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Veröffentlicht am 24.02.2019

Packende Reise in Norwegens Vergangenheit

Die Glocke im See
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Die junge Norwegerin Astrid ist für das Jahr 1880 alles andere als die typische heranwachsende Frau in einem kleinen idyllischen Dorf am See. Sie hat ihre eigenen Ziele und möchte sich nicht dem vorge-zeichneten ...

Die junge Norwegerin Astrid ist für das Jahr 1880 alles andere als die typische heranwachsende Frau in einem kleinen idyllischen Dorf am See. Sie hat ihre eigenen Ziele und möchte sich nicht dem vorge-zeichneten Leben einer mehrfachen Mutter, die sich bis an ihr Ende der Feldarbeit widmet, beugen. Der neue Pfarrer Kai Schweigaard imponiert ihr und sie kann erste Gefühle für ihn feststellen. Wird er ihr bei ihrem Traum von der weiten Welt behilflich sein können? Zunächst hat Kai Schweigaard jedoch ein anderes Projekt in Angriff genommen. Er möchte der wachsenden Gemeinde mit dem Verkauf der bestehenden Stabkirche den Bau einer neuen größeren Kirche ermöglichen. Ein Vorhaben, welches in der Gemeinde nicht nur Fürsprecher findet..

Lars Mytting entführt den Leser mit seinem Roman "Die Glocke im See" in die interessante und wenig beachtete Welt Norwegens vor über hundert Jahren. Das Land befindet sich noch in einem wenig entwickelten Zustand und hat damit zu kämpfen, dass viele junge Menschen das Land Richtung Amerika und Europa verlassen. Dem Autor gelingt es mit seiner bildreichen und hervorragend zu lesenden Sprache, dem Leser die damalige Zeit sehr lebendig vor Augen zu führen. Er beschreibt sehr gut die Atmosphäre vor Ort und verleiht der Geschichte mit seinen interessant gezeichneten Protagonisten viel Authentizität. Gewürzt wird das Ganze noch mit einem Hauch von Mystik, die mir gerade für das noch immer mit seinen einsamen und naturbelassenen Gebieten beeindruckende Land, passend erscheint. Die Familiengeschichte um das Schicksal der Hauptprotagonisten ist spannend erzählt und hat mich an das Buch fesseln können.

"Die Glocke im See" war für mich ein überraschender und sprach-gewaltiger Roman, den ich auch schon zum Anfang des Jahres zu meinen Lesehighlights für 2019 zählen möchte. Das vorliegende Band stellt den Auftakt einer Trilogie dar und ich bin schon jetzt sehr gespannt auf die beiden Folgebände. Ich bewerte das Buch folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen und empfehle es als äußerst lesenswert gerne weiter!!

Veröffentlicht am 17.02.2019

Die Liebe, die uns antreibt...

Liebes Kind
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Lena wird seit vierzehn Jahren vermisst, sie ist nach einem Party-besuch spurlos verschwunden und alle Ermittlungen der Polizei ergaben bisher keine Spur ihres Verbleibens. Sie lebt in einer einsamen und ...

Lena wird seit vierzehn Jahren vermisst, sie ist nach einem Party-besuch spurlos verschwunden und alle Ermittlungen der Polizei ergaben bisher keine Spur ihres Verbleibens. Sie lebt in einer einsamen und abgeschotteten Hütte, ihr "Mann" hält sie dort mit ihren mittlerweile zwei Kindern unter strengen Regeln gefangen. Als ihr eines Tages die Flucht gelingt, ahnt sie noch nicht, dass für alle Beteiligten das Grauen noch lange nicht beendet ist...

Romy Hausmann ist aus meiner Sicht mit ihrem Debutroman "Liebes Kind" ein packender und beeindruckender Thriller gelungen. Sie schreibt die berührende Geschichte aus unterschiedlichen Erzähl-perspektiven und macht sie so aus den Blickwinkeln der Haupt-protagonisten erlebbar. Hierbei verleiht sie den Personen mit ihren Gedanken und ihrem Handeln eine Seele, die das Ganze noch ergreifender machen. Der Spannungsbogen wird direkt mit dem Ausbruch Lenas aus ihrem "Gefängnis" auf ein hohes Niveau gehoben und durch die ungeklärten Hintergründe ihres Verschwindens sowie den seelischen Nachwirkungen der Protagonisten stets dort gehalten. Die vielen kurzen Kapitel und die damit verbundenen Perspektivwechsel beleben das Geschehen und Romy Hausmann arbeitet hier auch mit sehr gekonnten Cliffhängern, die den Leser das Buch nicht aus der Hand legen lassen. Das fulminante Finale kann dann auch noch mit Überraschungen aufwarten und bis zum Schluss begeistern.

"Liebes Kind" ist ein richtig guter Thriller, der mich absolut fesseln konnte. Er beginnt da, wo viele andere Büches des Genres aufhören und sticht so aus der Menge heraus. Ein für mich sehr gelungenes Debut, welches hoffen lässt, dass die Autorin mit ihrer erfrischend anderen und sehr flüssig zu lesenden Schreibweise noch das ein oder andere Buch veröffentlicht. Ich empfehle das Buch unbedingt als sehr lesenswert weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 15.02.2019

Auf der Suche nach der Wahrheit

Lügenmeer
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Magnus ist ein erfolgreicher Rechtsanwalt und kehrt nach 19 Jahren in seine alte Heimat zurück. Damals ist er mit schlimmen Vorwürfen aus der Gemeinschaft vertrieben worden. Er sollte für den rätsel-haften ...

Magnus ist ein erfolgreicher Rechtsanwalt und kehrt nach 19 Jahren in seine alte Heimat zurück. Damals ist er mit schlimmen Vorwürfen aus der Gemeinschaft vertrieben worden. Er sollte für den rätsel-haften Tod seiner damaligen Freundin Milla verantwortlich gewesen sein. Ein Gericht hat ihn zwar freigesprochen, aber die Zweifel blieben damals bestehen. Als er seine neue Kanzlei genau an diesem Ort neu einrichtet, will er auch mit den damaligen Lügen aufräumen. Was ist damals wirklich geschehen? Was ist aus seinen früheren Freunden geworden? Und, können sie ihm verzeihen?

Susanne Kliem ist eine erfolgreiche Autorin von Kriminalromanen, bisher habe ich aber noch keines ihrer Bücher gelesen. Die vielen guten Bewertungen, die sie bisher erhalten hat, haben mich neugierig gemacht und mich mit hohen Erwartungen in das Buch starten lassen. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir auf Anhieb. Sie erzählt die Geschichte in einer lebhaften und sehr lebendigen Art, die mich schnell an das Buch fesselte. Die Protagonisten werden ausführlich und spannend charakterisiert und der Spannungsbogen wird mit dem rätselhaften Tod in der Vergangenheit gut aufgebaut. Geschickt verbindet Susanne Kliem die Handlungen der Gegenwart und der Vergangenheit zu einem Ganzen und die vielen kurzen Kapitel mit den damit verbundenen häufigen Perspektivwechseln verleihen der Geschichte ein zusätzliches Tempo. Die Auflösung des Rätsels aus der Vergangenheit ist vielschichtig und der Leser bekommt im Verlauf des Buches durch neue Informationen oder überraschende Wendungen immer wieder die Gelegenheit, eigene Überlegungen zum Hintergrund des verhängnisvollen Todes anzustellen.

Aus meiner Sicht ist Susanne Kliem mit "Lügenmeer" ein packender und zugleich sehr spannender Roman gelungen, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 15.02.2019

Wer ist die kleine Hayley?

Das namenlose Mädchen
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Dalia Lamont hat beschlossen ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, indem sie gemeinsam mit ihrer Schwester ein Cafe eröffnet. Ihren eigentlichen Job in einer Einrichtung für Pflegekinder hat sie bereits ...

Dalia Lamont hat beschlossen ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, indem sie gemeinsam mit ihrer Schwester ein Cafe eröffnet. Ihren eigentlichen Job in einer Einrichtung für Pflegekinder hat sie bereits gekündigt und wird noch ein letztes mal mit der Aufgabe vertraut, ein neues Zuhause für ein junges Mädchen zu finden. Die kleine Hayley wurde auf der Straße aufgelesen, ihre Kleidung war mit einigen Blutspritzern versehen und die Polizei findet auch in der unmittelbaren Umgebung drei Leichen Nach den DNA-Tests ist aber schnell klar, dass keine in einem verwandtschaftlichen Verhältnis mit Hayley stand. Wo sind die Eltern? Wer ist die kleine Hayley? Und was hat sie erlebt?

"Das namenlose Mädchen" ist aus meiner Sicht ein spannender Roman um die verzweifelte Suche nach der Herkunft der kleinen Hayley. Die Autorin Jacqueline Sheehan erzählt die Geschichte in einem einfachen und flüssig zu lesenden Schreibstil. Die Haupt-Protagonisten werden ausführlich und interessant charakterisiert, so dass es Spaß macht, ihnen bei der Suche nach den Eltern der kleinen Hayley über die Schulter zu schauen. Der Spannungsbogen wird mit ihrem rätselhaften Auffinden gut aufgebaut und durch die Suche mit immer wieder neuen Hinweisen auf einem guten Niveau gehalten. Teilweise hat sich die Autorin hierbei aber zu sehr auf das Leben von Dalia und ihrer Schwester konzentriert, so dass es im Verlauf aus meiner Sicht zu der einen oder anderen Länge kam. Im Finale allerdings zieht die Spannung und das Tempo nochmal deutlich an, was dem Buch sicherlich gut tut, die überraschende Auflösung wirkte dann aber zum Ende hin für mich ein wenig konstruiert.

"Das namenlose Mädchen" ist für mich ein guter Spannungsroman, der vielleicht nicht sein ganzes Potential ausgeschöpft hat. Nichts desto trotz bescherte mir das Buch einige spannende Stunden, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Harter Thriller mit brisantem Thema

Tannenstein
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Der Ex-Polizist Alexander Born wird aus der Haft entlassen und wird nur von dem Ziel angetrieben, Rache zu nehmen für seine getötete Geliebte. Der Mann, hinter dem er her ist, nennt sich "Der Wanderer". ...

Der Ex-Polizist Alexander Born wird aus der Haft entlassen und wird nur von dem Ziel angetrieben, Rache zu nehmen für seine getötete Geliebte. Der Mann, hinter dem er her ist, nennt sich "Der Wanderer". Wo er auftaucht kommt es kurz über lang zu Toten. Die Polizei scheint mit der Suche nach ihm überfordert zu sein und wird ihm zu keiner Zeit gefährlich. Born hingegen nimmt die Fährte über seine Beziehungen zur Russenmafia auf und stößt so immer wieder auf Spuren von ihm. Auf dem Rechtsweg will er seinen Gegner aber nicht besiegen, seine Wut auf ihn ist einfach zu groß und hat das Urteil für ihn bereits gefällt. Wird er den Wanderer finden? Kommt es zum Duell der beiden?

Ich habe bereits einige Bücher vom Autor Linus Geschke gelesen und ich war stets begeistert. Gerade die Serie um den Kölner Reporter Jan Römer hat es mir angetan, und so dass ich mit viel Vorfreude und sehr hohen Erwartungen in sein neues Buch gestartet bin. Um es gleich vorwegzunehmen, ich wurde zu keiner Zeit enttäuscht, obwohl es sich bei "Tannenstein", wie angekündigt, um ein völlig anderes Buch handelt. Hier lernte ich den Autor von seiner deutlich härteren Seite kennen und er scheute sich nicht, mit der Selbstjustiz ein sehr brisantes aber auch packendes Thema in den Fokus zu stellen. Der Hauptprotagonist Alexander Born wird als ein kaltblütiger und von Hass getriebener Mensch beschrieben. Er leidet noch unter den großen Verlust seiner getöteten Lebensgefährtin, so dass er bereit ist alle Regeln, die vorher für ihn galten, über Bord zu werfen und den Tod mit einem Mord zu vergelten. Linus Geschke schafft es, mich auch mit seiner raueren Seite an die Geschichte zu fesseln, ohne die Gewalt zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Sein Schreibstil liest sich unglaublich flüssig und lässt mich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Der Spannungsbogen, wird gleich zu Beginn auf ein hohes Niveau geführt und mit viel Action und überraschenden Wendungen auch dort gehalten. Das fulminante Finale ist dann gut nachvollziehbar und hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen.

"Tannenstein" ist für mich mein erstes Lesehighlight in diesem Jahr. Gerade das brisante Thema, welches beim Lesen nicht immer ein gutes Gefühl erzeugt, und der, zur Thematik passende, härtere Schreibstil machen das Buch zu etwas Besonderen. Der Thriller wird so sicherlich polarisieren, aber ich empfehle es denen, die mit einer etwas derberen Sprache und Handlung kein Problem haben, sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig auch mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!