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Veröffentlicht am 28.05.2018

Das Grauen wartet unter Tage

Tiefer denn die Hölle (Ein Martin-Bauer-Krimi 2)
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Der Polizeiseelsorger Martin Bauer wird wieder einmal zu einem besonderen Einsatz beordert. Es wurde in den verlassenen Stollen eines stillgelegten Bergwerks die Leiche eines Mannes entdeckt. Der eigentlich ...

Der Polizeiseelsorger Martin Bauer wird wieder einmal zu einem besonderen Einsatz beordert. Es wurde in den verlassenen Stollen eines stillgelegten Bergwerks die Leiche eines Mannes entdeckt. Der eigentlich hinzugezogene Kollege von Martin Bauer, Monsignore Rüdiger Vaals, erlitt beim Anblick des Ermordeten einen Herzinfarkt und nur der besonnenen und ruhigen Art, mit der Martin Bauer auch in Stresssituationen auftritt, ist es zu verdanken, dass die Situation nicht eskaliert. Auf dem Weg ins Krankenhaus kann der Monsignore noch einen Namen nennen. Kann dieser Mann Aufklärung betreiben, was zu der heftigen Reaktion von Bauers Kollegen geführt hat? Der Polizeiseelsorger macht sich auf die Suche...

"Tiefer denn die Hölle" ist der zweite Fall für den sympathischen und immer rechtschaffenen Polizeiseelsorger Martin Bauer. Das Autoren-Duo Peter Gallert und Jörg Reiter konnte mich schon mit dem ersten Band überzeugen und knüpfen im neuen Buch auch nahtlos an. Sie haben mit dem Hauptprotagonisten Martin Bauer einen außerge-wöhnlichen und zugleich interessanten Ermittler erschaffen. Seine besten Waffen sind das Wort und die Ruhe, was ihn von vielen anderen Ermittlern unterscheidet und den Büchern ihren besonderen Charme verleiht. Gallert und Reiter sind bereits erfahrene und zugleich erfolgreiche Drehbuchautoren, und so wundert es auch nicht, dass ihr Schreibstil temperamentvoll und sehr bildreich erscheint. So konnte ich mir stets die Szenerie gut in bewegten Bildern vorstellen, was der Geschichte ein enormes Tempo verlieh. Die Spannung wird direkt zu Beginn des Buches gekonnt auf-gebaut und über die gesamte Länge des Buches aufrechtgehalten, um dann in einem fulminanten und für mich auch überraschenden Finale zu enden. Besonders gut gefallen hat mir der wohldosierte Lokalkolorit des aus meiner Sicht sehr sympathischen Ruhrpotts.

"Tiefer denn die Hölle" ist aus meiner Sicht eine gut gelungene und spannende Fortsetzung, die auf weitere Fälle für den umtriebigen Seelsorger mit dem Herz am rechten Fleck hoffen lässt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 27.05.2018

Schwebendes Königreich

Der Mann, der auf Bäume klettert
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Als James Aldred im Jahre 1988 durch den New Forest in Südengland wanderte, stieß er plötzlich auf eine Herde wilder Pferde. In seine Verzweiflung rettete er sich auf einen Baum und entkam schadlos der ...

Als James Aldred im Jahre 1988 durch den New Forest in Südengland wanderte, stieß er plötzlich auf eine Herde wilder Pferde. In seine Verzweiflung rettete er sich auf einen Baum und entkam schadlos der durchaus gefährlichen Situation. Dass dieses Erlebnis sein zukünftiges Leben bestimmen würde, konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, aber der Besuch des Baumes hatte eine Leidenschaft in ihm geweckt, der er sich nicht mehr entziehen konnte. Die Bäume konnte nicht mehr hoch genug sein und es reihte sich ein Abenteuer an das andere...

James Aldred erzählt von seinen fantastischen Erlebnissen, nachdem es ihm gelungen war seinen Leidenschaft zum Beruf zu machen. Er arbeitete mit vielen bekannten Naturfilmern wie David Attenborough zusammen und erhielt bereits einen Emmy für seine spektakulären Bilder. In dem Buch "Der Mann, der auf Bäume klettert" erzählt er zehn seiner Abenteuer in einem lebendigen und mitreißenden Schreibstil. James Aldred nahm mich als Leser quasi mit auf seine Reisen und ich konnte mir durch seine bildreichen Beschreibungen ein gutes Bild seiner Unternehmungen machen. Es ist unglaublich, welche Überraschungen die Fauna und Flora in dem Baumgipfeln der höchsten Bäume der Welt für den Abenteurer bereithielten. Ständig den Gefahren wilder Tiere und plötzlichen Wetterum-schwüngen ausgesetzt, ließ er sich niemals von seiner Faszination abbringen, den Baumgipfel zu erklimmen. Seine Abenteuer lesen sich dabei spannender als so mancher Krimi oder Thriller und ich musste mir dabei immer vor Augen führen, dass James Aldred dies auch wirklich alles erlebt hat. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich habe ihn sicherlich nicht um jede Situation beneidet, die er in seinen Jahren, in denen er in Bäumen klettert, erlebt hat. In seinen Beschreibungen wird aber auch seine Überzeugung und Faszination deutlich, was das Buch auch sehr authentisch wirken lässt und die stillen und einsamen Momenten an den Orten, wo sicherlich noch nie ein Mensch gewesen ist, waren alle Mühen wert.

"Der Mann, der auf Bäume klettert" ist ein außergewöhnliches und aus meiner Sicht absolut lesenswertes Buch, welches sicherlich viele Informationen aber auch spannende Momente bereithält. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 24.05.2018

Eine lesenswerte Reise nach Wien im Jahre 1918

Schönbrunner Finale
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Wir schreiben in Wien das Jahr 1918 und Oberinspector Joseph Nechyba bekommt es mit einem grausamen Mord zu tun. Ein älterer Mann wurde brutal erschlagen und die ersten Ermittlungen deuten auf zwei Untermieter ...

Wir schreiben in Wien das Jahr 1918 und Oberinspector Joseph Nechyba bekommt es mit einem grausamen Mord zu tun. Ein älterer Mann wurde brutal erschlagen und die ersten Ermittlungen deuten auf zwei Untermieter hin, denen das Opfer verbotener weise Unterschlupf gewährt hatte. Nechyba ermittelt während der 1. Weltkrieg in den letzten Zügen liegt. Das Elend in der Stadt ist groß und der Hunger bestimmt mit aller Gewalt das Geschehen vor Ort. Wurde der Mann aus Habgier oder aus der Not getötet? Ein verzwickter Fall wartet auf den erfolg-reichen und schwergewichtigen Ermittler...
"Schönbrunner Finale" ist der sechste Band aus der Reihe um den gemütlichen Oberinspector aus Wien. Schon in den Vorbänden überzeugte der Autor mit der bildreichen und lebendigen Beschreibung des historischen Hintergrunds. Er arbeitet hier mit einer sehr flüssig zu lesenden Schreibweise, in der er gekonnt und wohldosiert ursprüngliche wienerische Begriffe einbaut. (Welche stets in Fußnoten erläutert werden) Dies verleiht dem Buch sehr viel Authentizität und seinen besonderen Charme. Ebenfalls hat der Autor mit dem Ermittler Nechyba einen sympathischen Ermittler geschaffen, der durchaus um das eigene Wohlbefinden besorgt ist, aber sein Herz am rechten Fleck trägt, um im ärmlichen Wien für Gerechtigkeit zu sorgen. Die Spannung kommt dabei nicht zu kurz, es beginnt ein klassisches Katz und Maus Spiel quer durch die österreichische Hauptstadt, bei der die Auflösung des Kriminalfalls aus meiner Sicht nur die historischen Berichte der damaligen Zeit gekonnt aufpeppt. Diese Begebenheiten wirken sehr gut recherchiert und gaben mir ein umfassendes Bild Österreichs der mehr als dramatischen Zeit. Diese Buch stellt leider den Abschluss der Reihe um Oberinspector Nechyba dar, dem ich gerne noch bei weiteren Fällen über die Schulter geschaut hätte.
"Schönbrunner Finale" ist aus meiner Sicht eine äußerst gelungene Kombination aus historischem Roman und Kriminalroman, welche mich in den Bann schlagen konnte Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 24.05.2018

Sie kommen, um dich zu holen...

Snowblind
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Das Städtchen Coventry in Neuengland wird von einem starken Schneesturm heimgesucht. Die bittere Bilanz nach dem Blizzard weist mit 18 Menschen eine hohe Anzahl an Opfern aus. Die Trauer und der Schock ...

Das Städtchen Coventry in Neuengland wird von einem starken Schneesturm heimgesucht. Die bittere Bilanz nach dem Blizzard weist mit 18 Menschen eine hohe Anzahl an Opfern aus. Die Trauer und der Schock sitzt tief und selbst zwölf Jahre später sind die Einwohner von Coventry immer noch ein wenig parallelisiert, wenn ein neuer Schneesturm angekündigt wird. Nun ist es wieder so weit und nach einem kleiner Sturm im Vorfeld erscheinen einige Menschen in diesem kleinen Städtchen verändert. Hängt es mit dem angekündigten Sturm zusammen? Es geschehen rätselhafte Dinge...

Meine Aufmerksamkeit wurde zum einen von dem aus meiner Sicht sehr gelungenen Cover und zum anderen von der Empfehlung des Großmeisters der unheimlichen Literatur Stephen King geweckt. Ich nehme es vorweg, meine hohen Erwartungen wurden erfüllt. Der Autor Christopher Golden erzählt die schaurige Geschichte in einem sehr gut zu lesenden und lebendigen Schreibstil. Er beschreibt die unheimliche Atmosphäre in dem kleinen Städtchen aus der Sicht einiger Protagonisten. Anfangs führte dies bei mir zu einigen Ver-wirrungen, aber mit dem Fortgang der Handlung konnte ich die Personen problemlos zuordnen. Den Gruselmoment erzeugt der Autor hier nicht über möglichst blutrünstige und spektakuläre Gewalttaten, sondern über einige mystisch erscheinende Situationen, die rational zunächst nicht erklärbar sind. Er baut so eine clever konzipierte Geschichte auf, in der die Spannung immer weiter steigt und in einem fulminanten Finale endet. "Snowblind" hat durchaus klassische Momente der Horrorliteratur, aber Christopher Golden gibt dem Buch spätestens mit dem Auftritt der Schreckens-verursacher seine eigene Handschrift.

"Snowblind" ist für mich ein sehr gut gelungener Horror-Roman und ich kann Stephen King nur Recht geben, wenn er sagt: "Dieser Roman lässt deine Knochen und dein Herz gefrieren". Wer Lust hat sich ein wenig zu gruseln, dem sei das Buch ans Herz gelegt, ich bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Dunkles Geheimnis

Spreewaldrache (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 3)
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Kriminaloberkommissarin Klaudia Wagner bekommt es mit dem Fall eines niedergeschlagenen Jungen zu tun. Er wurde blutüberströmt bei den Datschen gefunden und keiner kann sich einen Reim auf die Tat machen. ...

Kriminaloberkommissarin Klaudia Wagner bekommt es mit dem Fall eines niedergeschlagenen Jungen zu tun. Er wurde blutüberströmt bei den Datschen gefunden und keiner kann sich einen Reim auf die Tat machen. Bei den Ermittlungen stößt Klaudia auf eine alte Familienfehde, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnte. Was steckte hinter dem tragischen Unfall, bei dem ein Mensch ums Leben kam. War dies gar kein Unfall? Als eine Leiche eines Obdach-losen gefunden wird spitzen sich die Ereignisse zu und dem Team um Klaudia Wagner läuft die Zeit davon...

"Spreewaldrache" ist bereits der dritte Band um die sympathische Ermittlerin, die aus dem Ruhrgebiet an den Spreewald gezogen ist. Die Autorin Christiane Dieckhoff erzählt die Geschichte in einem lebendigen und gut zu lesenden Schreibstil. Sie arbeitet mit vielen kurzen Kapiteln, was dem Buch ein zusätzliches Tempo verleiht. Es war für mich aufgrund einer großen Anzahl von Protagonisten, die ein Rolle in dem Fall zu spielen scheinen, nicht ganz einfach in die Geschichte hineinzukommen, aber nach den ersten Anlauf-Schwierigkeiten entwickelte sich eine clever konzipierte Geschichte und der Spannungsbogen wurde zunehmend aufgebaut. Es erforderte auch im Nachgang ein wenig Konzentration, die Verbindungen der Personen zu verstehen, nichts desto trotz gab es für mich als Leser viele Möglichkeiten, eigene Überlegungen zur Täterschaft und zu den Hintergründen anzustellen. Sehr gelungen empfand ich die Beschreibung der Atmosphäre und der regionalen Besonderheit des Spreewaldes mit seinen kleinen Kanälen. Ein guter Platz für spannende Geschichten...

Mich hat "Spreewaldrache" überzeugt und ein paar spannende Stunden beschert, so dass ich das Buch gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.