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Veröffentlicht am 03.10.2025

Ein spannender Neubeginn mit Höhen und Tiefen

Zeit des Neubeginns
1

„Zeit des Neubeginns“ ist das nunmehr siebte Buch der Kinder-der-Hansens-Reihe und noch immer ist es spannend, die neue Generation dabei zu beobachten, wie sie sich behaupten, wie sie sich Neues aufbauen. ...

„Zeit des Neubeginns“ ist das nunmehr siebte Buch der Kinder-der-Hansens-Reihe und noch immer ist es spannend, die neue Generation dabei zu beobachten, wie sie sich behaupten, wie sie sich Neues aufbauen.

Wir sind in Hamburg des Jahres 1928, es ist Weihnachten und alles kommt ganz anders als geplant. Denn Georg und Therese wollten heiraten, genau an diesem Weihnachtsfest. Das Schicksal hat es anders gewollt, Georg ist tot. Er hat das in neuem Glanz erstrahlte Hansens noch gesehen, aber dann war sein Lebenslicht erloschen. Im März des darauffolgenden Jahres ist auch Robert, Amalas Bruder, zur Testamentseröffnung von den Staaten herübergeeilt, denn noch braucht Amala als Frau einen Vormund, den Hamza, ihrer beider Vater, an Robert übertragen hat.

Zunächst ist Robert erstaunt, wie normal er von der Gesellschaft hier in Hamburg aufgenommen wird, ganz anders als in Chicago, wo er als dunkelhäutiger Mann in vielen Belangen des Lebens Diskriminierung und Ausgrenzung erfährt. Schon allein die Tatsache, dass ihm zur Begrüßung ganz selbstverständlich die Hand gereicht wird, nimmt er verblüfft zur Kenntnis. Er kann sich hier in Hamburg frei bewegen bis zu einem gewissen Punkt, als er auch hier die allzu hässlichen Seiten schmerzlich zu spüren bekommt.

Eduard, Amala und Auguste haben gemeinsam das Hansens aufgebaut und wollen es auch gemeinsam führen, jeder hat seine Stärken, jeder seine Aufgabe. Und doch kommen sie alle an ihre Grenzen, sei es familiär oder auch durch halbseidene Geschäfte, die Eduard aus seiner Berliner Zeit einzuholen drohen.

Neben Hamburg werfen wir auch einen Blick nach Wien, wo ein Teil von Thereses Familie lebt. Hier treffen wir auf Josephine Baker und ihre lasziven, für Empörung sorgende Auftritte. In Philadelphia ist es Elsa Harris, die tief erschüttert vom Tod ihres Schwiegervaters ist. Die weit verzweigte Familie Hansen ist in Kontakt, bisweilen zwar nur brieflich, aber aus den Augen lassen sie sich nicht.

Ellin Carsta hat auch hier, in ihrem siebten Buch um die Hansens, historische Fakten in ihre fiktive Geschichte eingebracht. So erwähnt sie auch Freiherr von Hünefeld, dem mit zwei Mitstreitern mit der Junkers W33 Bremen de erste Transatlantik-Nonstop-Flug gelang. Im Nachwort erzählt die Autorin noch mehr davon, auch andere, sehr interessante Fakten sind hier nachzulesen.

Überhaupt versteht Ellin Carsta es, geschickt das Historische mit den Leben der Hansens zu verknüpfen. Sie bietet beste Unterhaltung, wirft dabei so ab und an einen Blick zurück, so dass das Vergangene um diese Familie schnell wieder präsent ist. Und sollte es sein, dass man sich entschließt, die ersten Bücher nicht nachzulesen, so kommt man doch gut zurecht. Wobei es gerade in einer Familiensaga von Vorteil ist, den Charakteren in ihrer Entwicklung zuzuschauen – Lesegenuss von Anfang an sozusagen. Gerne war ich wieder unter ihnen und nun bin ich gespannt, wie sich das Hansens mitsamt seinen Betreibern weiterentwickeln wird, auch wenn es noch ein Weilchen dauern mag, bis es so weit ist.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Eiskalt, barbarisch, zerstörerisch

Narbenkünstler #Thriller
3

Der dritte Fall für Marc Davids und Zoé Martin ist „ein eiskalter Thriller über Schuld, Macht und die zerstörerische Last der Wahrheit.“

Genau wie die beiden Vorgängerbücher ist auch der dritte Davis-und-Martin-Thriller ...

Der dritte Fall für Marc Davids und Zoé Martin ist „ein eiskalter Thriller über Schuld, Macht und die zerstörerische Last der Wahrheit.“

Genau wie die beiden Vorgängerbücher ist auch der dritte Davis-und-Martin-Thriller nichts für Zartbesaitete. Der NARBENKÜNSTLER scheint kein Erbarmen zu kennen, er lässt seine Opfer langsam, ganz langsam, erfrieren. Dabei schaut er ihnen immer mal wieder in die Augen, er redet auch mit ihnen. Nur sind sie – sollten sie zwischendurch bei Bewusstsein sein – nicht in der Lage, mit ihm zu kommunizieren. So viel mal vorweg, denn es kommt noch schlimmer: „So musste die Hölle aussehen…“

NARBENWALD und NARBENSOMMER, Band eins und zwei, habe ich atemlos verschlungen, bei diesem dritten Buch war es ähnlich. Wenngleich ich zwischendurch entsetzt durchatmen musste, um diesen barbarischen Taten folgen zu können. Eine Spur führt auf einen Campus und diese führt weit zurück in längst verdrängte Zeiten. Ein Künstler, dessen Performance nicht alltäglich ist, der ganz besondere Materialien verwendet, gerät in den Focus, auch Zoé hat ihre Déjà-vu-Momente.

Das mehrperspektivische Erzählen macht die Story noch intensiver, die vielschichtigen Charaktere, angefangen von den beiden Kommissaren, sind gut dargeboten und die Verdächtigen, von denen es einige gibt, sind nicht zu durchschauen. Gelegentlich habe ich mich aufs Glatteis führen lassen, die Story ist bis zum verblüffenden Schluss verwirrend. So mag ich es, ich freu mich schon auf den nächsten Narben-Thriller.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Toxische Beziehungen von der Antike bis in die Gegenwart

Sehr geehrte Frau Ministerin
1

„Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern.“ So lese ich es vorab, meine Neugier ist geweckt.

„Beste Mutter, optima mater, nannte Kaiser Nero ...

„Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern.“ So lese ich es vorab, meine Neugier ist geweckt.

„Beste Mutter, optima mater, nannte Kaiser Nero seine Mutter Agrippina in seiner Thronrede.“ Später spielt er seine Macht aus, er sieht in ihr zunehmend eine Bedrohung und lässt sie schließlich umbringen. Dieser geschichtliche Hintergrund zieht sich durch das Buch, was mich anfangs irritiert hat. Eben war noch die Rede von dem brutalen römischen Kaiser…

…im nächsten Satz bin ich im Jugendzimmer von Eva Pataraks Sohn Philipp, der sich hinter seinen digitalen Spielen verschanzt. Er redet nicht, zumindest beschränkt er sich auf das Allernotwendigste, verbarrikadiert sich hinter der Tür seines Zimmers. Seine Mutter schafft das Geld ran, sie arbeitet in einem Kräuterladen, dessen Produkte sie sich nicht leisten kann. Irgendwann dann wird sie wegrationalisiert. Eine Frau mit einer roten Mütze scheint eine Stammkundin zu sein…

…sie ist Lateinlehrerin, Silke Aschauer ihr Name. Allerdings bleibt sie bei der Beschreibung „Frau mit roter Mütze“, denn so hat sie sich nun mal eingeführt in diese Erzählung. Sie wird in Teil II ab ovo noch mehr sichtbar.

Bleibt noch die Frau Ministerin, an die sie sich wenden, sie ist hier namenlos. Begegnet sind wir ihr schon durch die an sie geschriebenen Briefe, die zwischendurch zu lesen sind.

Es sind drei Frauen, die – jede auf ihre Weise – mit dem Patriarchat zu tun haben. Es geht um Gewalt in der Antike, um Unterdrückung, um spezifische weibliche Leiden, um Gewalt im politischen und gesellschaftlichen Sinne, um das Böse, das der grausame Kaiser Nero verkörpert, das sich durch die Zeiten bewegt bis hin zur Gegenwart.

Es sind drei Teile – I Eva, II ab ovo und III als ob - und viele Themen, die Ursula Krechel aufmacht, dabei ist sie trotz des nüchternen Erzähltons ganz nah bei ihren Figuren wie etwa beim Kranichzählen im Moor oder einem Hörtest und noch so einigem mehr.

Das Buch ist anspruchsvoll, es fordert ein konzentriertes Lesen. Den Zeitsprüngen, die mich anfangs irritiert, ja sehr gestört und den Lesefluss stark beeinträchtigt haben, kann ich jetzt, nachdem ich den Roman beendet und ihn nochmal habe Revue passieren lassen, doch so einiges abgewinnen.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Very british – ein wendungsreicher, undurchsichtiger Kriminalroman vom Feinsten

Der Tote im Kamin
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In Admere House wollte er einen diebischen Dienstboten schnappen, dabei lässt er im Eifer des Gefechts die Stalltür auf und siehe da – zwanzig Pferde, Englands wertvollste Vollblüter, sind weg. Noch immer ...

In Admere House wollte er einen diebischen Dienstboten schnappen, dabei lässt er im Eifer des Gefechts die Stalltür auf und siehe da – zwanzig Pferde, Englands wertvollste Vollblüter, sind weg. Noch immer sind sieben davon verschwunden, es reicht! Inspector Frank Grasby wird zu seinem Vorgesetzten zitiert. Der ist außer sich, denn dies ist beileibe nicht sein einziges Missgeschick, Grasbys Versetzung ins beschauliche Elderby in den North York Moors ist beschlossene Sache. Kaum angekommen, wird ihm bewusst, dass sein Ruf ihm auch hierher vorausgeeilt ist.

Schon die ersten Seiten machen Laune, wenngleich diese Heiterkeit sich eher bei mir als Leser denn bei Grasby einstellt, denn sein Dienstwagen gibt kurz vor Elderby keinen Mucks mehr von sich. Es schneit ununterbrochen, aber was hilft es – das letzte Stück muss er wohl oder übel zu Fuß bewältigen. Kaum hat er sich Sergeant Bleakly in seiner neuen Dienststelle vorgestellt, fällt dieser wegen seiner Narkolepsie in einen tiefen Schlaf. Bald danach trifft er auf die junge, ausgesprochen hübsche Praktikantin Miss Daisy Dean, Deedee genannt. Es sind noch so einige Charaktere mehr, die so nach und nach seine Wege kreuzen. Jeder hat seine ganz eigene Persönlichkeit, allen vor Grasby, der immer ein wenig ungeschickt agiert, der aber trotz allem der liebenswerte, gesetzestreue Inspector bleibt. Er ist es, der von diesen Ereignissen direkt erzählt. Angereichert durch Polizeiberichte gibt er Einblicke in sein abenteuerliches Leben.

Grasby weilt auf Holly House. Wegen eines Einbruchsversuches wurde er hierher gerufen und nun sitzen sie im Salon, als seine Lordschaft wegen des dichten Qualms von einem Hustenanfall geplagt wird. Pflichtschuldigst untersucht Grasby den Kamin, sieht etwas darin stecken und rumms - landet ein lebloser Mann in den Überresten des Feuers. Dem ersten Toten werden andere folgen, Grasby hat zu tun.

Ich werde in den Dezember 1952 zurückversetzt, auch die Erzählweise ist diesen Jahren angepasst, es ist aber keineswegs altbacken, eher blitzt der feine britische Humor durch und nicht nur das, der Kriminalroman steckt voller Überraschungen und Wendungen und wenn man meint, nun den Durchblick zu haben, so wird man bald eines Besseren belehrt. Denzil Meyrick sorgt für spannende, kurzweilige Unterhaltung, er präsentiert die gar nicht so vornehme Art des versnobten Adels und man weiß nie, wem man vertrauten kann, das Blatt wendet sich des Öfteren.

„Eine Komödie zum Wohlfühlen“ hat die Times geurteilt. Ich schließe mich dieser Bewertung voll und ganz an, es ist ein Roman voll schwarzem Humor, der bis in Politikkreise führt. Ein rundum gelungener, sehr lesenswerter Kriminalroman, der bis zum rasanten Schluss fesselt.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Very british-cosy-crime

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Der Donnerstagsmordclub ermittelt zum nunmehr fünften Mal, hier geht es um einen unlösbaren Code. Was sich zunächst als ziemlich diffizil anhört, ist es auch. Denn wie soll man einen mehrfach gesicherten ...

Der Donnerstagsmordclub ermittelt zum nunmehr fünften Mal, hier geht es um einen unlösbaren Code. Was sich zunächst als ziemlich diffizil anhört, ist es auch. Denn wie soll man einen mehrfach gesicherten Code knacken? Noch dazu, wenn es mehr als einer Person bedarf, diesen nicht nur zu entschlüsseln, sondern auch die hierfür vorgesehene Eingangstür zu öffnen. Hört sich kompliziert an? Ja, es ist auch. Eine ganz schön anspruchsvolle Aufgabe steht dem Mordclub bevor, allen voran Elizabeth – natürlich.

Nachdem ich bisher einmal die Ehre hatte, dem Ermittlerquartett nahe zu sein, so war ich doch neugierig, wie sich Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim so machen. Gleich mal bin ich Hochzeitsgast, Joyce Tochter Joanna, die ihren Paul übers Internet kennengelernt hat, will eine kleine Hochzeit, ihre Mutter dagegen findet dies geradezu jammerschade.

Nun, Nick Silver, der Trauzeuge, verschwindet spurlos, nachdem klar ist, dass jemand ihn ermorden will. Aus verschiedenen Gründen wollte er nicht zur Polizei gehen und nun ist es an Elizabeth, Licht ins Dunkle zu bringen. Licht heißt in dem Fall, den Code zu finden, ihn zu entschlüsseln, denn es hängt ne Menge Kohle dran. Und nicht nur auf ihn hat es jemand abgesehen…

Der sehr spezielle Humor ist es, der mich bis jetzt davon abgehalten hat, nach diesen Büchern zu greifen. Man soll aber niemals so ganz nie sagen – wer weiß, was einen entgeht.

Gleich mal hab ich mich über Elizabeths Art geärgert, sie macht Donna, die Polizistin, ganz schön nieder. Auch wenn es Cozy Crime ist, so sollte es doch einigermaßen im Rahmen sein. Eine unterwürfige Polizistin, die sich einer selbsternannten Detektivin nicht zu wehren weiß – wo gibt es denn sowas! Gut, dass sich dieses devote Verhalten nicht durchs Buch zieht, denn abgesehen davon ist es ganz unterhaltsam. Wenn etwa Joanna ihrem frisch Angetrauten unbedingt gefallen will und er augenzwinkernd mitspielt, das hat schon was. Ich hab geschmunzelt, hab gelacht und mich amüsiert. Und ja – auch hab ich um Nick gebangt. Und nicht nur um ihn. Die Story flaut zwischendurch ab, erholt sich dann aber wieder – ich vergebe 3 Sterne.

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