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Veröffentlicht am 28.01.2025

Wenn die Vergangenheit dich einholt

Dunkle Asche
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„Die Haustür wurde geöffnet. Jemand kam herein. Schritte, die sich näherten, dann wurde der Lichtschalter umgelegt. Eine Gestalt stand in der Tür. Was machst du den hier?“ Es ist der 15. Juli 1992, eine ...

„Die Haustür wurde geöffnet. Jemand kam herein. Schritte, die sich näherten, dann wurde der Lichtschalter umgelegt. Eine Gestalt stand in der Tür. Was machst du den hier?“ Es ist der 15. Juli 1992, eine halbe Stunde nach Mitternacht.

Es geht um den Mord an Sanna, eine 18jährige, die damals im Ferienhaus ihrer Eltern mit zwölf Messerstichen getötet wurde und wie sich herausstellte, wurde das Haus anschließend in Brand gesteckt. Schon der Prolog legt klar, dass da jemand etwas entdeckt hat, was nie an die Öffentlichkeit dringen darf. Wer das war und auch dessen Motiv bleiben sehr lange im Unklaren.

Der Fall wird von der Cold Case Unit der Kripo Kiel neu aufgerollt, nachdem ein Anruf eingeht - ein Schwerkranker will eine Aussage bezüglich dieses dreißig Jahre zurückliegenden Falles machen. Das Ermittlerduo Möller/Engster werden darauf angesetzt, die alten Akten werden als Grundlage für ihre erneuten Ermittlungen herangezogen. Die beiden erhoffen sich neue Hinweise, da sie heute bezüglich der alten Spuren wesentlich mehr Möglichkeiten haben, daraus ihre Schlüsse zu ziehen. Zunächst stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens, auch spüren sie instinktiv, dass es eher Lügen denn Erinnerungslücken sind, die ihnen aufgetischt werden.

Gudrun Möller und ihre neue Kollegin Judith Engster könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine ist impulsiv und durchaus trinkfest, während die andere eher die kühle Methodikerin ist, beide sind sie in den Fünfzigern. Dass Gudrun in diesem Sommer in die Clique um die ermordete Sanna involviert war, ist schon heikel. Die damaligen Freunde werden nun erneut verhört, dabei macht sich so mancher verdächtig. Und zwischendurch sind es die Gedanken des wahren Täters, die kurz aufblitzen - er scheint die Ermittlungen genau zu beobachten.

Die beiden Ermittlerinnen haben auf den ersten Blick so gar nichts gemeinsam und doch wachsen sie zusammen – irgendwie. Beide sind sie ehrgeizig, wobei ihr privater Hintergrund unterschiedlicher nicht sein kann. Gudruns damaliges Umfeld ist in Visier ihrer Polizeiarbeit, dabei stellt sich schon heraus, dass der Fall vor dreißig Jahren zu schnell abgehandelt und abgehakt wurde. Jona Thomsen gibt Einblicke in den damaligen Freundeskreis, wir erleben sie auch im Heute und nicht nur einer macht sich verdächtig. Es sind ganz und gar unterschiedliche Charaktere, nicht jedem gelingt ein Leben auf der Überholspur.

Mich hat „Dunkle Asche“ von Anfang an abgeholt, ich wollte wissen, wer denn dieser Unbekannte ist, der seelenruhig auf sein späteres Opfer zu warten scheint, um seine verräterischen Spuren dann gewissenhaft in Flammen aufgehen zu lassen. So einige hatte in Verdacht, der wahre Schuldige war lange nicht dabei. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist die Tatsache, dass Gudrun, trotzdem sie damals in Sannas Nähe war und so gut wie alle kannte, den Fall bearbeiten konnte. Davon abgesehen ist Jona Thomsen ein durchweg spannender Krimi mit interessanten Protagonistinnen und auch ansonsten authentischen Charakteren gelungen.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Zwei Frauen, zwei ganz und gar unterschiedliche Leben

Halbe Leben
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Von Anfang an ist klar, wohin sich das Schicksal wendet, denn der Roman beginnt mit Klaras Tod. Sie war mit Paulína, der Pflegerin ihrer Mutter Irene, unterwegs auf unwegsamem Gelände. Dabei ist sie an ...

Von Anfang an ist klar, wohin sich das Schicksal wendet, denn der Roman beginnt mit Klaras Tod. Sie war mit Paulína, der Pflegerin ihrer Mutter Irene, unterwegs auf unwegsamem Gelände. Dabei ist sie an einer mit Moos überdeckten Stelle abgerutscht und fünfzig Meter in die Tiefe gestürzt. Ein ungewöhnlicher Anfang für ein außergewöhnliches Buch, das rückblickend von der Ungleichheit zweier Frauen und deren so unterschiedlicher Leben erzählt.

Nach Irenes Schlaganfall ist klar, dass sie Rundumbetreuung benötigt und was liegt da näher, als auf Pflegekräfte zurückzugreifen, die direkt im Haus wohnen. In der Slowakin Paulína findet Klara die perfekte Betreuerin, deren Dienst sich vierzehntäglich mit dem Pfleger Radek abwechselt. Vor allem Paulína ist es, die sich nebenbei um die ganze Familie kümmert – sie kocht, sie putzt, sie wäscht. Ihre Dienste werden nur zu gerne angenommen, es kommt immer wieder zu Mehrarbeiten, Tage und Wochenenden soll Paulína dranhängen, obwohl die Familie genau weiß, dass auf Paulína daheim ihre beiden Söhne warten, die während ihrer Abwesenheit von der Schwiegermutter betreut werden. Paulína schafft den Spagat zwischen ihrem Arbeitsverhältnis und ihrer eigenen Familie, aber irgendwann kommt es dazu, dass sie dieses Missverhältnis nicht mehr will.

„Paulína könntest du… würdest du… ich wäre dir so dankbar, wenn du…“ Es sind diese Suggestivfragen, die sie ständig unter Druck setzen.

Susanne Gregor zeigt auf, wie kleine Gefälligkeiten überhand nehmen. Die einen fordern immer mehr, bemerken gar nicht, dass sie zu weit gehen, dass sie Grenzen einreißen, dass sie sich keine Gedanken um den anderen machen, sie gar nicht nachdenken wollen, was sie ihrem Gegenüber abverlangen.

Der Roman stimmt nachdenklich. Vor allem Paulína konnte ich sehr gut verstehen, wenngleich ich ihre Handlungsweise nicht in Gänze nachvollziehen wollte. Sie ist in einer monetär nicht gerade günstigen Lage, ist dadurch – als Alleinverdienerin - gezwungen, eine lukrative Beschäftigung anzunehmen. Klara indes ist karriereorientiert, sie ist eher egoistisch und meint, mit einem gelegentlichen Geldschein ihrer Sorgfaltspflicht als Arbeitgeberin nachzukommen. Dass das Menschliche dabei außer Acht gelassen wird, sieht sie nicht. Diese beiden und auch die anderen Charaktere sind gut beobachtet und überzeugend dargestellt, die Zerrissenheit zwischen dem Beruf, dem Geld-verdienen-müssen und die nagenden, immer stärker werdenden Schuldgefühlte der eigenen Familie gegenüber sind absolut nachvollziehbar. Ein starkes Buch, ein lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Interessante Erzählweise

Dancing Queen
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„Die Orientierungslosigkeit der Millennials“ hat mich zunächst irritiert, ich musste mich sozusagen erst einlesen in Paulinas Geschichte. Paulina wacht blutend und bewegungsunfähig in einem verunfallten ...

„Die Orientierungslosigkeit der Millennials“ hat mich zunächst irritiert, ich musste mich sozusagen erst einlesen in Paulinas Geschichte. Paulina wacht blutend und bewegungsunfähig in einem verunfallten Auto auf, das Mädchen auf dem Beifahrersitz kennt sie nicht. Was ist passiert?

Die Mittdreißigerin bekommt gefühlt nichts auf die Reihe, ihre biologische Uhr tickt, mit dem Freund, den sie nicht halten kann, trifft sie sich so dann und wann, denn so ganz kann sie ihn nicht loslassen, er schwirrt noch immer in ihren Gedanken herum. Sie liest Liebesgeschichten, die sie so nie erleben wird, hängt ihrem jüngeren Ich nach. Sie fühlt sich „wie ein Musikstück mit überwiegend dissonanten Tönen“. Sie lebt in Buenos Aires, ist mit ihrer Kollegin Maite auf dem Weg zu deren Zuhause, sie lernt neue Leute kennen, zwischendurch dann schwenkt der Fokus in das Unfallfauto mitsamt Paulina und dem Mädchen, von dem wir irgendwann erfahren, dass sie Lara heißt.

Wie oben erwähnt, war ich ziemlich ratlos, nachdem ich von dem Unfall gelesen und gemeint habe, jetzt ginge es „normal“ weiter. Was auch immer als normal gelten mag. Nun, das Leben kommt Paulina in Gedankenfetzen dazwischen, was auch angesichts ihrer Situation durchaus verständlich scheint. Zumindest dann, wenn die wie lose zusammengesammelten Ideen besser greifbar werden und spätestens dann war ich mit Paulinas Geschichte versöhnt.

Camila Fabbri hat schon einen ganz eigenen Schreibstil, der als zerrissen durchgehen kann, wenn man sich auf diese Art der Darstellung nicht einlassen will oder kann. Alle Charaktere sind eher kurz skizziert und auch Paulina kommt eher steril, ja blutleer bei mir an. Vordergründig ist sie es, von der erzählt wird. Und eigentlich ist es die Generation der Millennials, die durchs Leben stolpern.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Brandgefährlich!

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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„Zwei Länder. Zwei Ermittler. Mysteriöse Grenzfälle.“ Jahn und Krammer ermitteln in ihrem nunmehr fünften gemeinsamen Fall.

Ein Auto kommt von der Straße ab, touchiert das Verkehrsschild, ein Hindernis ...

„Zwei Länder. Zwei Ermittler. Mysteriöse Grenzfälle.“ Jahn und Krammer ermitteln in ihrem nunmehr fünften gemeinsamen Fall.

Ein Auto kommt von der Straße ab, touchiert das Verkehrsschild, ein Hindernis bringt es zum Stehen. Diese gespenstische Szene beobachtet eine Zeugin, die schon eine Weile hinter diesem Fahrzeug herfährt. Auch sieht sie, wie eine Frau auf der linken Seite aussteigt, etwas ins Auto wirft und wegläuft. Der nächtliche Wald verschluckt sie sofort. Das verunfallte Fahrzeug brennt aus, die Ermittler finden darin eine verkohlte Leiche. Das Mysterium um diese verschwundene Frau wirft Fragen auf, zumal der Beifahrer der Augenzeugin keine weitere Person gesehen hat.

Kurze Zeit später steht eine Villa in Flammen, auch hier finden sie eine Tote. Es kommt zu weiteren Brandanschlägen, sowohl auf der deutschen als auch auf der österreichischen Seite. Dass es sich um Brandstiftung handelt, beweist allein die Tatsache, dass Brandbeschleuniger gefunden werden. Alexa Jahn und ihr österreichischer Kollege Bernhard Krammer ermitteln grenzübergreifend gemeinsam als auch mit ihren jeweiligen Kollegen vor Ort.

Die komplexen Fälle führen sie in eine Asylunterkunft, auch in die Reichsbürgerszene und nicht nur dahin, es geht sehr viel weiter. Wir lesen von illegalen Holzgeschäften, von Geldwäsche rund um den Immobilienmarkt und von noch so einigem mehr - die Spuren führen nach England und bis nach Afrika.

Dazwischen sind immer wieder ein paar Seiten eingeschoben, die mit ZUVOR übertitelt sind. Lange ist unklar, wer hier erzählt und was dies mit den Ermittlungen zu tun hat.

„Ihre Spur in den Flammen“ - wie hängen all diese Fälle zusammen? Man muss schon konzentriert lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Man ahnt, dass die einzelnen Sachverhalte miteinander zu tun haben. Auch werfen die Opfer – sowohl jene, die überlebt haben als auch die Toten – Fragen auf. Bis zuletzt versteht es Anna Schneider, ihre Leser zu verwirren und sie zu fesseln. Jahn und Krammer, das grenzüberschreitende Ermittlerduo sind Tochter und Vater, was allerdings nicht jeder weiß. Beide sind sie mit Herzblut dabei, sie stellen gerne mal Privates, was schon auch erzählt wird und diese privaten Einschübe die hochkomplexen Fälle auflockern, zugunsten der Arbeit in den Hintergrund.

Die Autorin hat hier viel hineingepackt, auch führt ein alter Fall direkt in die JVA, was mich zunächst schon irritiert hat. Der fünfte Fall der grenzüberschreitenden Krimiserie ist komplex, vielschichtig und unterhaltsam, wie schon die Vorgängerbände, die jeder für sich in sich abgeschlossen sind. Und nun sehe ich gespannt dem nächsten „Grenzfall“ für Jahn und Krammer entgegen.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Paradiesische Strände, traumhafte Fotos

LONELY PLANET Bildband Traumstrände
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Das Buch wartet mit den „100 schönsten Strändne weltweit“ auf, an einigen wenigen davon habe ich das Strandfeeling direkt genossen. Diese „Traumstrände“ haben meine Reiselust aufs Neue angefacht, am liebsten ...

Das Buch wartet mit den „100 schönsten Strändne weltweit“ auf, an einigen wenigen davon habe ich das Strandfeeling direkt genossen. Diese „Traumstrände“ haben meine Reiselust aufs Neue angefacht, am liebsten möchte ich sofort aufbrechen und ganz lange bleiben.

Es ist gegliedert nach Ozeanien, Afrika, Asien, Mittlerer Osten, Europa und Amerika. Dabei sprechen die Fotos sowieso für sich, man kann sich an diesen Traumbildern gar nicht sattsehen und die Beschreibung dazu vervollständigt das idyllische Gesamtbild. Wie hinkommen? Auch dies wird kurz beschrieben.

Am Ende des Buches findet man noch eine Info über die Top 5 Traumstrände für Familien, für den Sonnenuntergang, abseits vom Trubel, zum Schnorcheln, um Tiere zu beobachten oder auch die Inseln, die überraschen können. Dann sind es noch je fünf Inseln, die den Besuch trotz vieler Badegäste wert sind und solche, an denen man die Natur besonders gut erleben kann und auch jene zum Beobachten der anderen, was auch immer damit gemeint ist.

Vom feinen Sandstrand bis hin zu felsigen Klippen ist alles dabei, ich bin restlos begeistert. Und nicht nur ich, auch das ein oder andere Familienmitglied stöbert gerne darin. Und zudem ist dieses fantastische Buch ein wunderbares Geschenk für jeden, der gerne verreist. Es ist zum Wegträumen schön.

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