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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2025

Packender Thriller

Schwüre, die wir brechen
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Der noch von einem schweren Schicksalsschlag gezeichnete Kommissar Jon Nordth und seine junge Kollegin Svea Karhuu bekommen es mit einem mehr als rätselhaften Fall zu tun. Dem Torso des männlichen Opfers ...

Der noch von einem schweren Schicksalsschlag gezeichnete Kommissar Jon Nordth und seine junge Kollegin Svea Karhuu bekommen es mit einem mehr als rätselhaften Fall zu tun. Dem Torso des männlichen Opfers wurde ein Krokodilskopf angenäht. Die Spuren am Opfer deuten auf eine schwere Misshandlung hin, ist dies ein Indiz für eine sehr persönliche Tat oder ist ein psychisch gestörter Mörder am Werk, der mit dem Mord eine Serie gestartet hat? Als ein weiteres Opfer gefunden wird, welches auf ähnliche Weise geschändet wurde, steigt der Druck auf die Ermittler und die Spuren deuten auf einen religiösen Hintergrund des alten Ägypten. Der Wettlauf mit der Zeit hat begonnen...

Das schwedische Ehepaar und Autor-Duo Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen haben mit großem Erfolg die Serie um die beiden charismatischen Ermittler Nordth und KArhuu gestartet, welche mit dem aktuellen Band "Schwüre, die wir brechen" fortgesetzt wird. Ich bin hiermit in die Reihe gestartet und hatte keinerlei Verständnisprobleme. Danielsson und Voosen erzählen die Geschichte in einem temperamentvollen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell nach Schweden entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem geschändeten Leichnam des ersten Opfers direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die spannenden und immer komplexer werdenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Die Charaktere der beiden Hauptprotagonisten tragen aus meiner Sicht mit ihren persönlichen Schicksalen zum Gelingen des Thrillers bei. Das Ganze konnte mich bis zum spektakulären Finale in den Bann ziehen, bis eine nachvollziehbare Auflösung die Geschichte gelungen abrundet, gleichzeitig aber auch schon Lust auf die Fortsetzung macht.

Insgesamt ist "Schwüre, die wir brechen" ein für mich sehr gelungener Thriller, der mir einige spannende und fesselnde Lesestunden bescherte. Neben dem lebendigen Schreibstil konnten mich in erster Linie die Charaktere und die gut durchdachte und clever konzipierte Story begeistern. Ich bin nun auf die Fortsetzung gespannt, empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.


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Veröffentlicht am 11.10.2025

Vielversprechender Serienauftakt

Dunkle Sühne
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Deputy Emmy Clifton ist noch relativ jung in ihrem Amt, als ein schreckliches Verbrechen ein Schatten über den kleinen Ort North Falls wirft. Zwei Mädchen im Teenageralter sind verschwunden und die Anzeichen ...

Deputy Emmy Clifton ist noch relativ jung in ihrem Amt, als ein schreckliches Verbrechen ein Schatten über den kleinen Ort North Falls wirft. Zwei Mädchen im Teenageralter sind verschwunden und die Anzeichen deuten auf eine Entführung hin. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt und für Emmy wird es zusätzlich noch persönlich, da eines der beiden vermissten Mädchen die Tochter ihrer besten Freundin ist. Wird es Emmy rehtzeitig gelingen ihrer freundin die Tochter zurückzubringen? Wer kommt in dem kleinen Ort für ein solches Verbrechen in Frage, wo doch jeder jeden zu kennen scheint? Emmy stößt bei ihren Ermittlungen auf dunkle Geheimnisse in der heimischen Kulisse...

Ich habe bereits einige Thriller aus der Feder der erfolgreichen amerikanischen Autorin Karin Slaughter gelesen und war jedes mal begeistert von den vielschichtigen und packenden Geschichten. Mit viel Vorfreude und einer entsprechenden Erwartungshaltung bin ich in ihr neues Werk gestartet, welches zugleich den Beginn einer neuen Serie darstellt. Sie erzählt die Geschichte in ihrem gewohnt lebendigen und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die kleine amerikanische Vorstadt entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem Verschwinden der beiden Mädchen direkt zu Beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über die sich schwierig darstellenden und mit überraschenden Wendungen versehenden Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Die Hauptprotagonisten sind interessant gezeichnet und tragen mit ihren privaten Geschichten zum Gelingen der Story bei. Für mich zog sich gerade der mittlere Teil ein wenig, was aber Jammern auf einem hohen Niveau ist.

Insgesamt konnte mich "Dunkle Sühne" bis zum Finale in den Bann ziehen und sowohl die Ermittler, ihre internen Verbindungen, die Storyline und das Erzähltalent von Karin Slaughter machen den Thriller zu einem verheißungsvollen Auftakt einer neuen Reihe. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es dementsprechend mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Eine bedrückende Geschichte

Was man nicht sieht, ist doch da
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Tirol befindet sich im Jahr 1954 noch in der Zeit einer noch lang nicht abgeschlossenen Entnazifizierung. Um die gesellschaftlichen Strukturen aufrecht zu erhalten wird versucht auch Personen mit Nazi-Vergangenheit ...

Tirol befindet sich im Jahr 1954 noch in der Zeit einer noch lang nicht abgeschlossenen Entnazifizierung. Um die gesellschaftlichen Strukturen aufrecht zu erhalten wird versucht auch Personen mit Nazi-Vergangenheit in die Prozesse zu integrieren. Die Folge hiervon muss der noch sehr junge Hans Dakota erleiden, der nach einer diffamierenden Anzeige einer Nachbarin, ohne dass die Hintergründe geprüft werden, von der Schule direkt in ein "Besserungsheim" verbracht wird. Dort versuchen die noch von den alten Strukturen geprägten Aufseher den "Zöglingen" Moral und Anstand beizubringen. Hans muss zum einen erkennen, dass seine Eltern kaum eine Chance haben, ihn aus dieser Hölle zu befreien und dass in diesen Heimen eine Struktur herrscht, die weit an der Menschlichkeit vorbeiführt.

Die in Kufstein geborene Autorin Margit Weiss veröffentlicht mit "Was man nicht sieht, ist doch da" einen unbequemen und auch nachdenklich stimmenden historischen Roman. Sie erzählt die Geschichte in einem der Zeit angepassten Schreibstil und arbeitet dabei mit kurzen und klaren Sätzen. Das Ganze wirkt dadurch ein eher streng und kalt, was sich hervorragend mit dem brisanten Thema vereint und die Geschehnisse sehr authentisch erscheinen lässt. Die vielen kurzen Kapitel sind mit jeweiligen Perspektivwechseln versehen, was der Geschichte eine zusätzliche Tiefe verleiht. Das insgesamt mit 157 Seiten doch recht kurze Buch wirkt auf mich dann aber auch ein wenig hastig erzählt und lässt vielleicht noch Potential liegen, auf der anderen Seite regt es somit zum Nachdenken an.

Insgesamt ist "Was man nicht sieht, ist doch da" schon ein aus meiner Sicht lesenswertes Buch, welches die Thematik einer verrohten und sehr strengen vom 2. Weltkrieg gezeichneten Gesellschaft gut aufarbeitet. Der Schreibstil hat mir persönlich sehr gut gefallen und wirkte passend und ist sehr klar. Von daher empfehle ich das Buch gerne weiter und bewerte es mit vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Realitätsnaher und spannender Politthriller

Der Wortschatz des Todes
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Die ehemalige BKA-Fallermittlerin Irina Starilenko kümmert sich um ihren jüngeren und manchmal zu engagierten Bruder Konstantin. Dieser bittet sie um Hilfe für seinen besten Freund Oleksi, dem der Mord ...

Die ehemalige BKA-Fallermittlerin Irina Starilenko kümmert sich um ihren jüngeren und manchmal zu engagierten Bruder Konstantin. Dieser bittet sie um Hilfe für seinen besten Freund Oleksi, dem der Mord an einen polnischen Gechäftsmann vorgeworfen wird. Zwar werfen die ersten Ermittlungen schon viele Fragezeichen auf, aber die Polizei ist von der Schuld Oleksis überzeugt und wenig motiviert nach dem wahren Täter zu suchen. So versucht Irina mit ihrem persönlichen Netzwerk an weitere Informationen zu kommen und den Fall zu klären. Dabei stößt sie auf erschreckende Details mit politischem Hintergrund, die ihre Arbeit bei weitem nicht einfacher und ungefährlicher machen...

Der Autor MArtin von Arndt konnte mich schön mehrfach mit seinen oft politisch motivierten Krimis und Thrillern in den Bann ziehen. Ich bin daher mit viel Vorfreude und einer entsprechenden Erwartungshaltung in sein neues werk "Der Wortschatz des Todes" gestartet. Er erzählt die Gechichte in seinem gewohnt sehr flüssig zu lesenden Schreibstil und greift mit dem russisch-ukrainischen Krieg ein brisantes Thema auf, ohne dabei aber klischeehaft zu wirken. Ganz im Gegenteil, die aktuellen Gegebenheiten werden geschickt in eine packende Kriminalgeschichte eingebaut, die den THriller schnell für mich in einen PAge-Turner wandelte. Der Spannungsbogen wird mit dem brutalen "Hinrichtungs-Mord" zu Beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über die schwierigen Ermittlungen auf einem aus meiner Sicht sehr hohenNiveau gehalten. Die Hauptprotagonisten werden sehr interessant gezeichnet und tragen zum Gelingen des Buches bei.

Insgesamt ist "Der Wortschatz des Todes" ein aus meiner Sicht sehr gut gelungener Politthriller, der mich in erster Linie mit der guten Umsetzung eines brandaktuellen Themas, charakterstarken Protagonisten und mit dem geradlinigen Erzähltalent des Autors voll und ganz überzeugen konnte. Ich freue mich schon jetzt auf einen möglichen Nachfolgeband, empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es foglerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Kult aus Österreich

Dass es uns überhaupt gegeben hat
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Die österreichische Rockband Wanda ist in ihrem Heimatland extrem erfolgreich gewesen und konnte auch international große Erfolge aufweisen. Ihr mittlerweile sechs Platten haben sich tausende male verkauft, ...

Die österreichische Rockband Wanda ist in ihrem Heimatland extrem erfolgreich gewesen und konnte auch international große Erfolge aufweisen. Ihr mittlerweile sechs Platten haben sich tausende male verkauft, so dass sie in Deutschland und Österreich mit ihrem Indie-Rock mehrere Goldene und Platinplatten erreichen konnten. Niemand hätte wohl einen solchen Erfolg vorausgesagt, als sich die fünf österreichischen Musiker im Jahre 2012 zusammenfanden, am wenigsten ihr Leadsänger Michael Marco Fitzthum (Künstlername Marco Wanda).

Inseinem Buch lässt dieser Marco Wanda die Entstehungs- und die darauf folgende Erfolgsgeschichte von Wanda Revue passieren. Er erzählt die Geschichte in einem klaren und leicht zu lesenden Schreibstil, der aus meiner Sicht hervorragend zum Lebensgefühl der Band passt. Die Auftritte und Treffen der Band waren von Beginn an vom Alkohol geprägt, ein Umstand der mit dem wachsenden Erfolg ein immer größer werdendes Problem bedeutete. Der Stress einer mehrwöchigen Tour, auf der jeder auf der Bühne zu funktionieren hat und man Tag für Tag weitereist, um neue Menschenmengen mit der Musik zu beglücken. Dass Erfolg nicht immer nur gute Seiten hat, war Marco schon allein aufgrund seines Idols Kurt Cobain bewusst, den der Erfolg in den Tod getrieben hatte. In seinem Buch wird gerade auch der aufkommende kommerzielle Durchbruch thematisiert. Es war eigentlich nie das Ziel der Band einen solchen Durchbruch zu schaffen, viel mehr wollten sie Menschen vereinen. So hat sich ihre Musik auch wenig verändert und die meisten Songs entstanden in der Regel in Momenten, wo Marco sich zurückzog und auf seine Gefühle hörte und sie wirken ließ.

Das Buch liest sich sehr flüssig und gibt mir einen tollen Einblick in die Arbeit und das Leben einer Band, die plötzlich im Rampenlicht steht. Es ist manchmal schockierend, welche Alkohlexzesse durchlebt wurden und wie Marco selber sagt, ist es schon ein wunder, dass er überhaupt noch lebt. NAch Schicksalschlägen in der Band und der Familie zieht sich Marco zurück, macht eine Entzugskur und steht nach vielen JAhren BAndgeschichte das erste mal nüchtern auf der Bühne. Begleitend zum Buch habe ich die Stücke gehört, was dem Buch eine größere Tiefe und Authentizität verleiht. So war es für mich ein besonderes Leseerlebnis, welches ich gerne weiterempfehle. Natürlich bewerte ich das Buch von Marco Wanda mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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