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Veröffentlicht am 11.05.2021

Eine interessante Entdeckung

Mord in Sussex
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Dass auch klassische Krimis unterhaltsam sein können kann man immer wieder am anhaltenden Erfolg der Bücher von Agatha Christie sehen. Zahlreiche Cosy Krimis versuchen eine moderne Version des klassischen ...

Dass auch klassische Krimis unterhaltsam sein können kann man immer wieder am anhaltenden Erfolg der Bücher von Agatha Christie sehen. Zahlreiche Cosy Krimis versuchen eine moderne Version des klassischen Krimis (allerdings zeigen diese mehr das Umfeld als das Verbrechen selbst und meist sind die Protagonisten mit ihren Alltagsproblemchen wichtiger als das Aufklären eines Mordes).
In den letzten Jahren hat der KLETT COTTA VERLAG klassische Krimis (aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts) für sich entdeckt und hält diese seinen Lesern auch nicht vor. Und man kann sagen, dass ein Großteil davon lesenswert ist und es erstaunlich isst, dass es so lange gedauert hat, bis sie in deutscher Sprache vorliegen (mancher Schund braucht nur ein paar Wochen um übersetzt zu werden).
MORD IN SUSSEX ist ein Krimi, dessen Titel so gut wie nichts über den Inhalt aussagt, das Cover dafür umso mehr. Und es wird bewiesen, dass vor langer Zeit geschriebene Kriminalgeschichten nicht langweilig sein müssen. Von wegen, man hat alles schon mal gelesen.
MORD IN SUSSEX punktet mit sympathischen Ermittlern, "normalen" Verdächtigen (will heißen, dass es keine verwirrenden Psychospielchen gibt mit an den Haaren herbeigezogenen Motiven)
Eine fehlende Leiche, ein Geständnis eines Toten und viele überraschende Wendungen sorgen für spannende Unterhaltung.
Und wer klassische Krimis mag, der wird gut bedient, wobei man sich durchaus das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen wird können.
1936 erschienen, aber das spielt keine Rolle, die Handlung wirkt zeitlos und nach wie vor fesselnd.
Es ist gut, dass Klett Cotta John Bude "entdeckt" hat und ich hoffe, dass es noch weitere Übersetzungen geben wird.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Was HEUTE mit der Natur passiert ....

Die Natur der Zukunft
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In seinem neuesten Buch wagt Bernhard Kegel keinen Blick in die Zukunft, jedenfalls nicht so wie es der Titel vermuten lässt. Viel eher ist er in der Gegenwart verwurzelt und stellt Prognosen an, wie sich ...

In seinem neuesten Buch wagt Bernhard Kegel keinen Blick in die Zukunft, jedenfalls nicht so wie es der Titel vermuten lässt. Viel eher ist er in der Gegenwart verwurzelt und stellt Prognosen an, wie sich die Natur auf die derzeit herrschende Situation einstellt. Und sie wird sich einstellen. Klimawandel hin oder her, man kann es nicht leugnen, es wird wärmer, das Klima verändert sich und wir haben eine große Mitschuld daran. Und vermutlich wagt man sich nicht sehr weit aus dem Fenster, wenn man behauptet dass der Mensch, der größte Verlierer sein wird. Arten werden verschwinden, andere werden sich anpassen, aber … gehört der Mensch dazu? Man darf es bezweifeln. Aber der Mensch ist in Bernhard Kegels Buch nur eine Randerscheinung.
Akribisch geht der Autor der Frage nach, welche Auswirkungen der Klimawandel tatsächlich auf einzelne Tier- und Pflanzenarten oder Lebensgemeinschaften hat, ohne dabei groß auf die Gründe des Klimawandels einzugehen (dazu gibt es genug andere Bücher). Auch für Laien verständlich beschreibt er wie sich die Tier- und Pflanzenwelt derzeit verändern und welche Auswirkungen das auf uns (und unsere Umwelt) hat.
Bernhard Kegel schreibt Tatsachen. Er erhebt nicht den Zeigefinger und mahnt nicht, trotzdem wird der Leser zum Nachdenken angeregt. Halsbandsittiche sind niedlich, aber Malaria will niemand haben.
Und obwohl der Klimawandel in aller Munde ist hat man nicht den Eindruck, dass nur wiedergegeben wird, was man bereits anderswo zu Genüge gehört oder gelesen hat.
Die Natur der Zukunft ist ein Buch der Gegenwart und es hilft zu verstehen, was wir jetzt für die Zukunft tun. Und wenn wir so weitermachen wie bisher wird die Zukunft ohne uns stattfinden. Aber das sagt Bernhard Kegel nicht so direkt, aber er redet auch nichts schön.

Lesenswert!

Veröffentlicht am 08.05.2021

Interessantes aus der Vogelwelt

Nestwärme
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Nestwärme ist eines jener Bücher, welche auf unterhaltsame Weise dem Leser das Leben der Vögel nahebringt und dabei gleichzeitig eigene Erfahrungen mit Wissensvermittlung mischt. Es ist ein sehr persönliches ...

Nestwärme ist eines jener Bücher, welche auf unterhaltsame Weise dem Leser das Leben der Vögel nahebringt und dabei gleichzeitig eigene Erfahrungen mit Wissensvermittlung mischt. Es ist ein sehr persönliches Sachbuch mit vielen bekannten aber auch unbekannten Beobachtungen aus der Welt der Vögel.
Ernst Paul Dörfler schafft eine Liebeserklärung an die Vogelwelt, einfach und anschaulich beschrieben und zeigt, dass der Mensch mit den Vögeln mehr gemeinsam hat als man glauben mag, bzw. Vögel die besseren Menschen sind.
So erfährt man auf was weibliche Vögel bei Männchen achten (und gleichzeitig wo Frauen Männern beim Tanzen hinschauen und umgekehrt), dass Vögel nicht so dumm sind wie man annimmt und Spatzenhirn eher ein Kompliment sein sollte als eine Beleidigung.
Kreuz und Quer durch die Welt der Gefiederten nimmt uns der Autor und beschreibt kenntnis- und erfahrungsreich das uns umgebende Leben.
Schon während des Lesens wird man sensibilisiert für den Vogelgesang und die Vögel der Umgebung. Man beobachtet stärker und stellt tatsächlich Vergleiche zum eigenen Verhalten an.
Ein Buch für Vogelliebhaber und solche, die es werden wollen. Jeder wird etwas Interessantes und auch etwas Neues entdecken.
Nur auf die Illustrationen hätte man verzichten können, ganz nett aber nicht wirklich nötig. Der Text spricht für sich.

Veröffentlicht am 30.04.2021

Eine gute Mischung

Tod in der Glaskugel
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Tod in der Glaskugel ist der zweite Band mit Charlotte von Winterberg, aber man hat nicht den Eindruck, dass man den ersten Teil gelesen haben muss, um der Handlung zu folgen. Das versäumte wird (meiner ...

Tod in der Glaskugel ist der zweite Band mit Charlotte von Winterberg, aber man hat nicht den Eindruck, dass man den ersten Teil gelesen haben muss, um der Handlung zu folgen. Das versäumte wird (meiner Meinung nach) gut erklärt. Man bekommt höchstens noch Lust darauf den Vorgänger zu lesen.
Man wird schnell in das Jahr 1865 hineingesogen und die Mischung aus (schnell enttarntem) Übersinnlichen, historischem Flair und Krimi liest sich angenehm und verursacht einige spannende, aber auch emotionale Momente. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, wirken authentisch und das Ambiente sorgt für ein angenehmes Kribbeln.
Es ist ein Krimi mit Charlotte von Winterberg und ihre Hintergrundgeschichte ist interessant genug, dass man auch auf weitere Romane hoffen kann, aber ihre Person steht nichts ehr im Vordergrund, was es auch sehr angenehm macht, da das Hauptaugenmerk auf dem Kriminalfall und den Ermittlern liegt (und das ist Charlotte nur am Rande).
Das Buch bietet also einiges für den Freund der viktorianischen Zeit: Ein interessantes Verbrechen, Spiritismus, starke Frauen (würde dieser Roman in der damaligen Zeit geschrieben worden hätte es das wohl nicht gegeben), Adel ...

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Veröffentlicht am 29.04.2021

Ein bisschen enttäuschend

Wallace
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Wallace ist keine Biografie, nur eine fiktive Momentaufnahme, welche das Leben des Naturforschers Alfred Russell Wallace beleuchten. Anselm Oelze erzählt zwei Geschichten, die von Wallace (der nur als ...

Wallace ist keine Biografie, nur eine fiktive Momentaufnahme, welche das Leben des Naturforschers Alfred Russell Wallace beleuchten. Anselm Oelze erzählt zwei Geschichten, die von Wallace (der nur als der Bärtige bezeichnet wird, was ich persönlich als nervend empfand) und die des Nachtwächter Albrecht Bromberg.
Ich habe einen Abenteuerroman erwartet, die Geschichte eines Forschers, der sich entdeckungsfreudig durch den Dschungel kämpft und jeden einzelnen Stein umdreht, nebenbei mit Malaria und fremden Kulturen zu kämpfen hat und auch sonst das eine oder andere Abenteuer erlebt.
So ganz habe ich das nicht bekommen, auch wenn Malaria eine Rolle spielt. Aber die Abschnitte mit Wallace fand ich weniger interessant als die des Nachtwächters, obwohl ich zugebe dass der sprachliche Unterschied beider Geschichten sehr zur entsprechenden Atmosphäre beitrug. Der Zeitunterschied war gut bemerkbar. Und doch blieb die Geschichte von Wallace hinter meinen Erwartungen zurück.
Dadurch das Wallace keinen Namen hatte sondern nur auf seinen Bart reduziert wurde, entstand eine zusätzliche Distanz.
Ganz anders als die Geschichte des Brombergs, die, sieht man vom etwas merkwürdigen Ende (bzw. der vorangegangenen Idee) ab, durchaus authentisch wirkt und auch eine gewisse Art von Humor aufweisen kann. Es macht Spaß Brombergs Tagesablauf zu folgen, ihn bei Gesprächen mit seinen Freunden zu „belauschen“ oder mit ihm Wallace zu entdecken.
Wallace hätte das Potential für so vieles gehabt, von der Biografie über den Abenteuerroman mit Kriminalhandlung, aber die Möglichkeiten wurden nur angekratzt und teilweise ignoriert.
Schade … wer mehr über Wallace wissen will, sollte den Wikipedia-Eintrag lesen, der ist spannender (und natürlich ausführlicher) als die Abschnitte im Roman.
Immerhin die Bromberg-Teile sorgen für spannende Unterhaltung. Aber ob man deswegen das Buch lesen muss? Ich bezweifle es.

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