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Veröffentlicht am 31.10.2024

Guter Krimi mit zu viel an Privatem

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Der Prolog lässt Schlimmes ahnen, ich bin sofort gefesselt. Auf Svartlöga, einer abgelegenen Schäreninsel, auf der es weder Strom noch sonstige Annehmlichkeiten gibt, findet ein Yoga-Retreat statt, auf ...

Der Prolog lässt Schlimmes ahnen, ich bin sofort gefesselt. Auf Svartlöga, einer abgelegenen Schäreninsel, auf der es weder Strom noch sonstige Annehmlichkeiten gibt, findet ein Yoga-Retreat statt, auf das Maya sich schon freut. Emely, einer ihrer besten Freundinnen, wird den Kurs leiten. Für ein erstes Kennenlernen bietet sich das Mittsommerfest direkt an, jedoch läuft hier schon einiges schief. Maya beobachtet den Streit zweier Männer, Eifersucht scheint bei einem Pärchen im Spiel zu sein…

…und auch bei ihr und Emely sorgt eine unbedachte Äußerung für Missstimmung. Maya ist zutiefst verletzt, weil sie in eine lange zurückliegende, sehr private Sache ihrer Mutter, nicht involviert war und Emely ihr diese bis jetzt verheimlicht hat. Gut, Emely wusste davon, sie hat aber geschwiegen, ganz einfach deshalb, weil es sie nichts angeht. Maya dagegen macht hier ein Fass auf, Emely bekommt ihren Unmut zu spüren und auch ihrer Mutter gegenüber verhält sie sich direkt übergriffig. Nein, so etwas hat in einem Krimi nichts zu suchen, zumindest nicht in dieser Ausführlichkeit. Dieses Private wird zu breit gewalzt, es geht die ersten geschlagenen 15 % des Buches so weiter. Von kriminalistischen Elementen – bis auf den spannenden Prolog - weit und breit keine Spur.

Irgendwann dann wendet sich das Blatt, ein Kursteilnehmer entdeckt im Schilf die Beine eines Menschen. Er liegt im Wasser. Maya, die verdeckt ermittelt, sieht sich den Toten genauer an, ohne ihn zu berühren. Sie sieht Stichwunden im Brustbereich - waren diese tödlich oder ist er ertrunken? Die Polizei wird hinzugezogen, ihr Partner Pär leitet die Ermittlungen, sie ermittelt undercover.

Die Krimianteile lesen sich flott, wenngleich die Ermittlungen ziemlich zäh voran schreiten, die Kursteilnehmer werden durchleuchtet, so mancher ist nicht recht zu durchschauen. Die Insel ist den Sommer über bewohnt, es leben an die hundert Leute hier. Maya weitet den Kreis der Verdächtigen aus, sie hört sich um, um nicht zu sagen, sie verhört alle für sie als Täter infrage kommenden Gestalten und das doch ziemlich auffällig, wie ich finde. Ich erfahre Interessantes über die Insel, die ich mir als wunderschönes, noch weitgehend unberührtes Kleinod vorstelle und wie überall gibt es nicht nur eitel Sonnenschein, Konflikte bleiben auch hier nicht aus. Zwischendurch dann und wann werfe ich einen Blick in den Seminarraum, ein wenig Esoterik gehört zu Tee und Linsencurry schon auch dazu.

Und als ob es anfangs nicht schon genug an Unmut zwischen Maya und Emely gegeben hätte, ploppt dieses zutiefst verletzt sein immer wieder auf und füllt so manche Seite, die dem Krimi und den Ermittlungen fehlen. Die Figur Maya hat Risse bekommen. Sie wirft Emely insgeheim vor, ihr nicht jedes intime Detail erzählt zu haben. Diese Denkweise, diese grenzüberschreitende, distanzlose Art passt so gar nicht zu der toughen Ermittlerin, als die ich Maya kennengelernt habe.

„Still ist die Nacht“, der zweite Fall für Maya Topelius, ist weniger gut gelungen als Buch eins „Im Herzen so kalt“. In einem Krimi darf Privates schon auch erwähnt werden, dies sollte allerdings eher am Rande geschehen. Das Kriminalistische dagegen hat mich durchaus gefesselt, hätte jedoch mehr Raum gebraucht.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Ein erschütternder Roman um häusliche Gewalt, sehr einfühlsam erzählt

Die Nacht der Bärin
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Fast dreißig Jahre war Anna nicht mehr hier, sie wollte auch nie mehr zurückkommen. Auch als sie die Nachricht erreicht, dass ihre Mutter gestorben ist, ist sie noch festentschlossen, nicht zur Beerdigung ...

Fast dreißig Jahre war Anna nicht mehr hier, sie wollte auch nie mehr zurückkommen. Auch als sie die Nachricht erreicht, dass ihre Mutter gestorben ist, ist sie noch festentschlossen, nicht zur Beerdigung zu fahren. Annas Tochter Jule hat ihre Großmutter nie kennengelernt, es kamen lediglich nichtssagende Karten zu Festtagen, die Jule schnell zur Seite gelegt hat. Was ist damals passiert? Jule erreicht zumindest, dass sie und Anna zu dem Haus fahren, das an die Gemeinde verkauft werden soll. Die beiden Frauen sichten Papiere, legen für den Notar einige Sachen beiseite und kommen ins Gespräch.

Jasper, Jules Freund, hat sie gestoßen, er hat nach ihr getreten. Das wollte sie eigentlich für sich behalten, nur ein paar Tage Abstand halten. Japers Anrufe ignoriert sie, überlegt aber dennoch, mit ihm zu reden. „Es wird dabei aber nur ihm besser gehen“, meint ihre Mutter.

Häusliche Gewalt hat viele Gesichter, Kira Mohn erzählt davon. Von der zwölfjährigen Anna und ihrer vier Jahre jüngeren Schwester Maja. Der nahe Wald und der See sind ihre Rückzugsorte, ihre Feen wohnen hier, sie sehen die Bärin und ihre Jungen, es ist ihre Welt voller Glückseligkeit und Abenteuer.

Kira Mohn wechselt die Perspektiven, sie ist immer wieder im Gestern, erzählt von Karl Siegburg, Annas Vater und von ihrer Mutter Marjanna und den beiden Mädchen. Dabei wird zunehmend klar, dass sie alle unter Vaters Gewaltausbrüchen zu leiden hatten. Bestrafungen und Schläge waren an der Tagesordnung, und das nicht zu knapp. Anna und Maja flüchten sich in ihre Traumwelten, so ist dieses Martyrium zumindest kurzzeitig auszuhalten. Er war ein Psychopath, war jähzornig, war unberechenbar. Und die Mutter schweigt dazu, sie hat nicht die Kraft, ihn zu verlassen, auch sie bekommt seine Wut zu spüren.

„In diesem Haus war es nicht gut, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen“ sagt Julias Mutter, als sie ein Fotoalbum hervorkramen und die Erinnerungen hochkommen. Sie öffnet sich ein Stück weit und je mehr sie von damals erzählt, desto eher versteht Julia ihr langjähriges Schweigen.

Der Roman ist nicht anklagend und doch klar und deutlich, die Kapitel sind mit prägnanten Sätzen überschrieben wie etwa „Du tust, was ich dir sage“ oder auch“ Denkst du etwa, mir macht das Spaß.“ Diese Aussagen werden noch sehr viel derber, sehr viel verletzender. Das Nachwort legt die Finger nochmal in die Wunde. Wer einmal schlägt, wird es in ähnlichen Situationen wieder tun. Hier geht es um Gewalt gegen Frauen. Häusliche Gewalt trifft vor allem sie, wenngleich gemäß den bekannten Zahlen auch 18 Prozent der Gewaltopfer Männer sind, die sich danach noch seltener als Frauen Hilfe suchen. „Würde mir das passieren – ich wäre sofort weg.“ Es beginnt schleichend, mir Worten, mit Vorwürfen, denen ein Rempler folgt, ein Hieb – und dann eine halbherzige Entschuldigung.

„Die Nacht der Bärin“ erschüttert, auch das Nichtgesagte, das zwischen den Zeilen Sichtbare, ist schlimm, zu schlimm, es geht an die Nieren. Es fesselt, es lässt einen nicht los, es wirkt nach, bleibt im Gedächtnis. Und das ist auch gut so. Ein wichtiges Buch, das jeder lesen sollte.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Zwei Frauenschicksale

Im Warten sind wir wundervoll
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Luise Adler ist eine jener jungen Frauen, die sich während der Besatzungszeit in einen amerikanischen Soldaten verlieben. Eine Liebe, die nicht gerne gesehen war. Weder von den Deutschen - die Kriegsbräute ...

Luise Adler ist eine jener jungen Frauen, die sich während der Besatzungszeit in einen amerikanischen Soldaten verlieben. Eine Liebe, die nicht gerne gesehen war. Weder von den Deutschen - die Kriegsbräute wurden von ihren Landsleuten verachtet - noch von den Amis, die vor zu viel Nähe gewarnt wurden. Und doch gab es sie, die Liebe über Grenzen hinweg.

Charlotte Inden erzählt davon, von den War Bridges. Luise ist eine davon, sie findet mit Jo Hunter ihre große Liebe. An einem Dezembertag des Jahres 1948 sind deutsche War Bridges an Bord eines Flugzeuges, sie sind auf dem Weg zu ihren Verlobten, auch Luise ist eine von ihnen. Nach der Landung auf amerikanischem Boden wartet sie jedoch vergeblich, sie wird nicht abgeholt. Die Presse greift ihre Geschichte nur zu gern auf. Siebzig Jahre später sitzt wieder eine junge Frau in einem Flugzeug über den großen Teich, es ist Luises Enkelin Elfie. Mit Stephen, einem Reisejournalisten, der den Platz neben ihr einnimmt, kommt sie ins Gespräch. Die beiden verstehen sich sehr gut, sie fängt an, die Geschichte ihrer Großmutter zu erzählen.

„Im Warten sind wir wundervoll“ beruht auf einer wahren Geschichte, die beiden Hauptcharaktere Luise und Else dagegen sind fiktiv. Zwei Zeitebenen wechseln sich ab, wobei mir Luises Schicksal sehr viel näher war. Sie ist eine zupackende junge Frau, die 1945 den amerikanischen Soldaten Joseph Hunter und seinen Freund Wilson kennenlernt. Sie verliebt sich in Jo und er sich in sie, ihre Zeit jedoch ist begrenzt, Hunter muss zurück in die Heimat.

Die beiden Geschichten werden im Wechsel erzählt, wobei sie oftmals ineinanderfließen. Mag Luises Part noch angehen, so war mir Elfie, deren Geschichte in der heutigen Zeit angesiedelt sein dürfte, sowas von Gestern, zu klebrig, zu klischeebehaftet. Ihre Geschichte hätte ich nicht unbedingt gebraucht. Ich mag Geschichten, die in zwei Zeitebenen erzählt werden und meist ist es diejenige, auf die wir zurückblicken, die wesentlich mehr Potential hat und auch hier ist es so. Gerne wäre ich bei Luise geblieben, ihre Geschichte hat mich interessiert, sie hat mich berührt, ich habe sie gerne gehört…

…gerne gehört, ja - dabei hat Julia Nachtmann, die Hörbuchsprecherin, ihren Anteil. Ihre angenehme Stimme, die sie sehr gekonnt einsetzt, gibt jeder einzelnen Figur ihre Charakteristik. Mag auch die Story zuweilen ins allzu Seichte abgleiten, gerade bei Elfies Part, so fängt sie mit ihrem perfekten Vortrag diese Sequenzen geschickt auf. Der vierte Stern, den ich für diesen Roman vergebe, gebührt somit ihr.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Mörderisch guter Thriller

Der Nachtschattenmann: Thriller
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„Ich wolle, dass ihr die Tote mit eigenen Augen am Fundort seht.“ In einem für diese Jahreszeit viel zu dünnen Kleid liegt sie auf den eisigen Betonstufen vor der Tanzschule. Die Arme nach oben, ihr rechtes ...

„Ich wolle, dass ihr die Tote mit eigenen Augen am Fundort seht.“ In einem für diese Jahreszeit viel zu dünnen Kleid liegt sie auf den eisigen Betonstufen vor der Tanzschule. Die Arme nach oben, ihr rechtes Bein angewinkelt, ihre rechte Hand umklammert einen Ballettschuh in Kindergröße. Wie hindrapiert liegt sie da, ein sorgfältig inszeniertes Bild. Es sieht aus, als ob sie tanzen würde - eine junge, schlanke Frau, deren Gesicht unter einem schwarzen Müllbeutel verborgen ist. Kriminalkommissar Florian Kessler bittet die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, sich an Ort und Stelle einen ersten Eindruck zu verschaffen. Die Stufen sind nicht der Tatort, sie wurde hier lediglich abgelegt, so viel steht schon mal fest.

Schon der Prolog hat es in sich. Eine junge Frau wacht auf, sie spürt den Fahrtwind, wie berauscht genießt sie die Geschwindigkeit und da – starren sie zwei dunkle Augen an. Nicht ausweichen! Mehrere kosmetische Operationen hat sie nach ihrem Unfall schon hinter sich. Sie erinnert sich, schaut in den Spiegel und ist geschockt…

Die raffiniert konstruierte Story hat es in sich, der Toten vor der Tanzschule folgen weitere. Alle sind sie jung, alle sehr attraktiv – sind es diese Kriterien, nach denen der noch Unbekannte seine Opfer auswählt? Wie es den Anschein hat, dürfte dies noch nicht alles sein. Johanna etwa, der wir ziemlich nahe kommen, erkennt sich in ihrem Spiegelbild nicht wieder. Tanzen muss sie mit ihrem Peiniger, auch verlangt er absoluten Gehorsam und noch so einiges mehr von ihr.

Catherine Shepherd ist eine Meisterin des Verwirrspiels. Sie erzählt hauptsächlich aus Julias Sicht und lässt zwischendurch den Täter zu Wort kommen. Sie gibt eine ganze Menge preis und doch bin ich ahnungslos, mache so einige sehr verdächtige Gestalten aus, verwerfe sie als Täter wieder, denn keiner scheint so wirklich ins Bild zu passen. Dabei erzeugt sie eine Spannung, die kaum auszuhalten ist. Kapitel um Kapitel hat es mich weitergetrieben, an ein Aufhören war nicht zu denken. Gut, ich weiß, dass ihre Bücher mich allesamt dermaßen gefangen nehmen, was ihrer durchdachten Story und ihrem so einnehmenden, so mitreißendem Schreibstil geschuldet ist. Ich bin ratlos, ich bange um Johanna, um Amelie und wie sie alle heißen und bin zum Schluss dann doch so verblüfft ob der Auflösung, die – im Nachhinein betrachtet – durchaus logisch ist.

Ein wiederum perfekt inszenierter Thriller aus der Feder von Catherine Shepherd ist ausgelesen. „Der Nachtschattenmann“ war fesselnd, er war dramatisch, er hat mir in so mancher Szene schier den Atem geraubt. Der neunte Julia Schwarz-Thriller war spannend ab der ersten bis zur buchstäblich letzten Seite und nun warte ich voller Vorfreude auf ihren nächsten Fall, auch wenn es noch ein Weilchen dauern mag.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Wundervoll erzählt

All die kleinen Vogelherzen
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Sunday befindet sich in diesem Sommer vor drei Jahren in einer ausgeprägten Phase weißer Lebensmittel, die etliche Varianten umfasst, je nachdem, was sie gerade zu sich nehmen kann. Es gibt Tage, die nur ...

Sunday befindet sich in diesem Sommer vor drei Jahren in einer ausgeprägten Phase weißer Lebensmittel, die etliche Varianten umfasst, je nachdem, was sie gerade zu sich nehmen kann. Es gibt Tage, die nur trockene Nahrung erlauben und dann gibt es wieder solche, in denen sie auch ein Ei in abwandelbarer Form – wie etwa Rührei oder Omelette - essen kann. Sie ist in vielerlei Hinsicht anders als andere, ihr Autismus prägt ihr Leben und logischerweise auch das ihrer 16jährigen Tochter Dolly.

Viktoria Lloyd-Barlow zeichnet ein Bild einer autistischen Frau, die sich sehr bemüht, nicht unangenehm aufzufallen. Eine Benimmregel für Damen, um in Gesellschaft zu bestehen, liefert ihr dazu wertvolle Tipps. Sunday ist in dem Gartenbaubetrieb ihrer Ex-Schwiegereltern beschäftigt wie auch der gehörlose David, mit dem sie sich gut versteht. Ihr Leben ändert sich, als im Haus nebenan Vita und Rollo einziehen. Vita ist so anders, sie ist eine schillernde Persönlichkeit, sie ist forsch, sie ist charismatisch, dazu ohne jegliche Scheu, sie kommt im Schlafanzug, bittet um ein Glas Milch, setzt sich zu ihr – und bleibt. Einfach so, obwohl sie sich noch nicht kennen. Sunday ist fasziniert von ihr. Sie zerlegt die Worte, die sie aus Vitas Mund hört, betont die Silben, zieht sie in die Länge, wiederholt sie. „Vita spricht nicht, sie trilliert… wie ein kleiner Vogel.“ Sunday ist von Vitas Art sehr angetan, sie wird von ihr regelrecht umgarnt, umschmeichelt. Und bald schon zieht Vita Dolly an sich.

Ich staune, ich lese die ersten Seiten voller Neugier. Aus Sunday Sicht entwickelt sich die Geschichte um das Anderssein, um Freundschaft und Familie bis hin zur Übergriffigkeit, die jegliche Grenzen sprengt. Die Ich-Erzählerin ist sanftmütig, dazu scheint sie keinerlei Argwohn zu hegen, obwohl dies durchaus angebracht wäre. Ihre Welt ist geradlinig, Hinterlist erkennt und versteht sie nicht. Schon als Kind wird ihre Schwester ihr in jeglicher Hinsicht vorgezogen, diese Zurücksetzung zieht sich durch ihr Dasein und nun ist es diese Vita, die sich in ihr Leben drängt.

Es ist ein sehr berührender Roman, die Autorin bietet einen detaillierten Blick in Sundays Welt. Der schöne Schein gerät ins Wanken, Dolly entgleitet ihr, dunkle Kräfte sind am Werk. Die Story ist eher bitter, die Charaktere vielschichtig – von ehrlich und aufrichtig bis hin zu manipulativen und sehr eigennützigen, rücksichtslosen Personen. „All die kleinen Vogelherzen“ haben mich sehr berührt. Es ist trotz des ernsten Themas ein wunderbares Buch in einer wunderschönen Sprache, das bezaubert und auch nachdenklich macht. Ein Buch, das ich gerne gelesen habe und das ich sehr gerne weiterempfehle.

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