste. Der lebhafte und lebendige Schreibstil entfaltet eine Sogwirkung, immer tiefer in eine Welt einzutauchen, die ebenso fremd wie vertraut erscheint, die mich herzhaft hat lachen lassen, nachdenklich stimmte und traurig machen konnte.
Der zwölfjährige Pierce erzählt wie er den Sommer gemeinsam mit seinen gleichaltrigen Freunden Thomas, Bennie und Bennies Cousine Emily verbringt. Auf Perigo Island, einer kleinen Insel Neufundlands, leben die Menschen schon so lange sie denken können vom Fischfang. Es ist ein hartes, entbehrungsreiches Dasein, was sie führen. Die Gefahr nicht wieder nach Hause zu kehren, begleitet die Fischer bei jeder Fahrt hinaus auf die wilde, raue See. Pierce lebt mit dieser schmerzlichen Erfahrung, weiß was Verlust und unendliche Einsamkeit im Herzen bedeuten. Als seine Freundin Anna eines Tages als vermisst gilt, macht er sich gemeinsam mit seinen Freunden auf die Suche nach ihr. Dabei lernen sie den Meeresbiologen Salomon näher kennen und erfahren wie die Natur um sie herum im Wandel begriffen ist, welche Auswirkungen das auf ihr Leben haben wird.
Die Geschichte zeigt wie die Teenager erste Gefühle für das andere Geschlecht entwickeln, wie sie denken, welche Kämpfe sie untereinander austragen, welche Sorgen sie sich machen, wie liebevoll fürsorglich sie miteinander umgehen und in welche Gefahren sie sich völlig unbedarft begeben. Es ist ein Sommer voller Abenteuer, tiefgreifender Erkenntnisse, zarter Empfindungen und das Erkennen von Verantwortung.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Da steckt unterhaltsames Wissen drin

DUMONTs Unnützes Reisewissen Deutschland
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Der Verlag MAIRDUMONT hat mit seiner Reihe ‘Unnützes Reisewissen‘ eine Serie aufgelegt, die die Unterzeile ganz bewusst ausfüllen kann – das Buch, das keiner braucht und doch jeder haben sollte. In der ...

Der Verlag MAIRDUMONT hat mit seiner Reihe ‘Unnützes Reisewissen‘ eine Serie aufgelegt, die die Unterzeile ganz bewusst ausfüllen kann – das Buch, das keiner braucht und doch jeder haben sollte. In der Ausgabe Deutschland bekommen die Leser sehr viele kuriose Erkenntnisse, skurrile Fakten und Geschichten über Deutschland, dem Land das sogar die Handzahnbürste in einer DIN-Norm reglementiert. Die Autoren Juliana Schader und Jens Bey haben über 100 dieser Geschichten zusammengefasst und unterhaltsam beschrieben.
So gibt es die Geschichte über die Schwarzwälder Kirchtorte, die überhaupt nicht im Schwarzwald erfunden wurde, oder warum Berlin nicht nach einem (oder dem) Bären benannt wurde. Woher kommt der Mythos Bielefeld: Das gibt es doch gar nicht! Auf Norderney können sich die Menschen sehr glücklich schätzen, denn Sie dürfen in einem Strandkorb wählen. Wer schon immer mal wissen wollte warum die Bremer Stadtmuskanten nie in Bremen ankamen – einfach nachschlagen im Buch ‘Unnützes Reisewissen Deutschland‘. Unser Land ist ja sehr berühmte für Genauigkeit und Statistiken. Daher verwundert es auch nicht, dass festgehalten wurde wie viele Spiegeleier Mutter Beimer in 35 Jahren in der Lindenstraße gebraten hat.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich unbedingt dieses unterhaltsame Buch besorgen, um Interessantes und Lustiges über unsere Republik zu erfahren.

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