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Veröffentlicht am 18.11.2021

Spannende und Kurzweilige Urban Fantasy mit Vogelwandlern

Funkenfeder
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Werwölfe sind ein immer wieder beliebtes Thema in der Phantastik, aber hin und wieder trifft man auch auf andere Gestaltwandler. In Funkenfeder sind es nun Vogelwandler, Menschen, die sich in Vögel verwandeln ...

Werwölfe sind ein immer wieder beliebtes Thema in der Phantastik, aber hin und wieder trifft man auch auf andere Gestaltwandler. In Funkenfeder sind es nun Vogelwandler, Menschen, die sich in Vögel verwandeln können. Von der Meise bis zum Adler … und wie so oft haben auch diese Wandler Gesetze und Möglichkeiten, die sie vor den Augen der Ahnungslosen (Menschen) verbergen sollen. Nur wenn man ein Phönix ist greifen diese Gesetze nicht, denn dann muss man sich auch vor der eigenen Art verstecken, was nicht so leicht ist.
In Funkenfeder wird der Leser sofort in das geschehen hineingeworfen. Ria kennt die Gesetze, sie weiß was sie ist und sie muss damit umgehen. Dem Leser werden Tatsachen präsentiert und es fällt Anfangs etwas schwer sich auf die Ereignisse einzulassen, da man das Gefühl bekommt, irgend etwas verpasst zu haben. Glücklicherweise legt sich dieses Gefühl bald und man kann anhand der Häppchen, die einem zugeworfen werden, nach und nach in die Geschichte eintauchen. Und auch Ria, die sehr sympathische Hauptperson, hat noch einiges zu lernen.
Spannend und unterhaltsam zeichnet Ines Plagemann eine Gesellschaft mit besonderen Fähigkeiten, die jedoch auch nicht perfekt ist und ähnliche Probleme wie die menschliche Gesellschaft hat.
Ich meckere zwar immer wieder, wie langweilig magische Schulen sind, bzw. sein können, aber in Funkenfeder steht das Waisenhaus nicht im Vordergrund, es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die über Freundschaft hinaus gehen.
Funkenfeder ist unterhaltsame Urban Fantasy für Jugendliche und junggebliebene Erwachsene, die Freude an Vögeln haben. Und das (sehr sehr fiese) Ende macht neugierig auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Eine kurzweilige Geschichte des Lebens

Eine (sehr) kurze Geschichte des Lebens
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Eine (sehr) kurze Geschichte des Lebens ist genau das: Eine sehr kurze Geschichte des Lebens, beginnend beim ersten Erscheinen einzelligen Lebens bis zur Entstehung des Homo sapiens (womit anscheinend ...

Eine (sehr) kurze Geschichte des Lebens ist genau das: Eine sehr kurze Geschichte des Lebens, beginnend beim ersten Erscheinen einzelligen Lebens bis zur Entstehung des Homo sapiens (womit anscheinend die bisher wichtigsten Phasen der Geschichte des Lebens abgedeckt sind). Kurz und amüsant erzählt Henry Gee wie sich das Leben entwickelte und wie manche Formen und Arten wieder verschwanden. Und dabei ist es zudem noch informativ … nur … leider hat das Buch auch ein paar Schwächen, die dem Laien das Verständnis etwas erschweren. Da wird mit wissenschaftlichen Namen um sich geworfen und der Leser wird ein bisschen alleine gelassen, oder darf sich mit Beschreibungen zufriedengeben. Anomalocaris, Duncleosteus, Lufengpithecus … und andere. Die eine oder andere Abbildung wäre hilfreich und würde den Leser nicht teilweise ratlos zurück lassen. Denn außer einige nützliche Zeittafeln bietet das Buch keine weiteren Abbildungen.
Auch werden systematische Begriffe durcheinandergemischt … etwas, das in vielen populärwissenschaftlichen Büchern mit biologischen Zusammenhang passiert und ich mir da nicht sicher sein kann, ob es Übersetzungsfehler sind oder ob man das nicht so ernst nimmt wenn man mal von fünf Arten der Stachelhäuter spricht, die später dann doch mehr Arten sind. Das mag zwar kleinlich sein, aber es macht auch einen kleinen Unterschied.
Abgesehen von diesen kleinen Fehlern (wobei die fehlenden Abbildungen nicht unbedingt ein Fehler sind sondern es einfach nur schade ist dass manchen Tieren keine Gestalt zugeordnet werden kann, vor allem jenen, die doch etwas skurril erscheinen mögen) ist das Buch informativ und kurzweilig (sogar erstaunlich kurzweilig).

Veröffentlicht am 17.11.2021

Gelungene Fortsetzung

Der dunkle Kristall - Zeit der Lieder
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Das Abenteuer der Gelflinge geht weiter. Und so schön es auch war in Ära der Schatten wieder ein bisschen in Jugenderinnerungen schwelgen zu können, so legt Zeit der Lieder noch einiges drauf. Der Leser ...

Das Abenteuer der Gelflinge geht weiter. Und so schön es auch war in Ära der Schatten wieder ein bisschen in Jugenderinnerungen schwelgen zu können, so legt Zeit der Lieder noch einiges drauf. Der Leser wird in eine spannende Handlung hineinversetzt und lernt mehr über die Welt Thra kennen. Den hassenswerten Skeksen stehen die Mystiker gegenüber, jeden Wesen die man auch als Uru kennt und auch über die Gelflinge erfährt man mehr. Neben einer spannenden und sehr unterhaltsamen Handlung, die mir sogar besser gefallen hat als in Ära der Schatten wird eine kreative Welt präsentiert, die schöne Bilder entstehen lässt und durch ihre Fremdartigkeit die Fantasie des Lesers herausfordert.
Das Charakterdesign ist liebevoll und führt das Worldbuilding von Jim Henson gekonnt um, bzw. kann die Welt des Films greifbar und sehr real erscheinen.
Es ist oft schwierig bekannte Fantasywege zu verlassen und etwas Neues zu präsentieren, aber mit DER DUNKLE KRISTALL ist das gelungen. Und trotz der Fremdartigkeit fällt es dem Leser nicht schwer sich fallen zu lassen und sich für ein paar Stunden auf Thra einzulassen.

ZEIT DER LIEDER ist kurzweilige, kreative und spannende Unterhaltung für jeden Fantasyliebhaber.
Kenntnisse der NETFLIX-Serie sind keine Voraussetzung, allerdings sollte man Ära der Schatten gelesen haben.

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Veröffentlicht am 15.11.2021

Unbefriedigend

Grünblatt & Silberbart
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Tom Flambard ist das Pseudonym eines bekannten deutschen Krimi- und Thriller-Autors mit einer heimlichen Schwäche für Urban Fantasy. Nun ja, vielleicht wäre es besser gewesen, wenn der Autor seinem Genre ...

Tom Flambard ist das Pseudonym eines bekannten deutschen Krimi- und Thriller-Autors mit einer heimlichen Schwäche für Urban Fantasy. Nun ja, vielleicht wäre es besser gewesen, wenn der Autor seinem Genre treu geblieben wäre. Andererseits ist es auch verständlich, dass er sich hinter einem Pseudonym versteckt. Und das Lektorat/Korrektorat hat auch ein bisschen geschlafen.
Grünbart & Silberbart bietet klassische Fantasy. Wer Elfen und Zwerge mag, der wird vielleicht (oberflächlich betrachtet) Spaß an den Geschichten haben, aber was man nicht erwarten kann ist Tiefgang. Drei Geschichten auf 220 Seiten, da kann man auch kaum Charakterentwicklung erwarten, wenn die Fälle der beiden ungleichen Ermittler im Vordergrund stehen. Allerdings sind diese Fälle auch nicht sonderlich interessant und selbst von einem Krimiautor könnte man mehr erwarten, selbst wenn er sich im Fantasybereich austoben will, obwohl ... so richtig von Austoben kann man nicht sprechen. Schade irgendwie, denn der Klappentext versprach zumindest witzige Fantasy. Aber ... man bekommt viel Hintergrund über die Stadt und ihre Bewohner. Allerdings bleibt dabei die eigentliche Handlung auf der Strecke und so kann man zwar sagen, dass man die drei Geschichten schnell gelesen hat, aber befriedigend ist das nicht. Fantasy kann bombastisch sein, sie kann auch stille Züge annehmen. Vieles ist möglich und auch hier wäre vieles möglich, nur ... bekannte Wege werden nicht verlassen und selbst wenn man eine Mischung von Krimi und Fantasy erwartet wird die Verbindung nicht ersichtlich.
Was den Lesefluss dann zusätzlich stört sind Rechtschreib- und Logikfehler oder falsche Bezeichnungen der Charaktere.
Nicht, dass ich darauf herumreiten will, aber von einem bekannten (und dadurch vermutlich auch erfolgreichen) Krimiautor kann man mehr erwarten, auch wenn er sich an ein fremdes Thema wagt. Ein Meisterwerk sind die Geschichten nicht.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Kurz, knapp, informativ

Waldwissen kompakt
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Waldwissen kompakt stellt kurz und knapp, aber in manchen Bereichen sehr ausführlich, den Lebensraum Wald so vor, wie ihn der durchschnittliche Spaziergänger kaum wahrnimmt.
Dabei versucht der Autor einen ...

Waldwissen kompakt stellt kurz und knapp, aber in manchen Bereichen sehr ausführlich, den Lebensraum Wald so vor, wie ihn der durchschnittliche Spaziergänger kaum wahrnimmt.
Dabei versucht der Autor einen neutralen Tonfall, auch bei einigen sehr heiklen Themen (wie beispielsweise die Jagd).
Verhaltensregeln gehen jeden Besucher etwas an und es ist durchaus sinnvoll sie zu kennen und sich auch daran zu halten- Etwas spezieller sind die Vorstellungen verschiedener Waldberufe, die mehr beinhalten als Jäger und Förster. Natürlich fehlen auch Pflanzen und Tiere nicht, allerdings ist Waldwissen kompakt kein Bestimmungsbuch, so dass vor allem das Kapitel der Tiere (in meinen Augen) doch etwas zu kurz kommt.
Aber abgesehen von dieser kleinen Schwäche bekommt der Interessierte auf wenigen Seiten einen guten Überblick in Wort und Bild über den Lebensraum Wald und seine Bedeutung für uns.