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Veröffentlicht am 12.06.2023

„Hello darkness, my old friend …

Nicht ein Wort zu viel
2

…I´v come to talk with you again.“ Diese Liedzeile, diesen Klassiker von Simon and Garfunkel lese ich zwischendurch immer mal wieder. Und natürlich mache ich mir so meine Gedanken. Was haben diese Worte ...

…I´v come to talk with you again.“ Diese Liedzeile, diesen Klassiker von Simon and Garfunkel lese ich zwischendurch immer mal wieder. Und natürlich mache ich mir so meine Gedanken. Was haben diese Worte zu bedeuten, haben sie etwas zu bedeuten? Die Dunkelheit, der alte Freund? Zumal das Dunkle, das Düstere hier eine große Rolle zu spielen scheint. Ich behalte dieses Lied, das sich während des Lesens wie ein Ohrwurm sowieso festgesetzt hat, im Hinterkopf.

Alles beginnt mit einer Lesung des erfolgreichen Thrillerautoren David Sanford, Faja Bartels führt durch den Abend. Sie ist Buchbloggerin, nicht alle der „Bücherjunkies“ auf Insta kennt sie persönlich und doch sind sie sich sehr vertraut. Während der Lesung erhält sie eine Nachricht:

„Erzähl mir eine spannende Geschichte. Sie darf fünf Wörter haben. Nicht ein Wort zu viel. Sonst muss dein Freund sterben. Seine Zeit läuft bald ab.“

Sie hat momentan nicht viel Zeit, glaubt eher an einen Scherz. Als sie später dann auch noch ein Video erhält, stockt ihr der Atem. Claas sitzt hilflos auf einem Stuhl, in Folie verpackt, geknebelt – diese kurze Sequenz zeigt seine Todesangst nur zu deutlich. Warum hat sie nicht sofort reagiert? Kann sie ihn mit ihrer Geschichte in fünf Worten retten? Aber welche Geschichte ist die Richtige?

Vorher lerne ich noch Jaro Schrader kennen, er observiert eine männliche Person. Er leitet diesen Einsatz, bei dem so einiges schief läuft. Als Zielfahnder muss er schnelle Entscheidungen treffen, dieses Mal ist er übers Ziel hinausgeschossen, gegen in läuft eine Untersuchung, er wird degradiert, arbeitet dem Kriminalhauptkommissar Simon Schierling zu.

Als Winkelmann-Fan muss ich natürlich sofort seinen Neuen lesen, ich bin gespannt. Der Anfang gestaltet sich ein wenig holprig, es werden so einige Storys nebeneinander erzählt, der Zusammenhang ist (noch) nicht sichtbar. In jeder dieser Episoden treten mehr oder weniger undurchsichtige Gestalten auf, keinem davon würde ich über den Weg trauen. Es dauert schon etwas, bis sich alles mehr und mehr vermengt, bis die losen Fäden, die sich durch all diese wie aneinandergereihten Geschichten ziehen, zusammenfügen. Von da ab ist es spannend, spannend und nochmal spannend, ich kann gar nicht mehr aufhören zu lesen. Hätte ich anfangs das Buch ohne weiteres weglegen können, so geht das nun gar nicht mehr. So kenne und so schätze ich Winkelmann, er legt falsche Fährten, zieht mich in diese fünf-Wörter-Geschichte. Und ja – das Ende kommt unerwartet, mein Spürsinn hat sich von ihm (wieder mal) täuschen lassen.

„Nicht ein Wort zu viel“ ist ein gut durchdachter, fesselnder Thriller, dessen Anfang ich ein wenig zu langatmig fand, der dann aber angezogen und mich bis zum überraschenden Schluss nicht mehr losgelassen hat.

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Veröffentlicht am 11.06.2023

„Man muss um seine Träume kämpfen…“

Der Freiheit entgegen (Die Gutsherrin-Saga 3)
2

…und Clara, Sanni und auch Maria haben sie, ihre Träume. Nicht immer werden sie erfüllt, aber wenn man etwas wirklich will, sollte man sich nicht davon abhalten lassen. Zielstrebig, wenn auch mit so manchen ...

…und Clara, Sanni und auch Maria haben sie, ihre Träume. Nicht immer werden sie erfüllt, aber wenn man etwas wirklich will, sollte man sich nicht davon abhalten lassen. Zielstrebig, wenn auch mit so manchen Abweichungen und so etlichen Abzweigungen, daran festhalten.

Es ist der dritte Band der Gutsherrin-Saga, für mich jedoch war es die erste Begegnung mit Clara und ihren Eltern. Auch wenn ich die Vorgängerbände nicht kenne, so habe ich doch nichts vermisst. „Der Freiheit entgegen“ ist in sich abgeschlossen.

Die 1960er Jahre waren geprägt von Aufbruch, von Neubeginn. Die jungen Leute wollten ein Leben ohne Zwänge, sie hatten Ziele, eigene Ideen und doch mussten sie sich dem Diktat ihres Elternhauses unterwerfen. „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, tust du, was ich dir sage, mein Kind.“ Wer kennt ihn nicht, diesen Satz.

Auch für Sannis Eltern gibt es keine Diskussion, ihre Tochter wird in der familieneigenen Bäckerei arbeiten. Sie aber träumt von einer Schauspielkarriere, ihr großes Vorbild ist Marilyn Monroe. Ihre Freundin Clara ist schon besser dran, ihre Eltern unterstützen sie auf ihrem Weg hin zur Fotografin. Und doch läuft auch bei ihr nicht alles rund, so mancher Stolperstein bringt sie immer wieder zum straucheln. Sie lernt den äußerst charismatischen Freddy kennen, gemeinsam geraten direkt hinein in die Schwabinger Krawalle, es ist in vielerlei Hinsicht „der Sommer der geplatzten Träume.“

Sanni will weg, weg aus München, sie ist endlich 21 und somit volljährig und überredet Clara, mit ihr nach Hamburg zu trampen. Gesagt, getan. Dino und seine Schwester Maria nehmen die beiden in ihrem klapprigen Gefährt mit, der Freiheit entgegen.

Mit der Italienerin Maria ist das Freundinnen-Trio komplett, sie will nur ein Jahr in Hamburg bleiben, ihrem Bruder Dino im Lokal helfen und dann zurück, heiraten, Kinder kriegen, alles ist geplant. Nachdem sie einige Bocken deutsch gelernt hat, wird auch sie mutiger, hat ihre eigenen Pläne, gerät mit Dino aneinander „…weil Maria hat verrückte Flusen im Kopf…“ Des Öfteren habe ich geschmunzelt über diese so authentischen „deutsch-italienischen“ Brocken, so kennen und lieben wir unsere italienischen Freunde und nicht immer haben sie Flausen im Kopf.

Die 18jährige Clara nimmt mich mit auf ihren mitunter steinigen Weg. Sie ist jung, sie ist naiv und gutgläubig. Freddy ist ihre erste Liebe, von ihm lässt sie sich nur zu gerne ablenken. Er will Spaß, sie vernachlässigt ihr Studium und nicht nur einmal gerät sie durch seinen Einfluss in Schwierigkeiten. Der selbstherrliche, selbstgerechte Freddy sagt ihr auf die ihm eigene charmante Weise, wo es lang geht. Hier spürt man sehr deutlich die noch immer vorherrschende, von Männern geprägte Domäne, sie setzen sich durch und Frau dackelt brav hinter ihnen her. Nicht nur einmal hätte ich Clara zurufen wollen, ihre Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Theresia Graw zeigt die Diskrepanz der Geschlechter deutlich auf. Verpackt dies alles sehr geschickt, lässt sie stimmig in ihre Geschichte mit einfließen.

Claras erster Job in Hamburg bei einer Zeitung ist eher der einer Schreibkraft, erst nach einem Wechsel kann sie ihr journalistisches Talent unter Beweis stellen. Beim Kennedy-Besuch in Berlin ist sie dabei, ihre Reportage in Wort und Bild ist gelungen, wenngleich auch hier sich ein Mann in den Vordergrund drängt. Im Frankfurter Römer beginnen 1963 die Auschwitz-Prozesse, Claras Jugendfreud Leo ist als einer der Staatsanwälte dabei und sie berichtet als Journalistin davon. Die Autorin hat den Spagat zwischen ihrer fiktiven Story und den historisch belegten Tatsachen hervorragend gemeistert. Sie bindet ihre weit verzweigten Zeugen von damals bestens mit ein. Bei diesen Kapiteln sind nicht nur bei ihnen Tränen geflossen, ich habe hier tief durchatmen müssen, bevor ich weiterlesen konnte.

„Wenn die Zeiten stürmisch sind, darfst du deinen inneren Kompass nicht verlieren!“ Einst hat Leo ihr dies mitgegeben und nun ist es Clara, die ihn daran erinnert.

Immer mit dabei ist ihre Kamera, Claras wertvollster Besitz. Mit Sanni ist sie live dabei, als die Beatles in Hamburg auftreten, ihre launigen Bilder, auch mit den Pilzköpfen, sind der Beginn von Sannis Modelkarriere. In London läuft sie bald darauf in den legendären Miniröcken für Mary Quant.

Theresia Graw lässt neben dem Kennedy-Besuch auch das Attentat wenig später auf ihn und auch den Mauerbau mit einfließen. Die schon erwähnten Frankfurter Prozesse und die noch immerwährende braune Gesinnung in der Gesellschaft („Der Geist der Vergangenheit spukt noch immer in ihren Köpfen“) sind ebenso Thema wie auch die revolutionäre Erfindung der Antibabypille, die Musik mit all den Schlagern, allen voran John, Paul, George und Ringo. Sie hat den Zeitgeist gut eingefangen, die Röcke werden kürzer, der Alltag wird bunter, das Fernsehen hält Einzug in die Wohnzimmer. Die jungen Mädchen geben sich nicht mehr mit der traditionellen Rolle der Hausfrau zufrieden, sie drängen in einen Beruf, der ihnen Unabhängigkeit und neues Selbstvertrauen beschert. Diese fast 600 Seiten waren ein kurzweiliges Lesevergnügen, eine Zeitreise zurück in turbulente Jahre, die Aufbruchsstimmung ist gut eingefangen.

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Die unnahbare Mutter

Mutters Lüge
2

„Wenn mein Roman Menschen dazu anregt, über ihre persönliche Wahrnehmung von Glück und den Begriff Heimat nachzudenken, über Dinge, die sie benötigen, um mit dem Widrigkeiten des Lebens positiv umzugehen, ...

„Wenn mein Roman Menschen dazu anregt, über ihre persönliche Wahrnehmung von Glück und den Begriff Heimat nachzudenken, über Dinge, die sie benötigen, um mit dem Widrigkeiten des Lebens positiv umzugehen, würde es mir sehr viel bedeuten.“ Dieser Schlusssatz von Monika Hürlimann verdeutlicht in aller Kürze, was sie veranlasst hat, „Mutters Lüge“ niederzuschreiben - einen Roman, der auf ihrer Lebensgeschichte basiert.

Es ist Marta, deren Leben ich verfolge. In Polen ist sie mit ihrem Zwillingsbruder Tomek und ihrer Mutter Joanna, die sich später Johanna nennt, aufgewachsen. Es ist ein karges Leben dort und doch sind sie zufrieden, sie kennen nichts anderes. Marta war schon immer zielstrebig, sie bringt stets gute Noten heim und doch wird Tomek bevorzugt, die Mutter würdigt gefühlt jede Kleinigkeit an ihm, während sie, Marta, eher mitläuft. Lob oder gar Anerkennung kennt sie nicht. Eines Tages beschließt Mutter, nach Deutschland zu emigrieren. Der Neuanfang ist hart, aber sie beißen sich durch.

Eine Lebensgeschichte, die sich durchweg spannend liest - Martas Stationen verfolge ich aufmerksam. Die Gleichgültigkeit ihrer Mutter macht ihr zeitlebens zu schaffen, sie sucht ihren unbekannten Vater, sucht nach ihren Wurzeln. Und wird erst dann mit der ganzen Wahrheit konfrontiert, als ihre Mutter nicht mehr lebt. Es ist eine aufwühlende Geschichte über ein dunkles Geheimnis, über Lügen und über das Verzeihen, auch wenn es schwer fällt. Über Liebe und Verrat, über Krankheiten und das Dasein für den anderen, ihn stützen, ihm einen Weg aus der Ausweglosigkeit aufzeigen, wenn nötig mit sanfter Gewalt.

Sie musste sich immer wieder neu anpassen, sich in verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Systemen zurechtfinden, musste Sprachen lernen und nicht nur einmal wechselten sie Wohnung, Schule und Bezugspersonen – sie lernte, flexibel mit all den Unwägbarkeiten umzugehen. War sie eher Außenseiterin oder gehörte sie doch dazu? Und - was ist Heimat?

Die Geschichte liest sich spannend, die eher nüchterne Erzählweise ist voller intimer Momente, sehr emotional und doch nicht gefühlsdusselig. Das Dazwischen hat die Autorin gut gemeistert – für mein Empfinden hat sie den genau richtigen Ton getroffen.

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Dramatisch und spannend bis zum Schluss

Wasserschlag für Greetsiel
2

Der bereits zehnte Fall für Jan de Fries ist mein erstes Aufeinandertreffen mit ihm, dem ostfriesischen Anwalt. Bald war ich drin im Geschehen und konnte auch ihn einigermaßen einschätzen. Perfekt. Ich ...

Der bereits zehnte Fall für Jan de Fries ist mein erstes Aufeinandertreffen mit ihm, dem ostfriesischen Anwalt. Bald war ich drin im Geschehen und konnte auch ihn einigermaßen einschätzen. Perfekt. Ich mag es, wenn man in Reihen einsteigt und trotz fehlender Vorgängerbände gut vorankommt.

Was geschieht hier? In Gretas Kneipe, dem Rettungsschuppen? Sie ist hin und weg, ist doch ihr Lieblingsschriftsteller Lars Lundström zu Gast. Mit seiner Rebecca-King-Saga hat er sie erobert, sie wartet sehnsüchtig auf den Abschlussband. Aber was muss sie sehen? Der Beststellerautor und Fin Strindberg, der mit seiner Jacht Ghost die Welt umsegelt, geraten heftig aneinander. Greta gerät dazwischen und Jan erteilt den beiden Streithähnen Hausverbot.

Kurz darauf fischt Jan den Schriftsteller mit durchschnittener Kehle aus dem Hafenbecken, ein des Mordes verdächtiger wird festgenommen und nicht genug damit, kommt in Jans Kanzlei eine Frau, die sich Melanie Hinze nennt und ihn beauftragt, diesen Verdächtigen aus dem Gefängnis zu holen. Zeitgleich brennt vor Norderney und Juist ein Transportschiff mit nagelneuen Autos an Bord, die so an die 200 Mio. € insgesamt wert sein dürften.

Wie schon angemerkt, habe ich mich bald gut zurechtgefunden, auch wenn ich mich anfangs ob der vielen Personen auf sie alle, ihre Beziehung zueinander, ihre Eigenheiten und natürlich auch auf diesen Fall konzentrieren musste. Gelohnt hat es sich allemal, ich hab mich nicht nur einmal gefragt, warum dieser mutmaßliche Täter unbedingt inhaftiert bleiben will.

Um einen besseren Überblick über die Örtlichkeiten in und um Greetsiel zu bekommen, habe ich mir Bildmaterial gesucht, so konnte ich mir die komplexe Geschichte um die Aufklärung dieses mysteriösen Mordes noch besser vorstellen. Und doch musste ich meine Gedanken immer wieder neu ordnen, der Fall war ganz schön verzwickt. Jan hat mich sofort mit seiner schon etwas unkonventionellen Art begeistert, wenngleich dies auch zum Teil Motte, seinem Vierbeiner, geschuldet war. Natürlich mischt auch die Polizei etwas mit, wenngleich sie ein wenig holprig daherkommt. Naja – an Jan de Fries kommt keiner ran, er ist die Spürnase schlechthin.

Die durchweg spannende Story bietet unvorhergesehene Wendungen, ein bis zum Schluss spannender Kriminalfall mit Lokalkolorit und einem sympathischen Ermittler mit dem richtigen Spürsinn. Mein später Einstieg in die Jan de Fries-Reihe hat sich allemal gelohnt, ich werde ihm treu bleiben.

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Veröffentlicht am 06.06.2023

Familiensaga vor traumhafter Kulisse

Das Erbe der Greiffenbergs - Gegen den Wind
3

In Prien am Chiemsee leben die Greiffenbergs. Sie alle sind gekommen, um das traditionelle Anschwimmen an Elsas Geburtstag, es ist ihr achtzigster, wie jedes Jahr zu zelebrieren.

Das Feinkostgeschäft ...

In Prien am Chiemsee leben die Greiffenbergs. Sie alle sind gekommen, um das traditionelle Anschwimmen an Elsas Geburtstag, es ist ihr achtzigster, wie jedes Jahr zu zelebrieren.

Das Feinkostgeschäft leitet Ludwig, Elsas jüngster Sohn, der ältere Sohn Wolfgang arbeitet im Unternehmen mit. Die nächste Generation hat nicht viel übrig für das exklusive Familienunternehmen und doch müssen sie sich damit beschäftigen, als Ludwig eines Tages von einem Segeltörn nicht zurückkommt. Was tun? Ferdinand ist eher dem süßen Leben zugetan, liebt schnelle Autos und heiße Girls und fühlt sich als das Sportass schlechthin in seiner Rolle als Stuntman sichtlich wohl. Bleiben noch Pauline und Antonia, letztere ist noch zu jung und Pauline hat mit Mann und den sechsjährigen Zwillingen Ada und Max genug zu tun. Und doch hängen alle Hoffnungen an ihr, wenngleich Sebastian, ihr Ehemann, damit so überhaupt nicht einverstanden ist.

„Feinkost Greiffenberg steht noch heute für erlesene Köstlichkeiten aus aller Welt.“ Aber eher auf dem Papier, denn sie sind hoch verschuldet.

Der Auftakt der Familiensaga „Gegen den Wind“ hat alles, was Hinterlist und Ränkespiele zu bieten haben. Da wird manipuliert und intrigiert was das Zeug hält. Auch wenn so mancher nicht in der Lage wäre, einen Betrieb dieser Größenordnung zu führen, so darf es doch nicht sein, dass Pauline auch nur annähernd Erfolg hat. Elsa kann sie davon überzeugen, dass sie es schafft, die Firma wieder auf Kurs zu bringen. Widersacher hat sie zuhauf, allen voran ihren eigenen Ehemann, aber auch Wolfgang und ihr Bruder Ferdinand setzen ihr gehörig zu. Und natürlich gibt es auch außerhalb der Familie nicht nur diejenigen, die ihnen wohlgesonnen sind. Und – wie könnte es anders sein – spielt auch die Liebe eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Isabell Schönhoff präsentiert eine mitreißende Story vor einer traumhaften Kulisse. Ihre starken, zupackenden Frauenfiguren sind allesamt sympathisch, man fiebert direkt mit und verteufelt so manch bitterbösen Racheplan, ersonnen – wie könnte es anders sein - von einem der von sich eingenommenen Männer. Natürlich gibt es auch in ihren Reihen Ausnahmen, ansonsten hätte die Liebe keine Chance.

Dieser Auftaktband ist kurzweilig zu lesen, man ist sofort mitten im Geschehen, fiebert mit den einzelnen Figuren mit und verteufelt so mach finstere Gestalt. Es ist so einiges passiert, es waren die Guten und die Bösen am Werk. Beide Seiten passen perfekt ins Klischee. Und - eine Vermutung, die sich durchs Buch zieht, wird leider nicht aufgeklärt, schon aufgrund dieses Cliffhangers hoffe ich, dass der zweite Band nicht allzu lange auf sich warten lässt.

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