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Veröffentlicht am 11.04.2025

Amore, amore...

Lieber solo als allein
1

Gabriele fährt mit dem Zug nach Perugia, als sie mit einer jungen Globetrotterin ins Gespräch kommt. Zur Hochzeit ihrer Enkelin Leonie sei sie unterwegs, erzählt sie der netten jungen Frau, als diese meint, ...

Gabriele fährt mit dem Zug nach Perugia, als sie mit einer jungen Globetrotterin ins Gespräch kommt. Zur Hochzeit ihrer Enkelin Leonie sei sie unterwegs, erzählt sie der netten jungen Frau, als diese meint, doch „lieber solo als allein“ zu sein, denn ihr Ex-Freund war eher mit sich selbst als mit ihr beschäftigt. Eine so wahre Aussage, denn oft merkt man gar nicht, wie man den Partner vernachlässigt.

Nun gut, auch Leonies Eltern Katrin und Oliver können ein Lied davon singen. Sie sind zwar noch verheiratet, aber schon ne ganze Weile getrennt. Mit Katrin, der Karrierefrau, konnte Oliver nicht mithalten. Dass sie zusammen im Flieger sitzen, war zwar nicht geplant, aber nun ist es nicht mehr zu ändern. Spätestens bei der Hochzeit wären sie sowieso aufeinandergetroffen.

Im Hotel von Lucas Eltern steht alles im Zeichen der bevorstehenden Hochzeit von Leonie und Luca. Oma Gabriele wartet schon, dass sie am Busbahnhof abgeholt wird, auch Katrin und Oliver werden bald erwartet – der ganz normale Wahnsinn nimmt seinen Lauf.

Es lässt sich gut an, alle Familienmitglieder einschließlich der Schwester von Luca trudeln so nach und nach ein und natürlich wird ausgiebig gefeiert, gespeist, sich kennengelernt. Ich wähne mich direkt unter ihnen, das italienische Lebensgefühl kommt gut durch. Auch die Landschaft, die Region Umbrien und der Charme der mittelalterlichen Stadt Perugia sind treffend beschrieben wie etwa auch die hügelige Gegend mitsamt den Olivenplantagen, den Wäldern, ein Abstecher nach Assisi darf dabei nicht fehlen.

Was war noch? Ach ja – Amore mit all seinen Unwägbarkeiten. Es ist gefühlt alles dabei von Liebe, Eifersucht, Frust und Seitensprung, vieles davon eher eingebildet, anderes wiederum entspricht zumindest ansatzweise der Realität, es ist schlichtweg verwirrend. Es geht rund, die Gefühle spielen Achterbahn.

Es ist ein unterhaltsamer, netter, aber zunehmend vorhersehbarer Wohlfühlroman vor herrlicher Kulisse, der sich zuweilen in Klischees verliert, aber dennoch mit Witz und Charme dargeboten wird.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2025

Atemlose Spannung, Action pur

Last Line of Defense, Band 3 - Der Crash
1

„Der Crash“ ist der finale dritte Band von Andreas Grubers Action-Thriller-Reihe „Last Line of Defence“. Und wieder war es Action pur, ich habe auch dieses Buch geradezu verschlungen.

Und nun heißt es ...

„Der Crash“ ist der finale dritte Band von Andreas Grubers Action-Thriller-Reihe „Last Line of Defence“. Und wieder war es Action pur, ich habe auch dieses Buch geradezu verschlungen.

Und nun heißt es Abschied nehmen von Jaden D. Knoxville, Erik Tuomi und Lenny Zarakis. Sie sind das Team Omega, sie sind die letzte Verteidigungslinie, eine streng geheime Organisation der britischen Regierung und sie sind immer dann zur Stelle, wenn alle anderen versagen. Dementsprechend hart und anspruchsvoll war ihre Ausbildung, nicht einmal der MI6 weiß von ihnen. Was natürlich zur Folge hat, dass immer dann, wenn ein Auftrag dank ihnen erfolgreich abgeschlossen ist, andere, nach außen hin bekannte Dienste, die Lorbeeren einheimsen.

Schon der Prolog endet besorgniserregend – was wird mich erwarten? Die Story ist in fünf Teile gegliedert, der erste davon geht 24 Stunden zurück an Bord des britischen Schlachtschiffes HMS Apokalypse. Jaden, Erik und Lenny werden undercover eingeschleust und bald schon wird es ziemlich ungemütlich. Finstere Gestalten treiben ihr Unwesen, die Crew wird angegriffen, die Terrororganisation MOEBIUS fackelt nicht lange, sie planen einen Anschlag auf den britischen Premierminister und nicht nur ihn wollen sie töten, auch die Last Line of Defence sollte endgültig ausgelöscht werden. Lenny bekommt es gleich mal mit Helios sieben zu tun, er bekommt den Auftrag „Eliminiere Groß O“ – wer auch immer das sein soll.

Dieser „Crash“ steht seinen beiden Vorgängerbänden in nichts nach. Gut, man kann mit diesem dritten Band starten, so man die Vorgeschichte der drei Hauptakteure nicht unbedingt im Detail wissen will. Denn jeder Fall, jeder Auftrag, ist in sich abgeschlossen. Im Laufe der Story flicht Andreas Gruber immer wieder einiges von den dreien ein, so kann man sich schon auch ein gutes Bild von ihnen machen. Allerdings würde ich jedem empfehlen, die Trilogie in ihrer Gänze zu lesen, denn man wird mit Spannung und actionreichen Szenen belohnt, es gibt keine Längen, das junge Team Omega ist abgehärtet, es ist zäh und ausdauernd, was auch ihrer gnadenlos harten Ausbildung geschuldet ist. Sie sind die Besten, schon bei der Teambildung waren die Auswahlkriterien extrem. Sie sind gewitzt, sie sind intelligent, sie sind tolle Typen und sie wissen genau, was sie tun. Ich könnte noch ewig fortfahren, noch mehr von ihnen schwärmen, aber ich lass das mal. Sie haben mir wiederum aufregende, abenteuerliche und auch dramatische Lesestunden bereitet, ich habe jede einzelne Minute davon genossen.

„Last Linde of Defence“ ist eine Jugendbuch-Reihe, die nicht nur Jugendliche verschlingen werden. Was ich mit Fug und Recht behaupten kann. Wer atemlose Spannung und Action pur sucht, ist hier genau richtig. Und nun bin ich gespannt, was Andreas Gruber - neben seiner Maarten S. Sneijder-Reihe – als nächstes zu bieten hat.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Mehr Schein als Sein

Die Yacht
8

Hannah, Libby und Maggie sind seit Kindertagen beste Freundinnen. Nun ja – sie waren beste Freundinnen. Denn Hannah verdient sich ihre Brötchen mehr schlecht als recht, sie kann mit Libby Maggies Lebensstil ...

Hannah, Libby und Maggie sind seit Kindertagen beste Freundinnen. Nun ja – sie waren beste Freundinnen. Denn Hannah verdient sich ihre Brötchen mehr schlecht als recht, sie kann mit Libby Maggies Lebensstil so gar nicht mithalten. So ganz aus den Augen haben sich die drei jedoch nicht verloren, denn immer an Silvester schmeißt Libby eine Party, die es in sich hat. So auch dieses Jahr. Etwas ganz Besonderes sollte es auch diesmal wieder sein, denn Libby hat mit ihrem Ehemann Olly eine Yacht gemietet, die gut vertäut im Hafen von Ventimiglia liegt.

Bald ist die Party in vollem Gange, Alkohol fließt in Strömen, auch Drogen sind reichlich vorhanden und die Musik dröhnt dazu. Hannah begreift, dass sie nicht mehr dazugehört, sie will am nächsten Morgen nur noch weg, was allerdings nicht mehr möglich ist, da sie auf offener See treiben. Die anderen – Libby und Olly, Maggie und Leon – scheinen dies noch nicht bemerkt zu haben. Lediglich Harry, der ebenfalls Partygast war, begreift ihre nicht sehr komfortable Lage. Und es kommt aber noch schlimmer – sie haben weder Sprit noch haben sie eine Funkverbindung, ein Hubschrauber, der an Bord ist, ist nicht funktionstüchtig, Rettungsboote wurden aus Platzgründen entfernt, auch an Lebensmitteln mangelt es. Dass unter diesen sehr ungünstigen Umständen die Stimmung kippt, ist vorauszusehen.

Sarah Goodwin versteht es, die Spannung durchgehend aufrechtzuerhalten. Alle sechs Personen an Bord zeigen in dieser Notsituation ihr wahres Gesicht, man könnte auch sagen, so mancher zeigt seine hässlichste Fratze. Nicht nur der Größenwahnsinn gewinnt immer mehr Raum, auch der Wahnsinn an sich greift um sich. So nach und nach bröckeln die so sorgsam aufrecht erhaltenen Fassaden, andere wiederum laufen zur Höchstform auf. Aus Hannahs Sicht wird dieses zunehmend beklemmende Szenario sichtbar.

Die Charaktere sind schon äußerst grenzwertig gezeichnet, allen voran die beiden Männer Olly und Leon, danach aber reihen sich als total abgehoben und unsympathisch gleich mal Libby und Maggie mit ein. Harry bleibt bis zum Schluss undurchschaubar, bei ihm war ich mir nie ganz sicher, was ihn denn antreibt. Er scheint auf einer Wellenlänge mit Hannah zu liegen, zumindest sind es die beiden, die alles versuchen, die Yacht manövrierfähig zu machen, ein Notsignal abzusetzen, irgendwie nicht zu verhungern und zu verdursten. Dabei habe ich mitgefiebert, habe die einen verdammt und verurteilt und den anderen Erfolg gewünscht.

Die Yacht war gefühlt ewig unterwegs und nicht nur das Ende war dramatisch, das ganze Buch war fesselnd und mitreißend, wenngleich so manche (oder zunehmend viele) Szenen schon arg überzogen und nicht sehr realistisch waren, so waren es doch spannende Lesestunden.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 07.04.2025

La bella Napoli – oder doch nicht?

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
0

Ganz Neapel ist auf den Beinen. Wie jedes Jahr am 19. September feiern sie ihren Stadtpatron San Gennaro und ausgerechnet jetzt, da die Polizei sowieso am Limit agiert, kommt Dottore Ianus Capuano zu Commissario ...

Ganz Neapel ist auf den Beinen. Wie jedes Jahr am 19. September feiern sie ihren Stadtpatron San Gennaro und ausgerechnet jetzt, da die Polizei sowieso am Limit agiert, kommt Dottore Ianus Capuano zu Commissario Gaetano, um am heutigen Tag Schutz für sich einzufordern. Denn er meint, dass ein von langer Hand geplanter Anschlag auf ihn heute Abend stattfinden wird. Gaetanos Vorgesetzter untersagt ihm diesen Einsatz, er jedoch geht seinem doch unguten Gefühl nach, kommt allerdings zu spät. In der Wohnung finden er und sein Team einen Toten, der Anblick ist nichts für Zartbesaitete und auch so mancher junge Kollege hat zu tun, den Tatort nicht zu verunreinigen.

Fabio Nola beginnt mit seinem „Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ eine neue Krimi-Reihe, die in Neapel angesiedelt ist. Er kennt die Stadt, er hat dort studiert und klar – er bringt das Lebensgefühl dieser Stadt, die so idyllisch im Golf von Neapel liegt, mit ein. So manche Beschreibung hat meine Erinnerungen geweckt an die laute, nicht unbedingt saubere Stadt, die sämtliche Gerüche vereint. Nicht jedes Aroma will man einatmen, nicht an jeder Ecke stehen bleiben. Nun gut, da genieße ich gedanklich lieber meinen caffè und denke an die malerischen Gässchen – schon allein das Cover lädt ein, hier ein wenig zu verweilen.

Salvatore Gaetano entstammt einer Winzerfamilie ganz in der Nähe von Neapel, seine Familie spielt wie bei jedem Italiener natürlich immer eine Rolle, so auch bei ihm. Er behauptet ja, dass er seine Nichte Carla großgezogen hat, nachdem ihre Mutter abgehauen ist. Carlas Vater lebt in einem Pflegeheim, sie will ihn wieder heimholen – es ist der ganz normale familiäre Wahnsinn und Salvo mittendrin. Sein Privatleben spielt immer mit hinein, auch hat er es mit seinen Kollegen nicht immer einfach – sie aber mit ihm auch nicht unbedingt – und außerdem kann (oder will?) er sich nicht jeden Namen merken, seine junge, aber ganz schön pfiffige Kollegin Bellucci kann ein Lied davon singen.

Die Ausgangssituation klingt vielversprechend, auch bin ich super ins Buch gestartet. Die Ermittlungen führen in eine Familie, die nicht recht zu durchschauen ist. Vom Mordopfer wird einiges bekannt, auch seine Familienverhältnisse werden sichtbar, es kommen immer mehr Details ans Licht. Gaetano ist schon ein Typ, der sich nicht gern was sagen lässt, allerdings gibt ihm seine Spürnase recht, er lässt nicht locker, was sein unmittelbar Vorgesetzter gar nicht gerne sieht. Verdächtige gibt es so einige, auch mischt ein von oberster Stelle herbeizitierter Profiler mit, der gefühlt jedes Klischees bedient. Ihn hätte ich nicht unbedingt gebraucht, er schadet der Story eher als dass man über diese Figur schmunzelt. Überhaupt hätte man so einiges weglassen oder zumindest gekürzt wiedergeben können.

Das erste Buch um Commissario Gaetano ist ausgelesen, ihn und seine Kollegen, auch seine Familie, habe ich nun kennengelernt. Jeder hat so seine Eigenheiten, nicht jeder ist sympathisch. Das muss auch nicht sein. Die Story hätte gestrafft werden können, sie hätte dadurch noch mehr Biss gehabt, die Spannung wäre durchgehend da gewesen und dem Ende zu war es mir dann doch zu abgehoben, zu abgedreht, zu affektiert.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Reisen ohne Hektik

Bummelzug nach Istanbul
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Auf den Spuren des Orient-Express sind sie gereist – Tom Chesshyre und sein alter Freund Danny, zwei Männer mittleren Alters, wie im Vorwort zu lesen ist. Das Interrail-Ticket ist gerade unschlagbar günstig, ...

Auf den Spuren des Orient-Express sind sie gereist – Tom Chesshyre und sein alter Freund Danny, zwei Männer mittleren Alters, wie im Vorwort zu lesen ist. Das Interrail-Ticket ist gerade unschlagbar günstig, die Idee nimmt Gestalt an, vier Wochen planen sie für ihr großes Abenteuer auf Schienen ein, ihr Ziel Istanbul haben sie fest im Auge.

Mein erster Eindruck zu diesem Bahnabenteuer ist schon mal sehr positiv, die vordere, aufklappbare Buch-Innenseite wartet mit tollen Reisefotos auf, schon da ist mein Interesse auf mehr geweckt. Die endgültige Reiseroute dann findet man auf der hinteren Innenseite – gespannt schlage ich die ersten Seiten auf. Los geht´s.

Die erste Etappe führt von London über Paris nach Straßburg und Stuttgart bis nach Nürnberg, diesem Kapitel vorangestellt (wie allen nachfolgenden auch) ist ein übersichtlicher Plan, was ich sehr zu schätzen weiß. Jede Stadt, jeder Aufenthalt wird ausführlich beschrieben. Es sind Momentaufnahmen im Hier und Jetzt, er geht allerdings sehr viel weiter ins Detail. Berichtet von Klimaaktivisten, vom Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, von Macron und George Orwells Lieblingsplätzen in Paris, er lässt auch die Geschichte des Orient-Express nicht aus, auch von Straßburg und Nürnberg weiß er viel zu erzählen. Nürnberg scheint ihm so gar nicht gefallen zu haben. Obwohl ich diese Stadt zwar nicht allzu gut kenne, aber trotzdem ihren Charme zu schätzen weiß, habe ich vieles vermisst, denn außer den Überbleibseln der Nationalsozialisten, die mit dieser Stadt verbunden sind, fällt ihm nicht viel dazu ein. Schade.

Zehn Kapitel sind es, der Bummelzug macht Halt in Bratislava, in Bukarest und Sofia, in Thessaloniki und Neapel, Bari und Athen, um nur einige wenige Zwischenstationen zu nennen. Dabei kommt das Genießen nicht zu kurz, denn wenn man schon mit einem Bummelzug unterwegs ist, sollte alle Hektik außen vor bleiben. Und genau so sehen es Tom und Danny auch, sie lassen sich treiben, wollen selber entdecken, müssen nicht jede Touristenattraktion mitnehmen. Diese Einstellung gefällt mir sehr, denn wenn man von einem Land, einer Stadt, einem Landstrich mehr wissen will, kommt man einfach später nochmal zurück, um hier intensiv Land und Leute kennenzulernen.

Für diese gut 300 Seiten habe ich mir viel Zeit gelassen. Zum einen wollte ich die mir bekannten Ziele nochmal Revue passieren lassen und dann habe ich mich mit dem doch etwas nüchternen Schreibstil schwer getan. Ein Durchrauschen durch die Seiten wäre mir nicht möglich gewesen, zudem ist der Autor zu sehr ins Geschichtliche abgerutscht, er hat sich auch in Nebensächlichkeiten verloren, was dann oftmals die Leichtigkeit nimmt.

Nichtsdestotrotz werde ich in diesem Buch noch öfter blättern, mir einzelne Sequenzen je nach Lust und Laune aussuchen, der „Bummelzug nach Istanbul“ macht bestimmt so dann und wann bei mir wieder Halt.

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