Profilbild von MaddinLiest

MaddinLiest

Lesejury Star
offline

MaddinLiest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MaddinLiest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2020

Raffinierter Thriller

Schwestern im Tod
0

Als der Commandant Martin Servaz den Tatort seines neuen Falls betritt, ahnt er noch nicht, welchen nachhaltigen Eindruck das Opfer bei ihm hinterlassen wird. Es handelt sich um die Frau des bekannten ...

Als der Commandant Martin Servaz den Tatort seines neuen Falls betritt, ahnt er noch nicht, welchen nachhaltigen Eindruck das Opfer bei ihm hinterlassen wird. Es handelt sich um die Frau des bekannten und erfolgreichen Autors Erik Lang, welcher in seinem ersten Fall vor 25 Jahren bereits eine entscheidende Rolle spielte. Zwei junge Frauen, die sich damals als ergebene Fans des Autors rausstellten, wurden brutal erschlagen und in einem Kommunionskleid an einen Baum drapiert. Erik Langs Frau trägt auch ein solches Kleid und wurde Opfer seiner Giftschlangen. Bei seinen Ermittlungen wird Servaz schnell klar, dass auch der Fall aus seiner Vergangenheit noch lange nicht abgeschlossen ist...

Der erfolgreiche französische Thriller Autor Bernard Minier hat mit "Schwestern im Tod" bereits den fünften Band seiner Reihe um Kommissar Martin Servaz geschrieben. Ich bin als Quereinsteiger mit diesem Teil in die Serie eingestiegen und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Er erzählt die Geschichte in einem flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die Handlung zog und eine zu Story passend düstere Atmosphäre geschaffen hat. Der komplexe Fall zieht sich über zwei Zeitebenen und dem Autor gelingt es aus meiner Sicht sehr gut diese miteinander zu verbinden. Der Spannungsbogen wird mit dem dramatischen Fall der Vergangenheit gut aufgebaut und über die Ermittlungen der aktuellen Zeit mit dem rätselhaften und mysteriösen Hintergrund der Taten auf einem hohen Niveau gehalten. Der Leser bekommt immer wieder die Gelegenheit, eigene Überlegungen bezüglich Täterschaft und Tathintergründe anzustellen, wird dann aber wahrscheinlich doch im Finale von der durchdachten Auflösung überrascht.

Insgesamt ist "Schwestern im Tod" aus meiner Sicht ein gelungener Thriller in einer etwas mystischen und düsteren Atmosphäre, der Lust auf mehr aus der Reihe gemacht hat. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2020

Kein Mord ohne Motiv

Halligmord (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 1)
0

Sie ist erst vor kurzem als Kommissarin wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, als Minke van Hoorn von ihrem ersten Fall voll in die Pflicht genommen wird.. Durch einen Sturm wird die skelettierte Leiche ...

Sie ist erst vor kurzem als Kommissarin wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, als Minke van Hoorn von ihrem ersten Fall voll in die Pflicht genommen wird.. Durch einen Sturm wird die skelettierte Leiche eines Mannes freigespült, der wahrscheinlich schon vor viele Jahren dort vergraben liegt. Die Identität ist schnell geklärt, es handelt sich um den allgemein beliebten Hausarzt und Frauenschwarm Hinnerk, der eigentlich vor dreiunddreißig Jahren bei einem tragischen Bootsunfall ums Leben gekommen sein soll. Niemand kann sich auch nur im entferntesten vorstellen, warum Hinnerk Opfer eines Gewalt-Verbrechens geworden sein soll. So muss Minke auf eigene Faust weit in die Vergangenheit abtauchen, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen...

Die Autorin , die unter dem Pseudonym Greta Henning schreibt, hat mit "Halligmord" den Auftakt einer neuen und aus meiner Sicht sehr vielversprechenden Kriminalroman-Reihe veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem äußerst lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell an die Küste entführt hat. Ihr gelingt es dabei aus meiner Sicht vortrefflich die besondere Atmosphäre einer Küstenregion einzufangen, so dass der Kriminalfall für den Leser sehr erlebbar wird. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden einer skelettierten Leiche direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die spannenden Ermittlungen auf einem hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich so eine immer komplexere Geschichte um einen sogenannten "Cold-Case", bei dem auch der Leser immer wieder eigene Überlegungen bezüglich Täterschaft und Tathintergründe anstellen kann. Ein wirklich bis zum finalen Show-down, der in bewährter Agatha Christie-Manier daherkommt, packender Kriminal-roman mit angenehmen Lokalkolorit und einer äußerst sympathischen Ermittlerin.

Insgesamt ist "Halligmord" ein aus meiner Sicht rundum gelungener Auftakt einer neuen vielversprechenden Krimi-Reihe, bei der ich mich schon jetzt auf den zweiten Band freue. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2020

Das geteilte Deutschland

Margos Töchter
0

Leonore Seliger ist in den Sechzigern ein rebellisches Mädchen, welches ihren eigenen Weg gehen will. Über einige Umwege landet sie nach dem Abitur in England und lernt in vollen Zügen die Zeit der freien ...

Leonore Seliger ist in den Sechzigern ein rebellisches Mädchen, welches ihren eigenen Weg gehen will. Über einige Umwege landet sie nach dem Abitur in England und lernt in vollen Zügen die Zeit der freien Liebe kennen. Von dieser Zeit gebranntmarkt studiert sie in Frankfurt und gerät durch eine unglückliche Liebschaft ins Visier der Terrorfahndung. Gleichzeitig lebt Clara im Ostberlin und ist für eine wichtige Aktion vorgesehen. Sie soll als "schlafende" Spionin in den Westen übersiedeln und den Osten mit wertvollen Informationen versorgen. Die Schicksalswege der Beiden kreuzen sich und sie können nicht ahnen, dass sie ein Geheimnis aus der Vergangenheit eint...
Die Autorin Cora Stephan hat mit ihrem Roman-Debüt "Ab heute heiß ich Margo" viel Aufmerksamkeit und gute Kritiken erhalten, so dass ich mit hohen Erwartungen in ihr neues Werk gestartet bin. Sie erzählt die Geschichte in einem bildreichen und emotionalen Schreibstil, der mir das Schicksal ihrer Hauptprotagonistinnen sehr gut vor Augen führte. Mit den beiden spannenden Lebensläufen lässt Cora Stephan die deutsche Zeitgeschichte rasant am Leser vorbeilaufen. Viele prägende Momente finden gut recherchiert ihren Platz und lassen beim Leser Erinnerungen wach werden. Das Ganze wirkt in meinen Augen sehr authentisch und mit viel Geschick konzipiert die Autorin eine komplexe und clever inszenierte Story, die gerade im Finale mit einigen Aha-Effekten aufwarten kann. Der Roman beginnt ein wenig verhalten, aber im Verlauf konnte mich die Geschichte dann immer mehr fesseln.
Insgesamt ist "Margos Töchter" ein aus meiner Sicht sehr lesenswertes Buch, welches die deutsch-deutsche Geschichte hautnah aufleben lässt und vom Erzähltalent der Autorin lebt. Ich empfehle den Roman daher sehr gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2020

Tolle Fortsetzung

Chriesimord
0

Im näheren Umfeld von AarePharm kommt es zu zwei tragischen Todesfällen und als dann auch noch eine Mitarbeiterin spurlos verschwindet verbreitet sich zunehmend Angst und Schrecken unter der Belegschaft. ...

Im näheren Umfeld von AarePharm kommt es zu zwei tragischen Todesfällen und als dann auch noch eine Mitarbeiterin spurlos verschwindet verbreitet sich zunehmend Angst und Schrecken unter der Belegschaft. Auch Samantha ist verunsichert, zumal sich ihre immer noch verheimlichte Beziehung zu Joel nicht so entwickelt, wie sie sich das vorgestellt hat. Mehr unfreiwillig stößt sie immer wieder auf Hinweise, die sich auf die Toten beziehen und die die Vermutung nahelegen, dass die Todesfälle durchaus in Verbindung stehen könnten. Ist vielleicht sogar Joel in der ganzen Sache involviert? Samantha versucht über eigene Nachforschungen Klarheit zu bekommen...
Ich habe mittlerweile schon mit viel Begeisterung einige Kriminalromane der erfolgreichen schweizerischen Autorin Ina Haller gelesen und bin daher mit hohen Erwartungen in ihr neues Werk gestartet. Nach wenigen Seiten war ich wieder in der Welt ihrer neuen Hauptprotagonistin Samantha ein-getaucht und mir war klar, ich würde nicht enttäuscht werden. Ina Haller erzählt die Geschichte mit ihrer gewohnt lebendigen und hervorragend zu lesenden Schreibweise, die mich das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Der Spannungsbogen wird gleich zu Beginn mit den tragischen Todesfällen in der Unternehmerfamilie aufgebaut und über die rätselhaften Ermittlungen der sympathischen Samantha immer auf einem hohen Niveau gehalten. Auch das Finale weiß mit Dramatik und einer für mich überraschenden Auflösung zu überzeugen und rundet den Kriminalroman gelungen ab. Gekonnt verbindet Ina Haller die privaten Elemente ihrer Hauptprotagonistin mit den spannenden Geschehnissen einer Mordserie, was die in der Reihe interessant charakterisierte Person Samantha aus meiner Sicht sehr gut weiterentwickelt und Lust auf weiter Bände macht.
Insgesamt ist "Chriesimord" für mich eine rundum gelungen Fortsetzung einer Krimi-Reihe, die sich mit dem besonderen Charme ihrer Haupt-Protagonistin und einem wohldosierten Anteil Lokalkolorit von vielen Büchern aus dem Genre abhebt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2020

Beeindruckend

DUNKEL
0

Hulda Hermannsdottir ist Kommissarin im isländischen Reykjavik und steht kurz vor ihrer Pensionierung. Sie selbst sieht diesem Zeitpunkt wenig erwartungsvoll entgegen, vielmehr befürchtet die zurückgezogen ...

Hulda Hermannsdottir ist Kommissarin im isländischen Reykjavik und steht kurz vor ihrer Pensionierung. Sie selbst sieht diesem Zeitpunkt wenig erwartungsvoll entgegen, vielmehr befürchtet die zurückgezogen lebende Hulda den Inhalt ihres Lebens zu verlieren. So verfällt sie auch ein wenig in Panik, als ihr Vorgesetzter ihr offenbart, dass ein junger Nachfolger bereits einsatzbereit ist und sie schon eher den Schritt in Richtung Ruhestand antreten soll. Es gelingt ihr, einen alten Fall noch einmal aufrollen zu dürfen, der ihr keine Ruhe gegeben hat. Eine junge Asylbewerberin wurde vor über einem Jahr tot aufgefunden und der Fall wurde nach kurzen Ermittlungen als Unfall zu den Akten gelegt. Bei den Recherchen stößt Hulda auf einige Ungereimtheiten und muss sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen...
Von "The Times" wurde Dunkel als einer der hundert besten Kriminalromane seit 1945 betitelt, was meine Neugier geweckt hat und mich mit hohen Erwartungen in das Buch hat starten lassen. Der geradlinige und äußerst flüssig zu lesende Schreibstil konnte mich auch schnell in den Bann ziehen. Gerade die aus meiner Sicht als erfahrende Ermittlerin mit einer dunklen Vergangenheit hervorragend charakterisierten Hauptprotagonistin Hulda Hermannsdottir verleiht dem Thriller einen ganz besonderen Charme. Der Spannungsbogen wird nach und nach mit den packenden Ermittlungen um den Cold Case der verstorbenen Asylbewerberin gekonnt aufgebaut und über immer neue auftuende Abgründe und Wendungen auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Das Buch entwickelte sich so für mich zu einem echten Page-Turner, den ich kaum aus der Hand legen konnte und mich dann mit einem beeindruckenden und überraschend ungewöhnlichen Finale zurückgelassen hat.
"Dunkel" konnte mich als Thriller gerade mit der fantastischen Ermittlerin Hulda Hermannsdottir und dem Erzähltalent des Autors Ragnar Jonasson voll und ganz überzeugen. Das Buch hebt sich aus der Masse des Genres ab und lässt bei mir schon jetzt viel Vorfreude auf die beiden Folgebände der Trilogie aufkommen. Ich empfehle "Dunkel" daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere