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Veröffentlicht am 29.11.2025

Tödliche Kunst

Der Bildersammler
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Die Kunstrestauratorin Tessa macht eine grausige Entdeckung. In einer verlassenen Kapelle findet sie den Leichnam eines Mannes, der sie direkt an den in vielen Kunstwerken verewigten Heiligen Johannes ...

Die Kunstrestauratorin Tessa macht eine grausige Entdeckung. In einer verlassenen Kapelle findet sie den Leichnam eines Mannes, der sie direkt an den in vielen Kunstwerken verewigten Heiligen Johannes erinnert. Der ermittelnde Hauptkommissar Lennart Wiedmeyer erkennt schnell die besondere Situation um den Mord und bittet Tessa sich mit ihrem Spezialwissen an den Recherchen zu beteiligen. Scheinbar hat man es mit einem Serientäter zu tun, der von Gemälden inspiriert, grausame Morde begeht und dies dann auch noch in der Öffentlichkeit inszeniert. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

Ich habe den ersten Band um die sympathische Kunstrestauratorin Tessa "Dunkeldorf" gelesen und war begeistert. Von daher bin ich mit viel Vorfreude und einer gewissen Erwartungshaltung in den neuen Fall eingestiegen. Die Autorin Liliane Skalecki erzählt die Geschichte in ihrem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die Kunstwelt und den perfiden Taten eines Serientäters entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden des ersten Opfers sehr gut aufgebaut und über die besondere Motivation des Täters und den sich als schwierig gestaltenden Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht sehr hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich eine sehr clever aufgebaute und durchdachte Story, in der die interessant gezeichneten Hauptprotagonisten zum Gelingen beitragen. Das Ganze konnte mich bis zum fulminanten Finale in den Bann ziehen, wo es dann mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung gelungen abgerundet wird.

Insgesamt ist "Der Bildersammler" ein wirklich packender Thriller, der mit tollen Protagonisten, einer innovativen und gut inszenierten Story und natürlich dem Erzähltalent der Autorin voll und ganz überzeugen kann. Ich empfehle den Thriller daher sehr gerne weiter und bewerte ihn folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Am Limit

Frei am Fels
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Alexander Megos ist zur Zeit sicherlich einer der besten, wenn nicht der Beste Kletterer Deutschlands. Routen, die für den Normalsterblichen sicherlich niemals möglich sein werden, stellen für ihn immer ...

Alexander Megos ist zur Zeit sicherlich einer der besten, wenn nicht der Beste Kletterer Deutschlands. Routen, die für den Normalsterblichen sicherlich niemals möglich sein werden, stellen für ihn immer ein neues Projekt dar, welches er dann auch in aller Regelmäßigkeit erfolgreich abschließt. International auf sich aufmerksam gemacht hat er mit der "Onsight-Begehung" einer 9a-Route (Estado Critico), was bedeutet, dass er sie im ersten Versuch durchgestiegen ist. Im Wettkampf-Bereich ist ihm der große Erfolg noch vorenthalten geblieben, da ihm in den entscheidenden Momenten, beispielsweise bei seinen zwei Olympia-Starts, die Nerven versagten und er durch Flüchtigkeitsfehler deutlich hinter seinem Potential zurückblieb.

In "Frei am Fels" gibt uns Alex Megos nun Einblick in die Welt des Extremsports Klettern. Schnell wird klar, dass es einen langen Weg voller Enthaltsamkeit und starkem Willen braucht, um jemals in der Lage sein zu können, Routen dieses Schwierigkeitsgrades zu meistern, die Alex als sein Zuhause ansieht. Auch er musste schwere Phasen psychologischer Irritationen und schwereren Verletzungen überstehen, um an seine Erfolge anknüpfen zu können. Hier benötigt er natürlich einen starken Kopf und ein persönliches Umfeld, welches ihm die Kraft für seine Unternehmungen gibt. Oftmals erscheint eine Hürde in einem seiner Projekte als unüberwindbar, aber nur so lange, bis er sie durch unermüdliche Wiederholungen und einem festen Glauben an seine Fähigkeiten doch noch knackt. Es ist mehr als spannend ihn auf seinen vielen Abenteuern hautnah zu begleiten und die wertvollen Einblicke auch in die nach außen schillernde Olympia-Welt machen das Buch aus meiner Sicht zusätzlich lesenswert.

Insgesamt ist "Frei am Fels" eine für mich faszinierende Autobiografie eines außergewöhnlichen Athleten fernab der großen Medienpräsenz. Das Klettern ist mittlerweile eine Trendsportart, aber es benötigt weiterhin Pioniere wie Alex Megos, die sie weiter in den Fokus der Allgemeinheit stellen. Mich konnte das Buch mehr als begeistern, so dass ich es sehr gerne weiterempfehle und natürlich mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Harter, aber absolut fesselnder Thriller

Blutlilie
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Ermittler Greg McNamara bekommt es zum ersten mal in seiner Karriere mit einem Serienmörder zu tun. Die Recherchen führen ihn in eine Welt aus gewaltsamen Sex und brutaler Gewalt, ein Bereich, dem er sich ...

Ermittler Greg McNamara bekommt es zum ersten mal in seiner Karriere mit einem Serienmörder zu tun. Die Recherchen führen ihn in eine Welt aus gewaltsamen Sex und brutaler Gewalt, ein Bereich, dem er sich selber nicht ganz entziehen kann. Auf magische Art und Weise ist er immer schon der BDSM-Szene zugeneigt, kann aber immer die Grenzen wahren. Unterstützung erhält er neben seinem Kollegen von zwei Spezial-Ermittlerinnen des FBI. Eine von ihnen ist die Psychologin Elena Harris, die ihm nicht aus dem Kopf gehen will. Gemeinsam stürzen sie sich in die Welt der seelischen Abgründe und es entwickelt sich eine rasante und gleichzeitig dramatische Jagd auf den Täter, bei dem jederzeit mit neuen Opfern zu rechnen ist...

Tracy Lazar ist das Pseudonym einer Autorin, die mit "Blutlilie" einen aus meiner Sicht absolut packenden Thriller veröffentlicht hat. Ihr direkter und temporeicher Schreibstil ist sicherlich nichts für schwache Nerven, aber sie reizt bewusst Grenzen aus, um die Thematik passend zu verdeutlichen und nicht um Effekthascherei zu betreiben. Der Spannungsbogen wird mit dem ersten Opfer direkt zu beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über die oftmals grenzwertigen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht äußerst hohen Niveau gehalten. Die Charaktere der Protagonisten sind sehr vielschichtig und interessant herausgearbeitet und tragen mit ihren Besonderheiten zum Gelingen des Spannungsromans bei. Gerade das Zusammenspiel an den Grenzen des Erlaubten macht die Geschichte zu etwas Besonderem. Das Ganze konnte mich bis zum fulminanten Finale mit überraschender Auflösung komplett in den Bann ziehen.

Insgesamt ist "Blutlilie" für mich ein Thriller der Extraklasse, bei dem mich in erster Linie die sehr clever konzipierte Geschichte, die interessant gezeichneten Akteure und natürlich das Erzähltalent der Autorin überzeugen konnte. Eines meiner Lese-Highlights in diesem Jahr, welches ich gerne weiterempfehle und dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Selbstfindung

Heimat
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Jana zieht mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern aufs Land. Das dritte Kind ist unterwegs und der finanzielle Rahmen zwingt die Familie ihr Glück in einer neuen Umgebung zu suchen. Schnell wird Jana klar, ...

Jana zieht mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern aufs Land. Das dritte Kind ist unterwegs und der finanzielle Rahmen zwingt die Familie ihr Glück in einer neuen Umgebung zu suchen. Schnell wird Jana klar, dass das Leben außerhalb der Stadt anders verläuft, als gedacht. All ihre Überzeugungen werden hier konterkariert, so dass sie ein wenig überrascht ist, welche Faszination ihre Nachbarin Karolin auf sie ausübt, als überzeugte Frau in traditioneller Lebensweise. Wird Jana hier ihr neues Glück wirklich finden? Wie reagieren die restlichen Familienmitglieder auf ihr neues Umfeld?

Das Thema des Romans von Hannah Lühmann klang sehr vielversprechend, so dass ich in ihr neues werk "Heimat" gestartet bin. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem flüssig zu lesenden Schreibstil, der aber mit Sprüngen in der Handlung durchaus auch Aufmerksamkeit einfordert. Wir verfolgen die Entwicklung der jungen Familie in ihrer neuen Umgebung und sehr schön wird hier ein gesellschaftliches Bild abgegeben, welches für unser Land mittlerweile sehr authentisch wirkt. Auf dem Land liebt man das traditionelle und daher ist auch die Wahl der AFD bei den anstehenden Wahlen für viele das Normalste von der Welt. Die aufgeschlossene und gebildete Jana weist solche Überzeugungen prinzipiell von sich, kann sich aber dennoch nicht ihrer neuen Freundinnen erwehren und findet sich immer mehr in ihrer angedachten Rolle zu Recht. Gerade die anstehende dritte Schwangerschaft und ihr gekündigtes Arbeitsverhältnis verlangen in ihrem Leben nach neuen Wurzeln und Richtungen.

Insgesamt ist "Heimat" ein durchaus gelungener Roman, der aber aufgrund seiner Kürze (176 Seiten) nicht allzu sehr in die Tiefe geht und vieles den Gedanken des Lesers überlässt. Gerade das Ende des Buches wirft noch viele Fragen auf, was als Stilmittel aber durchaus beabsichtigt wirkt und so wieder einen Reiz darstellt. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Packender Thriller

Schwüre, die wir brechen
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Der noch von einem schweren Schicksalsschlag gezeichnete Kommissar Jon Nordth und seine junge Kollegin Svea Karhuu bekommen es mit einem mehr als rätselhaften Fall zu tun. Dem Torso des männlichen Opfers ...

Der noch von einem schweren Schicksalsschlag gezeichnete Kommissar Jon Nordth und seine junge Kollegin Svea Karhuu bekommen es mit einem mehr als rätselhaften Fall zu tun. Dem Torso des männlichen Opfers wurde ein Krokodilskopf angenäht. Die Spuren am Opfer deuten auf eine schwere Misshandlung hin, ist dies ein Indiz für eine sehr persönliche Tat oder ist ein psychisch gestörter Mörder am Werk, der mit dem Mord eine Serie gestartet hat? Als ein weiteres Opfer gefunden wird, welches auf ähnliche Weise geschändet wurde, steigt der Druck auf die Ermittler und die Spuren deuten auf einen religiösen Hintergrund des alten Ägypten. Der Wettlauf mit der Zeit hat begonnen...

Das schwedische Ehepaar und Autor-Duo Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen haben mit großem Erfolg die Serie um die beiden charismatischen Ermittler Nordth und KArhuu gestartet, welche mit dem aktuellen Band "Schwüre, die wir brechen" fortgesetzt wird. Ich bin hiermit in die Reihe gestartet und hatte keinerlei Verständnisprobleme. Danielsson und Voosen erzählen die Geschichte in einem temperamentvollen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell nach Schweden entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem geschändeten Leichnam des ersten Opfers direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die spannenden und immer komplexer werdenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Die Charaktere der beiden Hauptprotagonisten tragen aus meiner Sicht mit ihren persönlichen Schicksalen zum Gelingen des Thrillers bei. Das Ganze konnte mich bis zum spektakulären Finale in den Bann ziehen, bis eine nachvollziehbare Auflösung die Geschichte gelungen abrundet, gleichzeitig aber auch schon Lust auf die Fortsetzung macht.

Insgesamt ist "Schwüre, die wir brechen" ein für mich sehr gelungener Thriller, der mir einige spannende und fesselnde Lesestunden bescherte. Neben dem lebendigen Schreibstil konnten mich in erster Linie die Charaktere und die gut durchdachte und clever konzipierte Story begeistern. Ich bin nun auf die Fortsetzung gespannt, empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.


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