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Veröffentlicht am 07.10.2025

Wortreiche Trauerarbeit

Am Meerschwein übt das Kind den Tod
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Ihr erstes Meerschweinchen Paula war von dem Rottweiler Jago erjagt, zu Tode gewälzt, gebissen und dann liegengelassen worden. Nero, ein anderes Schweinchen, war plötzlich dagelegen. Es muss ihr Versagen ...

Ihr erstes Meerschweinchen Paula war von dem Rottweiler Jago erjagt, zu Tode gewälzt, gebissen und dann liegengelassen worden. Nero, ein anderes Schweinchen, war plötzlich dagelegen. Es muss ihr Versagen gewesen sein. Wahrscheinlich hatte sie zu wenig oder das falsche Essen gereicht. Der Hamster war in Mamas Badewasser geplumpst, als Nora ihr eine unklare Stelle am Hals zeigen wollte. Er überlebte, war aber nie wieder der Alte. Der Verlust diverser Kleintiere, die mit und durch einen so viel erlitten hatten, war ein erstes Memento mori. Sie war immer ein morbides Kind gewesen. Das verdankte sie ihrer Mutter, die ihr schon früh aus dem Hexenhammer vorlas.

Ins Gymnasium reiste sie mit dem Zug an, zur Grundschule musste sie mit dem Bus fahren. Dort schlug ihr mehrfach Häme entgegen. Die Lacher, wenn sie sich auf einen offensichtlich leeren Platz setzen wollte und jemand „Besetzt“ schrie. Bei den ersten Schmähungen anderer war sie ganz sicher dabei, weil sie das Dabei-Gefühl dem Gegen-mich-Gefühl unbedingt vorzog, bis sie sich so einsam fühlte, dass sie sich für die Geächteten einsetzte.

Mit neun fuhr sie mit Mama an die Nordsee, weil sie fett war. Sie bekam wenig zu essen, trug meistens Bademäntel, zog von Anwendung zu Anwendung, ließ sich in Salzlake wälzen und ging viel mit Mama spazieren. Jetzt ist sie fünfundvierzig und vermisst ihre Mutter seit vier Jahren.

Die Trauer ist ein neuer Rock, ein Kleid, zwanzig Kilo weniger, eine schwere Bronchitis, ein langes Gebet, beständiges Fragen, spontanes Weinen, laute Selbstgespräche, Lebenswehklagen in erkaltetem Badewasser. S. 41

Mare e Monti singsangt der Vater. Das war Mamas Lieblingsgericht beim Italiener, das der Vater ihr noch kurz vor ihrem Tode zubereitet hat. Die Tochter weiß, dass das nicht stimmt, dass er sich die letzten Wochen in seinem Büro versteckt hat. Der Übervater, der stets im Mittelpunkt sein muss, weil er sonst grantig wird oder sich in sich zurückzieht.

Fazit: Die Dichterin Nora Gomringer trauert in diesem Stück wortreich, angestachelt und wütend über den riesigen Verlust der geliebten Mutter. Sie entsinnt sich ihrer Kindheit, der schwierigen Beziehung zwischen den Eltern. Spricht von ihrem unnahbaren Übervater, der so viel Aufmerksamkeit braucht und die eifersüchtige, emotional manipulative Mutter, die neben ihm verblasste. Die Mutter, die ihr doch alles über Literatur und das Menschsein beigebracht hat, was es zu wissen gibt. Nora Gomringer ringt um Worte für den verheerenden Verlust und das Vermissen und sie reiht zahlreiche in beeindruckender Weise aneinander, kämpft sich aus der Sprachlosigkeit zurück in ihr schreibendes Sein. Ihre Auslassungen sind kreativ, humorvoll und nie anklagend. Ein schönes Stück interessanter Lebensgeschichte, die ich sehr gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Eindringliche Erzählung

Neben Fremden
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Jeden Morgen zur gleichen Zeit verlässt sie mit Dom das Haus. An diesem Morgen hält der prasselnde Regen sie eine Stunde zurück. Über ihr Balkongeländer gebeugt, beobachtet sie die Nachbarin, die die Terrasse ...

Jeden Morgen zur gleichen Zeit verlässt sie mit Dom das Haus. An diesem Morgen hält der prasselnde Regen sie eine Stunde zurück. Über ihr Balkongeländer gebeugt, beobachtet sie die Nachbarin, die die Terrasse schrubbt. Er mäkelt, dass die Polster nass geworden sind, weil sie vergessen hat, sie reinzuholen. Es klirrt. Sie schreit, warum er nicht besser aufpassen kann.

Fred hatte sie gefragt, ob sie nicht heiraten wollten. Warum, wollte sie wissen. Wegen des Geldes. Sie bekäme dann einen Teil seiner Pension. Das Geld und das Haus hatte er schon Frau und Kindern vererbt. Sie ist keine Romantikerin, aber hätte er ihr einen richtigen Antrag gemacht, sie hätte wahrscheinlich Ja gesagt.

Sie überquert mit Dom den Marktplatz. Die Sonne hat sich durchgesetzt. Auf dem Friedhof sieht sie nach Freds Grab. Seine Familie hat die Pflege übernommen. Es gibt nichts zu tun. Die Kerze brennt, kein welkes Blatt, die Bepflanzung verträgt Hitze und muss nicht gegossen werden.

Fred verstarb plötzlich, keiner hatte damit gerechnet. Als er aus der Haustüre trat, fiel er einfach um. Seine Tochter rief sie an. Sie könne ihn noch im Aufbewahrungsraum besuchen, solle sich aber bloß nicht bei der Beerdigung blicken lassen.

Fred war bis zum Schluss mit seiner Frau verheiratet gewesen, aber sie lebten schon lange getrennt. Die Tochter hatte sie einmal zufällig kennengelernt, als sie an ihnen vorbeigegangen war. Er war ihr hinterhergelaufen, hatte sie gebeten, noch kurz mit ins Lokal zu kommen und sie kennenzulernen. Sie war nach kurzer Zeit aufgestanden und wieder gegangen.

Fazit: Eva Schmidt hat eine eindringliche Geschichte erschaffen. Sie lässt ihre Ich-Erzählerin über ihren Ist-Zustand sinnieren. Sie hat einen Hund und eine unfreiwillige Freundin, die ehemals Kollegin war. Der Partner verstarb, der Sohn hat schon lange den Kontakt abgebrochen. Rosa ist einsam. Sie vermisst ihren Sohn und ihren besten Freund Fred. Was mich an dieser Erzählung so fasziniert ist, dass sie so unaufgeregt daherkommt. Rosa ist ein bisschen resigniert, weiß nicht, was sie vom Leben noch erwarten kann, ob das alles gewesen sein soll. Die Autorin lässt mich in die ganz triviale Alltagstiefe hinabblicken. Zeigt mir die Fallhöhen, die wir alle zu bewältigen haben, Verlust, Einsamkeit, Altwerden, seltsame Nachbarn, unverständliche Feindschaften, oberflächliche Freundschaften, eine emotional manipulative Mutter und der Wunsch nach Intimität und Wertschätzung. Eva Schmidt zeigt mir das pure Leben, frei von Hysterie und Geschwätz. Und ich habe mich in diese Rosa verliebt, weil sie voll knorke ist, ihr Leben wuppt, ohne daran zu zerbrechen, gnadenlos ehrlich zu sich ist und eine Nüchternheit an den Tag legt, die ich mir auch manchmal wünsche. Das hat mir so gut gefallen. Bravo!

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Gelungene Inszenierung

Was bleibt von der Nacht
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Paris 1897

Sie wälzten sich auf fleckigen Laken. Münder, Lider, Haut, ein Stöhnen. Verschämt trieb es sie wieder auseinander, auf die Straße, gesenkten Blickes emsig davoneilend. Darüber musste Konstantinos ...

Paris 1897

Sie wälzten sich auf fleckigen Laken. Münder, Lider, Haut, ein Stöhnen. Verschämt trieb es sie wieder auseinander, auf die Straße, gesenkten Blickes emsig davoneilend. Darüber musste Konstantinos schreiben. Er entsann sich der Gestalt eines jungen Mannes, ein Lehrling, damals in Konstantinopel. Seine nackte, unbehaarte Brust über dem Amboss. Prasselnde Funken um ihn herum, das Gesicht heroisch beleuchtet. Er hätte ihm einen Lorbeerkranz aufgesetzt. Er würde über ihn schreiben, wenn er nicht so voller Selbstzweifel wäre, die ihn seiner Kreativität berauben. Seine lächerlichen, hochtrabenden Wortfügungen auf Papier. Dieses provinzielle Alexandria schwächte sein fragiles Nervenkostüm.

Nun waren Konstantinos und sein Bruder John in Paris angekommen. John schrieb auch Gedichte. Hatte sich der Bombardierung und dem Brand von Alexandria angenommen. Ihre kosmopolitische Familie wurzelte in ganz Europa. Trotz dem Bankrott nach dem Tod des Vaters waren sie in England und Frankreich gerne gesehen. Schon am Abend trafen sie auf Mardares, ein kleiner, dicker Mann mit blonden Engelslocken und feistem Lachen, der zahlreichen Klatsch und Tratsch zum Besten gab. Er war der Handlanger des großen Dichters Moréas, der größten Einfluss auf die schreibende Nachkommenschaft hatte. Konstantinos hatte ihm zwei seiner Verse geschickt, um ein Urteil einzuholen, doch Moréas hatte ihm noch nicht geantwortet und war nach Griechenland abgereist. John unterhielt sich gerade mit Mardares über die Dreyfus-Affäre. Sie habe die Kraft, das Land zu spalten, gab Mardares vehement von sich, der Wichtigtuer ging ihm langsam auf die Nerven.

Fazit: Ersi Sotiropoulos, die Lyrik und Prosa schreibt, hat den griechischen Dichter Konstantinos Kavafis portraitiert. Sie beschreibt die drei Tage, die der 34-jährige mit einem seiner Brüder in Paris verbrachte. Es war die Zeit der Jahrhundertwende, des kulturellen Aufbruchs, der Industrialisierung und des gesellschaftlichen Wandels. Um die Gegend des Montmartre sammelten sich etliche Künstler, Marcel Proust, Toulouse-Lautrec, Emile Zola, die sich gegenseitig inspirierten und prägten. Die Erzählstimme der Autorin ist so reich an Worten, dass sie einen ganzen Kosmos erschaffen und mich in diese Zeit katapultiert hat. Konstantinos ist am Anfang seiner Schaffensphase. Er hat bisher wenige nicht besonders gute Verse geschrieben. In Alexandria bedient er eine kleine Redaktion mit Texten. Er hat ein leicht reizbares, empfindsames Gemüt voller Selbstzweifel, die ihn pessimistisch stimmen. Er leidet unter seiner Homosexualität, die er einzig in seiner Fantasie auslebt und sich danach schämt. Die Stimmung im Paris Ende des neunzehnten Jahrhunderts ist aufgeladen, sinnlich, erotisch, trägt eine Welle der Syphilis voran. Die Bourgeoisie spuckt auf die Arbeiter. In vielen dunklen Ecken herrscht anonymes Treiben. Die Art, eine Szenerie zu erschaffen, erinnert mich an Raphaela Edelbauers „Die Inkommensurablen“. Die Autorin hat mich in eine pralle, befremdende, verstörende Welt eingeladen und ich habe dankend angenommen.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Existenzialistische Fragen

Das gewöhnliche Leben
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Sie hat Schwierigkeiten mit dem gewöhnlichen Leben. Etwas daran hindert sie am Atmen. Es ist nicht das Kind, das sie bald entbinden wird, obwohl es auf ihr Zwerchfell drückt. Sie fürchtet sich davor, sich ...

Sie hat Schwierigkeiten mit dem gewöhnlichen Leben. Etwas daran hindert sie am Atmen. Es ist nicht das Kind, das sie bald entbinden wird, obwohl es auf ihr Zwerchfell drückt. Sie fürchtet sich davor, sich irgendwo dauerhaft einzurichten, an einem Ort richtig zu leben. Nach mehreren Monaten Südindien folgte sie ihrem Freund nach Chicago. Sie war des Studierens müde und der Chicagoer Campus brachte ihr die Annehmlichkeit eines Tapetenwechsels. Der Professor mit den kleinen Augen und dem verschmitzten Lächeln lässt sie in einer seiner Philosophievorlesungen aufhorchen, als er vom Gewöhnlichen spricht.

Das Gewöhnliche ist nicht das einhellig geschätzte Banale. S. 25

Nach fünf Jahren Studium in Frankreich und einer Atlantiküberquerung hatte das „Gewöhnliche“ Einzug in die Philosophie halten dürfen. Adèle Van Reeth forscht dem schwammigen, unscheinbaren Begriff hinterher, um ihn greifbarer zu machen. Das Gewöhnliche stand im Gegensatz zum Erhabenen, Feinen und Romantischen.

Während sie sinniert und die richtigen Worte zu finden versucht, um sich der Welt mitzuteilen, fühlt sie sich wohl in ihrer Schwangerschaft. Sie hat eine lebenswichtige Aufgabe, ist nicht mehr nur sie selbst. Die Menschen schauen nicht länger auf sie, sondern auf ihren Bauch, sie verschwindet dahinter. Überall, wo sie hingeht, ruhen nun Blicke auf ihr, wohlwollend schaut man auf ihre große Kugel und zwinkert ihr komplizenhaft zu. Sie wird gesehen.

Sie hat drei Stiefsöhne, ihre beaux-fils, schöne Söhne. Es sind die Söhne ihres Partners und jetzt wächst in ihr sein Vierter. Ihre Rolle als Stiefmutter war praktisch für den Vater, weil es kein Kindermädchen gab, doch sie hatte sich diese Aufgabe einfacher vorgestellt.

Fazit: Adèle Van Reeth, französische Moderatorin, Radioproduzentin und Philosophin, hat eine autofiktionale Erzählung geschaffen. Sie gibt Einblicke in ihre Zeit als Studentin und ihre Schwierigkeiten mit der europäischen, dogmatischen Vermittlung schwer zugänglichen Wissens. Die lockere Herangehensweise im Land der unbegrenzten Möglichkeiten brachten ihr die existenzialistischen Fragen wieder näher. Während sie dieses Buch schreibt, blickt sie von der Metaebene auf ihr Leben und gibt klare, ungeschönte Einblicke in ihre Ängste, Befindlichkeiten und Ansichten, aber auch in ihre Beziehung und Schwangerschaft. Die Stimmfarbe ist direkt, präzise und nüchtern, ganz ähnlich dem Stil Annie Ernauxs. Ich muss gestehen, dass mir die Autorin einiges abverlangt hat. Sie hat keinen Schmöker geschrieben, den man fix weglesen kann. Wer ihr zuhören möchte, sollte sich konzentrieren können und Raum für eigene Gedanken lassen. Eine Reise in die Einfachheit des Gewöhnlichen, dessen, was zu leben bedeutet.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

So verwirrend wie spannend

Noch fünf Tage
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Amanda träumte zu Kindergartenzeiten von Spinnen, die über ihre Augäpfel kletterten. Wenn sie verschwitzt erwachte, waren die Spinnen immer noch da, sonst niemand. Anfangs hatte sie versucht, sich zu Mutter ...

Amanda träumte zu Kindergartenzeiten von Spinnen, die über ihre Augäpfel kletterten. Wenn sie verschwitzt erwachte, waren die Spinnen immer noch da, sonst niemand. Anfangs hatte sie versucht, sich zu Mutter ins Bett zu schleichen, wurde aber stets fortgeschickt. Die Träume veränderten sich und halten nunmehr fünfzig Jahre an. Sie weiß, dass einzig der Tod sie davon befreien wird. Seit Mutter dieser Art des Ablebens die Hand gereicht hat, weiß sie, dass es an der Zeit ist, es ihr gleichzutun. Nur noch fünf Tage.

Amandas Mutter, die sie Joséphine nennt, hat sich in der Garage ins Auto gesetzt und den Motor gestartet, der Großvater hat sie gefunden.

Amanda ist gedanklich in dem hellen Haus des Großvaters in Fribourg, dort, wo sie als Kind viel Zeit verbracht hat. Joséphine hatte ihr verboten, den Großvater lieb zu haben. Trotzdem kroch sie jeden Morgen auf seinen Schoß und ließ ihn seine Hand zwischen ihre Schulterblätter legen, zwischen ihre Flügelchen, wie er sagte. In diesen Momenten war alles gut. Die Großmutter hatte Amanda nie kennengelernt, sie hatte sich kurz vor Amandas Geburt eine Schlucht hinuntergestürzt und den Großvater alleine gelassen.

Amanda trinkt seit ihrem vierzehnten Lebenjahr, inzwischen sind Benzodiazepine dazugekommen. Ihr Mann ist selbstständig und verbringt viel Zeit mit Geschäftsreisen. Ihr Sohn Benjamin fährt in wenigen Tagen auf seine Abiabschlussfahrt, dieses Zeitfenster gedenkt Amanda zu nutzen, um ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Fazit: Andrea Fischer Schulthess hat eine Geschichte entwickelt, die zunächst einmal um eine depressive, suizidale Frau kreist. Der Hang zur Selbsttötung scheint durch die Familiengeschichte selbsterklärend. Dann präsentiert die Autorin mir den Großvater und ich beginne zu glauben, dass seine Persönlichkeit durch Pädophilie geprägt ist. Die Protagonistin ist unter einer lieblosen Mutter aufgewachsen und fand beim Großvater Entfaltung. In ihrer eigenen Ehe versucht sie den größten Teil des Tages zu verschlafen. Ihr Leben ist geprägt von Heimlichkeiten, Schuldgefühlen und tiefer Lebensunlust. Ganz unvorhersehbar wendet sich das Blatt, denn ihr Sohn gibt ihrem Leben einen neuen Sinn und sie fühlt sich nicht länger überflüssig und als Belastung der Familie. Dann tauchen Familiengeheimnisse auf, deren Entdeckung sie sich stellen will. Das ist eine ziemlich schräge Story. Ich mag, wie die Autorin mich verwirrt hat, mich im Trüben fischen ließ, bis sie die Bombe hat platzen lassen. Der Schreibstil ist unkompliziert und flüssig lesbar. Das Genre ist mir nicht so klar und bewegt sich irgendwo zwischen Krimi, psychologischer Fiktion und Familienfiktion. Das hat mir gut gefallen.

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