Ungewohnte Erzählweise
EdenDie Grundidee des Buches gefällt mir total gut: eine Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavik zieht auf’s Land, schafft sich ihr Paradies mittels Natur und knüpft neue Kontakte und Freundschaften. Die Gleichung ...
Die Grundidee des Buches gefällt mir total gut: eine Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavik zieht auf’s Land, schafft sich ihr Paradies mittels Natur und knüpft neue Kontakte und Freundschaften. Die Gleichung Island plus Liebe zur Sprache plus Natur sollte doch für mich aufgehen und ein Volltreffer werden?
Jein.
Ich mochte tatsächlich Vieles an dem Buch.
Zum einen den Platz, den die Sprache bekommen hat, hier habe ich Interessantes über die isländische Sprache erfahren. Nicht nur, dass der Buchstabe „Z“ abgeschafft wurde, die Grammatik ist so auf den ersten Blick nicht ohne. Gleichzeitig hat es den Lesefluss für mich aber erschwert, weil die Wörter einfach so ungewohnt für mich sind.
Dann die Charaktere. Allen voran Albas Vater und dessen Freund Hlynur, den wir nicht direkt kennenlernen, sondern nur über die Berichterstattung des Vaters und die beide rege Anteil nehmen an Albas Baum-Aufforstungsprojekt. Ich mochte sie sehr!
Auch die Beschreibungen des alltäglichen Dorflebens fand ich lesenswert.
Alba hingegen blieb für mich blass. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir so so rein gar nichts von ihrem Innenleben erfahren, nur ihre Reaktionen bzw. Nicht-Reaktionen auf Geschehnisse. Aber was geht in ihr vor? Warum reagiert sie nicht auf Fragen? Das bleibt alles im Dunkeln.
Ich habe mich echt schwergetan mit dem Buch, konnte immer nur kurze Stücke lesen. Viele Szenen verlieren sich, werden nicht weitererzählt.
Insgesamt interessant, aber durch den Schreibstil überhaupt nicht fesselnd.