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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2018

Spannung vom Anfang bis zum Ende

Der Alphabetmörder (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 1)
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ein neuer Fall verschlägt Jan Grall, Fallanalytiker beim LKA, mit seiner Kollegin Rabea Wyler ausgerechnet in seine alte Heimat. Er hatte eigentlich nicht mehr vor hierher zurückzukehren, aber nun hat ...

ein neuer Fall verschlägt Jan Grall, Fallanalytiker beim LKA, mit seiner Kollegin Rabea Wyler ausgerechnet in seine alte Heimat. Er hatte eigentlich nicht mehr vor hierher zurückzukehren, aber nun hat er die Ermittler in einer mysteriösen Mordserie zu unterstützen. Die Opfer wurden vom Täter mit einem Buchstaben tätowiert, und die Tatsache, dass mit einem A, gefolgt von einem B, begonnen wurde, lässt Schlimmstes erwarten. Die Zeit spielt als o gegen die Ermittler und die Recherchen führen in die Vergangenheit...
Das Thriller-Debüt von Lars-Erik Schütz ist aus meiner Sicht hervor-ragend gelungen. Er erzählt die Geschichte in einem temporeichen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell an die Geschichte fesseln konnte. Er arbeitet dabei mit vielen kurzen Kapiteln, wobei die damit zusammenhängenden Perspektivwechsel und immer wieder geschickt eingebauten Cliffhanger das Buch beleben und zum weiterlesen anregen. Die Spannung wird zu Beginn über die Taten gut aufgebaut und durch den undurchsichtigen Hintergrund und die zu erwartenden Folgetaten auf einem hohen Niveau gehalten. Die Protagonisten werden interessant charakteri-siert, wobei mir gerade der Hauptprotagonist Jan Grall gut gefallen hat und viele Sympathiepunkte sammeln konnte. Das fulminante und für mich unvorhersehbare Finale rundet die clever konstruierte Story überzeugend ab.
Aus meiner Sicht ist der "Alphabetmörder" ein klassisch angelegter Thriller, welcher spannend und temporeich erzählt wird. Für mich eine Entdeckung, die ich gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 28.07.2018

Die zweite Chance

Der Flüstermann: Thriller
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Der neue Fall von Laura Kern hat es in sich. Es taucht ein Video im Internet auf, in dem ein Mann nachdem er seinem Opfer, einer jungen Frau, etwas zugeflüstert hat, brutal in einen Fahrstuhl verfrachtet ...

Der neue Fall von Laura Kern hat es in sich. Es taucht ein Video im Internet auf, in dem ein Mann nachdem er seinem Opfer, einer jungen Frau, etwas zugeflüstert hat, brutal in einen Fahrstuhl verfrachtet und sie bei lebendigen Leib verbrennt. Die Ermittler sind schockiert, und als ein zweites Video mit einer ähnlich grausamen Tötungsart die Runde macht, ist ihnen klar, dass es ein Wettlauf mit der Zeit wird. Bei den Recherchen kann Laura Kern und ihr Team zunächst keine Gemeinsamkeit bei den Opfern feststellen. Handelt es sich um die Tat eines Wahnsinnigen, der seine Opfer wahllos auswählt?
Ich habe bereits mehrere Bücher der Autorin Catherine Shepherd gelesen und es ist für mich wirklich schon erstaunlich, wie sie es immer wieder schafft, ein neues grausames und zugleich fesselndes Szenario aufzubauen um den Leser so sehr in den Bann zu schlagen. Auch in "Der Flüstermann" ist ihr das bei mir wieder einmal gelungen. Ihr lebendiger und hervorragend zu lesender Schreibstil hat mich gleich wieder gepackt. Die Spannung baut sie dabei direkt zu Beginn mit dem ersten Mord klassisch auf und hält den Bogen mit immer wieder neuen Wendungen und einem unklaren Hintergrund der Taten auf einem sehr hohen Niveau. Im Verlauf der Handlung gibt es immer wieder ausgiebig Gelegenheit für den Leser eigene Überlegungen bezüglich Täterschaft und Motiv anzustellen. Auch die Hauptprotagonistin Laura Kern ist als in ihrem Leben gezeichnete und charakterstarke Ermittlerin interessant beschrieben und trägt mit ihrem kompetenten und sympathischen Auftreten zur guten Thriller-Unterhaltung bei. Das für mich völlig überraschende, aber auch überzeugende und gut nachvollziehbare Finale ist von Catherine Shepherd clever konzipiert und rundet das Buch hervorragend ab.
Aus meiner Sicht ist es Catherine Shepherd mit ihrem neuen Buch "Der Flüstermann" wieder einmal gelungen einen packenden und äußerst spannenden Thriller zu schreiben. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 23.07.2018

Die eigenen Wurzeln

Familie und andere Trostpreise
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Sonny Anderson ist ohne seine Eltern aufgewachsen und erhält an seinem 21. Geburtstag ein Vermögen von seinem verstorbenen Vater. Der junge Multimillionär ist zunächst überrascht und mit der Situation ...

Sonny Anderson ist ohne seine Eltern aufgewachsen und erhält an seinem 21. Geburtstag ein Vermögen von seinem verstorbenen Vater. Der junge Multimillionär ist zunächst überrascht und mit der Situation ein wenig überfordert. In seinem jungen Leben hat er bereits Erfahrungen mit Drogen gemacht und leidet und einigen Neurosen, wie einer extremen Lärmempfindlichkeit. Ohne genau zu wissen, ob er das Geld überhaupt annehmen soll, macht er sich auf die Suche nach seinen eigenen Wurzeln. Er versucht durch das Umfeld seiner Eltern, diese im Nachhinein kennenzulernen und macht sich auf den Weg...

Martine McDonagh hat mit "Familie und andere Trostpreise" einen Familienroman der besonderen Art geschrieben. Der etwas verrückte und außergewöhnliche Hauptprotagonist wird interessant dargestellt, wobei mir aber seine Neurosen (z.B. Riesenangst vor Briefumschlägen) etwas übertrieben vorkamen. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem gut zu lesenden Schreibstil und arbeitet bei der Aufarbeitung der Familiengeschichte auch mit humorvollen Passagen, was mir gut gefallen und das Geschehen aufgelockert hat. Auch die Begegnung mit dem ebenfalls als sehr ungewöhnlich zu bezeichnenden Leben der Eltern hat sie geschickt gelöst. Dem Leser werden die Eltern von Sonny aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben, und zwar jeweils von den Personen mit denen Sonny Kontakt aufgenommen hat. Leider entstanden bei den Schilderungen der damaligen Erlebnisse aus meiner Sicht einige Längen, was das Lesevergnügen für mich ein wenig eingetrübt hat.

"Familie und andere Trostpreise" ist ein mutiger und erfrischender Roman, der aber sein Potential aus meiner Sicht nicht ausgeschöpft hat und mich so auch nicht vollends überzeugen konnte. Ich bewerte das Buch daher mit drei von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 22.07.2018

Spannender Thriller mit guter Milieustudie

Stille Feinde
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Isaiah Quintabe, kurz IQ genannt, ist ein Privatdetektiv und recherchiert für die Menschen in seinem Viertel. Zumeist handelt es sich um Kleinigkeiten, wie das Auffinden einer verschwundenen Brosche. Angetrieben ...

Isaiah Quintabe, kurz IQ genannt, ist ein Privatdetektiv und recherchiert für die Menschen in seinem Viertel. Zumeist handelt es sich um Kleinigkeiten, wie das Auffinden einer verschwundenen Brosche. Angetrieben wird er aber von dem Wunsch, den Mörder seines Bruders zu stellen, denn er ist davon überzeugt, dass der Unfall, bei dem er damals ums Leben kam, kein Zufall war. Eines Tages meldet sich die ehemalige Freundin seines Bruders bei ihm und beauftragt ihn, nach ihrer Schwester zu sehen, die in großen Schwierigkeiten zu stecken scheint. Da er schon immer vernarrt in sie war, nimmt er den Auftrag an und macht sich auf die Suche, ohne zu ahnen, dass es sich diesmal um deutlich mehr handelt, als seine üblichen Fälle...
"Stille Feinde" ist der zweite Band einer Krimireihe um den äußerst schlauen und sympathischen Privatdetektiv Isaiah Quintabe. Ich bin erst mit diesem Buch in die Serie gestartet, ohne aber jemals Verständnis-Probleme zu haben. Der Autor erzählt die Geschichte in einem dichten und sehr bildreichen Schreibstil. Er legt viel wird auf das Erfassen der Umgebung und Atmosphäre, was das Buch sehr lesenswert macht, zudem verbindet er geschickt aktuelle Geschehnisse mit denen der Vergangenheit ohne dass der Leser den roten Faden verliert. Die Spannung baut Joe Ide geschickt auf und hält sie mit immer wieder neuen Informationen und sehr viel Action auf einem hohen Niveau. Manchmal erhält aus meiner Sicht die Gewalt ein wenig zu viel Raum, was aber wieder hervorragend in das Milieu passt, in dem sich IQ bewegt. Die Vielzahl der Protagonisten wirkte auf mich nicht störend, da der Autor sich jedem Charakter ausführlich widmet .
"Stille Feinde" ist für mich ein gelungener und atmosphärischer Thriller, der mich in die dunkle Welt der organisierten Kriminalität entführt und ein paar spannende Stunden geschenkt hat. Ich bewerte das Buch mit guten vier von fünf Sternen und empfehle es sehr gerne weiter.

Veröffentlicht am 22.07.2018

Terror in der Schweiz

Solothurn spielt mit dem Feuer
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Als Kommissar Dominik Dornach zu dem Fundort eines Kinderskeletts gerufen wird kommen die Erinnerungen an den Bubenfresser auf der vor Jahren kleine Jungen entführt und getötet hat. Die Obduktion ergibt ...

Als Kommissar Dominik Dornach zu dem Fundort eines Kinderskeletts gerufen wird kommen die Erinnerungen an den Bubenfresser auf der vor Jahren kleine Jungen entführt und getötet hat. Die Obduktion ergibt tatsächlich, dass es sich um eins seiner nicht aufgefundenen Opfer handelt. Gleichzeitig wird ein Bombenanschlag auf den Oberrichter verübt, nachdem er zuvor ein umstrittenes Urteil mit Migrations-hindergrund gefällt hat. Er überlebt diesen Anschlag, muss kurz darauf aber feststellen, dass sein Sohn entführt wurde. Ein Racheakt für sein Urteil oder ein neues Opfer vom eigentlich schon toten Bubenfresser? Die Zeit rennt...
"Solothurn spielt mit dem Feuer" ist bereits der dritte Band um den charmanten Ermittler Dominik Dornach. Wie bereits in den ersten beiden Bänden fesselte mich der Autor Christof Gasser mit seinem lebendigen und angenehm zu lesenden Schreibstil an die Geschichte. Diesmal bekommt es Dornach gleich mit zwei Fällen zu tun und die parallelen Handlungsstränge lassen die Story komplex und clever inszeniert wirken, ohne sie aber zu überladen. Ich konnte der Handlung immer gut folgen und die Spannung kam dabei auch nicht zu kurz, welche mit dem Auffinden des Kinderskeletts gekonnt aufgebaut wird. Der Spannungs-bogen bleibt immer auf einem hohen Niveau und endet erst in einem für mich überraschenden und gut nachvollziehbaren Finale. Der Autor hat in diesem Band mit der Fremdenfeindlichkeit ein brisantes Thema in den Fokus gestellt, welches er aus meiner Sicht gut löst und nicht zu reißerisch wirken lässt. Christof Gasser legt in seinen Büchern viel Wert auf die Entwicklung seiner Protagonisten und deren Verhältnisse unter-einander. Dies verleiht der Reihe einen zusätzlichen Charme und ein weiteres Spannungsfeld.
"Solothurn spielt mit dem Feuer" ist eine gelungene Fortsetzung der schweizerischen Krimiserie, bei der man hoffen darf, dass es noch einige Nachfolgebände geben wird. Ich bewerte das Buch mit den vollen fünf von fünf Sternen und empfehle es gerne weiter.