Profilbild von MartinS

MartinS

Lesejury Star
offline

MartinS ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MartinS über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2022

Naja....

Das Gemälde von Ashton Manor
0

Eine Gothic Novel ... der Klappentext ist vielversprechend und macht neugierig und auch der Anfang von DAS GEMÄLDE VON ASHTON MANOR ist gelungen und lässt den Leser leicht und problemlos in die Geschichte ...

Eine Gothic Novel ... der Klappentext ist vielversprechend und macht neugierig und auch der Anfang von DAS GEMÄLDE VON ASHTON MANOR ist gelungen und lässt den Leser leicht und problemlos in die Geschichte eintauchen. Ian Ashton ist ein gut skizzierter, glaubwürdiger Charakter, man merkt wie viel Liebe die Autorin in ihren Protagonisten gesteckt hat. Nur ... im Vergleich zu Ian verblassen die Nebendarsteller und bleiben entweder schemenhaft oder so klischeebeladen, dass ihre Motive schnell ersichtlich sind. Das geht natürlich zu Lasten der Handlung, die dadurch eher Kurzgeschichtencharakter bekommt, mit dem Nachteil zu lang zu sein. Zumal die Geschichte sehr vorhersehbar ist. Hin und wieder kann die Autorin eine schaurige Atmosphäre erzeugen, auch was die Erotik anbelangt kann dem Leser ein Schauer über den Rücken laufen, aber ... wenn man ehrlich ist, kann man nicht behaupten, dass an irgendeiner Stelle (abgesehen vielleicht vom Prolog) Spannung erzeugt wird.
Eine Gothic Novel, die kurze wie eine Novelle ist, aber das typische Gothicflair größtenteils vermissen lässt. Schade eigentlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2022

Gelungener "Abschluss"

Das verbotene Kapitel
0

DAS VERBOTENE KAPITEL ist der (vermutliche) Abschluss der Fantasy-Reihe DIE BIBLIOTHEKARE und in meinen Augen durchaus gelungen. Genevieve Cogman schließt selbst zwar nicht aus, dass es irgendwie weiter ...

DAS VERBOTENE KAPITEL ist der (vermutliche) Abschluss der Fantasy-Reihe DIE BIBLIOTHEKARE und in meinen Augen durchaus gelungen. Genevieve Cogman schließt selbst zwar nicht aus, dass es irgendwie weiter gehen wird, aber man kann den achten Band gut als Abschluss sehen. Es gibt keinen Cliffhanger, aber es sind noch viele Möglichkeiten offen, die Geschichte weiter zu führen. Manchen Autoren fällt es schwer einer Reihe ein Ende zu bereiten (falls das passiert, manche Reihen bleiben offen ... weil der Verfasser nicht weiterschreibt oder verstorben ist), aber Genevieve Cogmann macht ihren Job gut. Der Anfang zieht sich etwas und dann wird es etwas verwirrend, aber auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise, dass man sich ein bisschen an Dr. Who erinnert fühlt. Gleichzeitig steigt der Spannungsbogen langsam an und so endet alles so wie man es erwarten darf: In einem fulminanten Finale, das zu einem überraschenden Ende führt.
Ich kenne nicht alle Teile der Reihe und angeblich lassen sich die Bände auch einzeln lesen, aber ich fand es hilfreich doch den einen oder anderen Teil zu kennen. Neuleser könnten sich etwas verloren vorkommen. Es mag selbst für Fans etwas kompliziert werden wenn es an die tiefsten Geheimnisse der BIBLIOTHEK geht. Aber das Lesen lohnt sich. Die Charaktere (Irene, Kai und Vale) sind sympathisch und auch die weniger wichtigen Charaktere werden glaubwürdig dargestellt. Und die Antagonisten ... höchst interessante und undurchschaubare Gestalten ...
Im Großen und Ganzen ein Lesevergnügen, allerdings habe ich das Gefühl, dass die Übersetzung nicht immer perfekt ist und sich einige Grammatikfehler eingeschlichen haben (und das will schon etwas heißen, wenn mir das soweit auffällt, dass es eine Erwähnung wert ist).
Trotzdem ...für Fans der Reihe bildet DAS VERBOTENE KAPITEL einen würdigen Abschluss. Genevieve Cogman gibt alles.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2022

Kai Meyer einmal anders ... aber immer noch gut

Die Bücher, der Junge und die Nacht
0

Kai Meyer einmal anders. Der Vielschreiber beliebter Fantasybücher wagt sich hier in ein anderes Genre: den historischen Roman, auch wenn die Vergangenheit nicht so weit zurück liegt.
Erzählt wird die ...

Kai Meyer einmal anders. Der Vielschreiber beliebter Fantasybücher wagt sich hier in ein anderes Genre: den historischen Roman, auch wenn die Vergangenheit nicht so weit zurück liegt.
Erzählt wird die Geschichte in drei Zeitebenen und erst im Laufe der Handlung werden die Zusammenhänge ersichtlich. Es ist eine komplexe Geschichte, die sehr detailgetreu erzählt wird. Kai Meyer gelingt es problemlos, ähnlich wie in seinen Fantasywelten, den Leser zu fesseln und in eine andere Zeit zu versetzen.
Die Charaktere sind vielschichtig, interessant und in allen drei Zeitebenen wird langsam Spannung aufgebaut, dass man das Buch nicht aus den Händen legen will, oder ... wie im Falle des Hörbuchs ... es am Stück zu Ende hören möchte ... sind ja nur fast 16 Stunden..
Gesprochen wird das Hörbuch von drei großartigen Künstlern: Maria Koschny (die mit PHANTASMEN auch schon Kai Meyer-Erfahrung hat), Simon Jäger (der auch schon andere Meyer-Bücher gesprochen hat) und Schauspieler Johann von Bülow (bekannt unter anderem für MORD MIT AUSSICHT und HERR UND FRAU BULLE).
Auch wenn ich nicht wusste auf was ich mich einlassen würde, so konnte mich Kai Meyer durchaus überraschen. Ich habe zwar auch auf den fantastischen Moment gewartet (und wenn man Bücher liebt oder ein Buch über Bücher liest, wird es auf eine gewisse Art und Weise auf realistische Weise immer fantastisch), so blieb der Autor immer auf dem Boden der Tatsachen und kann überzeugen.
DIE BÜCHER, DER JUNGE UND DIE NACHT ist ein ergreifendes Buch, das auch als Hörbuch seriös und fesselnd umgesetzt wurde. Für Liebhaber von Büchern über Büchern ein Lesespaß. Und auch aus geschichtlicher Sicht ein interessantes Buch, wird doch der zweite Weltkrieg und das geteilte Deutschland thematisiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2022

Die Welt der Götter ... höchst unterhaltsam

Medusa: Verdammt lebendig
0

Was für eine Überraschung: Eine Horde an Göttern aus allen möglichen Mythologien (griechisch, babylonisch, ägyptisch, nordisch ...) und alles harmoniert perfekt, obwohl ... eigentlich harmoniert gar nichts, ...

Was für eine Überraschung: Eine Horde an Göttern aus allen möglichen Mythologien (griechisch, babylonisch, ägyptisch, nordisch ...) und alles harmoniert perfekt, obwohl ... eigentlich harmoniert gar nichts, aber darum geht es in VERDAMMT LEBENDIG: MEDUSA ja auch. Medusa verklagt die griechischen Götter, denen das natürlich gar nicht gefällt, aber auch sie müssen sich an gewisse übergöttliche Gesetze halten, ob sie wollen oder nicht, oder die Konsequenzen ertragen.
Lucia Herbst Debütroman ist erfrischend unterhaltsam, hat aber ein ernstes Thema, das nicht erst seit Metoo existiert und bereits zu den Zeiten der Götter Thema ist Medusa, die sehr sympathische "Heldin" des Romans und ihre Schlangenschar begehren auf und richten Chaos in der Götterwelt an.
Fantasy vom Feinsten könnte man sagen, vor allem für diejenige, die sich gerne mit Göttern befassen obwohl man wohl eine Warnung voranschicken sollte: Die (meisten) griechischen Götter kommen dabei nicht besonders gut weg.
Ich weiß nicht woran es liegt, aber das Buch hat mich von Anfang an begeistert, obwohl ich nicht wusste, auf was ich mich einlassen würde. Manchmal verspricht ein Klappentext ja mehr als der Inhalt verspricht. In diesem Fall: Die Charaktere sind glaubwürdig, es bleibt immer spannend, actionreich und überraschend. Angenehm auch, die romantischen Anwandlungen (auf die ich nicht weiter eingehe, aber die ich als sehr amüsant empfand). Einfühlsam schreibt Herbst wenn es darauf ankommt, sehr empathisch und glaubwürdig die Emotionen, die sie vermitteln will und dann, damit das Thema nicht zu depressiv wird, das kleine oder andere Gedankengefecht des Schlangenhaupts. Eine gute Mischung, die unterhalten und zum Nachdenken anregen kann.
Und irgendwie würde ich mir wünschen mehr von diesem Götterhaufen lesen zu dürfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2022

Irgendwie doch faszinierend

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
0

HAPPY NEW YEAR wird aus der Sicht von vier Personen beschrieben ... und am Anfang ist alles Friede, Freude, Eierkuchen und es dauert lange, bis sich das Drama zeigt. Aber langweilig wird es nicht, auch ...

HAPPY NEW YEAR wird aus der Sicht von vier Personen beschrieben ... und am Anfang ist alles Friede, Freude, Eierkuchen und es dauert lange, bis sich das Drama zeigt. Aber langweilig wird es nicht, auch wenn es tatsächlich eher unspannend ist und sich nicht von bekannten Silvesterfeiern unterscheidet. Eine Gruppe von Leuten trifft sich, man isst, man redet, man langweilt sich ... oder sorgt sich um die Kinder ...
Und dann beginnt es langsam spannend zu werden. Ein Kind verschwindet ... und nach und nach stellt man fest, dass da mehr dahinter steckt (natürlich). Durch die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten bekommt der Leser Einblicke in deren Gedanken, Ängste und Befürchtungen. Es gibt das was man erwarten darf: Falsche Fährten en masse, Überraschungen en masse ... und es bleibt interessant obwohl ich im Nachblick zugeben muss, dass durch den ständigen Perspektivenwechsel die Spannung auf der Strecke bleibt. Aber das merkt man erst wenn man am Ende des Buchs angelangt ist, denn man wird durchaus gut unterhalten. Der Schreibstil ist spannend und durch den oft cliffhangerartigen Abbruch der einzelnen Kapitel will man wissen wie es weiter geht. Bereits durch zahlreiche andere Thriller kontaminiert (oft wiederholen sich die Plots, so dass es am Autor oder der Autorin liegt aus altbekannten Geschichten etwas Neues zu zaubern) bekommt man schnell ein Gefühl dafür, wer der Täter ist und wer nicht (aber meistens kommt es dann doch anders und ich habe lange nicht gewusst wer für das Verschwinden des Mädchens verantwortlich ist).
HAPPY NEW YEAR ist vielleicht für einen Thriller nicht spannend genug, die Nerven bleiben also unangetastet, aber ... gut geschrieben, auf gewisse Weise kurzweilig und unterhaltsam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere