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Markus1708

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Veröffentlicht am 26.06.2024

Exotischer Schauplatz, mythische Ereignisse, spannendes Buch

Bretonische Sehnsucht
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Ouessant ist eine Insel mitten im Atlantik, der Bretagne vorgelagert. Dort lebt eine eingeschworene Gemeinschaft vom Tourismus und der Landwirtschaft, friedlich in den Tag hinein. Doch eines Tages wird ...

Ouessant ist eine Insel mitten im Atlantik, der Bretagne vorgelagert. Dort lebt eine eingeschworene Gemeinschaft vom Tourismus und der Landwirtschaft, friedlich in den Tag hinein. Doch eines Tages wird ein keltischer Musiker ans Ufer angeschwemmt – äußerlich unverletzt, aber halt tot. Kommissar Dupin macht sich auf den Weg, dem auf den Grund zu gehen, denn anfangs ist nichts auszuschließen: war es ein Unfall? Hatte der Tote vielleicht einen Herzinfarkt und ist aufgrund dessen ins Meer gestürzt? Oder was es doch Mord? Vor Ort angekommen stellt Dupin fest, dass er es mit einem merkwürdigen Menschenschlag zu tun hat … es gibt Sirenen, Priesterinnen, Geschichtenerzählerinnen und eine geheimnisvolle Druidin, die ihn mit ihren Andeutungen mehr als einmal rätselnd stehen lässt. Als noch eine zweite Leiche angespült wird, holt Dupin sich erstmal Verstärkung in Form seiner Kollegen vom Festland - aber auch zu viert werden die Rätsel nicht weniger: Warum liegt ein uraltes Wachskreuz auf dem Bett der Toten? Welche Rolle spielt die unbewohnte Nachbarinsel? Warum verschwinden Gegenstände aus einem eigentlich verschlossenen Mausoleum? Dupin steht der ungewöhnlichsten Ermittlung seiner Karriere gegenüber – und das liegt nicht nur daran, dass er sich auf der Insel mit einem E-Bike statt seinem Auto fortbewegen muss…
Meine Meinung: Auch in seinem 13. Fall ist Kommissar Dupin mal wieder in Höchstform – sowohl was die Story selbst betrifft, also auch das Lesevergnügen, ihm bei seinen Ermittlungen zu folgen. Die Geschichte sprüht vor Augenzwinkern und Wortwitz, ist dabei aber auch spannend und interessant. Dank des einen oder anderen Referats seiner neunmalklugen Assistenten erfährt man mal wieder viel über die Bretagne und ihre Bedeutung für die Kultur des Abendlands. Für mich Unterhaltung auf höchstem Niveau in einer Reihe von tollen Büchern – Jean-Luc Bannalec hat die Latte schon vor langer Zeit sehr hoch gesetzt, und schafft es jedes Mal aufs neue, das Level zu halten. Daher von mir – wie immer – fünf von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 23.06.2024

Wer hat die Verantwortung für den toten Patienten - die Chirurgin oder die KI?

Der 1. Patient
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Sasha Müller arbeitet als Chirurgin in einer technikaffinen Klinik in Berlin. Zu den modernen Möglichkeiten die sich ihr bieten, gehört auch die Operationsplanung durch eine künstliche Intelligenz. Als ...

Sasha Müller arbeitet als Chirurgin in einer technikaffinen Klinik in Berlin. Zu den modernen Möglichkeiten die sich ihr bieten, gehört auch die Operationsplanung durch eine künstliche Intelligenz. Als ihr aber auf dem OP-Tisch ein Patient stirbt, stellt sich die Frage nach der Verantwortung. In einem Prozess vor einem Berliner Gericht geht es somit um vieles: Wer trägt die Schuld für einen toten Patienten - die ausführende Chirurgin, oder die KI im Hintergrund. Es bedarf einer ausgeklügelten Strategie ihres Verteidigers Rocco Eberhardt und der Recherche des besten Freundes und Privatermittlers Tobias Baumann, um Licht ins Dunkel zu bringen und der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Aber wer gewinnt und wer verliert, wenn es auch um essentielle Fragen rund um Ethik, Gewissen, Profit und Fortschritt geht..?
Meine Meinung: ein spannendes Buch das die Hintergründe um den Fortschritt in der Medizin beleuchtet - wie lassen sich Fortschritt und Profitstreben unter einen Hut bringen? Was ist moralisch vertretbar und ethisch noch möglich? Wie weit können/dürfen/müssen wir uns in die Hände neuer Technologien begeben? Das Buch nimmt diese Themen und verwebt sie mit einem fiktiven Kriminalfall wie er so hoffentlich niemals vor Gericht landen wird. Ich vergebe vier von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Mord ohne Leiche? Capitaine Blanc ermittelt auf einem Weingut...

Unheilvolles Lançon
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Capitaine Roger Blanc ermittelt … aber was eigentlich? Eine Kameradrohne überfliegt routinemäßig ein Weingut um die Reben zu kontrollieren. Am Ende des Flugs nimmt die Drohne zufällig eine Frau auf, die ...

Capitaine Roger Blanc ermittelt … aber was eigentlich? Eine Kameradrohne überfliegt routinemäßig ein Weingut um die Reben zu kontrollieren. Am Ende des Flugs nimmt die Drohne zufällig eine Frau auf, die in einer Senke auf dem Bauch liegt. Die Winzerin alarmiert die Polizei, doch niemand wird vermisst und schließlich ist es ja nicht strafbar, dort zu liegen. Aber Blancs Misstrauen ist geweckt, denn die Personen auf Château Richelme verhalten sich merkwürdig: Der Seniorchef liegt im Sterben, seine deutlich jüngere Frau will das Gut verkaufen, der zornige Sohn will es unbedingt behalten, ist aber enterbt. Der Makler möchte seine Provision verdienen und der Vorarbeiter scheint schon wegen seiner Herkunft verdächtig. Die Frau bleibt nicht das einzige Opfer, und Blanc benötigt mal wieder sein ganzes Team um endlich Licht ins Dunkel zu bringen und festzustellen, wer da über Leichen geht.
Meine Meinung: Auch der elfte Band rund um den nach Südfrankreich zwangsversetzten Capitaine Blanc ist mal wieder spannend, sehr unterhaltsam, toll zu lesen und das reine Lesevergnügen. Die Geschichte ist anfangs nebulös, denn wie und was soll man ermitteln, wenn es keine Leiche gibt? Dazu die Weiterentwicklung all der privaten Handlungsstränge rund um Blancs neue Beziehung, seine alte Affäre, seine Kolleginnen und Kollegen – all das ergibt Lesespaß auf höchstem Niveau und bedeutet von mir fünf von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 07.06.2024

Ist der Pontem-Code ersteinmal entschlüsselt, droht das Ende der Menschheit

Divinus: Der Pontem-Code
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Das Ende der Menschheit in Freiheit ist nah – die Geheimorganisation „Insurgents“ hat die letzten Reserven Divinus – einer außerirdischen Energieform – in ihrer Gewalt. Sie wollen ein Portal zu einem fremden ...

Das Ende der Menschheit in Freiheit ist nah – die Geheimorganisation „Insurgents“ hat die letzten Reserven Divinus – einer außerirdischen Energieform – in ihrer Gewalt. Sie wollen ein Portal zu einem fremden Planeten errichten und mit dessen Hilfe den Außerirdischen mit ihrer fortgeschritteneren Technologie die Herrschaft über die Erde ermöglichen. Eine kleine Gruppe Widerständler setzt sich dem entgegen, doch zum einen sind sie arg geschwächt, zum anderen könnte der Feind auch in den eigenen Reihen lauern. Wem kann man unter diesen Umständen noch trauen? In einer atemlosen Hetzjagd geht es über verschiedene Schauplätze weltweit, hin zum finalen Showdown in einem stillgelegten Stahlwerk. Der letzte Code ist entschlüsselt, das Portal kurz davor, zur Invasion der Erde genutzt werden zu können. Schaffen die Widerständler es, es wieder zu schließen? Wie hoch ist der Preis dafür und wer ist bereit, in zu bezahlen? Antworten finden sich in diesem – mal wieder – überaus spannenden Buch des österreichischen Autors Roland Hebesberger.
Meine Meinung: Wie schon oft zuvor geschrieben – man sollte die vorherigen Bücher des Autoren auch gelesen haben! Einerseits, weil man ansonsten hier oftmals die Zusammenhänge nicht versteht. Vieles wird zwar erklärt, aber BESSER ist es, wenn man die Erfahrungen aus den vorigen Bänden bereits hat. Und andererseits weil auch die vorigen Bände überaus spannende Bücher sind! Denn alles hängt hier mit allem zusammen – alle Bücher die Roland Hebesberger bislang geschrieben hat, beschreiben einen zusammenhängenden Kosmos und bauen aufeinander auf. Alle Protagonisten der zuvor veröffentlichen Reihen tauchen hier im zweiten reihen-übergreifenden Band auf und bekommen kapitelweise ihren Platz. So setzt sich Puzzlestück für Puzzlestück das Bild weiter fort, bekommt die Geschichte einen unglaublichen Sog und wird zum echten Pageturner. Ich habe bislang alle Bücher von Hebesberger gelesen und werde trotzdem jedes Mal aufs neue überrascht, wie komplex, ineinander schlüssig und unglaublich spannend der Fortgang der Geschichte als Ganzem ist. Wenn ich einen Hut hätte, ich würde ihn vor dieser Leistung ziehen! Somit vergebe ich – selbstverständlich – auch für dieses Meisterwerk wieder die volle Punktzahl und bin schon extrem gespannt wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 01.04.2024

SPANNENDE Story plus sehr viel kretisches Flair = der sechste Band der Buchreihe ist ein echtes Highlight!

Kretisches Rätsel
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Michalis Charisteas, Kommissar der kretischen Hafenstadt Chania, ist kurz vor der Hochzeit mit seiner deutschen Freundin Hannah – die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, die Ankunft seiner zukünftigen ...

Michalis Charisteas, Kommissar der kretischen Hafenstadt Chania, ist kurz vor der Hochzeit mit seiner deutschen Freundin Hannah – die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, die Ankunft seiner zukünftigen deutschen Verwandten steht unmittelbar bevor. Damit er sich bloß nicht in irgendwelche Art von Gefahr begibt, wird er zusammen mit seinem Kollegen Koronaios von aufwändigen Ermittlungen ferngehalten. Und so erscheint es zunächst als Lappalie, als in einem Kloster auf der Halbinsel Akrotiri ein bewusstloser Mann von den Mönchen gefunden wird. Der behauptet zunächst, es sei ein Unfall gewesen, doch kurze Zeit später ist der Archäologe Markos Papastamatakis tot – gefunden auf dem Palastgelände von Knossos. Erneut „nur ein Unfall“? Die örtliche Polizei will die Akten schnell schließen, denn ein Mord könnte ja Touristen verschrecken. Doch zwei weitere Todesfälle treiben Michalis und Koronaios nicht nur quer über die ganze Insel, sie bringen sie selbst auch in tödliche Gefahr. Denn eine mysteriöse Tonscheibe, die vielleicht das Rätsel um den Diskus von Phaistos lösen könnte, ist offenbar Grund genug, dafür über Leichen zu gehen. Als dann die deutschen Verwandten eingetroffen sind und der leibliche Vater von Hannah auch noch eigene Wege geht, überstürzen sich die Ereignisse für Michalis – und nicht nur seine zukünftige Ehe steht auf dem Spiel …

Meine Meinung: Dies ist der sechste Krimi von Nikos Milonás und bislang derjenige mit den größten Entfernungen von Chania – denn die Schauplätze sind nicht nur dortselbst, sondern reichen unter anderem bis nach Kato Zakros im äußersten Osten der Insel. Als Kreta-Liebhaber sind mir alle Schauplätze aus eigener Erfahrung bekannt – was das Lesevergnügen natürlich deutlich steigert. Man merkt aber auch mit jeder Zeile, wie sehr der Autor selbst die Insel und seine Bewohner liebt. In Verbindung mit der spannenden, manchmal dramatischen und emotionalen Story, ergibt dass das perfekte Lesevergnügen. Und wer dann nach Kreta reist, kann auf einer ausgedehnten Rundfahrt die Schauplätze abfahren und feststellen: Alle Orte sind so, wie der Autor sie beschreibt. Für mich ist der sechste Fall rund um Michalis Charisteas ein weiterer Höhepunkt in einer tollen Buchreihe. Ich vergebe nicht nur sehr gerne fünf von fünf Sterne, ich freue mich auch jetzt schon auf einen folgenden Band im kommenden Jahr…

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