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MarieausE

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2019

Bitterböse, tragisch, witzig und beste Unterhaltung

Der Zopf meiner Großmutter
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Großmutter Margo und Großvater Tschingis kommen zusammen mit ihrem Enkel Mäxchen als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland.
Großmutter hat eine sehr harte Schale, sie ist eine Helicopter-Großmutter ...

Großmutter Margo und Großvater Tschingis kommen zusammen mit ihrem Enkel Mäxchen als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland.
Großmutter hat eine sehr harte Schale, sie ist eine Helicopter-Großmutter der übelsten Sorte. Ständig macht sie Maxim klein und redet ihm ein, dass er ohnehin nicht lange mehr leben wird und kämpft mit allen Mitteln gegen die Gefahren, die tagtäglich auf ihn lauern. Bakterien in Form von Gummibärchen und Geburtstagstorten beispielsweise, die ihr aber nichts anhaben können, weswegen sie sich dann gerne opfert...
Ihr Umgang mit Maxim ist wirklich fürchterlich, man muss schon eine spezielle Art von Humor mögen, um das Buch nicht schreiend zuzuklappen.
Doch hinter der harten Schale steckt ein weicher Kern und nach und nach wird auch klar, warum Großmutter so reagiert.

Alles wird aus Sicht von Maxim erzählt, der im Buch vom Kind zum Jugendlichen heranwächst und alles mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen lässt.

Eine bitterböse, tragische, aber auch sehr witzige Geschichte über den schwierigen Neustart in einem fremden Land mit einer Vergangenheit voller Leid und Verletzungen im Gepäck. Mit Charakteren, die man überwiegend eigentlich lieber nicht persönlich kennenlernen möchte und die das Buch gerade deshalb so lesenswert machen. Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen und bin vom Erzählstil der Autorin begeistert.

Veröffentlicht am 18.06.2019

Gelungene Mischung aus Spannung und jungem Familienleben

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Gina ist inzwischen Mama einer entzückenden Tochter, Chiara und steigt mit Buchbeginn nach der Elternzeit wieder in ihren Job ein, während ihr Mann nun den zweiten Teil der Elternzeit nimmt.
Die private ...

Gina ist inzwischen Mama einer entzückenden Tochter, Chiara und steigt mit Buchbeginn nach der Elternzeit wieder in ihren Job ein, während ihr Mann nun den zweiten Teil der Elternzeit nimmt.
Die private Seite der jungen Familie nimmt einen nicht unerheblichen Teil des Buches ein und das hat mir hier sehr gut gefallen.
Die Rollenverteilung, die damit einhergehen Probleme („eine Mutter hat bei ihrem Kind zu bleiben“, das Hinterfragen, ob das wirklich eine gute Idee war, weil man vermeintlich oder auch tatsächlich manche Situation besser gemeistert hätte, wenn man statt des Mannes zu Hause geblieben wäre) und nicht zuletzt die kleine süße Chiara, die das Downsyndrom hat und deshalb motorisch etwas hinter ihren Altersgenossen hinterherhinkt und ein bezauberndes, putziges, dickköpfiges Kleinkind ist.
Es hat mir gut gefallen, mal über ein zeitgemäßes Familienbild zu lesen und hat mir auch nicht zu viel Raum eingenommen.

Der eigentlich Cold Case geht siebzig bis achtzig Jahre zurück in die Kriegszeit. Mit Rückblenden in das damalige Dorfleben und in das Zwangsarbeiterlager wird der Fall mit den heutigen Bewohnern verknüpft. Obwohl es ein fiktiver Fall ist, hätte er genauso stattfinden können und die Situation der Zwangsarbeitenden sowie die Entnazifizierung der größten Nazis hat mich schon schwer schlucken lassen. Gleichzeitig fand ich es sehr spannend, wer nun hinter den Morden steckt und vor allem warum.

Interessant fand ich auch Nebensätze wie über den Brutalismus. Zuerst dachte ich, das wäre eine gelungene Erfindung der Autorin, aber den Architekturstil gibt es wirklich.
Oder sehr treffende Beschreibungen wie „die Insektenfrau“.

Alles in allem eine richtig runde Mischung aus Spannung, Historie und Familienleben.

Veröffentlicht am 14.06.2019

EIne Frau mit einer Schwäche für Brechstangen

Tod am Strand
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Die Ehrenwerte Miss Fisher ermittelt wieder - diesmal nicht in der Fernsehserie, sondern in Buchform, fast noch besser.

In Melbourne ist ein Zirkus in der Stadt, der Jahrmarkt findet statt und bald auch ...

Die Ehrenwerte Miss Fisher ermittelt wieder - diesmal nicht in der Fernsehserie, sondern in Buchform, fast noch besser.

In Melbourne ist ein Zirkus in der Stadt, der Jahrmarkt findet statt und bald auch noch der Blumencorso, bei dem Miss Fisher die Blumenkönigin sein soll. Doch dann sind zwei Mädchen verschwunden...klar, dass da Miss Fisher um Hilfe gebeten wird.

Der Charme des Buches liegt eindeutig an seinen Charakteren, dem überaus trockene Humor, den detailreichen Beschreibungen des extravaganten Lebensstil und den witzigen Sprüche - einfach köstlich.
Es gibt unter anderem einen Vegemite-essende (uaaah, schüttel) Shaolin-Mönch und eine Zirkusdame, die auf einem Elefanten zu Miss Fisher reitet.

Ich musste immer sehr grinsen, wenn der trockene Humor wieder zugeschlagen hat, etwa als in der Spielhölle mit Beilen gekämpft wurde „überall lagen Arme und Ohren herum“.


Der Kriminalfall an sich ist aus meiner Sicht dagegen zu vernachlässigen. Bis ungefähr zur Hälfte war es auch spannend, da ich keine Idee hatte, wie die einzelnen Fäden zueinander passen sollten. Der Spannungsbogen hat dann aber in der zweiten Hälfte gelitten, manches erschien mir auch unplausibel, aber egal, darauf kam es nun wirklich nicht an.

Denn das Buch ist ein wirklich großer Lesespass, bei dem das Drumherum viel wichtiger ist als ein Mordfall.
Gerne mehr!

Veröffentlicht am 14.06.2019

Begeisterung hoch Drei

Abenteuer im Spreewald - Lilly, Nikolas und das geheimnisvolle Tagebuch
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Reiseführer, Abenteuergeschichte und wunderschöne Bilder bestaunen, das sind ja gleich drei Dinge auf einmal, das geht doch nicht? Doch!


Abenteuer im Spreewald ist ein kurzweiliger Reiseführer speziell ...

Reiseführer, Abenteuergeschichte und wunderschöne Bilder bestaunen, das sind ja gleich drei Dinge auf einmal, das geht doch nicht? Doch!


Abenteuer im Spreewald ist ein kurzweiliger Reiseführer speziell für Kinder und ihre Eltern mit vielen tollen Ausflugstipps rund um den Spreewald.
Verpackt wird das ganze in eine spannende Abenteuergeschichte, denn Lilly und Nikolaus finden am Dachboden des Ferienhauses ein altes Tagebuch und tauchen damit ab in die Geschichte ihrer Urlaubsregion. Sie erfahren viel über alte Fabeln und Geschichten und über das Leben damals, besonders aus Kindersicht, denn es ist das Tagebuch des Müllersohnes Juro.

Aber natürlich unternehmen die Kinder mit ihren Eltern auch ganz viel, so dass nach und nach ganz viele unterschiedliche Ausflugsziele im Spreewald vorgestellt werden. Mit vielen tollen Details, jetzt weiß ich beispielsweise, dass es sogar eine Gurkensauna gibt!
Das Buch macht richtig Lust, sofort den Koffer zu packen und einen Urlaub im Spreewald zu machen.

Ich bin schwer begeistert von dem Buch, das auch optisch ein Traum ist. Hochwertig gestaltet mit vielen wunderschönen Illustrationen, die die Reiselust gleich noch mehr schüren.

Für alle Familienreisen in den Spreewald mit kleineren Kindern der perfekte Reiseführer samt Vorlesebuch - auch schon zum lange Vorausplanen und in Urlaubsvorfreude schwelgen.

Veröffentlicht am 14.06.2019

Fesselnder Mix aus Mystery und Thriller

Niemalswelt
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Ich habe das Buch gestern im Freibad gelesen und auch wenn es immer viel Kritik über Rezensionen, die auf das Cover eingehen gibt, ich kann es nicht lassen...

Auf dem Cover sind die Regentropfen, die ...

Ich habe das Buch gestern im Freibad gelesen und auch wenn es immer viel Kritik über Rezensionen, die auf das Cover eingehen gibt, ich kann es nicht lassen...

Auf dem Cover sind die Regentropfen, die im Buch ständiger Begleiter sind, plastisch erhaben und fühlbar und so echt, dass ich nach dem Verlassen des Wassers auf meinem Handtuch völlig erschrocken bin und dachte, ich hätte das schöne Cover jetzt völlig vollgetropft. Super gemacht, gefällt mir gut.

Nun aber zum Inhalt:
Wie schon auf der Buchrückseite beschreiben, landen die fünf Freunde nach einem Autounfall in einer Zeitschleife, der sie nur entkommen können, wenn sie sich auf einen Überlebenden einigen. Alle anderen müssen sterben. Natürlich wollen sie sich auf diesen Wahnsinn anfangs nicht einlassen.

Mich hat das Buch völlig in seinen Bann gezogen. Es beschreibt eindringlich, wie jede/r der Freunde anders mit der fürchterlichen Situation umgeht und Stück für Stück taucht der Lesende tiefer ein in die Vergangenheit der Jugendlichen.
Eine sehr lesefreundliche große Schrift und eine ebenso angenehmer Zeilenabstand machen das Lesen zudem zu einem Vergnügen.
Es ist zwar ein Jugendbuch, hat mich als erwachsene Leserin aber genauso fasziniert.

Einziger Wermutstropfen: das Ende kam auf einmal so plötzlich und holprig und der Abschluss hat mich nicht überzeugt.