Spannender Krimi plus viel kretisches Flair = beste Unterhaltung
Kretische FeindschaftMichalis Charisteas arbeitet bei der Mordkommission in Chania / Kreta. Seine Familie betreibt eine Taverne am Hafen, seine Freundin Hannah kommt aus Deutschland und ist gerade zu Besuch, unter anderem ...
Michalis Charisteas arbeitet bei der Mordkommission in Chania / Kreta. Seine Familie betreibt eine Taverne am Hafen, seine Freundin Hannah kommt aus Deutschland und ist gerade zu Besuch, unter anderem auch um an ihrer Doktorarbeit zu schreiben. In einem Nachbarort wird der Bürgermeister vermisst und dessen Ehefrau lässt ihre Beziehungen spielen damit sich neben den – ihrer Meinung nach unfähigen – Dorfpolizisten auch „fähige Leute“ darum kümmern. Als der Mann kurz darauf tot in seinem Auto an der Steilküste gefunden wird, sollen Michalis und sein Kollege Koronaios die Ermittlungen jedoch rasch einstellen und es als Unfall abtun. Doch Michalis' Bauchgefühl sagt etwas anderes und als auch noch ein Mord geschieht, muss auch Jorgos, der Leiter der Mordkommission und Onkel von Michalis, einsehen, dass hier die Ereignisse aus dem Ruder zu laufen drohen. Meine Meinung: die Geschichte könnte genauso gut in Castrop-Rauxel oder in der Bretagne spielen. Sie ist gut und spannend erzählt und macht alleine schon viel Spaß beim lesen. Was das Buch aber so besonders macht, ist das Lokalkolorit und der liebevolle und genaue Blick auf die Kreter und ihre Schrulligkeiten. Da ist die Familie, die einerseits zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt, aber um den Preis das alle alles wissen oder zumindest wissen wollen – was mitunter zu skurrilen Ergebnissen führt. Das alles ist so a) spannend und b) humorvoll, dass ich gerne fünf von fünf Sternen vergebe.