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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2024

Unterhaltsames Hörbuch, teilweise unübersichtlich

Wir finden Mörder (We Solve Murders-Serie 1)
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In „Wir finden Mörder“ von Richard Osman dreht sich alles um Amy Wheeler, eine Personenschützerin, die die berühmte Thrillerautorin Rosie D’Antonio bewachen soll. Doch als Amy verdächtigt wird, einen Mord ...

In „Wir finden Mörder“ von Richard Osman dreht sich alles um Amy Wheeler, eine Personenschützerin, die die berühmte Thrillerautorin Rosie D’Antonio bewachen soll. Doch als Amy verdächtigt wird, einen Mord begangen zu haben, bittet sie ihren Schwiegervater Steve, einen ehemaligen Polizisten, um Hilfe. Gemeinsam versuchen sie, den wahren Täter zu finden und Amys guten Ruf wiederherzustellen.

Das Hörbuch wird von Richard Barenberg und Wolfgang Wagner gelesen, die ihre Sache gut machen und die Dialoge lebendig wirken lassen. Die Figuren sind charmant und witzig. Besonders Amy, Steve und Rosie sind sympathisch und sorgen für unterhaltsame Momente. Der trockene britische Humor, für den Richard Osman bekannt ist, kommt hier wunderbar zur Geltung.

Leider hat das Hörbuch aber auch Schwächen. Es gibt sehr viele Protagonisten und Schauplätze, die häufig wechseln. Beim Zuhören wird das schnell unübersichtlich, vor allem, weil keine sichtbaren Kapitel oder Markierungen vorhanden sind, wie in einem Buch. Auch war mir nicht immer klar, wie die einzelnen Handlungsstränge zusammengehören. Das hat meinen Hörgenuss etwas getrübt.

Die Geschichte selbst ist durchaus spannend, aber durch die vielen Nebenfiguren und Handlungsorte etwas verwirrend. Für mein Empfinden war die Story etwas zu sehr in die Länge gezogen, und mir fehlte ein klarer roter Faden, an dem sich die Handlung entlang entwickelt. Der britische Humor und die liebenswerten Charaktere machen diese Schwächen jedoch teilweise wett. Trotzdem hatte ich mir insgesamt mehr versprochen und bin mir unsicher, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde.

„Wir finden Mörder“ ist trotz allem ein unterhaltsames Hörbuch mit witzigen Figuren und viel britischem Charme. Wer aufmerksam zuhören kann und Osmans Stil mag, wird sicher Freude daran haben. Für alle, die es lieber klarer und strukturierter mögen, könnte die gedruckte Buchversion besser geeignet sein.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Konnte meine Erwartungen nicht erfüllen

Ordnung für immer
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„Ordnung für immer“ von Gunda Borgeest bietet eine grundlegende Einführung in das Thema Ordnung und richtet sich besonders an Einsteiger, die noch keine Vorkenntnisse haben. Die Autorin beleuchtet psychologische ...

„Ordnung für immer“ von Gunda Borgeest bietet eine grundlegende Einführung in das Thema Ordnung und richtet sich besonders an Einsteiger, die noch keine Vorkenntnisse haben. Die Autorin beleuchtet psychologische Aspekte, gibt praktische Tipps und bietet Hilfestellungen wie Typentests und Checklisten. Ihr Schreibstil ist angenehm und verständlich, und die klare Gestaltung des Buches passt gut zum Thema und spricht mich optisch an.
Für Leser, die bereits Erfahrung mit ähnlicher Literatur haben, bleibt das Buch jedoch hinter den Erwartungen zurück. Viele der vorgestellten Konzepte und Ratschläge sind mir schon bekannt und wurden bereits in anderen Büchern ausführlicher behandelt. Innovative Ansätze oder neue Ideen habe ich leider nicht gefunden. Zudem sind die praktischen Anwendungen oft oberflächlich oder zu allgemein gehalten, um mir einen echten Mehrwert zu bieten. Beispielsweise wirken der Aufräumkalender und die Checklisten wenig hilfreich, da ihnen Tiefe und Struktur fehlen. Was aber auch daran liegen könnte, dass ich in unserem Familienhaushalt bereits viele Routinen etabliert habe und daher Punkte wie z.B. Betten machen oder durchlüften nicht extra aufgelistet brauche, da sie selbstverständlich erledigt werden.
Positiv hervorzuheben ist, dass Borgeest verschiedene Lebenssituationen und Ordnungstypen anspricht und auch das Zusammenleben mit anderen Ordnungstypen sowie die Einbindung von Kindern thematisiert. Dennoch fühlt sich die Umsetzung oft unzureichend und irgendwie schwammig an. Besonders Leser mit konkreten Erwartungen an detaillierte Anleitungen oder neue Ordnungssysteme dürften enttäuscht sein.
Insgesamt eignet sich „Ordnung für immer“ als Einstieg in die Thematik, kann aber mit anderen, fundierteren Werken zum Thema nicht mithalten. Wer bereits mit Ordnungsliteratur vertraut ist, wird hier wenig Neues finden.

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Hilfreiches und umfassendes Werk

Besser schreiben für Dummies
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In diesem Jahr habe ich nicht nur viel gelesen, sondern auch ausführlich über die Inhalte der Bücher geschrieben. Ich war daher sehr dankbar für das Buch „Besser schreiben für Dummies“ von Monika Hoffmann.

Gerade ...

In diesem Jahr habe ich nicht nur viel gelesen, sondern auch ausführlich über die Inhalte der Bücher geschrieben. Ich war daher sehr dankbar für das Buch „Besser schreiben für Dummies“ von Monika Hoffmann.

Gerade in Zeiten von künstlicher Intelligenz stellt sich die Frage, ob das Schreiben überhaupt noch dieselbe Bedeutung hat. KI ermöglicht es, in Sekundenschnelle Texte zu erstellen, die ansprechend klingen und viele Anforderungen erfüllen. Dennoch bleibt das Handwerk des Schreibens meiner Meinung nach eine unverzichtbare Fähigkeit. Schreiben ist wichtig für Alltag, Schule, Studium und Beruf. Egal, ob es nur um ein paar private Zeilen geht, eine wissenschaftliche Arbeit oder eine überzeugende berufliche E-Mail. Die Fähigkeit, eigene Gedanken klar und verständlich auf Papier zu bringen, ist in allen Bereichen gefragt.

Hier hilft „Besser schreiben für Dummies“. Das Buch deckt eine breite Palette an Themen ab und bietet wertvolle Unterstützung – vom Arbeitsplatz und Arbeitsmittel über Onlinetexte bis hin zur gendersensiblen Sprache. Die zahlreichen Beispiele machen die theoretischen Inhalte greifbar und helfen, das Gelesene besser zu verstehen. Besonders praktisch ist die klare Struktur des Buches, denn Kapitelübersichten und leicht verständliche Erklärungen ermöglichen es, gezielt nach bestimmten Themen zu suchen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es die Vielfalt des Schreibens bewusst macht. Zwar können KI-Tools viele Aufgaben erleichtern, beispielsweise die Rechtschreibprüfung, doch der individuelle Stil eines Textes bleibt einzigartig. Und amm Ende liegt es immer am Verfasser selbst, für welche Zielgruppe er schreibt und wie der Text wirkt und gelesen wird.

Schreiben zu können ist eine zentrale Fähigkeit, die weit über den Einsatz digitaler Werkzeuge hinausgeht. Dieses Buch ist eine wertvolle Hilfe, um diese Kompetenz zu vertiefen und das eigene Schreibhandwerk zu verbessern.

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Konnte meine Erwartung nicht erfüllen

Die Besucherin
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„Die Besucherin“ ist der neue Roman der Erfolgsautorin Joy Fielding. Der Klappentext verspricht psychologische Spannung:
Als Linda Davidson ihre Freundin Carol in der Klinik besucht, sorgt der plötzliche ...

„Die Besucherin“ ist der neue Roman der Erfolgsautorin Joy Fielding. Der Klappentext verspricht psychologische Spannung:
Als Linda Davidson ihre Freundin Carol in der Klinik besucht, sorgt der plötzliche Tod eines Patienten für Unruhe. War es wirklich ein natürlicher Tod? Bei ihren Nachforschungen trifft Linda auf die an Demenz erkrankte Jenny Cooper, eine ältere Patientin, die behauptet, bereits Menschen getötet zu haben. Spielt Jenny ein Spiel, oder steckt mehr dahinter? Als Linda tiefer gräbt, verstrickt sie sich in ein Netz aus Geheimnissen und Lügen – mit verhängnisvollen Konsequenzen.
Mit diesem spannenden Ausgangspunkt und der Autorin Joy Fielding verbindet man als Leser gewisse Erwartungen an Atmosphäre und Raffinesse. Leider konnte „Die Besucherin“ diese aus meiner Sicht nicht ganz erfüllen. Der Roman ist eher ein durchschnittlicher Spannungsroman mit wenig Nervenkitzel – weder ein typischer Psychothriller noch ein Buch, das fesselt.
Die kurzen Kapitel lassen sich flüssig lesen, und Fieldings Beschreibungen von Charakteren und Schauplätzen sind durchaus anschaulich. Doch die Handlung plätschert eher dahin, und trotz des wichtigen Themas Demenz bleibt die Geschichte überraschend emotionslos und ohne Atmosphäre.
Trotz dieser Schwäche habe ich, in der Hoffnung auf eine überraschende Wendung, weitergelesen. Dank des guten Schreibstils war es nicht unbedingt langweilig, aber wirklich begeistern konnte mich die Geschichte nicht. Das Ende wurde zwar etwas lebendiger, konnte den faden Gesamteindruck jedoch nicht retten.
Liest man den Roman ohne große Erwartungen als leichtes Zwischendurch-Buch, ist er durchaus in Ordnung. Wer jedoch auf einen typischen Joy-Fielding-Knaller hofft, dürfte hier enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Leicht zu lesen, ohne Aha-Effekt

So alt war ich noch nie
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Das farbenfrohe Cover und das Thema von Stefanie Hielschers Buch „So alt war ich noch nie. Über das, was uns ab 50 erwartet“ haben mich sofort angesprochen. Obwohl ich den Podcast der Autorin nicht kenne, ...

Das farbenfrohe Cover und das Thema von Stefanie Hielschers Buch „So alt war ich noch nie. Über das, was uns ab 50 erwartet“ haben mich sofort angesprochen. Obwohl ich den Podcast der Autorin nicht kenne, weckten die Interviews und Tipps, die das Buch verspricht, meine Neugier.

Hielschers Schreibstil ist angenehm leicht und macht es einfach, die Interviews zu lesen. Einige der befragten Frauen waren mir bekannt, andere entdeckte ich neu. Die Gespräche bieten zwar interessante Einblicke in die Lebenswege und Erfahrungen der Frauen, doch insgesamt empfand ich die Darstellung als etwas oberflächlich. Ich hätte mir gewünscht, dass genauer auf die individuellen Beschwerden, psychischen Herausforderungen und das familiäre Umfeld eingegangen wird. Außerdem hätte ich es spannend gefunden, mehr über konkrete Tipps und „Überlebensstrategien“ zu erfahren, die die Frauen genutzt haben, um ihre Situationen zu meistern. Die porträtierten Frauen sind überwiegend beruflich erfolgreich, attraktiv und oft in der Medienbranche tätig. Auch wenn einige von ihnen Herausforderungen wie Trennungen oder Krankheiten bewältigt haben, vermitteln die Geschichten ein Bild von großer Zufriedenheit in und nach der Lebensmitte.

Diesen Eindruck kann ich aus meinem eigenen Umfeld nicht uneingeschränkt teilen. Viele Frauen in den Wechseljahren oder danach stehen vor großen Herausforderungen: gesundheitlichen Problemen, der Pflege von Angehörigen oder finanziellen Schwierigkeiten. Auch ein Blick auf Frauen, die mit dem Alter, dem Älterwerden oder den Wechseljahren hadern, hätte dem Buch mehr Ausgewogenheit verliehen und das Themenspektrum erweitert.

Die Tipps, die Hielscher gibt, sind nachvollziehbar und praktisch, aber ein echter Aha-Moment blieb aus. Das Buch konnte mich leider nicht so fesseln wie andere Werke zu diesem Thema. Leserinnen, die den Podcast der Autorin kennen und schätzen, finden vermutlich einen leichteren Zugang.

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