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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2026

Klingt leider nicht nach

Der Sommer, der uns blieb
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Das Buch ist so wunderschön gestaltet - hier hat der Verlag einfach großartige Arbeit geleistet. Ein stimmiges Cover, das sich auch unter dem Schutzumschlag fortsetzt, die Farbwahl so gelungen samt passendem ...

Das Buch ist so wunderschön gestaltet - hier hat der Verlag einfach großartige Arbeit geleistet. Ein stimmiges Cover, das sich auch unter dem Schutzumschlag fortsetzt, die Farbwahl so gelungen samt passendem Lesebändchen und dann auch noch der Buchschnitt und im Inneren ein Page Overlay. Nicht zu vergessen das Format, das breiter ist als gewohnt. Ein echtes Schmuckstück, ich hoffe sehr, dass es noch weitere so schön gestaltet Bücher gibt.

Zum Inhalt: es geht um drei Freunde, Britta, Pia und Martin, die zusammen ihre Jugend in einer Kleinstadt verbringen. Eine Dreier-Konstellation wird meistens irgendwann schwierig, so auch hier und es kommt zum Bruch. Pia verschwindet und die drei haben keinen Kontakt mehr.

Dann wechselt das Buch ins Jahr 2020 - zwei Jahrzehnte später - und die Handlung spielt zu Beginn der Corona Pandemie. Wobei das nur angerissen wird und nicht wirklich Bedeutung hat (was ich seltsam fand, denn die Stimmungs- und Faktenlage damals findet kaum Eingang in die Geschichte, dabei hat es doch das damalige Leben so dominiert). Hier treffen die damaligen Freunde wieder aufeinander, genau in der Kleinstadt, in der sie alle schon lange nicht mehr leben.

Ganz langsam wird der damalige Sommer, der zum Bruch führte, geschildert.

Dazu gibt es noch die persönlichen Handlungsstränge des Freunde-Gespanns, die an Nebenschauplatzdramen nicht sparen.
Und trotzdem hat mich das Buch emotional nicht abgeholt, es war mir zu flach.

Was mich auch wirklich genervt hat, das waren die Überschriften über jedem Kapitel, die in Kalenderspruchqualität dort standen.

Andererseits hat sich das Buch aber richtig schön lesen lassen, ich habe mich trotz Vorhersehbarkeit überhaupt nicht gelangweilt.

Mein Fazit: Der Inhalt kann mit der wunderschönen Optik nicht ganz mithalten, ist aber eine unaufgeregte Sommerlektüre. Und das ist ja überhaupt nicht verkehrt.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Spannend

The Exes
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Ich habe das Hörbuch gehört, mit 12 Stunden und 46 Minuten und einer ungekürzten Ausgabe war das doch einiges an Hörzeit.

Und zwar guter Hörzeit!
Das Hörbuch hat zwei Sprecherinnen und einen Sprecher, ...

Ich habe das Hörbuch gehört, mit 12 Stunden und 46 Minuten und einer ungekürzten Ausgabe war das doch einiges an Hörzeit.

Und zwar guter Hörzeit!
Das Hörbuch hat zwei Sprecherinnen und einen Sprecher, damit wurden die unterschiedlichen Rollen schön unterscheidbar. Ich mochte auch alle drei, das hat gut zu den verkörperten Personen gepasst.

Es geht um Natalie, die kein Glück mit Männern hat. Alle ihre Beziehungen scheiterten, doch jetzt hat sie endlich Glück. Sie ist mit James zusammen und alles scheint gut zu sein.
Doch dann stellt sich heraus, dass Natalies Beziehungen nicht einfach so zu Ende gegangen sind, alle ihre Ex-Freunde sind tot. Und James? Tja...

Das Buch spielt in unterschiedlichen Zeitebenen. In der Gegenwart, also mit James, dann in Rückblenden zu den Zeiten, als Natalie mit ihren Ex-Freunden zusammen war und dann noch mal ein ganz großer Sprung zurück ins Natalies Kindheit.

Es geht um toxische Beziehungen, um das Aufwachsen in einer Familie mit vielen Problemen (um es mal vorsichtig und spoilerfrei auszudrücken) und um Rache.

Das Buch steigert seine Spannung fortwährend. Anfangs plätschert es fast noch ein wenig, wird aber Seite um Seite (hm, wie schreibt man das eigentlich bei einem Hörbuch zutreffend?) spannender und düsterer.

Ich konnte mir nie sicher sein. Wer ist schuldig, wer unschuldig, wie hängt alles zusammen?
Die Twists waren gut, manches vorhersehbar, aber nicht in letzter Konsequenz und insgesamt schon mit hohem Spannungsbogen und einiges auch null vorhersehbar.

Gegen Ende hin fand ich das Agieren Natalies zeitweise unglaubwürdig, aber geschenkt, es soll ja eine gewisse Dramatik haben.

Gute Unterhaltung!

Veröffentlicht am 12.04.2026

Vergnüglicher Anfang, unbefriedigendes Ende

Die Reise ans Ende der Geschichte
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La Dolce Vita in Rom. Es ist Anfang der 90er Jahre und der Kalte Krieg ist Geschichte. Die russische Botschaft in Rom feiert ihr Gartenfest und alle sind da.
Auch Dieter Germeshausen, Agent und gar nicht ...

La Dolce Vita in Rom. Es ist Anfang der 90er Jahre und der Kalte Krieg ist Geschichte. Die russische Botschaft in Rom feiert ihr Gartenfest und alle sind da.
Auch Dieter Germeshausen, Agent und gar nicht amused vom plötzlichen Frieden zwischen den Supermächten, da er nun Angst vor Enttarnung hat. Auch Jakob Dreiser feiert mit, ein junger Dichter, der es schon zur Berühmtheit in der Literaturszene gebracht hat.

Das Buch startet aber nicht nur mit Feierlichkeiten, sondern auch gleich dramatisch.
Dann lernt man die verschiedenen Charaktere kennen und das war sehr vergnüglich. Spion oder Spionin zu sein ist ganz normal und niemand macht sich groß eine Kopf.
Ich mochte das Buch über weite Strecken wegen seiner Absurdität und der so herrlich gezeichneten Charaktere. Auch Nebenhandlungen werden so lebendig und humorvoll geschildert, dass das Lesen Spaß machte. Ein Highlight war eine Lesung in einem Goethe-Institut, eine anderes ein Sauna-Besuch.
Geschichten erzählen kann der Autor!

Gleichzeitig ist es aber auch beklemmend, denn während sich in der Buchhandlung alle in friedlicher Zeit wähnen, wissen wir es 2026 leider besser, so dass ich beim Lesen das "Little did we know-Gefühl" hatte.

Die Handlung nimmt dann aber immer absurdere Züge an. Es war irgendwann schon ziemlich abgefahren und gegen Ende hin auch eher zäh als spaßig. Das ging dann leider so weit, dass ich keine Lust mehr auf das Weiterlesen hatte, ich habe mich aber irgendwann doch aufgerafft.

Am Schluss saß ich mit großen Fragezeichen da und dachte mir - ist plötzlich das Papier ausgegangen? Schön und gut, dass man sich etwas für Fortsetzungen aufheben will, aber so kann man ein Buch nicht beenden. Jedenfalls nicht, wenn man mich für Folgebände begeistern will.

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  • Cover
Veröffentlicht am 10.04.2026

Actionreicher Young-Adult-Krimi mit der allerschönsten Buchausstattung

Missing Page - Tödliche Worte
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Vorneweg: ich mochte das vorherige Buch der Autorin (Hotel Ambrosia) so sehr und habe mich so dermaßen auf das neue Buch gefreut.
Optisch toppt es das Hotel sogar noch. Ich lehne mich jetzt weit aus dem ...

Vorneweg: ich mochte das vorherige Buch der Autorin (Hotel Ambrosia) so sehr und habe mich so dermaßen auf das neue Buch gefreut.
Optisch toppt es das Hotel sogar noch. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, wage aber zu behaupten, dass ich jetzt schon das schönste Buch 2026 besitze.
Ein schöner Farbschnitt und ein ebenso Lust auf den Inhalt machendes Cover und dazu auch noch ein aufklappbares Fenster, das ich zuerst gar nicht entdeckt hatte. Plus ein Page-Overlay. Bei schönen Buchschnitten bin ich ja immer völlig aus dem Häuschen, den Hype um Page-Overlays konnte ich aber ehrlich gesagt bislang nicht nachvollziehen. Hier hat das Zusatzblatt aber einen Nutzen und ist in das Leseerlebnis integriert, lasst Euch überraschen.

So, jetzt aber zum Inhalt. Toppt auch der noch mal Hotel Ambrosia? Ich bin ja mit riesigen Erwartungen gestartet und muss für mich sagen: nein, an den Vorgänger kommt das Buch für mich nicht ganz ran.

Worum geht es?
Toni, junge 17 Jahre, hat es geschafft. Sie hat einen der wenigen und sehr begehrten Plätze eines Schreibworkshops ergattert. Mit einem Bestsellerautor, in seinem Herrenhaus in Schottland. Der berühmte Autor hat sich die letzten Jahre sehr rar gemacht und seinen Landsitz nicht mehr verlassen, nun will er dem Gewinner oder der Gewinnerin des Workshops sein Vermögen hinterlassen.

Doch dann wird es unheimlich im alten Herrenhaus. Eine fremde Person wird immer wieder gesehen, Einbrüche geschehen und dann kommt noch ein Sturm auf, der alle im Herrensitz isoliert. Toni schlafwandelt und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.

Das Setting ist super, Schottland, ein alter Herrensitz, ein kauziger und auch fieser Bestsellerautor und Personal, das sich merkwürdig verhält. Mitten drin lauter Teenager, die fest entschlossen sind, das Rennen um den besten Nachwuchsautor oder die beste Nachwuchsautorin zu gewinnen. Dazu ein Verlauf, der dramatisch wird und den ich nicht spoilern möchte. Plus ganz eventuell eine zarte Love-Story.

Trotzdem ist bei mir der magische Funke leider nicht übergeflogen.
Vielleicht, weil Aktion auf Aktion folgte, insbesondere gegen Ende hin, das machte es für mich zäh. Es zog sich gerade deshalb, war mir zu lang, hatte zu viele Schlenker und den Show-Down fand ich eher naja.

Dazu gab es relativ viele Traum-Sequenzen, die mich auch etwas genervt haben.

Auf der Plus-Seite aber so süße und witzige Details, die ich total mochte (ich sage nur Pullover) und eine durchaus in weiten Teilen gut konstruierte Geschichte.

Es war für mich zwar nicht ganz rund, insgesamt hat mir das Buch aber schon gut gefallen, nicht falsch verstehen. Ich bin eben auch mit sehr hohen Erwartungen an den Start gegangen.


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  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 09.04.2026

Witzig mit Einschränkung

Betreutes Morden
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as gediegene Seniorenheim Sheldon Oaks hat illustre Bewohnerinnen und Bewohner. Eine ehemalige Innenministerin, ein ehemaliger Polizist, eine ehemalige Pathologin und ganz neu: eine Serienmörderin! Oder ...

as gediegene Seniorenheim Sheldon Oaks hat illustre Bewohnerinnen und Bewohner. Eine ehemalige Innenministerin, ein ehemaliger Polizist, eine ehemalige Pathologin und ganz neu: eine Serienmörderin! Oder eine ehemalige Serienmörderin? Carol, die nach 35 Jahren im Gefängnis glücklich in das Seniorenheim einzieht, beteuert es zumindest. Dummerweise geschieht kurz darauf ein Mord in Sheldon Oaks und Carol ist natürlich höchst verdächtig.

Das Buch klang witzig und eine Serienmörderin im Ruhestand ist mal was Neues. Auch das Buchcover gefällt mir total gut.
Beim Lesen hatte ich aber sofort Assoziationen mit dem "Donnerstagsmordclub". Auch eine Seniorenresidenz, auch schräge Charaktere mit prominenter Vergangenheit, auch Morde, auch eine Polizei, die nicht die allerhellste ist. Sehr viele Parallelen, aber einfach schwierig, wenn man sich mit der Kult-Serie messen muss. Es wirkte auf mich leider wie ein billiges Plagiat.

Doch im weiteren Verlauf des Buches habe ich diese Meinung wieder ein wenig (oder etwas mehr) revidiert.
Es hat sich dann ein wenig selbst auf die Schippe genommen, das fand ich gut und auch die Handlung hatte dann was. Zeitweise fand es ich unfassbar witzig.

Der Mordfall war dann ein wenig vorhersehbar, wobei ich auch hier mit einem aber mich selbst torpediere, denn bei der Auflösung gab es dann noch einen überraschenden Side-Kick, denn ich so nicht vorausgesehen habe.

Was mich aber wirklich auf Dauer sehr genervt hat, das waren die pseudo-spicy Szenen unter den Seniorinnen und Senioren.

Insgesamt habe ich zwar immer mit dem DMC verglichen, die überzeichneten Charaktere hatten hier aber schon auch was. Das Buch hat mich stellenweise genervt, stellenweise aber auch gut unterhalten.