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Veröffentlicht am 29.05.2022

Die Worte der Frauen

Die Sammlerin der verlorenen Wörter
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Esme wächst im späten 19. Jahrhundert bei ihrem Vater auf, einem Lexikograph, der an der Erstfassung für das "Oxford English Dictionary" arbeitet. Dabei werden Worte auf dem Prüfstand gestellt, ob sie ...

Esme wächst im späten 19. Jahrhundert bei ihrem Vater auf, einem Lexikograph, der an der Erstfassung für das "Oxford English Dictionary" arbeitet. Dabei werden Worte auf dem Prüfstand gestellt, ob sie es wert sind im berühmten Lexikon aufegnommen zu werden. Dabei fallen einige Worte vom Tisch unter dem sich Esme in jungen Jahren viel aufhält. Sie sammelt diese verlorengegangenen Worte und stellt dabei fest, dass es sich in der Regel um Worte handelt, die sich mit Frauen beschäftigen. Ihre Sammlung wächst im Laufe der Jahre an und zunehmend wird ihr klar, dass sie um die Wörter und gleichzeitig auch um die Rechte der Frauen kämpfen muss...

Die australische Autorin Pip Williams hat mit "Die Sammlerin der verlorenen Wörter" einen aus meiner Sicht guten historischen Roman als ihr Erstlingswerk verööfentlicht. Sie erzählt die Geschichte um die engagierte und manchmal auch ein wenig träumerische Esme in einem leichten und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mit die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führte. Die Hauptprotagonistin entwickelt sich in der Geschichte zu einer Verfechterin der Frauenrechte, die trotz einiger Schicksalsschläge niemals von ihrem Traum des eigenen Lexikons ablässt. Es entwickelt sich eine bewegende Story, in der die historischen Hintergründe gut recherchiert wirken und die Hauptprotagnistin zunehmend an Charakter gewinnt. In einigen wenigen Phasen gab es aus meienr Sicht den einen oder anderen Durchhänger, dennoch konnte mich die Geschichte packen.

Insgesamt ist "Die Sammlerin der verlorenen Wörter" für mich ein gelungener historischer Roman, der etwas "leiser" erzählt wird, aber niemals belanglos wirkt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Besuch in der Nacht

Der Tod der dreckigen Anna
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Das Leben in einem kleinen Dorf in der Provinz wird von einem grausamen Verbechen überschattet. Die verwahrloste und einsam lebende Anna Hager wurde brutal ermordet. Ein Verbrechen, welches so gar nicht ...

Das Leben in einem kleinen Dorf in der Provinz wird von einem grausamen Verbechen überschattet. Die verwahrloste und einsam lebende Anna Hager wurde brutal ermordet. Ein Verbrechen, welches so gar nicht in die heile Welt des kleinen Dorfes passen will. Umso verstörender ist es, als es sich immer deutlicher herausstellt, dass der Täter wohl aus dem direkten Umfeld stammt. Ein Mörder in der Dorfgemeinschaft? Wer kann hierfür in Frage kommen? Wird es weitere Taten geben? Das Leben ist plötzlich ein anderes und die Angst herrscht nun im Dorf, wenn es dunkel wird...

Die Autorin Tina Seel hat mit "Der Tod der dreckigen Anna" einen bemerkenswerten Kriminalroman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht in einem intensiven und gut zu lesenden Schreibstil. Dabei taucht sie immer mehr in die Psyche und die Gefühle der Protagonisten ein und verdeutlicht, wie ein junger Mann zum bestialischen Mörder werden kann. Das Psychogramm hat mich in den Bann gezogen, und es war wirklich schwer, das Buch zur Seite zu legen. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der "dreckigen Anna" gut aufgebaut und über zeitliche Rückblenden sowie dem wachsenden Mißtrauen im Ort auf einem hohen Niveau gehalten. Die Situation spitzt sich immer weiter zu und droht noch deutlich weiter zu eskalieren, bis das gut nachvollziehbare und schlüssige Finale die Geschichte gelungen abrundet.

Insgesamt hat mir "Der Tod der dreckigen Anna" sehr gut gefallen. Es ist weniger ein Kriminalroman im klassischen Sinne, als mehr das Psychogramm eines Mörders. Genau dies konnte mich bis zum Ende fesseln und der reale Hintergrund sorgte für einen enormen Schub an Authentizität und somit für Gänsehautfeeling. Ein toller Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Spannender Kriminalroman

Blutzeilen
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Der bekannte Bestseller-Autor Mike Mikkels ist nach einer Lesung plötzlich spurlos verschwunden. Seine Ehefrau Mirjam vermutet zunächst, dass er sich für sein neues Buchprojekt zurückgezogen hat, aber ...

Der bekannte Bestseller-Autor Mike Mikkels ist nach einer Lesung plötzlich spurlos verschwunden. Seine Ehefrau Mirjam vermutet zunächst, dass er sich für sein neues Buchprojekt zurückgezogen hat, aber spätestens mit dem Drohbrief, dass sie auf keinen Fall die Polizei einschalten dürfe, steigert sich die Angst um ihren Mann. Sie versucht auf eigene Faust, die Hintergründe von Mikes Verschwinden herauszufinden, ohne aber wirklich weiter zu kommen. Wird es gelingen Mike Mikkels zu retten?

Die Autorin Franziska Franz hat mit "Blutzeilen" einen aus meiner Sicht spannenden Kriminalroman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und gut zu lesenden Schreibstil, der die Geschehnisse lebendig vor Augen führt. Der Spannungsbogen wird mit dem Verschwinden des Autors direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die Ermittlungen und Recherchen auf einem hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich eine raffiniert aufgebaute Geschichte, die bis zum packenden Finale spannend bleibt und mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung gelungen abgeschlossen wird.

Insgesamt ist "Blutzeilen" für mich ein gelungener Kriminalroman, der mit einer außergewöhnlichen Storyline und dem Erzähltalent von Franziska Franz zu überzeugen weiß. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Zwischen den Fronten

Die Diplomatenallee
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Im Jahre 1974 unterhält Heike mit ihrem Mann auf der Bonner Diplomatenallee einen Schreibwarenladen. Sie leben mit ihren Kindern ein unbeschwertes, aber auch bescheidenes Leben. Eines Tages betritt der ...

Im Jahre 1974 unterhält Heike mit ihrem Mann auf der Bonner Diplomatenallee einen Schreibwarenladen. Sie leben mit ihren Kindern ein unbeschwertes, aber auch bescheidenes Leben. Eines Tages betritt der alte Uni-Professor von Heike den Laden und weckt die bewusst verdrängte Vergangenheit zum Leben. Heike war eine begnadete Graphologin, die anhand der Handschrift einem Menschen analysieren und einschätzen konnte. Das Leben zeigte ihr aber, dass dieses Talent Segen und Fluch zugleich sein kann, so dass sie bewusst ihrem früheren Leben den Rücken gekehrt hat. Der Professor bedrängt sie aber nun, ihrem Talent wieder zu folgen und bei der Auswahl der geeigneten Bewerber für die Ständige Vertretung der DDR behilflich zu sein. Es gelingt ihm letzten Endes, dass Heike sich unfreiwillig ihrer Vergangenheit stellt...

Die Autorin Annette Wieners konnte mich bereits mit dem Kriminalroman "Kaninchenherz" überzeugen, so dass ich gespannt in ihren neuen Roman gestartet bin Sie erzählt die Geschichte in einem angenehm und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird um die rätselhafte Vergangenheit der Hauptprotagonistin gekonnt aufgebaut und über die deutsch-deutschen Verstrickungen auf einem guten Niveau gehalten. Die historischen Fakten wirken sehr gut recherchiert und verleihen dem Buch ein hohes Maß an Authentizität. Es entwickelt sich eine zunehmend komplexere Geschichte, bei der die volle Konzentration durchaus erforderlich war, um dem Ganzen noch folgen zu können. Es bleibt dabei immer ein wenig verworren, was aber einer Spionage-Geschichte auch gut zu Gesicht steht. Das Finale konnte mich dann nicht vollends überzeugen, rundet das Ganze aber nachvollziehbar ab.

Insgesamt ist "Die Diplomatenallee" aus meiner Sicht ein gelungener Roman um die deutsch-deutschen Beziehungen in den 70er Jahren, der gleichzeitig noch einen Einblick in die interessante und faszinierende Welt der Graphologie bietet. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Altötting im Rausch

Karfreitagstod
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Eigentlich sollte es ein ganz ruhiges Osterwochenende werden, aber der Plan geht für Oberkommissar Max Kramer nicht auf. Grund ist ein Toter im Glockenturm. Es geht die Vermutung um, dass es sich um einen ...

Eigentlich sollte es ein ganz ruhiges Osterwochenende werden, aber der Plan geht für Oberkommissar Max Kramer nicht auf. Grund ist ein Toter im Glockenturm. Es geht die Vermutung um, dass es sich um einen Freitod handeln könnte, aber der Umstand, dass das Opfer einer Gemeinschaft vorstand, der durchaus nachgesagt wurde mit Rauschmitteln zu handeln, lässt bei Max Kramer Zweifel aufkommen. Er recherchiert weiter und stößt dabei auf mehr Hinweise und Verdächtige beim Tod des Opfers nachgeholfen zu haben. Gut dass er Unterstützung von seiner Angebeteten Maria Evita bekommt, für die das Kosterleben nicht so das Richtige war...

"Karfreitagstod" ist mittlerweile der vierte Band um den sympathischen Ermittler Max Kramer aus Altötting. Der Autor Anton Leiss-Huber konnte mich schon mit dem zweiten Teil "Fastenopfer" begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude und einer entsprechenden Erwartungshaltung in den neuen Fall eingestiegen bin. Schnell war ich wieder dank des temperamentvollen und hervorragend zu lesenden Schreibstils in dem kleinen Ort Altötting an-gekommen. Anton Leiss-Huber sorgt trotz der kriminalistischen Hintergründe mit seiner aus meiner Sicht gelungenen Mischung aus Humor und Spannung für eine lockere Atmosphäre. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der Leiche im Glockenturm zu Beginn des Buches klassisch aufgebaut und über die ereignisreichen Ermittlungen auf einem hohen Niveau gehalten. Dem Leser bietet sich im Verlauf, aufgrund überraschender Wendungen immer wieder die Möglichkeit, eigene Überlegungen bezüglich Täter und Tathintergründe anzustellen, um am Ende von der Auflösung wohl doch noch überrascht zu werden.

Insgesamt ist "Karfreitagstod" eine aus meiner Sicht rundum gelungene Fortsetzung einer tollen Krimi-Reihe, die mit sympathischen Protagonisten, einem wohldosierten Lokalkolorit und dem Erzähltalent des Autors überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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