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MarieausE

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2026

Ungewohnte Erzählweise

Eden
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Die Grundidee des Buches gefällt mir total gut: eine Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavik zieht auf’s Land, schafft sich ihr Paradies mittels Natur und knüpft neue Kontakte und Freundschaften. Die Gleichung ...

Die Grundidee des Buches gefällt mir total gut: eine Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavik zieht auf’s Land, schafft sich ihr Paradies mittels Natur und knüpft neue Kontakte und Freundschaften. Die Gleichung Island plus Liebe zur Sprache plus Natur sollte doch für mich aufgehen und ein Volltreffer werden?
Jein.

Ich mochte tatsächlich Vieles an dem Buch.
Zum einen den Platz, den die Sprache bekommen hat, hier habe ich Interessantes über die isländische Sprache erfahren. Nicht nur, dass der Buchstabe „Z“ abgeschafft wurde, die Grammatik ist so auf den ersten Blick nicht ohne. Gleichzeitig hat es den Lesefluss für mich aber erschwert, weil die Wörter einfach so ungewohnt für mich sind.

Dann die Charaktere. Allen voran Albas Vater und dessen Freund Hlynur, den wir nicht direkt kennenlernen, sondern nur über die Berichterstattung des Vaters und die beide rege Anteil nehmen an Albas Baum-Aufforstungsprojekt. Ich mochte sie sehr!
Auch die Beschreibungen des alltäglichen Dorflebens fand ich lesenswert.

Alba hingegen blieb für mich blass. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir so so rein gar nichts von ihrem Innenleben erfahren, nur ihre Reaktionen bzw. Nicht-Reaktionen auf Geschehnisse. Aber was geht in ihr vor? Warum reagiert sie nicht auf Fragen? Das bleibt alles im Dunkeln.

Ich habe mich echt schwergetan mit dem Buch, konnte immer nur kurze Stücke lesen. Viele Szenen verlieren sich, werden nicht weitererzählt.

Insgesamt interessant, aber durch den Schreibstil überhaupt nicht fesselnd.

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  • Cover
Veröffentlicht am 01.01.2026

Mehr als ein Kochbuch - fast schon ein Bildband on top

Hej!
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Ich bin ja ohnehin ein großer Fan vom Brandstätter Verlag - und von Schweden und Skandinavien.
Mit dem Buch hat der Verlag aber ein kleines Buchkunstwerk geschaffen, es ist so, so hübsch geworden.
Beginnend ...

Ich bin ja ohnehin ein großer Fan vom Brandstätter Verlag - und von Schweden und Skandinavien.
Mit dem Buch hat der Verlag aber ein kleines Buchkunstwerk geschaffen, es ist so, so hübsch geworden.
Beginnend mit dem Leineneinband (ich vermute jedenfalls, dass es einer ist), der Farbwahl fernab der Schwedenklischees und der Banderole, die diese dann doch bedient (passt prima) erwartet uns innendrin dann ein wunderschönes Buch.

Es ist ein Koch- und Backbuch, ja, aber es gibt so viele tolle Fotos von Schweden auch außerhalb der fotografierten Gerichte, dass man sich wirklich sofort nach Schweden träumen kann. Auch das klare Layout der Rezepte gefällt mit total gut. Die Seiten sind clean, nicht überfrachtet, so mag ich das.

Die Rezepte? Hier bekommt man die volle Ladung Schweden-Klassiker. Es gibt Variationen um Köttbullar (auch als Veggie-Variante, die mir ausgesprochen gut gescheckt hat) und Zimtschnecken (hier mit Walnüssen), aber auch Neuentdeckungen und weniger bekannte Gerichte.
Auch Vegetarier werden fündig.

Für Anfänger*innen finde ich das Buch aber nicht geeignet, es fehlen manchmal Schritte, die geübten Köchen wahrscheinlich sonnenklar sind, wenn man aber noch nicht so routiniert ist, stutzt man da.
Beispielsweise wird beim Kartoffelpüree nicht erwähnt, dass man die Kartoffeln schälen muss. Meine Tochter hat da nachgefragt - "Mama, hier macht man das mit Schale?" Nein, macht man nicht, wie man auf dem Foto sieht.
Auch bei den Hefeschnecken mit Walnüssen. Hier fehlt in der Beschreibung der Schritt, dass man den Teig nach der Füllung einmal falten muss, bevor man ihn dreht. Wenn man das noch nie gemacht hat und das nicht auf den Fotos erkennt, dann wird das hier nichts.
Von einem Kochbuch erwarte ich hier, dass nichts vorausgesetzt wird und man sich nichts selbst erschließen muss, deshalb ein Stern Abzug,
Ansonsten aber ein Traum von einem Buch.

Veröffentlicht am 14.12.2025

Weihnachtsgrinch trifft Weihnachtsmagie

Christmas Cake und Glitzerschnee
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Jenny ist der Weihnachtsgrinch schlechthin. Und da landet sie ausgerechnet im Advent in Edinburgh. Einer Stadt, die sich voll in den Weihnachtszauber wirft: Weihnachtsmärkte, Mistelzweige, Weihnachtsmusik ...

Jenny ist der Weihnachtsgrinch schlechthin. Und da landet sie ausgerechnet im Advent in Edinburgh. Einer Stadt, die sich voll in den Weihnachtszauber wirft: Weihnachtsmärkte, Mistelzweige, Weihnachtsmusik überall.
Jenny ist beruflich dort und forscht - im beruflichen Umfeld ist sie davon einigermaßen verschont, denkt sie zumindest.
Aber sie hat eine ihr noch unbekannte Familie in Schottland und die trifft sie. Und damit auch den gutaussehenden, überaus liebenswerten Schotten Callum - ihr ahnt, wohin die Reise geht?

Auf den ersten Blick ist so eine zuckersüße Weihnachtsgeschichte ja recht einfach zu schreiben. Winterstimmung, ein Konflikt, Liebe, Happy End, fertig. Leider täuscht das, die richtige Dosis macht es aus und es kann ganz schön daneben gehen.

Hier ist aber alles vom Feinsten. Erst mal das Setting, Edinburgh im Advent muss magisch sein, nach dem Buch möchte ich das mal mit eigenen Augen sehen. Man spürt beim Lesen, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt.
Die schottische Familie von Jenny ist zudem so herzlich, das liest sich authentisch und so, als ob es sie alle tatsächlich im Real Life gibt.

Was mir besonders gefallen hat, waren die vielen kleinen Details, die die Geschichte mit Leben gefüllt haben. Die Bastelarbeiten von Jennys Oma oder Callums kreatives Arbeiten.

Ein richtig schönes Buch, um sich schnell in Weihnachtsstimmung zu bringen - allerdings mit der kleinen Nebenwirkung, dass man sofort nach Edinburgh reisen möchte.

Veröffentlicht am 07.12.2025

Happy Weihnachtsapokalypse

Ring the Bells
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Es wird besinnlich in der Redaktion der Stranger Times. Weihnachten naht und Banecroft ist Abstinenzler geworden.
WAS??? Nein, natürlich nicht! Es geht auf Weihnachten zu, ja, aber es ist natürlich null ...

Es wird besinnlich in der Redaktion der Stranger Times. Weihnachten naht und Banecroft ist Abstinenzler geworden.
WAS??? Nein, natürlich nicht! Es geht auf Weihnachten zu, ja, aber es ist natürlich null besinnlich, aber dafür höchst übersinnlich. Und obwohl Weihnachtsmänner hier einen großen Auftritt haben, droht statt Weihnachtwunder die Auslöschung der Menschheit. Uff. Starker Tobak.

Endlich gibt es eine Wiederlesen mit den lieb gewordenen Charakteren aus der Zeitungsredaktion. Alle sind wieder mit an Bord und zusätzlich bekommen bisherige Randfiguren mehr Gewicht und neue Charaktere kommen dazu. Sehr vergnüglich!

Überhaupt ist es das abgefahrenste Weihnachtsbuch, das ich jemals gelesen habe. Vielleicht ist McDonnell doch etwas von der Magie der Weihnacht ergriffen worden, dieses Mal gab es sogar einen ergreifenden Moment. Aber keine Bange, ansonsten ist es wie gewohnt schräg und gespickt mit dem speziellen britischen Humor. Hier könnte ich gar nicht mehr aufhören, die Lieblingszitate-Liste fortzuführen, wenn ich denn eine hätte.

Lediglich gegen Ende wurde es für mich ein wenig zäh und der Witz zündetet nicht mehr so wie gewohnt. Ich kann es gar nicht genau benennen, woran es lag, irgendwie war für mich die Luft da raus und ich war dann tatsächlich froh, dass der Showdown ratzfatz von statten ging.
Insgesamt aber wieder ein Highlight und ich hoffe sehr, dass es bald weiter geht in der verrücktesten Zeitungsredaktion.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 04.12.2025

Warmherzig mit Längen

Der Tag, an dem Barbara starb
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Margaret ist 89, verwitwet und zunehmend vergesslich. Als ihre Nachbarin und Freundin Barbara ermordet wird und eine Aufklärung durch die Polizei nicht in Sicht ist, nimmt Margaret zusammen mit ihrem Teenie-Enkel ...

Margaret ist 89, verwitwet und zunehmend vergesslich. Als ihre Nachbarin und Freundin Barbara ermordet wird und eine Aufklärung durch die Polizei nicht in Sicht ist, nimmt Margaret zusammen mit ihrem Teenie-Enkel selbst die Ermittlung auf. Denn Barbara hat ihr kurz vor ihrem Tod etwas wichtiges gesagt, nur kann sich Margaret einfach nicht erinnern.

Das Buch ist trotz Mord und Ermittlungen kein klassischer Krimi.
Es geht um Margaret, ihre Trauer um den verstorbenen Mann und die Beschwerden des Alters sowie das Gefühl, seiner Familie zunehmend zur Last zur fallen.
Das alles nimmt großen Raum ein - aber auf eine warmherzige und schön lesbare Weise. Das habe ich so zwar nicht erwartet, hat mir aber gut gefallen, ich konnte mich gut in Margaret hineinfühlen und es ist auch gut, mal in die Lebenswelten von alten Menschen einen Einblick zu bekommen.

Besonders mochte ich den Enkel James, der definitiv ein Oma-Kind ist und stets zu Margaret hält, auch wenn seine Mutter und Margarets Tochter zunehmend genervt von dem steigenden Betreuungsaufwand ist (was man aus ihrer Perspektive schon auch sehr gut nachvollziehen kann).

Aber natürlich geht es nicht nur darum, sondern auch um die Aufklärung des Mords. Hier hat das Buch aber seine Schwächen, das zog sich im Mittelteil doch ganz schön. Einen Spannungsbogen gab es nicht wirklich - hier ist noch Luft nach oben.

Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen, gemächlich und mit Pausen, aber dennoch.
Wenn man gemütliche Bücher mag, kann ich es empfehlen, wenn man einen spannenden Krimi erhofft, eher nicht.