Verschwundene Babys, kryptische Botschaften – ein Fall für Arne Stiller
Der Seher„Der Seher“ ist der siebte Arne-Stiller-Thriller aus der Feder von Elias Haller. Nicht alle sieben Bücher habe ich gelesen - aber was nicht ist, kann ja noch werden. Zuletzt hat mich der Autor mit seinen ...
„Der Seher“ ist der siebte Arne-Stiller-Thriller aus der Feder von Elias Haller. Nicht alle sieben Bücher habe ich gelesen - aber was nicht ist, kann ja noch werden. Zuletzt hat mich der Autor mit seinen drei Grimm-Bänden komplett überwältigt. Sein Schreibstil ist so einnehmend, als Thriller-Fan ist man immer gut bedient und – jedes Buch ist in sich abgeschlossen, so auch dieses hier.
Vor siebzehn Jahren hat sich um den Säugling Jan Köpke ein Drama ereignet, er verschwand spurlos. Der Einstieg ins Buch setzt Ängste frei, zugleich hoffe ich, dass Jans Schicksal doch noch aufgeklärt wird. Wird er nach so langer Zeit noch gefunden? Vielleicht sogar lebend?
Nun, die Bauarbeiten am Dresdner Zwinger lassen anderes vermuten, denn es werden menschliche Knochen gefunden. Knochen, die auf ein kleines Kind hindeuten, die in einer Zeitkapsel gefunden werden. Um diese Kapsel entsteht ein blutiger Streit, denn die Kontrahenten vermuten eher einen Schatz denn diesen gruseligen Fund.
Der Kryptologe Arne Stiller wird gerufen. Auf der Kapsel eingraviert ist ein Code, den auch Arne nicht entschlüsseln kann. Bald darauf ist wieder ein Baby verschwunden und wie damals schon bei Jan erscheint auch jetzt in einer Tageszeitung eine Traueranzeige mit kryptischen Botschaften, diesmal auf den Namen Tibor. Ungefragt bietet ein Seher seine Dienste an, Arne kennt ihn von früher, er ist von ihm genervt, er ignoriert ihn. Blöd nur, dass die Praktikantin Sandy Rosenberg schon zu viel preisgegeben hat. Aber auch ohne diese Infos hätte sich der Seher nicht wegdrängen lassen. Es gibt weitere Tote und auch Verletzte, auch verschwinden nicht nur Babys…
Dieser siebte Fall für Stiller ist ein kurzweiliger Thriller, in dem es Knall auf Fall geht. Viel passiert, es gibt viele Wendungen, die einzelnen Personen sind gut und glaubhaft dargeboten, auch mag ich es, wenn ein wenig Privates von Arne Stiller preisgegeben wird, denn so ist er nahbar. Ein Mensch mit Fehlern oder besser gesagt mit so einigen Eigenheiten, wobei sein beinahe unstillbarer Süßhunger mir beim Lesen eher die Lust auf Süßes genommen hat. In erster Linie aber ist er Ermittler, der nicht locker lässt. Und letztendlich wird die Person entlarvt, die unschuldige Babys ihrem Umfeld entreißt. Gut, irgendwann oder besser gesagt ziemlich spät deutet alles auf diese Person, der Fall wurde sauber gelöst, mich aber hat das Warum und auch die Person an und für sich nicht so ganz überzeugt. Abgesehen davon hat mich Elias Haller gut unterhalten, er hat mich ab der ersten Seite mit seiner Story gefesselt.