Von starken Frauen und dem Aufbruch in ein neues Leben
Die Telefonistinnen - Verbindungen fürs Leben"Die Telefonistinnen: Verbindungen fürs Leben" erzählt die Geschichte von vier Freundinnen, die 1949 in Köln ihren jeweils ganz eigenen Weg gehen. Dies ist bereits der dritte Roman in der Telefonistinnen-Reihe ...
"Die Telefonistinnen: Verbindungen fürs Leben" erzählt die Geschichte von vier Freundinnen, die 1949 in Köln ihren jeweils ganz eigenen Weg gehen. Dies ist bereits der dritte Roman in der Telefonistinnen-Reihe und die Freundinnen haben schon viel zusammen erlebt und durchgemacht. Der Roman, wie auch seine Vorgänger, handelt von starken Frauenfreundschaften, von Liebe, Gleichberechtigung, Ehrgeiz und Träumen. Und noch so vielem mehr. Jede Frau in diesem Buch hat etwas, das sie antreibt. Eine ganz eigene und individuelle Motivation. Gemeinsam stehen sie die unterschiedlichsten Hürden durch und unterstützen sich gegenseitig auf dem Weg zum eigenen Glück.
Achtung: Spoiler!
Die Handlung des Romans knüpft an die vorherigen Romane der Reihe an und greift die Geschichten der Telefonistinnen im Jahr 1949 auf. Nach wie vor arbeiten sie alle bei der Versicherung Pering in Köln, haben aber zum Teil größere Pläne für ihr Leben. Charlie setzt sich für die Rechte der Frauen in der Versicherung ein und kämpft sich durch, bis sie selbst als Betriebsrätin ernannt ist. Hanni schafft es, ihre Handschuhe in angesehen Kaufhaus Falkenberg zu verkaufen und auch in Sachen Liebe findet sie endlich ihr Glück. Julia wird von ihrer Vergangenheit heimgesucht, aber findet dadurch ihren Weg zu sich selbst, arbeitet viele Dinge auf und verliebt sich erstmalig. Für Gisela geht es auch spannend weiter: sie kann endlich offen über ihre Liebe zu Anton sprechen und die beiden verloben sich, um zu heiraten, sobald Giselas Scheidung final ist. Es passiert also sehr viel in diesem dritten Band der Telefonistinnen-Reihe.
Die verschiedenen Geschichten werden aus der Sicht der jeweiligen Frau geschildert, was jedem Kapitel eine andere Stimme verleiht. Die Autorin schafft es, die unterschiedlichen Frauen authentisch darzustellen und sie alle gleichwertig in dem Roman zu platzieren, obwohl sie alle so unterschiedlich sind. Der Schreibstil ist dabei stets feinsinnig und sehr zugänglich. Auch schwierige Themen werden alltagsgetreu dargestellt und beschrieben wie sie eben sind - ohne zu beschönigen oder unnötig zu umschreiben. Die individuellen Stimmen der Frauen verleihen dem Buch eine einzigartige Authentizität und erwecken das Gefühl, mit jeder dieser Frauen befreundet zu sein. Schon nach wenigen Seiten bekommt man das Gefühl selbst Teil der Telefonistinnen zu sein und fiebert mit deren aufregenden Lebensgeschichten geradezu mit.
Besonders schön sind für mich als Kölnerin die Beschreibungen der Stadt und die Alltagsszenen, die sich in den Straßen meiner Jugend abspielen. Zu lesen, dass auch 1949 die Torten im Café Reichard die jungen Damen angezogen haben ist besonders schön zu lesen, wenn man selbst erst vor Kurzem dort gewesen ist.
Der Roman liest sich durchweg kurzweilig und zieht einen direkt in seinen Bann. Durch die vielen verschiedenen Handlungsstränge wird es nie langweilig und die unterschiedlichen Protagonistinnen ermöglichen es, dass man sich zumindest in einer von ihnen wiederfindet.
Der Roman macht Mut, dass starke Frauen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können. Wenn es 1949 ging, dann geht es heute erst recht. Eine absolute Empfehlung!