Profilbild von MaddinLiest

MaddinLiest

Lesejury Star
offline

MaddinLiest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MaddinLiest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2017

Dr. Leocardia Kardiff, der Mordsmagnet

Auch Killer haben Karies
0

Das hatte sich Frau Dr. Leocardia Kardiff aber ganz anders vorgestellt. Bei ihrem mittlerweile siebten Rendezvous mit Haupt-Kommissar Jakob Zimmer fällt im Nachbarhaus eine Leiche aus dem Fenster und damit ...

Das hatte sich Frau Dr. Leocardia Kardiff aber ganz anders vorgestellt. Bei ihrem mittlerweile siebten Rendezvous mit Haupt-Kommissar Jakob Zimmer fällt im Nachbarhaus eine Leiche aus dem Fenster und damit führt auch der siebte Anlauf nicht zum erhofften Erfolg. Stattdessen steckt die Zahnärztin unfreiwilligerweise wieder mittendrin in einer Mordermittlung, denn der Tote wurde vor seinem Fenstersturz erdrosselt. Frau Doktor kann ihre Neugier auch nur sehr schwer bändigen, so dass sie erste Ermittlungen aufnimmt. Schneller als gedacht stößt sie dabei auf erste Verdächtige und ihre Zahnarztpraxis wird wieder einmal zum kleinen Detektivbüro. Aber ein solche Tätigkeit kann ja auch durchaus gefährlich sein...

"Auch Killer haben Karies" ist der zweite Band um die hilfsbereite und sehr liebenswerte Zahnärztin mit Spritzenphobie. Der erste Band "Tote haben kein Zahnweh" hat mir schon sehr gut gefallen, so dass die Erwartungshaltung bei mir recht hoch war. Das Buch steht seinem Vorgänger aber in nichts nach und konnte mich wieder bestens unterhalten. Der Autorin Isabella Archan gelingt ein aus meiner Sicht perfekter Mix aus Spannung und Humor. Sie erzählt die Geschichte in einer frischen und lockeren Schreibweise, die sich sehr flüssig lesen lässt und mich an das Buch gefesselt hat. Der Spannungsbogen wird mit dem Fenstersturz des ersten Toten gut aufgebaut und durch immer neue Erkenntnisse und Wendungen auf einem hohen Niveau gehalten. Es gibt also für den Leser viel Gelegenheit eigene Überlegungen bezüglich der Täterschaft anzustellen, um dann im fulminanten Finale wahrscheinlich doch noch überrascht zu werden. Den besonderen Charme erhalten die Bücher durch ihre charismatische Hauptprotagonistin. Es macht einfach Spaß, ihr bei ihrem Leben und ihren Ermittlungen über die Schulter zu schauen. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, noch mehr von der sympathischen Zahnärztin zu lesen.

"Auch Killer haben Karies" hat mir als Kölner Regionalkrimi richtig gut gefallen, so dass ich das Buch sehr gerne weiterempfehle und mit fünf von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 06.07.2017

Weniger gruseln als gedacht

Die Heimsuchung von Grayson Manor
0

Addison Lockhart erbt von ihrer verstorbenen Mutter ein altes und verlassenes Haus. Sie ist sehr überrascht, da ihre Mutter niemals über das Anwesen gesprochen hat und sie so nichts von der Existenz wusste. ...

Addison Lockhart erbt von ihrer verstorbenen Mutter ein altes und verlassenes Haus. Sie ist sehr überrascht, da ihre Mutter niemals über das Anwesen gesprochen hat und sie so nichts von der Existenz wusste. Bei der ersten Besichtigung strahlt das Gebäude eine heimische Wirkung auf Addison aus und sie beschließt mit Hilfe des hilfsbereiten Handwerkes Mike die Immobilie zu renovieren. Dabei haben sie immer das Gefühl nicht allein im Haus zu sein und mehrere rätselhafte Begebenheiten veranlassen Addison sich mit ihrer familiären Vergangenheit auseinanderzusetzen...


Sowohl der Klappentext, als auch das Cover von "Die Heimsuchung von Grayson Manor" versprechen ein schauriges Lesevergnügen. Die Gruselmomente blieben aber leider aus meiner Sicht zu sehr im Hintergrund und es entwickelte sich ein Kriminalroman mit mystischen Elementen. Das Buch wird mit einem alten und verlassenen Haus, sowie mit unerklärlichen Stimmen und Schreie klassisch aufgebaut entwickelt aber dann einen eigenen Charakter. Die Geschichte ist gut durchdacht und der Spannungsbogen kann über die gesamte Länge des Buches aufrechtgehalten werden. Zum Schreibstil der Autorin Cheryl Bradshaw fällt es mir schwer etwas zu schreiben, da ich der Meinung bin, dass die aus meiner Sicht nicht gelungene Übersetzung sicherlich das Bild deutlich verwässert. Teilweise machte der Text den Eindruck, als wäre er mittels Sprachcomputer aus dem amerikanischen übersetzt worden, so dass sich mir einige Passagen erst durch mehrmaliges Lesen erschlossen. Aufgrund der guten Grundidee und der spannenden Erzählung fand ich dies sehr schade.


Grundsätzlich halte ich "Die Heimsuchung von Grayson Manor" für einen gelungenen und spannenden Thriller, dem man nicht mit zu viel Erwartung in Richtung paranormalen Geschehnissen begegnen sollte. Ich möchte bei der Bewertung der schlechten Übersetzung nicht zu viel Gewichtung geben und habe mich nach längerer Überlegung für vier von fünf Sterne entschieden. Mit einer anderen Übersetzung hätte das Buch diese Bewertung nämlich sicherlich verdient.

Veröffentlicht am 05.07.2017

Die Augen der Medusa

Havelgift
0

Jo Barrus hat mittlerweile den Polizeidienst quittiert und bestreitet mehr schlecht als recht seinen Lebensunterhalt mit einer Detektei. Ganz unverhofft erhält er einen neuen Auftrag, eine ehemalige Mitschülerin ...

Jo Barrus hat mittlerweile den Polizeidienst quittiert und bestreitet mehr schlecht als recht seinen Lebensunterhalt mit einer Detektei. Ganz unverhofft erhält er einen neuen Auftrag, eine ehemalige Mitschülerin von ihm bittet ihn, nach ihrem Geliebten zu suchen, der seit einigen Tagen verschwunden ist. Durchaus erfreut die alte Bekannte wiedergetroffen zu haben, begibt sich Jo Barrus auf die Suche. Nach kurzer Zeit wird ein junger Mann tot aufgefunden, der sich als der Gesuchte erweist. Er wurde mit einem seltenen Gift getötet, an welchem die Klinik forscht, an der der Tote gearbeitet hat. Jo nimmt die Fährte auf und stößt auf einen Medikamentenskandal und eine rätselhafte und grausame Vergangenheit...

"Havelgift" ist nach "Havelbande" der zweite Kriminalroman um den durchaus sympathischen und eigenwilligen Ermittler Jo Barrus. Der erste Band hatte mir gut gefallen, so dass ich mit einer hohen Erwartungs-haltung in das Buch gestartet bin, welche auch nicht enttäuscht wurde. Der Autor Jean Wiersch erzählt die Geschichte in seinem pointierten und lebendigen Schreibstil, der mich als Leser fesseln konnte. Frei nach dem Motto "in der Kürze liegt die Würze" umfasst "Havelgift" lediglich 210 Seiten, aber ich hatte niemals den Eindruck, dass etwas unerwähnt oder nicht genügend ausgeschmückt wurde. Ganz im Gegenteil mit den vielen kurzen Kapiteln und den damit meist einhergehenden Perspektivwechseln weist das Buch ein hohes Tempo auf und erschien mir als gut durchdachte und schlüssige Geschichte. Der Spannungs-bogen wird gleich zu Beginn im Prolog aufgebaut und über die gesamte Länge des Buches aufrecht gehalten, um dann in einem fulminanten Finale zu enden. Die Charaktere der Hauptprotagonisten Jo Barrus, seine Nichte Berit und sein Gehilfe Imre sind äußerst interessant gezeichnet und es macht Spaß, Ihnen bei den Ermittlungen über die Schulter zu schauen. Aber auch Personen, wie die drei Obdachlosen, die nur am Rand erscheinen können beispielsweise mit ihrem Dialekt überzeugen und lockern die Geschichte zusätzlich auf.

Insgesamt ein überzeugender Kriminalroman, der mir einige spannende Stunden beschert hat und den ich sehr gerne weiterempfehle. Es bleibt zu hoffen, dass dieses unterhaltsame und auch spannende Ermittlerteam noch einige Einsätze bekommt. Ich bewerte "Havelgift" mit fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 29.06.2017

Rätsel der Vergangenheit

Falsche Haut
0

Der Geschichtsprofessor Alex Kauffmann fährt zu seiner Freundin Natalie um ihr in der Trauer um ihren toten Adoptivvater beizustehen. In der Nachlassabwicklung tauchen schnell Ungereimtheiten auf, so wurde ...

Der Geschichtsprofessor Alex Kauffmann fährt zu seiner Freundin Natalie um ihr in der Trauer um ihren toten Adoptivvater beizustehen. In der Nachlassabwicklung tauchen schnell Ungereimtheiten auf, so wurde der der Adoptivvater Regis kurz vor seinem Tode bedroht und das von ihm aufgesetzte Testament wird aus den Räumen des Notars gestohlen. Welches Geheimnis mag sich hinter den Aktionen verbergen? Wurde der Tote vielleicht doch Opfer eines Mörders? Natalie und Alex versuchen Licht in die Rätsel der Vergangenheit zu bringen und stoßen dabei auf einen alten und scheinbar sehr mächtigen Organisationsring, den niemand wirklich zum Gegner haben will...
Leon Sachs hat mit "Falsche Haut" einen sehr spannenden und temporeichen Thriller geschrieben, der auf historische Fakten aus der Zeit des dritten Reiches basiert. Sehr geschickt baut der Autor die vielschichtige Geschichte auf diesen Daten auf und konnte mich mit seiner sehr lebendigen und hervorragend zu lesenden Schreibweise an das Buch fesseln. Die Charaktere werden interessant beschrieben und die beiden Hauptprotagonisten Alex und Natalie konnten schon zu Beginn der Geschichte Sympathiepunkte sammeln. Der Spannungs-bogen wurde mit dem Prolog direkt aufgebaut und gab sofort die ersten Rätsel auf. Dies sollte sich im weiteren Verlauf immer weiter fortsetzen, plötzliche Wendungen und neue Erkenntnisse sorgen fortlaufend für Überraschungen und halten die Spannung stets auf hohem Niveau, um dann mit einem aus meiner Sicht nicht vorhersehbaren Finale zu überraschen. Auch das Tempo im Buch ist hoch, es gibt kaum Verschnaufpausen und durch die kurzen Kapitel wird dieser Eindruck noch zusätzlich verstärkt. Der historische Hintergrund des Buches wirkt sehr gut recherchiert und wird sehr gut in die fiktiven Geschehnisse eingebaut.
Insgesamt hat mir "Falsche Haut" sehr gut gefallen. Das Buch konnte mir einige spannende Stunden bescheren, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit fünf von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Kampfansage an den schnöden Alltag

Ich schenk dir die Hölle auf Erden
0

Carina und Jonas leben mit ihren beiden Kindern ihr Leben vor sich hin. Plötzlich gerät das Szenario aus den Fugen, als Carina erfährt, dass Jonas schon seit einem Jahr eine Affäre mit einer Arbeitskollegin ...

Carina und Jonas leben mit ihren beiden Kindern ihr Leben vor sich hin. Plötzlich gerät das Szenario aus den Fugen, als Carina erfährt, dass Jonas schon seit einem Jahr eine Affäre mit einer Arbeitskollegin hat. Zufällig findet an dem Tag, als sie von dem Ehebetrug ihres Mannes erfährt, bei ihr zu Hause ein Mädels-Abend statt, so dass sie es mit der Unterstützung ihrer Freundinnen schafft, ihren Mann vor die Tür und in die Arme seiner Geliebten zu schicken. Natürlich wird im Anschluss viel darüber diskutiert, wie Carina mit der Sache umgehen kann und wie sie es Jonas wieder zurückzahlen kann. Schnell sind sich alle einig, er verdient die Hölle auf Erden und daran wird nun gearbeitet...
Ich habe schon mehrere Romane von Ellen Berg gelesen und alle hatten eins gemeinsam, sie strapazieren die Lachmuskeln. Hier steht auch "Ich schenk Die die Hölle auf Erden" in nichts nach. Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen begonnen, da mir nach dem Klappentext klar war, dass die Männerwelt eigentlich nicht gut wegkommen kann und genauso war es dann auch. Mit Jonas hat Ellen Berg einen gefühlslosen und unsympathischen Charakter geschaffen, den man anfangs einfach verabscheuen muss. Schnell war ich auf der Seite der Freundinnen, die sich zum Ziel gemacht haben, dem Ehebrecher das Leben schwer zu machen. Dabei kommt es natürlich zu vielen unterhaltsamen Geschehnissen, die dem Buch eine lockere und unbeschwerte Atmosphäre verschaffen. Auch der lebendige und flüssig zu lesende Schreibstil der Autorin erhöht den Unterhaltungswert des Buches ungemein. Dem Leser wird sehr authentisch vor Augen geführt, dass es sich lohnt, gegen den drohenden und mit der Zeit automatisch auftretenden Alltagtrott anzukämpfen. Das Leben ist einfach zu wertvoll, um nur so vor sich hin zu leben und manchmal weiß man ja erst was man hat, wenn man es nicht mehr hat.
Mir hat das Buch richtig Spaß gemacht und Ellen Berg schafft es bei mir immer wieder gute Laune zu verbreiten. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit fünf von fünf Sternen!!!